Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Ältere Beiträge unserer Fachberater

 

Schutz der Bienen hat eine sehr hohe Bedeutung

 

EU-Verordnung trifft auch die Hobbygärtner

                                         

 

                                                       

Pflanzenschutzmittel in anwenderfreundlicher " Verpackung" als Stäbchen, Granulat oder Spray sind bei den Haus- und Kleingärtnern sehr beliebt und weit verbreitet. Sie bieten den Vorteil, dass das oft schwierige und ungenaue Abmessen oder Abwiegen von Pflanzenschutzmitteln und die Herstellung einer Spritzbrühe entfallen.Der Wirkstoff wird über das Pflanzensubstrat durch die Wurzeln oder über die Blätter aufgenommen und in allen Teilen der Pflanze verteilt, so dass auch versteckt sitzende Schädlinge getroffen werden. Also die perfekte Lösung für viele Probleme des Hobbygärtners.

 

 

Blattläuse lassen sich gut mit geeigneten Pflanzenschutzstäbchen bekämpfen


 

Aber aufgepasst, nicht mehr alle dafür eingesetzten Pflanzenschutzmittel sind noch erlaubt.Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat für bestimmte Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam aus der Gruppe der Neonicotinoide das Ruhen der Zulassung ab dem 1. Oktober 2013 für unbestimmte Zeit angeordnet. Ursache für diese Entscheidung ist eine Verordnung der EU-Kommission, die damit in Deutschland umgesetzt wird.

Ab diesem Termin dürfen die betroffenen Pflanzenschutzmittel nicht mehr verkauft und auch nicht mehr angewendet werden! Es gibt dafür keine Aufbrauchfrist!

 

 

 

Die meisten Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten angewiesen

 

Imker auf der Leiter an einem Baum mit einem Bienenschwearm

Für ein Überleben der Bienen sind gute Umweltbedingungen notwendig

Neonicotinoide sind synthetisch hergestellte, nikotinartige Pflanzenschutzmittelwirkstoffe, die über die Pflanze, z.B. die Wurzeln oder Blätter, aufgenommen und in ihr verteilt werden (systemische Wirkung). Sie dienen als Kontakt- oder Fraßgifte und wirken auf das Nervensystem der Schädlinge.

Die drei betroffenen Wirkstoffe stehen in Verdacht, dass sie auf Bienen sehr giftig wirken können und womöglich auch dafür verantwortlich sind, dass die Bienen nicht mehr den Weg zurück in den Bienenstock finden. Mit dem Verbot dieser Wirkstoffe soll ein Beitrag gegen das allgegenwärtig zu beobachtende Bienensterben geleistet werden. Diese Maßnahme ist jedoch nicht unumstritten, da viele andere Ursachen (Nahrungsmangel, Varroamilbe, Wetterextreme u.a.) die Vitalität der Bienen stark beeinflussen können.

Quelle : Bundesamt für Verbraucherschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kompostverwendung im Garten


 

Kompost ist der beste Humus- und Nährstoffträger in jedem umweltschonend be- wirtschafteten Garten. Kompost eignet sich grundsätzlich für alle Bereiche der Bo- denverbesserung bei Neupflanzungen oder zum oberflächlichen Einarbeiten. Komposterden verbessern mit ihrem Humusgehalt nicht nur die Qualität der Böden, sie sind gleichzeitig Dünger. Wie andere Dünger sollte Kompost bedarfsgerecht eingesetzt werden. Deshalb bringt man ihn nicht im Herbst, sondern erst im Spätwinter bzw. Frühjahr aus.


 

Anwendungsbereiche


 

1. Düngung von Gehölzpflanzungen, Obstgehölzen

Wegen des geringen Phosphatbedarfs der Gehölze darf die Ausbringungsmenge höchstens bei 1 l Kompost je m2 liegen. Eine weitere Düngung erübrigt sich. Nicht empfehlenswert ist die Anwendung in Moorbettpflanzungen (Rhododendron, Azaleen, Heidelbeeren), da der basisch wirkende Anteil zu einer pH-Wert-Erhöhung beiträgt.


 

2. Verbesserung von Pflanzflächen, Pflanzlochbehandlung bei Baum- und Strauchpflanzungen

Zur Verbesserung von Pflanzflächen können einmalig bis zu 50 l Kompost pro m2 (das ist eine etwa 5 cm dicke Schicht) ausgebracht werden. Diese einmalige hohe Kompostgabe sollte nur bei Humus-und nährstoffarmen Böden bei einer Neuanlage erfolgen. Der Kompost ist sorgfältig in die obersten 10 cm Boden einzumischen. Wenn der Kompost sehr gut verrottet ist, oder auch bei sandigem Boden, darf er bis 20 cm Tiefe eingearbeitet werden. Die Ausbringung sollte kurz vor der Begrünung (der Pflanzung) erfolgen, um einer Stickstoffauswaschung vorzubeugen. Erst nach drei Jahren darf wieder Kompost auf dieser Fläche ausgebracht werden.


 

3. Bodenverbesserung und Düngung im Gemüsegarten

Der beste Zeitpunkt zur Beetvorbereitung vor dem Pflanzen liegt im Frühjahr. Sehr gut geeignet ist auch der Zeitraum nach dem Abernten der Vorkultur (z.B. Feldsalat, Spinat, Radies) und vor dem Pflanzen der Sommerkultur.

Dazu arbeitet man etwa 3 l Kompost je m2 oberflächlich ein. Wenn starkzehrende Kulturen wie Kohlarten oder Tomaten folgen, ist die doppelte Menge vertretbar. Allerdings sind danach im Folgejahr keine Kompostgaben angebracht. Sollen Wurzelgemüsearten oder Zwiebeln folgen, bei denen die Gefahr eines Befalls durch Gemüsefliegen droht, genügt die halbe Menge. Auf frischen, nicht völlig verrotteten Kompost verzichtet man vor diesen Gemüsearten ganz.

Zur Kontrolle der Nährstoffgehalte des Bodens nach Kompostgaben empfiehlt sich eine Bodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre. Bei überhöhten Werten an Phosphor oder Kali ist die Anwendung von Kompost einzuschränken. In diesem Fall werden nur noch Stickstoffdünger, wie z. B. Ammonsulfatsalpeter oder Kalkammonsalpeter bzw. Horndünger verwendet.


 

4. Rasendüngung


 

Im Frühjahr können 2 l Kompost pro m2 aufgebracht und eingerecht werden, am besten nach dem Entfernen des Mooses und dem Vertikutieren. Die Maßnahme ist zur Humuspflege besonders günstig, wenn der Rasenschnitt nach dem Mähen stets entfernt wird.

Der Kompost verstärkt allerdings bereits vorhandene Filzbildung sowie Moos- Wachstum und Hexenringe. Nötig sind weitere Düngungen mit stickstoffhaltigen Düngern, z. B. mit Hornmehl oder speziellen Rasendüngern.


 

5. Erdbeeren

Sie erhalten nach der Ernte 3 l Kompost pro m2 und 30 – 45 g/m2 Hornmehl, das leicht eingearbeitet wird. Weitere Düngergaben erübrigen sich.


 

6. Staudenbeet

Prachtstauden erhalten im Frühjahr eine dünne Kompostschicht (2 l pro m2), die leicht eingearbeitet wird. Eine weitere Düngegabe mit phosphat- und kalihaltigen Düngern erübrigt sich in den meisten Fällen. Starkwachsende Stauden erhalten zusätzlich noch bis zu 50 g Hornmehl pro m2.


 

7. Erdmischungen für Pflanzgefäße und Balkonkästen

Unter der Voraussetzung, dass der Kompost vollständig verrottet ist, kann er bis zu einem Anteil von 30 % für die Mischung von Balkonkastenerden verwenden. Nicht empfehlenswert ist die Anwendung in Moorbeatpflanzungen (Rhododendron, Azaleen, Heidelbeeren), da der basisch wirkende Ante zu einer pH-Wert-Erhöhung beiträgt.Substrate eignen sich wegen ihres hohen pH-Wertes nicht für säureliebende Pflanzen, wie z. B. Scaevola (Fächerblume), Surfinien (Hängepetunie) und Zitrusgewächse.

 

 

Brokkoli pflanzen

Freie Flächen zwischen den Salat-Jungpflanzen werden mit organischem Material, hier aufschießende Kresseabschnitte, gemulcht.

 

 

Die nächsten Wochen bleiben mild und frostfrei – so zumindest lauten die Vorhersagen. Auf unser für Zuckermais vorgesehenes Beet im Gemüseschaugarten haben wir jetzt eine Mittelreihe Brokkoli gepflanzt.

Zuvor erhielt das Beet zwölf Gramm Horngries je Quadratmeter eingerecht. Die Entwicklung der Brokkolipflanzen wird Platz lassen für je eine Randreihe Zuckermais, den wir zum Monatsende säen wollen.

Brokkoli Jungpflanzen werden im Beet mit einem Strahl aus der Gießkanne angegossen.

 

 

Zwei Stunden vor der Pflanzung haben wir auch die Setzlinge nochmals mit einer Blumendüngerlösung (zwei Gramm pro Liter) gegossen, so dass sie schon eine Grundversorgung haben. Bei der Pflanzung soll der Ballen gerade so mit Erde überdeckt sein. Mit dem Fuß hat er Kontakt mit dem noch feuchten Untergrund. Anschließend schwemmen wir jeden Setzling vorsichtig mit einem Strahl aus der Gießkanne an. In den nächsten Tagen wiederholen wir dies, so etwa alle zwei bis drei Tage. Flächiges Gießen ist unnötig, die Setzlinge haben nichts davon. Sie werden sich ohnehin mit ihren Wurzeln eher zur Tiefe hin entwickeln, wo ja in ganz Bayern alle Böden noch gut feucht sind. 


 

Von Vorteil ist es, die freien Flächen zwischen den Pflanzen mit dem ersten Grasschnitt oder anderem organischen Material dünn abzustreuen. Beim Salat haben wir zum Beispiel überwinterte, aufschießende Kressepflanzen verwendet.

Brokkoli Jungpflanzen werden im Beet mit einem Strahl aus der Gießkanne angegossen.

 

 

Zwei Stunden vor der Pflanzung haben wir auch die Setzlinge nochmals mit einer Blumendüngerlösung (zwei Gramm pro Liter) gegossen, so dass sie schon eine Grundversorgung haben. Bei der Pflanzung soll der Ballen gerade so mit Erde überdeckt sein. Mit dem Fuß hat er Kontakt mit dem noch feuchten Untergrund. Anschließend schwemmen wir jeden Setzling vorsichtig mit einem Strahl aus der Gießkanne an. In den nächsten Tagen wiederholen wir dies, so etwa alle zwei bis drei Tage. Flächiges Gießen ist unnötig, die Setzlinge haben nichts davon. Sie werden sich ohnehin mit ihren Wurzeln eher zur Tiefe hin entwickeln, wo ja in ganz Bayern alle Böden noch gut feucht sind. 


on Vorteil ist es, die freien Flächen zwischen den Pflanzen mit dem ersten Grasschnitt oder anderem organischen Material dünn abzustreuen. Beim Salat haben wir zum Beispiel überwinterte, aufschießende Kressepflanzen verwendet.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Frühjahrskur für Stauden und Gräser

Spaten sind wichtige Geräte beim Teilen von Stauden und Gräsern.

Mit aller Kraft schieben sie sich durch den Gartenboden. Es wird Frühling. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Ratschläge wie Stauden und Gräser lange vital bleiben.

Es wird Zeit für das Verjüngen und Teilen von Stauden und Gräsern, wenn die Horste immer breiter werden, sich die Pflanzen gegenseitig bedrängen oder sich Kahlstellen im Inneren bilden. Stauden sind mehrjährige Pflanzen, die nicht verholzen und jährlich aufs Neue aus den Überwinterungsorganen austreiben.

Warum müssen Pflanzen verjüngt werden?

Lässt man die Pflanzen einfach wachsen, werden sie nicht nur größer und breiter. Sie werden krankheitsanfälliger, schwächer und blühfauler, wenn sich sie gegenseitig bedrängen und nicht mehr genug Platz haben. Es hat sich bewährt verschiedene Stauden und Gräser alle paar Jahre zu teilen, wenn der Boden im Frühjahr etwas abgetrocknet ist.

Wie werden die Pflanzen geteilt?

Am besten teilt man mit einem Spaten. Herfür sticht man um die Stauden herum, nimmt die Horste aus dem Gartenboden und schüttelt vorsichtig lockere Erde ab. Mit einem scharfen Messer oder dem Spaten durchtrennt man den Wurzelstock in mehrere Teile. Die Teilstücke sollten mindestens die Größe einer Faust aufweisen und mehrere gesunde Triebe oder Knospen besitzen. Überlange und beschädigte Wurzeln werden auf 15 bis 20 Zentimeter eingekürzt. Die Pflanzenstücke lassen sich dann in gut gelockerte und mit Kompost oder Pflanzerde verbesserte Gartenerde pflanzen. Nutzen Sie gleich die Gelegenheit, den Garten etwas umzugestalten. Überzählige Teilstücke können an Nachbarn und Freunde weiter gegeben werden


Welche Pflanzen brauchen eine Frühjahrskur?

Astern, Mädchenauge, Rittersporn, Margeriten, Chinaschilf und andere sind Beispiele für Pflanzen, die sich mit den Jahren immer weiter ausbreiten und andere verdrängen. Häufig verkahlen die Horste von innen. Alle paar Jahre sollten Sie diese beherzt teilen.

Auch bei Stauden, deren Erneuerungsknospen jährlich weiter aus dem Boden herauswandern, hat sich das Teilen bzw. tiefere Neupflanzen bewährt. Beispiele sind Herbstanemonen, Astilben, Silberkerzen und Purpurglöckchen.

Bei Pflanzen mit dickfleischigen Wurzelstöcken wie Bergenie werden die Rhizome, das sind unterirdische bewurzelte Sprossteile, entnommen und von anhaftender Erde befreit. Von den Seitentrieben schneidet man mit einem scharfen Messer etwa zehn Zentimeter lange Teilstücke ab, die mindestens eine Triebknospe besitzen. Nach kurzem Antrocknen pflanzt man die Teilstücke am neuen Platz so tief wie die Pflanze vorher war.

Während für die meisten Stauden und Gräser der Zeitpunkt des Teilens im zeitigen Frühjahr liegt, teilt man Gemswurz, Gedenkemein, Kaukasusvergissmeinnicht und andere Frühlingsblüher erst nach der Blüte.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Erste Nahrung für Bienen

Krokusse liefern die erste Bienennahrung.

Warme Sonnenstrahlen locken sie hervor: Honigbienen, Wildbienen und Hummeln begeben sich auf die Suche nach Nahrung. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie streifen mit Ihnen durch den Garten und suchen Futterstellen.

Ein naturnaher Garten bietet schon bald im Jahr Nahrung für Biene und Co. Mit der Auswahl bestimmter Pflanzen lässt sich das Angebot erweitern.

Winterlingfrühlingsblühende Zwiebelblume

Aktiv auch bei kühlen Temperaturen

Wärmen die ersten Sonnenstrahlen den Boden nach einer Frostwelle und Schnee, beginnt es im Garten plötzlich zu Blühen. Selbst Schneeglöckchen blühen nach der Kälte jetzt noch. Auch Primel, Krokus, Strahlenanemone und Märzenbecher öffnen ihre Blüten. Wie in ein buntes Osternest verwandelt sich der Garten. Zu den sehr frühblühenden Gehölzen gehören viele Wildobst-Arten. Die gelb blühende Kornelkirsche (Cornus mas) und die in Rot-Tönen blühende Zierquitte oder Japanische Scheinquitte (Chaenomeles) lassen sich bei der Gartengestaltung gut integrieren. Die Gewöhnliche Mahonie mit ebenfalls gelben Blüten wächst sogar im Schatten. Auch unsere „Palmkätzchen“ bieten den Insekten erste Nahrungsquellen.

 

Frühlingsblühene Krokusse bieten den Insekten erste Nahrung

 

Die eher wenig erwünschte Kräuter sind ebenfalls Bienennährpflanzen wie Gänseblümchen, Frühlingsscharbockskraut, Hirtentäschel, Kriechender Hahnenfuß, Löwenzahn und Knoblauchsrauke.

 

Schneeglöckchen bieten Bienen die erste Nahrung im Jahr.

In einem Garten sind frühblühende Pflanzen, die Nahrung bieten, besonders wichtig. Nach der Winterzeit benötigen die Insekten neue Kraft, in Form von Eiweiß (Pollen) und Treibstoff (Nektar). Selbst wenn es uns noch nicht so recht in den Garten lockt, viele Bienen und vor allem Hummeln tummeln sich in den Blüten. Hummeln sind schon bei wenigen Grad über Null aktiv. Die ersten Hummeln, die wir im zeitigen Frühjahr beobachten sind Königinnen. Sie sind im letzten Sommer geschlüpft und kommen jetzt aus ihren Winterquartieren. Sie suchen nach Nahrung und einen Nistplatz zur Gründung eines Hummelvolkes. Beliebt sind bei vielen Arten verlassene Mäusenester.

Biene besucht blaue Scilla-Blüte

Zwiebelblumen auch bei wenig Platz

Wer keinen Platz mehr im Garten für größere Stauden oder Gehölze hat, sollte im Herbst an Zwiebelblumen denken. Besonders die kleinen und fast unscheinbaren sind wichtige Nahrungsquellen. Schneeglöckchen, Blaustern (Scilla) und Krokus lassen sich sogar in den Rasen pflanzen. Oftmals verwildern die kleinen Zwiebelblumen, da Ameisen die Samen verteilen. Bis aber die erste Mahd ansteht sind die Pflanzen schon eingezogen. Auch unter Obstbäumen lassen sich die kleinen Frühlingsblüher wie auch Wildtulpen gut integrieren.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Tulpen liefern Wildtulpen Insektennahrung.

Ein bisschen aktiv sein

Ein Garten braucht nicht nur den Insekten gefallen, sondern auch den Menschen, die ihn bewirtschaften. Jedoch sollten wir daran denken, dass wir ohne Insekten viel weniger Obst und Gemüse hätten. Selbst mit nur wenigen Pflanzen machen wir einen Frühlingsgarten auch für Bienen und andere Insekten attraktiv. Ein Garten in dem es blüht, summt und brummt ist Lebendigkeit.

Zu den Frühlingsblühern im Garten gehört auch die blaublühende Strahlen-Anemone.

 

Bevor die ersten Wildbienen auftreten, können Sie noch schnell Nisthilfen mit einfachen Mitteln bauen. Nehmen Sie dazu hohle Pflanzenstängel, kürzen diese auf mindestens zehn Zentimeter ein und stecken diese gebündelt in eine Dose. Die Stängel müssen aber eine glatte Schnittkante aufweisen, sonst meiden die Tiere das Angebot. An faserigen Kanten verletzen sich die Tiere ihre Flügel. Aufgehängt und fixiert an einem geschützten und sonnigen Platz ziehen bald die ersten Wildbienen wie z.B. Mauerbienen ein. Beachten Sie jedoch, dass auch viele Wildbienen-Arten in Sand und Erde nisten, indem sie Röhren graben.

Wildbienenhotels einfach gemacht

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Aussaatzeit für Tomate und Co

Fruchtgemüse schiebt das erste Blatt, das Keimblatt, in die Höhe.

Eigene Tomaten vom Samenkorn bis zur erntereifen Frucht: das ist der Traum vieler Freizeitgärtner. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum jetzt ein guter Zeitpunkt zum Aussäen ist.

Möchte man spezielle Sorten bleibt nur die Selbstaussaat. Damit sich bis zur Pflanzung im Mai kräftige Jungpflanzen entwickelt haben, ist einiges zu beachten.

Jungpflanzenanzucht von Zucchini und Basilikum

 

Die Vorbereitung

 

Neben den ausgewählten Gemüsesorten benötigt man Aussaatgefäße und eine Anzuchtsubstrat. Als Aussaatgefäße eignen sich flache Kisten, Blumentöpfe, Joghurtbecher, Multitopfplatten, Eierschachteln, Gemüseschalen und vieles mehr. Achten Sie darauf, dass Wasserabzugslöcher vorhanden sind, damit die Erde nicht zu nass bleibt. Alternativ: weniger feucht halten. Spezielle Aussaaterden im Handel sind nährstoffarm, feinkrümelig und besitzen weitere gute Voraussetzungen für die jungen Keimlinge. Beschriftete Stecketiketten helfen später bei der Beurteilung der Sorten.

Einzelkornaussaat von Kürbis

Die Aussaat

Für die Aussaat füllen Sie die Erde in die Gefäße bis knapp unter den Rand. Die Samen drücken Sie dann leicht an und decken diese mit etwas Erde ab. Dann wird vorsichtig, aber durchdringend mit einem feinen Wasserstrahl gegossen. Jetzt kann das Samenkorn quellen. Tomaten, vor allem aber auch Gurke und Zucchini besitzen große Samen. Eine Einzelkornsaat ist deshalb sinnvoll. Dazu werden die Samenkörner einzeln in Töpfchen gelegt. Bei Tomaten können Sie auch mehrere Samen in ein größeres Gefäß legen. Wichtig ist ausreichender Platz beim Keimen. Später pikiert man dann die jungen Pflänzchen in einen kleinen Topf.

Fruchtgemüse möchte es von Beginn an kuschelig warm. Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius sind deshalb zur Keimung optimal. Wenn die Saat aufgegangen ist, dienen abgesenkte Temperaturen um 18 Grad Celsius dazu, dass sich kurze und kräftige Jungpflanzen entwickeln können.


Zum Wachsen ist Licht ganz wichtig. Nach der Keimung benötigen die Pflänzchen einen hellen Platz am Fenster. Mangelndes Licht führt zu dünnen und langen Trieben. Stellen Sie die Pflanzen eventuell auch auf eine Erhöhung und lassen Sie die Gardine weg.

Der Zeitpunkt

Mitte März ist noch ausreichend Zeit für die Aussaat von Tomaten. Beginnt man zu früh, werden die Jungpflanzen zu weich und schießen hoch, da Januar und Februar noch kein ausreichendes Lichtangebot bieten. Das Ziel sollten jedoch kräftige und kompakte Pflänzchen sein. Gurken, Zucchini und Kürbisse wachsen schneller. Das Aussäen erfolgt erst ab Mitte bis Ende Apri

Fruchtgemüse schiebt das erste Blatt, das Keimblatt, in die Höhe.

 

Haben Sie den Aussaatzeitpunkt verpasst oder fehlen die geeigneten Aussaatbedingungen, können Sie im Mai immer noch gesunde und kräftige Pflanzen beim Gärtner kaufen.

Gurkensämlinge bei der Anzucht auf der Fensterbank

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Goldglöckchen im frühen Frühjahr

Goldglöckchen im frühen Frühjahr  

Zum Frühling gehört sie einfach dazu: die Forsythie (Forsythia), Goldglöckchen, Lenzgold oder auch Goldflieder genannt. Goldgelb leuchten schon von weitem die Blüten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen den wuchsfreudigen Frühjahrsblüher vor.

Jeder kennt die knallgelb leuchtenden Blütensträucher, die den Frühling in den Garten bringen. Man findet sie auch in kleineren Gärten, denn niemand möchte die gelbe, protzende Frühlingskraft missen.

 

Vielseitige Gestaltung

So langsam nähern wir uns Ostern. Da erfreut uns ein bunter Garten mit Krokussen, Narzissen, Hyazinthen, ersten Tulpen und der Forsythie. Auch in der Vase macht der gelbe Blüher eine gute Figur. Noch laublos zieren die gelbblühenden Zweige den Frühlings- oder Osterstrauß mit bunten Tulpen und anderen Blühern.

Die Forsythie eignet sich gut zum Antreiben oder Verfrühen, z. B. als Barbarazweige Anfang Dezember. Hierfür werden knospige Zweige nach vorhergehendem Frost geschnitten und in eine mit Wasser gefüllte Vase ins warme Haus gestellt. Nach einiger Zeit erscheinen die gelben Blüten und kündigen den nahenden Frühling an.

Im Garten findet die Forsythie Platz als Einzelstrauch oder auch in einer freiwachsenden Hecke. Oft werden Sorten der zwei bis drei Meter hohen Hybridforsythie angeboten, die sehr große Blüten bilden. Das Gelb der Blüten variiert je nach Sorte.

leuchtend gelbe Blüten der Forsythie

Pflegeleicht im Garten

Die Forsythie wächst auf jedem Gartenboden, bevorzugt aber leichte, nährstoffreiche und etwas kalkhaltige, nicht zu trockene Standorte. Charakteristisch für das Lenzgold sind die gelben, dicht am Holz sitzenden Blüten mit vierteiliger Krone. Diese entfalten noch vor den hellgrünen Laubblättern ihre Pracht. Aus den Blüten entwickeln sich später manchmal harte braune Kapselfrüchte.

gelbe Einzelblüte der Forsythie

Der preisgünstige und rasch wachsende Strauch benötigt einen regelmäßigen Schnitt für einen üppigen Blütenreichtum. Der ideale Schnittzeitpunkt ist nach der Blüte. Obwohl man die Forsythie auch immer wieder als geschnittene Hecke oder als Formgehölz sieht, entfaltet sie ihre Schönheit nur als natürlich gewachsener Strauch. Von den Pflanzennachbarn sollte sie nicht allzu beengt sein. Der Schnitt beschränkt sich auf das Auslichten, das heißt, dass alle Triebe, die älter als vier Jahre alt sind, direkt über dem Boden zurück abgeschnitten werden. 

Zunächst bilden sich kräftige lange gerade Peitschen, die sich im folgenden Jahr verzweigen. Die Hauptmenge der Blüten bilden Zweige im dritten Jahr aus. Schneidet man die alten Triebe nicht heraus, vergreist die Pflanze recht schnell und die Blühfreude lässt stark nach.

Nicht nur wegen der frühen Blütezeit im März ist die Forsythie beliebt. Rasches Wachstum, Anspruchslosigkeit, gute Winterhärte und Gesundheit sind Argumente, die neben dem niedrigen Preis für eine Forsythie sprechen. Forsythien sind gut für das Gemüt, denn sie läuten den Frühling ein. Allerdings sollte man bedenken, dass Bienen und andere Insekten in den Blüten keine Nahrung finden. Im Garten sollte deshalb auch Platz für spezielle Bienennährpflanzen sein.

frühlingsblühende Gehölze mit Forsythie

 

 

 

 

 

ayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Planungen für den Gemüsegarten

Für spezielle Sorten muss man sich die Jungpflanzen selbst ziehen; hier Tomate.

Eigenes Gemüse im Garten ist der Wunsch des Freizeitgärtners, der seine Lebensmittel wachsen sehen möchte. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Planung.

Eigentlich sollten die Planungen im Februar schon abgeschlossen sein, damit es im März mit den ersten Aussaaten beginnen kann. Doch die winterlichen tiefen Temperaturen und der Schnee sorgen dafür, dass im Gemüsegarten noch nichts zu tun ist.

 

 

Eine brachliegende Gartenfläche muss Ende des Winters neu beplant werden.

Lieblingsgemüse einplanen

Welche Gemüsearten dürfen im Garten nicht fehlen? Haben sich die Essgewohnheiten durch andere Lebensverhältnisse geändert oder gibt es neue Gemüsefavoriten? Somit ist ein Teil der Gartenfläche schon fest als Hauptkultur eingeplant. Dann werden die freien Flächen herum belegt, um den Platz gut auszunutzen und keine Freiflächen auf dem Beet zu haben. Damit die Fruchtfolge eingehalten werden kann, ist es wichtig die Pflanzenfamilien zu kennen. Denn in keinem Beet sollten zwei Jahre hintereinander an derselben Stelle die gleiche Gemüseart angebaut werden. Eine mindestens dreijährige Anbaupause ist bei besonders lange stehenden Kulturen nötig. Ausnahme Tomate: sind die Pflanzen gesund, kann auch mehrere Jahre auf der gleichen Fläche angebaut werden. Dies ist da ja sinnvoll, wo ein Tomatendach errichtet wurde.

Skizze erstellen

Mit Hilfe einer Skizze der gewünschten Gemüsefläche lässt sich der Anbau leichter planen. Wichtig ist die nicht zu unterschätzende Wegefläche zwischen den Beeten. Eine Beetbreite beträgt meist 100 bis 120 Zentimeter. Somit lässt sich das Beet von beiden Seiten gut bearbeiten. Ein Weg misst 30 Zentimeter, Hauptwege bis 50 Zentimeter.

Zunächst trägt man die Haupt-Gemüsekulturen ein. Eine monatliche Einteilung des jeweiligen Beetes macht auf den ersten Blick sichtbar wie lange eine Kultur auf dem Beet stehen wird. Nebenkulturen bzw. Gemüsearten, die kürzer auf dem Beet stehen, füllen die Lücken. Salate, Radies und Kresse werden nur wenige Wochen kultiviert. Im Herbst sind Spinat und Feldsalat gute Lückenfüller.

Falls im Sommer noch kleine freie Stellen im Beet vorhanden sind, können diese problemlos mit einjährigen Sommerblumen wie Zinnien, Studentenblumen und Schmuckkörbchen bepflanzt werden.

Ein kleiner Sämling schiebt sich aus der Erde, dem Licht entgegen.

Jungpflanzen anziehen oder einkaufen

Das Heranziehen von Pflanzgemüse im zeitigen Frühjahr ist beim Profi-Gärtner oft besser aufgehoben, da dieser optimale Anzuchtbedingungen bieten kann. Wer allerdings ganz bestimmte Sorten im Garten anbauen möchte, muss die Aussaat selbst erledigen. Hierfür sind die Bedingungen auf den Saatguttütchen aufgedruckt. Für Paprika wird es Ende


 

Februar/Anfang März höchste Zeit, da die Pflanzen eine lange Jungpflanzenentwicklung haben. Tomaten sät man dann ab Mitte März. Wer Neuheiten ausprobieren möchte, kommt um die eigene Anzucht nicht herum. Jedes Jahr gibt es verschiedenes Neues. Die Saatgut-Regale sind nun noch voll und laden zum Kauf ein.

Tomaten-Sämlinge in Anzuchtkisten

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Mit der Schere zum Erfolg – der Rebschnitt

Der Rebschnitt ist die wichtigste Maßnahme für einen guten Ertrag.

 

Wenn sich der Winter draußen langsam zurückzieht, träumen wir schon von saftigen, süßen Trauben, die wie im Schlaraffenland an kräftigen grünen Trieben hängen. Damit dies kein Traum bleibt, geben die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie Tipps zum Rückschnitt von Tafeltrauben.

Nach einer Legende erfand ein Esel, der an den Reben gefressen hatte, den Rückschnitt der Reben. Denn aus den übrig gebliebenen kurzen Stummeln entwickelten sich kräftige Triebe mit großen Früchten. Der Rebschnitt im Winter ist daher die Voraussetzung für eine gute Ernte.

Wuchseigenschaften des Rebstocks

Der Weinstock legt alles darauf an, möglichst schnell lange Triebe zu bilden. Dies bedeutet dann auch, dass die am höchsten stehenden Triebe und Knospen bevorzugt versorgt werden. Bei einer fünf Meter hochwachsenden Weinrebe würden im oberen Bereich kräftige Triebe mit großen Früchten entstehen, während es im unteren Teil des Stockes nur kümmerliche Trauben gäbe. Das wünschen wir nicht. Deshalb benötigt der Weinstock einen jährlichen Schnitt. Dies ist auch schon bei jungen Pflanzen zu beachten. Ein rechtzeitiger Stockaufbau erleichtert künftige Schnitt- und weitere Pflegemaßnahmen.

Die einjährigen Fruchtruten, die im letzten Vegetationsjahr gewachsen sind, haben eine hellbraune Farbe. Sie haben eine normale Länge von etwa 1,20 Metern und idealerweise eine Stärke mit einem Durchmesser von sechs bis zehn Millimetern (ähnlich einer Kugelschreiberdicke). Optimales Holz ist gleichmäßig durchgefärbt, knistert etwas beim Biegen und beim Anschneiden kann man eine kleine Markröhre sehen. Wenn wir dieses einjährige Holz, die Fruchtruten, genauer betrachten, erkennen wir im Abstand von etwa zehn Zentimetern die Knospen, die sog. Augen. In ihnen liegt bereits unsichtbar der Ertrag des nächsten Herbstes.

Der Griff zur Schere


Grundsätzlich werden jährlich über 90 Prozent der vorhandenen Augen mit dem einjährigen Holz weggeschnitten. Der Schnitt mit der Schere bedeutet einen großen Eingriff für die Pflanze, die sich jedes Jahr wieder neu aufbauen muss. Doch Vitalität und Wüchsigkeit bleiben so erhalten, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und Fruchtbarkeit wird gefördert. Vor dem Schnitt im Februar oder März betrachtet man seinen Rebstock genau. Bei Hausrebstöcken wird in der Regel der Zapfenschnitt am waagrecht erzogenen Seitenast, dem sogenannten Kordon, durchgeführt. Auf diesen Zapfen wird dann jedes Jahr zurückgeschnitten. Beim Kordonschnitt sind die Arme der Rebe oft schon viele Jahre alt. Ist aber die Erziehung abgeschlossen, ist der Schnitt jedes Jahr gleich. Ein bis zwei Zentimeter über dem untersten Auge eines einjährigen Fruchttriebes schneidet die Schere diesen ab. So bleiben nach dem Schnitt der letztjährigen Tragrute lediglich ein bis zwei sichtbare Augen stehen, die sogenannten Zapfen. Aus den verbleibenden ein bis zwei Augen wachsen schließlich ein bis zwei kräftige Fruchttriebe, die dann meist bis zwei große Fruchttrauben hervorbringen. Der Abstand zwischen den Zapfen auf einem Kordonarm sollte etwa 20 Zentimeter, also etwa eine Rebscherenlänge, betragen. Damit wird gewährleistet, dass die Ruten später genug Licht, Luft und Sonne und Wärme bekommen.

Wenn der Saftstrom einsetzt kann es sein, dass der Stock an der Schnittstelle kurz „blutet". Das „Bluten“ schadet den Stöcken nicht. Vorhandene Pilzsporen könnten sogar weggeschwemmt werden. Schneiden Sie an Neumond, „blutet“ die Pflanze weniger als an Tagen um Vollmond. Schneiden Sie, wie auch bei anderen Gehölzen, nicht bei Temperaturen unter minus fünf Grad Celsius.

Die letztjährigen Ruten werden im späten Winter stark zurück geschnitten

Es ist nicht schwierig, einen Rebstock zu schneiden. Einzig wirklicher Fehler beim Rebschnitt ist es, den Stock unterhalb der Veredlungsstelle zu schneiden. Es liegt in der Natur der Pflanze, wieder auszutreiben und kräftig zu wachsen. Selbst ein alter, über Jahre ungeschnittener Rebstock kann durch einen starken Rückschnitt wieder vital und fruchtbar werden.

Übrig gebliebener Zapfen, der starke Triebe und eine große Frucht bringen wird.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Schnell noch ernten vor dem Frost

große Feldsalatrosette fertig für die Ernte!

Weil der Winter auch jetzt im neuen Jahr noch nicht so richtig begonnen hat, bietet unser Garten durchaus einiges an frischem Grün. Zum Wochenende soll es kälter werden, deutliche Minusgrade sind für Februar angekündigt.

Gerade gut entwickelte, schnittfertige Feldsalatpflanzen sind gar nicht so frosthart, oft kommt es zu weißen Frostflecken. Schöne Rosetten schneiden wir die nächsten Tage, wogegen kleine Pflänzchen stehen bleiben, sie sind viel robuster.

feinblättrige Kresse auf dem Beet

 

Unsere Kressebeete stehen saftig grün da. Wir schneiden ab und an ein paar Handvoll davon für eine feine Kressesuppe oder zum Auffrischen von Salaten. Dabei kann man jetzt auch gleich die grünen Rosetten vom Haarigen Schaumkraut mitverwenden.

Die Blätter des Gartenampfers lassen sich auch im Winter ernten.

 

Weitere schnittfähige Kräuter sind derzeit der Gartenampfer (gut für einen Schmand-Dipp), Wilde Rauke und Petersilie (peppt Suppen und Eintöpfe auf). Man kann die nächsten Tage durchaus großzügig und natürlich nur die jungen, appetitlichen Blättchen schneiden. Sonst ist zu fürchten, dass sie dann ab Februar durch die stärkeren Fröste geschädigt werden.

 

Petersilie, hier die krause Form, lässt sich auch in milden Wintern ernten

 

An sonnigen Stellen treiben auch bereits die ersten Pfefferminzen frisch aus dem Boden aus – auch sie nutzt man, am besten für frisch aufgebrühten Minztee.

Im milden Winter treibt sogar die Minze junge Triebe; optimal für eine Tasse Tee.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Obstbäume im Winter pflegen

Weißeln der Stämme im Winter als Schutz gegen Frostrisse

 

Das Anbringen von Leimringen sollte bereits Anfang Oktober erfolgt sein. Und der Gehölzschnitt lässt sich auf März verschieben. Aber sind Pflegemaßnahmen im Dezember und Januar überhaupt erforderlich? Der Experte der Bayerischen Gartenakademie gibt Tipps.

Nur wenn es sich um viele Bäume, vor allem alte Streuobstbestände handelt, muss man schon früher mit dem Schnitt beginnen. Ein Schnitt bereits im Spätherbst oder frühen Winter birgt die Gefahr, dass pilzliche und bakterielle Schaderreger durch Schnittwunden über einen langen Zeitraum in Obst- und Ziergehölze eindringen. Außerdem können Schnittstellen zurückfrieren und eintrocknen.

Mulchschicht an Baumscheiben räumen


 

Feld- und Wühlmäuse treiben ihr Unwesen bevorzugt unter geschützten, bewachsenen Stellen. Daher sollen Baumscheiben, die über Sommer sinnvollerweise gemulcht wurden, spätestens jetzt im November frei gehalten werden. Dazu werden unverrottete Mulchmaterialien, letztes Fallobst und -laub um den Baum entfernt. Haben Mäuse in den letzten Jahren Schaden angerichtet, so können Fallen aufgestellt werden. Ein Anbringen von Sitzstangen für Greifvögel ist in Streuobstbeständen empfehlenswert. Bei Neupflanzungen sollten Wühlmauskörbe aus Drahtgeflecht einbezogen werden. Der Draht muss bis zum Stamm angebracht werden.

Wildschäden vorbeugen

Obstbäume in der freien Landschaft werden bei Barfrösten oder dicker Schneedecke besonders von Wild geschädigt. Hasen und Kaninchen dringen auch in Gärten vor. Als Ablenkung helfen bereits Obstzweige, die nach dem Baumschnitt am Boden liegen bleiben. Schutz vor Verbiss-, Fege- und Nageschäden am Stamm bieten Wildschutzspiralen und Matten aus Jute, Kokos oder Schilfrohr. Alternativ lassen sich auch Fichten- bzw. Tannenwedel um den Stamm binden. Durch die Bildung von Schwitzwasser an der Rinde scheiden Plastikfolien aus. 

Baumstämme abkratzen und abbürsten

In Ritzen und unter Schuppen von Rinde, Moosen und Flechten überwintern Raupen von Obstmaden, Miniermotten und Knospenstechern. Durch Abschaben (an jüngerer Rinde) bzw. Abkratzen und Abbürsten bei stärkeren Stämmen können diese Schädlinge dezimiert werden. Legen Sie vorher Folie, Vlies oder ein altes Bettlaken auf den Boden um den Stamm. So können Sie die Rindenteile mit den Raupen gut in der Biotonne entsorgen. Appellieren Sie auch an Ihre Nachbarn, diese mechanische Bekämpfung vorzunehmen. Dann ist der Effekt der Maßnahme für alle wirkungsvoller.

Weißeln der Stämme gegen Frostrisse

Bei strengen Frösten im Januar und Februar heizt die Sonne die Südseite von Stämmen jüngerer Bäume mit glatter Rinde auf. Die sonnenabgewandten Stellen bleiben hingegen gefroren. Diese Temperaturunterschiede im Holz können zu Frostrissen führen. Dazu reichen im März an bereits treibenden, saftführenden Bäumen schon geringe Minusgrade. Das Weißeln der glatten bzw. vorher abgebürsteten Stämme sorgt für Abhilfe. Außerdem heizen sich die Stämme an sehr heißen Sommertagen weniger stark auf, was dann möglichen Kambiumschäden entgegenwirkt. Frostrisse können zwar verheilen, wenn man die aufklaffende Wundränder glatt schneidet und sicherheitshalber zusammenbindet. Ein größerer Schaden entsteht jedoch durch das Eindringen von Schaderregern wie Obstbaumkrebs, Kragenfäule, Rotpustel, Valsa (Steinobst), Rindenbrand (Pseudomonas), Welkepilze (Verticillium). Nach einer Infektion können sie zum Absterben der Gehölze führen.

Wintermonate - Zeit für Nebenarbeiten

Nutzen Sie die arbeitsarmen Monate, um Nistkästen zu bauen, Baumscheiben neu anzulegen oder frei zu machen. Reinigen und ölen Sie Gartengeräte. Scheren und Messer können dabei auch geschärft und desinfiziert werden. Überprüfen Sie angelegte Leimringe auf angewehte Blätter, die den Frostspannerweibchen als Brücke zum Aufwandern in die Baumkrone dienen. Denken Sie daran, für eigene Veredlungen die gewünschten Edelreiser bis Ende Januar abzunehmen. Der Obstgehölzschnitt kann auf den späten Winter im März verschoben werden.

Bald schon ist Advent

brennende Adventskerzen

Weihnachtliche Dekorationen werden gerne aus Naturmaterialien gefertigt. Haben Sie Ihren Garten aufgeräumt? Wenn nicht, so finden Sie eine Menge für die Advents- und Weihnachtsdekoration, sagen die Experten der Bayerischen Gartenakademie.

Ein Rundgang im Garten und ein Spaziergang in der Natur werden nun mit einer Schere und einem Behältnis gemacht, um Materialien zu sammeln.

Adventskranz

Adventskranz mit getrockneten Hortensienblüten

Adventskranz mit getrockneten Hortensienblüten

Der Adventskranz, als wesentlicher Bestandteil des Advents, besteht meist aus einheitlichen Zweigen von Nadelgehölzen. Länger haltbar sind Kränze aus unterschiedlich immergrünen Trieben, da diese nicht zur gleichen Zeit trocknen. Außerdem wirkt der Kranz sehr lebendig und benötigt wenig anderes Schmuckmaterial. Neben klassischen Nadelzweigen (z. B. Nordmann- und Weißtanne oder Blaufichte) lassen sich gut Eibe, Lebensbaum (Thuja), Wacholder und Scheinzypresse (Chameacyparis) integrieren. Besonders schön und natürlich wirkt es, wenn sie noch mit kleinen Zäpfchen besetzt sind. Auch immergrüne Laubzweige haben im Adventskranz durchaus ihre Berechtigung. Warum nicht auch Triebe von Mahonie, Buchs und Kirschlorbeer integrieren. Ein Kranz aus kahlen Trieben, z. B. Weinreben, ist ebenso reizvoll.

Adventskranz  Nadelgehölzen 

Adventliche Dekorationen

Besonders schön und einfach ist das Gestalten mit Zapfen. Und davon findet man sehr unterschiedliche. Während Erlenzapfen sehr klein sind, gibt es auch sehr große Kiefernzapfen. Besonderheiten sind sicherlich die Zapfen der Sumpfzypresse. Aber auch Lärche, Scheinzypresse und Douglasie haben schöne Zapfen.

Kranz aus kahlen Zweigen

Möchte man Zieräpfel als winterliche Dekoration verwenden, so müssen sie rechtzeitig abgeschnitten und ins Haus gebracht werden. Dann lassen sich die Mini-Äpfel sehr vielseitig verwenden. Bedingt durch Farbe und Form ähneln sie kleinen roten Christbaumkugeln. Ganz einfach geht es, wenn man die Zweige mit Früchten schneidet und in eine Vase stellt. Kombiniert man einen Strauß mit dem Grün von Nadelgehölzen wie Eibe und Tanne kommt die rote Farbe der Früchte besonders zum Ausdruck. Flechten am Ast der Zieräpfel unterstreichen die Natürlichkeit und liegen deshalb im Trend. Abgeschnittene Fruchtbüschel schmücken Kränze und Gestecke. Durch die geringe Fruchtgröße wirken sie keinesfalls voluminös und sind gut mit anderen Schmuckelementen kombinierbar.

Licht lässt die Dekoration leuchten

Moos, Flechten, bizarre kahle Zweige, Hagebutten, Samenstände von Stauden und Clematis … so vieles läss sich für eine natürliche adventliche Dekoration verwenden. Mit Licht und Kugeln

kombiniert wirkt es besonders festlich.

Barbarazweige

winterlicher / weihnachtlicher Strauß mit Zieräpfeln

 

Vergessen Sie nicht den 4. Dezember: Barbaratag. Traditionell werden an diesem Tag Zweige von Kirschen oder anderen winter- und frühlingsblühenden Gehölzen wie Forsythie, Apfel, Zierquitte, Pfirsich, Mandel, Zierkirsche geschnitten. Sie sollen bis Weihnachten erblühen. Dazu stellt man die Triebe in handwarmes Wasser, das alle paar Tage gewechselt wird. Bis ins Frühjahr hinein können Sie Blütenzweige immer wieder neu aus dem winterlichen Garten in die Wohnung holen. Ganz nebenbei lichten Sie so Ihre Blütensträucher aus, verjüngen diese und fördern die Vitalität der Pflanze. Achten Sie vor dem Schneiden auf die Knospen am Trieb. Dicke Knospen bringen Blüten hervor, spitze und dünne Knospen dagegen Blätter. Fröste sorgen dafür, dass die Knospen gleichmäßig erblühen.

Die Sauerkirsche eignet sich für Barbarazweige.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Herbst im Gemüsegarten

geerntete Kürbisse im roten Herbstlaub

Die Zeit der Tomaten, Gurken, Zucchini und Bohnen ist vorbei. Buntes Herbstlaub fällt von den Bäumen und kältere Nachttemperaturen sind angesagt. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären, was im Gemüsegarten zu tun ist.

Nun räumen wir die Beete ab, die nicht mit typischen Herbst- und Wintergemüse bepflanzt sind. Doch der Garten ist nicht kahl.


 

Erntezeit

Speisekürbisse sind ein willkommenes Herbst- und Wintergemüse. Die Früchte werden mit Stiel vorsichtig abgeschnitten und am besten ein paar Tage an einem trockenen Ort bei etwa 16 Grad Celsius gelagert, damit die Schale ausreift und die Früchte länger halten. Kürbisse lassen sich wie Zierkürbisse gut zu Dekorationen verwenden; allerdings vertragen sie keinen Frost. Das Fruchtfleisch lässt sich zu wärmenden Suppen, Ofengemüse, Quiche und vielem mehr verwenden.

Typische Herbstsalate wie Endivien, Chinakohl und Zuckerhut werden in den nächsten Wochen ebenso geerntet wie Sellerie, Möhren, Mangold und Rote Rüben. Da Lauch einige Frostgrade verträgt, bleibt er bis zum eigentlichen Verbrauch auf dem Beet.


 

 

rotblättriger Mangold im Beet

Zeit für junges Gemüse

Der Herbst ist nicht nur ein Ernte-Monat. Schnellwachsende Radies und Garten-Kresse bekommen noch einen Platz im Frühbeet oder Kleingewächshaus, in milden Gebieten gar im Freiland. Feldsalat wird am besten gepflanzt. In Gärtnereien oder Gartencentern findet man junge Feldsalat-Pflänzchen in kleinen Erdpresstöpfen zum Auspflanzen. Dadurch haben die Pflanzen einen großen Vorsprung gegenüber der Aussaat. Feldsalat lässt sich bei milder Witterung fast den ganzen Herbst und Winter pflanzen. Somit können Frühbeet und Kleingewächshaus in der kalten Jahreszeit gut genutzt werden.

Samenstand der Artischocke im Herbst


 

Grundsätzlich sollten Sie Gartenvlies zum Abdecken bereit halten. Drohen Fröste, wird das leichte Material über die Pflanzen gelegt und schützt so vor Kälte. Wählen Sie beim Pflanzen oder Säen einen weiteren Pflanzabstand als im Frühling oder Sommer damit die Pflanzen so viel Licht wie nötig zum Wachsen bekommen und außerdem schneller abtrocken. Dies beugt Pilzkrankheiten vor. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Herbstbestückung der Beete ist ein durchlässiger und lockerer Boden. Große Herbstfeuchtigkeit würde die Pflanzen schlecht wachsen lassen und Pilzkrankheiten fördern.

Herbst im Gemüse-Schaugarten der LWG

Arbeiten auf dem Beet


 

Benötigt man leere Beete, so räumt man ab. Gesunde Pflanzenteile kommen auf den Kompost. Ein Zerkleinern oder Häckseln beschleunigt die Verrottung. Kranke Pflanzenteile entfernt man besser aus dem Garten und entsorgt sie beim Grüngut-Abfall oder in der Biotonne.

Letzte Gründüngungsaussaaten geschehen mit Winterroggen. Wer kein Saatgut im Fachhandel findet greift auf Roggen aus dem Lebensmittelgeschäft zurück. Roggen keimt schnell und wächst bei milden Perioden im Winter. Er eignet sich für Flächen, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden.

Achtung! Umgegraben wird, wenn nötig, nur auf schweren Böden. Dies geschieht aber frühestens ab Ende November, wenn die Böden kalt sind. Eine zu warme Erde würde noch Nährstoffe, vor allem Stickstoff, freisetzen, die dann für die Pflanzen verloren sind. Pflanzenreste können beim späten Umgraben mit untergearbeitet werden.

Abräumen des Gemüsegartens

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Herbstzeit ist Quittenzeit

goldgelbe Quitten am Baum

Die Quitte gehört zu den eher unbekannteren Obstarten, ist aber verwandt mit Apfel und Birne. Im Herbst fallen die Früchte auf, die sich nun goldgelb färben. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen, dass es sich lohnt einen Quittenbaum im Garten zu haben.

Die Quitte ist eine Pflanze, die zu mehreren Jahreszeiten attraktiv ist: im Frühling erscheinen große einzeln stehende Blüten, im Herbst haben sich goldgelbe aromatische und wohlriechend Früchte entwickelt.

Goldene Früchte

Apfel- oder birnenförmig hängen die zunächst grünen und später gelben Früchte am Baum. Für eine längere Lagerung wartet man auch nicht auf die komplette Gelbfärbung, da sich Pektin mit der Zeit abbaut. Mit später Ernte steigt die Gefahr von Fleischbräune. Wer sie nicht gleich verwendet, pflückt die empfindlichen Früchte sorgsam vom Baum und legt sie einlagig in Obststeigen auf Pappe.

gelbe Quittenfrüchte in einem Korb Geerntete


 

Die Früchte lassen sich zu Gelees, Fruchtaufstrichen, Kompott, Konfekt, Saft und vielem mehr verwenden. Sorten wie ‘Cydora‘ und ‘Cydopom‘, schmecken durchaus auch roh. Vor der Verwertung wird der anhaftende filzige Belag sorgsam entfernt, da die Frucht sonst bitter schmeckt. 

Bevor sich die Früchte entwickeln erscheinen dekorative große schalenförmige Blüten in weiß oder rosa, die auch den Bienen Nahrung bieten. Leider können Spätfröste im Mai und Juni die Blüten schädigen. Da fast alle Sorten als selbstfruchtbar gelten, reicht eine Pflanze aus.


 

Quitte im Garten

kleiner Quittenbaum

Auch für kleinere Gärten ist die Quitte interessant, da sie meist strauchartig wächst und oft nur Höhen von drei bis vier Metern erreicht. Das Holz reagiert etwas frostempfindlich, weshalb Sie besser einen geschützten Standort wählen. Um schon den ersten Winter zu umgehen, liegt der Pflanzzeitpunkt in raueren Gebieten im Frühjahr. In niederschlagsarmen und milderen Gebieten wie Unterfranken pflanzt man besser im Herbst, um die Herbst- und Winterniederschläge zu nutzen.

Jährliche Kompostgaben sorgen für ausreichend Nährstoffe. Bei Trockenperioden verbessert Wasser die Fruchtqualität. Bei zu kalkhaltigen und schweren Böden können Blattaufhellungen auftreten.

weiße Quittenblüte

Zierquitte – attraktives Wildobst

 

Auch die Früchte der Zierquitte eigenen sich für die Verwertung. Allerdings sind die etwa tischtennisball-großen Früchte sehr herb und werden deshalb mit anderen Früchten zu Mehrfruchtaufstrichen verarbeitet. Aber auch ohne Verwertung lohnt es sich, die Früchte von den mit Dornen bewehrten Zweigen zu pflücken. Bei einer zunächst kühlen Lagerung verströmen sie beispielsweise im Advent den angenehmen frischen zitronigen Duft.

attraktive Zierquittenblüten in orange oder lachsrot

Die Zierquitte (Chaenomeles) bietet Bienen und anderen Insekten bereits im April noch vor der Blüte der Obstbäume reichlich Nahrung. Optisch fallen die leuchtend orangeroten oder roten Blüten auf, die an den noch kahlen oder frisch ausgetriebenen Zweigen sitzen.

Tennisballgroße Früchte der Zierquitte

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Was darf auf den Kompost?

Ein optimaler Komposthaufen ist mit verschiedenem Material gefüllt. Dies sorgt für ausreichend Feuchte und Durchlüftung.

Voraussetzungen für ein gutes Kompostieren

Die Umsetzung organischen Materials zu gutem Humus geschieht durch verschiedene Klein- und Kleinstlebewesen. Sie benötigen für ihre Arbeit ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, aber auch eine gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Nährstoffe aus dem zugeführten organischen Material. Deshalb sollte eine ausgewogene Mischung im Komposthaufen vorliegen. Feuchter Rasenschnitt wird beispielsweise mit lockerem und trockenem Material gemischt.

Giftige Pflanzen auf dem Kompost

Gerade wenn es um das Kompostieren giftiger Pflanzen geht herrscht oft große Unsicherheit. In der Natur existieren Pflanzenarten, die für Mensch und Tier giftige Stoffe enthalten. Etliche von ihnen werden in den Gärten als Zier- oder Nutzpflanzen angebaut. Manchmal finden sich die natürlichen Gifte nur in bestimmten Teilen einer Pflanzenart wie Blättern oder Früchten, in anderen Fällen ist die ganze Pflanze giftig. In der natürlichen Umgebung verrotten giftige Pflanzen nach dem Absterben ebenso wie alle anderen. Sie werden von Mikroorganismen zersetzt, die ursprünglichen Inhaltsstoffe verändern sich und werden nach und nach abgebaut, so dass von den Giften nichts mehr übrig bleibt. Auf dem Kompost finden diese Vorgänge ebenso statt. Beispiel: Thuja- oder Eibenschnitt kann zerkleinert in dünnen Schichten dem Kompost zugeführt werden. 


 

Unkräuter auf dem Kompost


 

Sind Samenunkräuter frühzeitig vor der Blüte gejätet, also noch ohne Blütenknospen, können sie getrost auf den Kompost. Ist der Zeitpunkt jedoch verpasst, dann entsorgt man die Pflanzen über die Biotonne, um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern.

Wurzelunkräuter können ebenfalls auf den Komposthaufen. Dazu breitet man sie aus und erst nach dem Austrocknen werden sie zusammengefasst und über den Kompost entsorgt. Anderenfalls ist die Entsorgung über die Biotonne sinnvoller.

Laub auf dem Kompost


 

Im Herbst fällt wieder eine Menge Laub an. Wo es nicht liegen bleiben darf, wandert es auf den Kompost. Vor allem schwer verrottbares Material wie Eichen- oder Nusslaub wird besser zersetzt, wenn es zerkleinert ist. Dazu eignet sich der Rasenmäher. Das Laub wird einfach in den Auffangsack „gemäht“ und dann schichtweise mit anderem Material auf den Kompost gegeben.

Zum Kompostieren ungeeignet


 

Pflanzenteile mit Maden, Kohlhernie und Welkekrankheiten sowie anderen Pilzen, Viren und tierischen Schädlingen, die im Stängel oder der Wurzel schädigen, sollten grundsätzlich nicht im eigenen Garten kompostiert werden. Manche Schädlinge oder Krankheitserreger können auf dem Kompost mangels ausreichend hoher Temperaturen überdauern. Mit der Ausbringung von Kompost besteht die Möglichkeit die Schaderreger im Garten zu verbreiten und Pflanzen erneut zu infizieren.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Blütenendfäule

Verschiedene Stadien bei der Blütenendfäule, dem Kalzium-Mangel in der Frucht

Derzeit erreichen uns zahlreiche Anfragen zu Tomaten, die an der Spitze der Frucht braune, trockene Flecken aufweisen. Und jetzt haben wir auch auf der Schaufläche einzelne Exemplare mit diesem Symptom gefunden.


 

Untersucht man solche Früchte im Labor, weisen sie unterdurchschnittliche Kalzium-Werte auf. 

Besonders bei heißem, trockenem Wetter oder auch bei sehr üppiger Blätterausbildung gelangt nämlich mit dem Wasserstrom fast die gesamte Menge an aufgenommenem, gelöstem Kalzium auf schnellstem Wege in die Blätter. Dort wird es rasch eingebaut. Und während die Pflanze die meisten anderen Nährstoffe dann nachträglich wieder dorthin verschieben kann, wo sie gebraucht werden, ist dies beim Kalzium nicht möglich.


 

Für die Erscheinung sind die Tomatensorten unterschiedlich anfällig. Besonders oft tritt es an länglichen Fruchtformen auf. Manchmal – so wie bei uns – sind nur einzelne Früchte mit kleinen Flecken betroffen. Dann hilft es, gut zu wässern und zugleich gut auszulichten, um die Blattmasse zu verringern. Am besten Blätter entfernen, die ohnehin im Schatten sind, und natürlich alle Geiztriebe.

Betroffene Früchte kann man verwerten – natürlich gut ausschneiden. Allerdings entwickeln sie nicht das volle Aroma. 


 

Besonders stark betroffen sind oft überdüngte Pflanzen. Leider kann auch ein Übermaß an Kompost zu Blütenendfäule führen. Den schlimmsten Befall beobachteten wir einmal auf einem alten Mist-Kompost-Haufen, auf dem Tomaten gekeimt waren. Die Früchte waren in der unteren Hälfte alle braun.

Blütenendfäule ist Kalzium-Mangel in der Frucht

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie