Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Salate für die kalte Jahreszeit

In den letzten Jahren erlebten wir einen immer längeren Herbst, bevor kalte Temperaturen die Winterruhe brachten. „Das bietet in vielen Regionen die Möglichkeit auch jetzt noch Salate im Garten zu pflanzen, um später ernten zu können“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Durch den Klimawandel haben wir ein größeres Anbau- und Erntefenster, sodass ein Gemüsegarten lange Zeit grün da steht. Wir können fast das ganze Jahr für den Gemüseanbau nutzen. Außerdem schützt eine ganzjährige Bedeckung den Boden.

Letzte Salate pflanzen

Auch im Herbst ein reich gedekter Tisch bunte Salate

Entstehen nun auf den Beeten Lücken durch Abernten und Entfernen von Sommergemüsepflanzen, so lässt sich problemlos Pflücksalat und Endivien sowie Batavia-Salat pflanzen. Manche Gärtner bieten außerdem Chinakohl- und Zuckerhutpflanzen an. Durch warme Temperaturen und Niederschläge wachsen die Pflanzen teilweise zu großen Köpfen heran. Chinakohl und Zuckerhut sind kälteverträglich und legen daher oft auch noch im November an Größe zu. Empfindlichere Pflücksalate und Endivien decken Sie bei drohendem Frost mit einem Vlies ab. Oft sind es nur wenige einzelne Nächte, die diese Maßnahme erfordern. Die Aussaat von Asia-Salaten und sogenannten Babyleafs ist ebenfalls noch möglich. Schon bald erscheinen junge frische Blättchen für die Ernte.

Feldsalat

Feldsalat kann man den ganzen Winter hindurch ernten


Beliebt ist der Feldsalat, der den ganzen Herbst und Winter hindurch schmackhafte Blattrosetten bildet. Im September wird noch gesät: breitwürfig, besser aber in Reihe, was die Pflegemaßnahmen im Beet erleichtert. Praktischer ist das Pflanzen. Hierfür wird der Feldsalat in kleine Töpfchen oder Erdwürfel gesät. Erscheinen junge Blätter, bekommt er seinen Platz im Beet. Viele Gärtnereien bieten mittlerweile schon fertige Erdpresstöpfchen mit Jungpflanzen an. Jede freie Beetlücke kann dann schnell mit jungem Feldsalat bestückt werden. Schon nach wenigen Wochen sind die Blattrosetten erntereif. Bis Mitte Oktober können Sie noch ins Freie pflanzen, im Kleingewächshaus auch noch später. Die Ernte der kleinen Blattrosetten erfolgt dann im Winter und im Frühjahr. Feldsalat benötigt wenig Platz, sodass auch Blumenkästen oder andere Gefäße zum Anpflanzen geeignet sind. Eine Vliesauflage bei strengem Frost im Winter schützt vor Schäden.

Roter Lollo Rosso-Salat mit Raureif überzogen. Eine Vliessauflage schützt.

Spinat

Als Nachkultur der Sommergemüse eignet sich auch Spinat. Das Aussäen in einer Reihe erleichtert das Hacken und Unkrautjäten. Alle drei bis fünf Zentimeter kommt ein Saatkorn in die Rille. Sind mehrere Reihen auf dem Beet, so beträgt der Reihenabstand mindestens 25 Zentimeter, damit die Pflanzen genügend Abstand zueinander haben. Dann hält man die Aussaat feucht bis die Keimblätter erscheinen. Falls das Saatgut schlecht keimt, kann es daran liegen, dass der Boden einen sehr hohen Humusanteil besitzt, was der Spinat nicht mag.


 

Weitere Gemüsearten für die Ernte im Spätherbst

Doch es gibt noch andere Gemüsearten, die nun leere Plätze im Beet einnehmen können. Schnellwachsend sind Radies, die mit Frühjahr- und Herbstsorten gesät werden. Gartenkresse und Salatrauke sind ebenfalls schnelle Lückenfüller. Durch die kühleren Tage und Nächte besteht jetzt die Chance Blätter ohne Löcher zu kultivieren. Verursacher war den Sommer über der Erdfloh, der sich bei heißer und trockener Witterung massiv vermehrt hatte.

Typische Herbst-und Wintersalate Batavia-Salat Zuckerhut und Chinakohl

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Freie Gartenbeete bestücken

Viele Gemüse- oder auch Erdbeerbeete werden Zug um Zug abgeerntet. Früher wurden sie dann schon sehr zeitig umgegraben. Das muss und sollte nicht sein, erläutern die Experten der Bayerischen Gartenakademie.

 

Klimawandel verlängert die Anbausaison

In den letzten Jahren profitierten besonders die Herbstmonate von den deutlich wärmeren Temperaturen. Somit konnten auch späte Saaten bzw. Pflanzungen von Gemüsearten noch gute Ernten im November bis sogar Dezember bringen. Bei kurzfristigen leichten Frösten kann ja noch eine Vliesauflage oder ein kleiner Folientunnel Abhilfe schaffen. 

Belegte Beete schützen vor Nährstoffauswaschung

Auf leeren Beeten können die im Boden umgesetzten Nährstoffe, vor allem Stickstoff, nicht mehr von Pflanzen aufgenommen werden. Daher können sie ausgewaschen werden. Frisch umgegrabene Beete sind dabei besonders betroffen, denn durch die Bearbeitung wird der Boden belüftet. Die Bodenorganismen schließen Nährstoffe aus Wurzel- und Pflanzenresten, aber auch Humus auf. Und dann kann die Verlagerung, z.B. von Nitrat in den Untergrund und später auch in das Grundwasser einsetzen.

Abhilfe schafft zum einen eine lange Belegung von Gartenflächen. Zum anderen sollte das Umgraben in den Spätherbst, wenn der Boden Kühlschranktemperatur erreicht hat, verschoben werden. Beete mit überwinterten Kulturen oder mit Gründüngung werden im Frühjahr vor den ersten Kopfsalatsetzlingen nur ganz flach bearbeitet. 

Gemüse und Gründung im September ausbringen


Anfangs September können die letzten Salatjungpflanzen noch in das Kleingewächshaus, in warmen Gebieten auch ins Freiland gepflanzt werden. Mit Hilfe einer Vliesabdeckung gelingt eine Ernte im November. Feldsalat kann als Presswürfel angezogen gepflanzt als auch direkt in das Beet gesät werden. Diese beiden Verfahren staffeln die spätere Ernte. Die Aussaat von Radies, Spinat und Winterportulak ist ebenso möglich wie eine Gründüngung. Hier sind bezüglich der Fruchtfolge und einer schnellen Bestockung vor allem Getreidearten wie Roggen, pur oder in Mischung mit Wicken oder anderen Leguminosen vorteilhaft. Als Kreuzblütler sind Raps oder Senf weniger günstig, wenn viel Kohl angebaut wird. Phacelia bildet im Herbst eine geringere Grünmasse aus.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Kirschessigfliege im Haus- und Kleingarten

Seit 2014 tritt in Süddeutschland vermehrt die Kirschessigfliege (nicht zu verwechseln mit der Kirschfruchtfliege!) auf. Sie befällt über die Fruchtsaison hinweg unterschiedliche Obstarten (z.B. Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, späte Erdbeeren, Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Holunder) und kann große Schäden anrichten.

Die Kirschessigfliege legt ihre Eier in intakte, reifende und reife Früchte. In den Früchten entwickeln sich meist mehrere Larven, die sich in oder an der Frucht verpuppen. Die Fliege ähnelt äußerlich stark den heimischen Frucht- oder Essigfliegen, die jedoch nur überreife und bereits verletzte Früchte befallen. Unter optimalen Bedingungen kann die Kirschessigfliege im Sommer in kurzer Zeit mehrere Generationen durchlaufen. Jede neue Generation befällt dann das aktuell reifende Obst. Sie bevor-zugt warm-feuchtes Klima. Bei anhaltender Trockenheit und Temperaturen über 30 °C kann sie sich nicht mehr vermehren.

Schadbild

Befallene Früchte sehen äußerlich zunächst noch normal aus. Die Larve frisst unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch, wodurch sich Eindellungen bilden. Später fallen die Früchte weiter ein und aus der Einstichstelle tritt Saft aus. Die Einstichstelle bietet eine Einfallspforte für Schimmelpilze und Essigbakterien. Durch den gärenden Fruchtsaft wer-den andere Schädlinge angelockt (z.B. Essigfliegen, Wespen) .
Die Intensität des Befalls kann sich zwischen Obstarten und -sorten stark unterscheiden. Sowohl Wildobst als auch Zuchtformen werden befallen. Allgemein sind früh reifende Sorten weniger gefährdet. Einheitlich reifendes Obst kann schnell komplett geerntet werden und ist daher auch nur über einen kürzeren Zeitraum gefährdet.


 

 

Mit Fallen versucht man den Kirschessigfliegen auf die Spur zu kommen

Gefährdete Obstarten


 

Früh abreifende Sorten sind grundsätzlich weniger gefährdet. Weniger gefährdete Reifezeiten sind bei

  • Erdbeeren bis Mitte Juni

  • Kirsche bis Mitte Juni

  • Sommertragende Himbeersorten bis Mitte Juni

  • Johannisbeeren und Stachelbeeren bis Ende Juni

  • Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche, Mirabellen, Renekloden bis Ende Juni

Spät reifendes Obst wie Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunder, blaue Tafeltrauben, Kiwibeeren, Goji und Aronia sind generell stark gefährdet.

Schaden durch Kirschessigfliege an roter Traube

Maßnahmen im Haus- und Kleingarten


Im Haus- und Kleingarten sind keine Pflanzenschutzmittel gegen die Kirschessigfliege zugelassen. Vorbeuge- und Begleitmaßnahmen sind daher besonders wichtig.

Spindelerziehung von Baumobst und Johannis-/Stachelbeeren sorgt für locker aufgebaute, luftige, schnell abtrocknende Strukturen.

  • Auslichten dichter Baumkronen und Sträucher fördert die Durchlüftung der Gehölze.

  • Engmaschige Insektenschutznetze (0,8 mm Maschenweite) können die Eiablage der Kirschessigfliege einschränken. Beachten Sie: rechtzeitige Auflage (3 bis 4 Wochen vor der Pflückreife); dichtes Schließen; nur zur Ernte kurz öffnen.

  • Obst zügig in kurzen Abständen und vollständig ernten. Keine beschädigten oder vertrockneten Früchte an und unter den Bäumen und Sträuchern belassen.

  • Korrektes Entsorgen befallener Früchte hilft die Kirschessigfliegen-Population gering zu halten. Von Kompostieren ist abzuraten, ebenso von der Entsorgung in Restmüll oder Biotonne, da sich die Kirschessigfliege dort ungestört weiterentwickeln kann. Um Eier und Maden abzutöten, sollten befallene Früchte zunächst in einem luftdicht geschlossenen Behälter oder Plastiktüte mehrere Tage der Sonne ausgesetzt werden, in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel mehrere Stunden stehen gelassen oder mit kochendem Wasser überbrüht werden. Danach können die Früchte entsorgt werden. Vergraben (mind. 50 cm tief!) der Früchte ist eine weitere geeignete Methode.

  • Erntegut bis zum Verzehr im Kühlschrank lagern.

Ein umfangreiches Mnotoring der Kirschessigfliege gibt Aufschluß über Auftreten und Entwicklung des Schädlinges


Erkennungsmerkmale

Die Kirschessigfliege ist generell leicht mit anderen Essigfliegen zu verwechseln. Ihnen gemeinsam ist die Größe (ca. 3 mm), rote Augen und ein brauner Körper. Der geschulte Beobachter erkennt unter Vergrößerung bei den Männchen die dunklen Flecken auf den Flügelenden und bei den Weibchen den sägeartigen Legeapparat. Gut zu unterscheiden ist sie dagegen von der Kirschfruchtfliege. Diese hat stark gemusterte Flügel und grün-schillernden Augen.

 

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Gefäß mit Nährmedium zur Anzucht und Erforschung von Kirschessigfliegen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Kirschessigfliege – Schädling mit massiven Folgen

 

Die Erntezeit von Heidelbeeren und Himbeeren ist in vollem Gange. Doch leider bemerkt man nun verstärkt weiche und saftende Früchte. „Dies sind Schäden durch die Kirschessigfliege“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Ein durchschnittlicher Sommer wie 2020 ohne längere Phasen mit heißen Tagen, jedoch höherer Feuchtigkeit durch Tau und Niederschläge begünstigt das Auftreten des Fruchtschädlings, der gesundes reifendes oder reifes Obst befällt.

 

Warum tritt die Kirschessigfliege dieses Jahr wieder stärker auf ?

Aus dem asiatischen Raum eingewandert machte die Kirschessigfliege besonders in den Jahren 2014 und 2016 von sich reden, da es zu großen Ernteschäden im Wein- und Obstanbau kam. Doch auch im Garten und in der Flur schädigt sie zunehmend Früchte, die im Sommer und Herbst reifen.

Die Kirschessigfliege liebt feucht-warmes Wetter, wie wir es in den letzten Wochen hatten. Immer wieder Regen, hohe Luftfeuchte (auch durch Taubildung) und Temperaturen zwischen 20 und 25 °C sind optimale Lebensbedingungen und führen zu einer schnellen Vermehrung. Die Gesamtentwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Fliege liegt meist nur zwischen 14 und 21 Tagen. Zwischen dichten Sträuchern und in Hecken hält sie sich besonders gerne auf, da es dort länger kühl und feucht bleibt. Hätten wir wie in den letzten Jahren einen heißen und trockenen Sommer mit Temperaturen über 30 Grad, wären kaum Schäden zu erwarten. Bei diesen Bedingungen stellt die Kirschessigfliege ihre Vermehrung ein.

 

reife Brombeere mit Befall der Kirschfliege

 

Schäden durch die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) schädigt, im Gegensatz zu den heimischen Arten der Frucht- und Essigfliegen, völlig intakte Früchte. Da die weiblichen Tiere einen kräftigen sägeartigen Legebohrer besitzen können sie die weiche Fruchthaut ansägen und ihr Ei dort ablegen. Leider ist die Kirschessigfliege nicht auf bestimmte Obstarten beschränkt. So schädigt sie vor allem späte Kirschen, späte Sommer- sowie Herbsthimbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Holunder, Pflaumen, aber auch sehr reife Johannisbeeren; später folgen dann Kiwi, Schwarze Apfelbeere (Aronia), Kornelkirsche, (blaue)Tafeltrauben und Wildfrüchte in der Flur. 

Befallene Früchte sehen zunächst normal aus, denn die Fliegenlarven fressen unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch. Es entstehen erst kleine Dellen. Später fällt die Frucht immer mehr zusammen und saftet. Ist die Frucht noch nicht ganz zerstört, treten auf leichten Druck an der Einstichstelle Safttropfen aus. Das lockt vermehrt Wespen und andere Fruchtfliegen an, die weiter schädigen.

Vorbeugung und Bekämpfung der Kirschessigfliege

Da die Kirschessigfliege eine hohe Luftfeuchte liebt, unternehmen Sie alles, was dem entgegenwirkt wie ein lockerer Aufbau von Baumkronen und Sträuchern. Meiden Sie hohe Stauden und Gräser, damit die gefährdeten Obstarten leichter und schneller abtrocknen können. Das frühzeitige, das heißt deutlich vor der Reife, und dichte Einnetzen kleinerer Pflanzen ist eine effektive Methode. Die Maschenweite der feinen Netze beträgt 0,8 Millimeter (Gemüsefliegennetze, Moskitonetze). Erfolgreich geschützt werden einzelne Fruchttrauben beim Weinstock mit dem Eintüten in Organzabeuteln. Im Weinbau wird vorbeugend Kaolin (Heilerde) in der Traubenzone eingesetzt. Dies führt zu einem weißen Belag, der aber bei der Weinerstellung keine Probleme bereitet.

Ist schon Befall mit der Kirschessigfliege vorhanden, ist das zügige und vollständige Ernten wichtig. Herabgefallene sowie geschädigte Früchte müssen aus dem Garten entfernt werden und dürfen nicht einfach auf den Kompost gelangen bevor die Fliegenlarven abgetötet sind. Dies kann durch Überbrühen der Früchte mit kochendem Wasser sein, durch Ertränken in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel oder in geschlossenen Behältern mehrere Tage in der Sonne stehend.

Bei der Nahaufnahmen der Brombeere kann man die Atemanhänge an den Eisrn der Kirschliege erkennen.

 

Und in Zukunft?

Das Auftreten der Kirschessigfliege ist vornehmlich abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit im Sommer. Je nach Wetter wird es in den Jahren mehr oder weniger Schäden geben. Verschiedene Institute forschen an der Kirschessigfliege. So auch an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Urlaub zuhause – Genieße die Hängematte

Die Urlaubszeit ist da, aber Weit-Wegfahren findet in diesem Jahr bei vielen nicht statt. „Der Garten kann so schön für eine Auszeit sein“ wissen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie. Mit ein paar Dekorationselementen lässt sich eine persönliche Oase schaffen.

 

Für viele Gartenbesitzer ist der Garten nicht nur mit Arbeit verbunden, sondern ein Ort um Kraft zu tanken und zu erholen, den Alltag für eine Zeit zu vergessen. Somit besonders in diesem Jahr auch die Möglichkeit seinen Urlaub zu verbringen.


 

Erholung und Entspannung

Die Gartenbank hier lässt sich Rast machen und Geniesen

Warum immer in die Ferne schweifen? Der eigene Garten oder Balkon bietet so viel: er ist leicht zu erreichen und mit dem ausgestattet, was man für die Erholung braucht: eine Sitzecke, eine Liege oder eine Hängematte, umgeben vom blühenden Grün. Jeder hat eigene Bedürfnisse und kann diese in seinem Garten aus- und erleben. Rosenumrankte romantische Ecken, blühende Naturgärten, üppige Gemüse- und Obstgärten, Wasserstellen oder Teiche und bepflanzte Gefäße bieten nicht nur uns Wohlgenuss, sondern sind auch Lebensraum für viele Insekten und andere Tiere. Nutzen Sie die freie Zeit, um zu beobachten und die Vielfalt im Garten zu genießen.


 

Auch ein mit bepflanzten Gefäßen geschmückter Hinterhof kan Ort der Entspannung und Erholung sein

Eine Tasse Kaffee und ein gutes Buch, Grillen mit Freunden oder der Familie können individuelle und manchmal überraschend neue Möglichkeiten der Erholung sein, die leicht im Garten durchführbar sind. Manch einer entspannt auch bei der Gartenarbeit. Ein Garten lässt sich mit allen Sinnen erleben: sehen, fühlen, schmecken, riechen und hören. Machen Sie sich auf Entdeckungsreise und nehmen Sie auch andere mit, z.B. Kinder. Der Garten lässt sich so ganz neu erleben und wird zu einem persönlichen Schatz und einer Kraftquelle.

Kleine Pausen genießen bei einer Tasse Tee und selbstgemachten Scones und Fruchtaufstrichen aus dem Obstgareten

Der Mensch in der Hängematte: dies ist Sinnbild für Entspannung und Loslassen vom Alltag. Der Hängematte wurde sogar ein eigener Feiertag gewidmet. Passend im Sommer ist es der 22. Juli. In einer Hängematte im Garten lässt sich der Sommer wunderbar genießen. Garteninitiativen, Kreisfachberater und die Bayerische Gartenakademie haben diesen Tag gewählt und in verschiedenen Regionen Gartenbotschafter in der Hängematte interviewt. Sie nehmen uns mit in ihren Garten.

Was bietet doch alles ein Garten Obst und Gemüse aber auch Erholung.Zeit für die Hängematte


 

Ideen aus anderen Gärten

Der berühmte „Blick über den Gartenzaun“ gibt Einblicke in andere Gartenschätze. Dort finden Sie oft sehr kreative Szenen, die zu Veränderungen im eigenen Garten anregen. Mit Stift und Papier oder dem Foto können Sie die Ideen aufnehmen. Umgestaltungen mit Pflanzen lassen sich dann schon im Herbst durchführen.


 

Nutzen Sie die Gelegenheit und beocbachten Sie was in ihrem Garten so lebt.Die entschleunigt die Gedanken

Die Gartenkultur ist sehr vielfältig. Allein schon private Gärten sind sehr unterschiedlich; sei es größenbedingt oder aufgrund der Nutzung. Besuchen Sie Gärten in Ihrer Umgebung und entdecken Sie die Vielfalt des Grüns, das unweit vom Zuhause liegt. Dies können öffentliche Parks oder Schlossgärten sein, aber auch Gärten von Privatpersonen, die diese öffnen, um an ihrem Kleinod teilhaben zu lassen. 


 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Sommerflieder – Hotspot für Schmetterlinge

Schmetterlinge zählen neben den Bienen zu den beliebtesten Insekten. Besonders der Sommerflieder lockt die bunten „Sommerflieger“ an. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen den beliebten Sommerblüher vor, der in alle Gärten passt.

Schmetterlinge lassen sich wunderbar beobachten, wenn sie sich bei sonniger und windstiller Witterung am Blütenstrauch niederlassen und mit ihren langen Rüsseln den Nektar aufsaugen. Deshalb trägt er oft den Namen „Schmetterlingsstrauch“ oder „Schmetterlingsflieder“.

 

Verschiedene Schmetterilinge besuchen den Sommerflieder hier der Distelfalter.


Sommerflieder – attraktiv und pflegeleicht

Der anspruchslose Sommerflieder (Buddleja davidii) gedeiht in jedem durchlässigen Gartenboden. Staunässe würde die fleischigen Wurzeln schädigen. Die Hitze und Trockenheit der letzten Sommer verträgt die Pflanze gut. Manchmal kommt sie sogar verwildert auf Schuttflächen und Dämmen vor und samt sich im Garten aus. 

Der Sommerflieder gehört zu den sogenannten Halbsträuchern, denn er ist meist nicht ausreichend winterhart. Die langen Blütenrispen erscheinen am diesjährigen Holz. Deshalb kürzt man jedes Jahr im späten Frühjahr (Mitte/Ende April) die kräftigen vorjährigen Triebe des Sommerflieders bis auf zehn Zentimeter ein. Überalterte, kranke oder erfrorene Zweige entfernt man ganz, ebenso dünne und nach innen wachsende.

Verschiedene Schmetterlinge besuchen den Sommerflieder, hier der Distelfalter Sommeflieder

Im Juli und August sitzen die kleinen Blütchen dicht an dicht in großen endständigen Rispen. Sie sind besonders attraktiv für Schmetterlinge und Falter, die mit ihrem langen Saugrüssel nach Nahrung suchen. Aber auch andere Insekten wie Schwebfliegen lassen sich auf dem Sommerflieder nieder. Gelegentlich findet man auch Honigbienen. Jedoch ist das Pollen- und Nektarangebot nur mäßig. Wer gerne „Sommerflieger“ im Garten beobachtet, pflanzt den Sommerflieder als Solitärpflanze oder zu weniger hohen Stauden. Steht die Pflanze in der Nähe des Sitzplatzes kann man sogar den leichten Duft riechen.

Buddleja aiternifolia mit hängende Blütentrieben

Das gängige Farbspektrum der Blüten reicht von Weiß über Pink bis hin zu dunklem Lila. Sogar mehrfarbige Blüten sind möglich. Da die Wuchshöhe je nach Sorte bis über drei Meter hoch sein kann, setzt der Sommerflieder einen farbigen Akzent im sommerlichen Garten. Selbst kleinbleibende Sorten für Gefäße (große Töpfe) werden inzwischen angeboten, so dass auch der Balkongärtner Schmetterlinge beobachten kann.

Auch andere Gartenpflanzen bieten den Schmetterlingen Nahrung.

Daneben gibt es weitere Sommerflieder-Arten wie Buddleja alternifolia in lila Blütentönen und den gelb- orange blühenden Buddleja x weyeriana. Auch sie locken Schmetterlinge und andere Insekten an.

Ab dem Spätsommer finden die Schmetteringen, hier das Tagpflaumauge,auch Nahrung bei den Blüten von Fette Henne.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Ein Feiertag für das Obst

Kennen Sie den „Internationalen Tag der Früchte“ oder den „Tag des Obstes“ am 1. Juli? „Ein passendes Datum, denn der Garten bietet nun eine Palette an bunten essbaren Früchten“, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Ein vielgestaltiger Garten, in dem auch Obstgehölze integriert sind, ist wahrer Luxus. Er schenkt frische Früchte und damit Wohlgenuss und Gesundheit. Obst gehört zu einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung dazu.

Erdbeeren gehören zu den beliebtesten Obstsorten.Nur noch späte Sorten liefern jetzt frische Früchte

Obst für viele

Initiatoren und Ideengeber waren ehemalige Studierende einer Berliner Hochschule, die 2007 den ersten ‘International Fruit Day‘ im Berliner Mauerpark feierten. Ansatz war der Gedanke an gemeinsames Essen, vorzugsweise von Obst. Alljährlich wird nun eine Frucht des Jahres gewählt und ein passendes Motto herausgegeben.

Erdbeerpflanzen gedeiehen auch im Blumenkasten

Der „Früchte-Feiertag“ kann auch für uns Gelegenheit sein, sich mit der Familie oder ein paar Freunden zu einem Obstpicknick zu treffen. Oder ein „Walking Tasting“? Ein bisschen durch den Garten schlendern, ins Gespräch kommen und mal hier und da Früchte naschen. Diese bietet uns der Obstgarten nun reichhaltig.

Beerensträucher und andere Obstgehölze gehören in einen Naturgarten. Die Blüten, die manchmal schon bald im Jahr erscheinen dienen den Bienen und anderen Insekten als wichtige Nahrungsquelle. Über viele Wochen liefern die verschiedenen Arten Pollen und Nektar. Gleichzeitig werden die Blüten bestäubt und schenken uns wohlschmeckende Früchte.

Üppige Ernte bei den Stachelbeeren bereit zum Naschen

Sommerliche Obsternte im Garten

Der eigene Garten bietet jetzt reifes Obst in Hülle und Fülle: heißbegehrte rote Erdbeeren und köstliche Himbeeren, blaue Heidelbeeren, säuerliche Johannisbeeren in rot, weiß, rosa und schwarz sowie Stachelbeeren mit grünen oder roten kugeligen Früchten. Frühe Süßkirschen sind schon abgeerntet, späte folgen noch, ebenso Sauerkirschen. Auch beim Wildobst wird man fündig: die kugeligen dunkelroten Früchte der Felsenbirne ähneln den Heidelbeeren, auch geschmacklich. Hat man einen Maulbeerbaum im Garten, so zeigen sich auch hier schon die ersten reifen Früchte. Später folgen Brombeeren, Aprikosen und Pfirsiche.

Eine Frucht voll Power die Himbeere

Eine gefüllte Ernte-Schale zeigt uns die Vielfalt des Obstes, auch in der Verwendung. Ganz vorne steht natürlich der Frischverzehr: z.B. Beeren fürs morgentliche Müsli, der Snack in der Brotzeitbox oder den Obstsalat. Beliebt sind Kuchen mit Früchten. Kann die empfindliche Ernte nicht sofort verzehrt werden, gibt es verschiedene Konservierungsmöglichkeiten wie Tiefgefrieren oder Verarbeiten zu Fruchtaufstrichen. Dann lässt sich auch später im Jahr der Sommer mit Sonnenfrüchten ein weiteres Mal genießen.

bunte gefüllte Ernteschale mit roten rosa und Joharennnisbeeren, grünen und roten Stachelbeeren

Frische Beeren für die meisten

Beerenobst benötigt wenig Platz und eignet sich daher auch für kleine Gärten. Selbst auf dem Balkon oder der Terrasse kann es in einem großen Gefäß kultiviert werden. Da die Pflanzen in der Regel ausreichend winterhart sind, liefern sie über mehrere Jahre frische Früchtchen.

Beerensträucher sind pflegeleicht, da sie oft nur gelegentlichen Auslichtungsschnitt sowie ausreichend Wasser, vor allem von der Blütezeit bis zur Ernte, benötigen.

Beerenvielfalt im Sommer Lust auf frisches Obst

Die Früchte der reifen Felsenbirne reifen nicht gleichzeitig. Rs gibt immer frische Früchte über wenige Wochen hiweg.Man muss nur schneller sein als die Vögel

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Rosenpflege nach der Blüte

Die Rose als „Königin der Blumen“ schmückt fast jeden Garten. Noch stehen die Rosen in voller Blüte. Doch hohe Temperaturen und starker Regen führen zu einem schnellen Verblühen. Was jetzt zu tun ist, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die unterschiedlichen Wuchsformen sowie die verschiedenen Blütenfarben lassen fast keinen Wunsch offen. Ungefüllte und halb gefüllte Sorten liefern Pollen und Nektar und werden deshalb von Insekten gerne besucht.

Rosen gibt es in verschiedenen Blütenfarben und Wuchsformen.

 

Sanfter Rückschnitt

Einmalblühende Rosen blühen früher und anhaltender. Auch wenn der Name schon sagt, dass die Pflanzen keine weitere üppige Blüte hervorbringen werden, kann es sein, dass bei starker Blüteninduktion vereinzelte Nachblüher erscheinen. Ansonsten freut man sich über eine reiche Hagebuttenpracht.

Bienen lieben ungefüllte Rosen

 

Bei mehrmals blühenden Rosen lohnt sich der Griff zu Schere. Schneiden Sie nicht sehr tief, nur bis zum nächsten voll ausgebildetem Blatt. Dann erscheinen die Nachblüten schneller. Manchmal haben sich, besonders an alten und historischen Rosensorten, schon kleine Seitentriebe gebildet. Damit ist der Schnitt vorgegeben. An den jungen Trieben sind bereits neue Blütenknospen angelegt. Es wäre schade, wenn man diese entfernt.

Bei der üppig blühenden Rose Herzogin Friederike sid schon einige Blüten verblüht,jetzt wird gehandelt um die nächste Blüte zu fördern.


Leider ist manche Rose nicht mehr ganz makellos. Gelegentlich findet man erste Schadsymptome. Sei es Echter Mehltau oder Rosenrost, hier empfiehlt es sich betroffene Pflanzenteile großzügig zurück zu schneiden, um mehr Luft und Licht in die Pflanze zu bringen sowie die Krankheiterreger zu entfernen. Welke Triebe werden durch Rosentriebbohrer verursacht, die sich in die Triebe einbohren und schließlich zum Welken und Absterben führen. Auch hier sollten Sie großzügig zurück schneiden.

Rosen können schön sein für Mensch und Tier

 

Wasser und Nährstoffe

Hohe Temperaturen und auch Regen lassen die Blüten schnell unschön aussehen.Am besten jetzt ausputzen und zurück schneiden.

 

 

Stehen Rosen schon mehrere Jahre auf ihrem Platz, haben sie ein weit- und tiefreichendes Wurzelwerk gebildet. Das erleichtert das Bewässern. Gießen Sie in Trockenphasen lieber weniger oft, also nur alle ein bis zwei Wochen, und dafür aber durchdringend. Zu starke Trockenheit würde die neue Trieb- und Blütenbildung hemmen. Gießen Sie im Wurzelbereich auf den Boden und nicht über die Blätter. Dies beugt Pilzkrankheiten vor.

Nach dem Verblühen fallen die Blütenblätter ab.Für eine weitere Blüte wird ein Stück zurück geschnitten.
 

Meist reicht eine einmalige Düngung der Rosen im Frühjahr, besonders dann, wenn es sich um einen Langzeitdünger wie Kompost oder andere organische Dünger handelt. Verfärben sich die Blätter während oder nach der Blüte hell und man hat das Gefühl, dass die Pflanze Hunger leidet und nicht mehr wüchsig austreibt, kann jetzt noch nachgedüngt werden. Flüssigdünger oder in Gießwasser aufgelöste mineralische Dünger wirken schnell. Bei später Düngung (nach Mitte Juli) reifen die Triebe bis zum Spätherbst und Winter nicht mehr richtig aus und sind frostempfindlich.

Mit der Schere werden die verblühten Triebe bis zum nächtsten vollständigen Blatt entfernt.Dies fördert eine neue Blüte für den Spätsommer.

Sommerschnitt an einer Kletterrose

Durch die Schnittmaßnahmen im Sommer werden auch gleichzeitig erkrankte Pflanzenteile entfernt, hier Echter Mehltau.

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Orange ist die Farbe des Sommers - Kalifornischer Mohn

Jetzt knallt die Farbe Orange in manchen Gärten, aber auch in Bereichen des öffentlichen Grün, auf Straßeninseln. Auffällig blüht der Goldmohn dort, wo es sehr warm und eher trocken ist. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Pflanze vor.

Die meiste Zeit eher unscheinbar, öffnen sich die farbigen Blüten bei Sonnenschein, bringen strahlende Farbkleckse in den Garten und sind wahre Hingucker.

Golgelbe Blüten des Goldmohn leuchten weihin 


Eine Pflanze mit vielen Namen

„Goldmohn“ ist ein üblicher und ausdrucksstarker Name für die Pflanze, die leuchtende Blüten hervorbringt. Diese stehen mit vier Kelchblättern einzeln auf kahlen Blütenstängeln, deren Länge etwa 20 bis 30 Zentimeter beträgt. Der Name „Kalifornischer Mohn“ beschreibt die Herkunft, wo der Mohn ganze Felder überzieht, denn die Heimat sind der süd-westliche Teil der USA sowie Mexiko. Ein dritter Name, der ebenfalls direkt etwas über die Blütenpflanze aussagt ist „Schlafmützchen“. Im Jungstadium der Blüte werden die goldgelben oder knallorangefarbenen Kronblätter von grünen Kelchblättern umschlossen. Durch die lange kegelige Form sieht die Blütenknospe aus wie eine kleine Schlafmütze. Vergessen wir nicht den botanischen Namen. Dieser lautet Eschscholzia californica, richtig mit zwei „sch“.

Die Blütenknospen des Kalifornischen Mohns sehen aus wie kleine Schlafmützen


Überlebenskünstler bei Trockenheit

Der Goldmohn ist eine pflegeleichte Pflanze. Wo sie sich wohlfühlt, vermehrt sie sich durch Selbstaussaat. Besonders gefällt es ihr auf trockeneren Standorten und findet deshalb Platz in Steingärten, auf sandigen Böden und trockenheitsverträglichen Blumenmischungen. Die Blütezeit liegt in den Sommermonaten Juni bis August. Nicht nur das menschliche Auge wird angezogen, die Blüten sind wahre Magnete für Bienen und auch andere Insekten.

Nach der Blüte entwickeln sich Samen. Die Pflanzen wachsen meist einjährig, das heißt sie keimen, wachsen und blühen in einem Jahr. Manche Samen keimen noch im Spätsommer und überwintern als junge Pflanzen in milden Gebieten. Im nächsten Jahr blühen sie dann schon früher.

Der Kalifornische Mohn ist ein wahrer Sonnenanbeter. Er öffnet seine Blüten nur bei Sonnenschein. Bei bedecktem Himmel, in späten Abendstunden und am frühen Morgen sowie nachts sind die Blüten senkrecht nach oben zusammengeklappt.

Goldmohn lässt sich gut als leuchtende Umrandung für Gemüsebeete einsetzen 


 

Und übrigens….

Die Blüten des Kalifotnischen Mohns sind ware Insektenmahnete


Der Goldmohn gehört zur Familie der Mohngewächse, bildet aber keine typischen Mohnkapseln wie Klatschmohn. Alle Pflanzenteile sind giftig. Somit konnte Eschscholzia californica auch zur Giftpflanze des Jahres 2016 gewählt werden. Als Schnittblume eignet sich der Kalifornische Mohn nicht, denn schon bald nach dem Schneiden fallen die Blütenblätter ab. Die Hauptfarbe der flachen Blüten ist goldgelb bis goldorange, meist mit einem dunkleren Farbfleck am Blütenboden. Jedoch gibt es auch Sorten mit weiß-cremefarbenem bis hin zu rötlichem Touch. Manchmal sind auch Mischungen und halbgefüllte Sorten erhältlich. Die Blätter stark gefiederten Laubblätter sind grau-grün oder blau-grün und stehen im Kontrast zu den leuchtenden Blüten.

Goldmohn in einer Blühmischung mit lila und weißen Blüten

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Läuse kommen

Die Läuse kommen

Schon vor der Frostnacht zum 12. Mai gab es erste Blattläuse an verschiedenen Kulturen, wohl aufgrund der anhaltend milden und vor allem trockenen Witterung in den Wochen vorher. Der Frost konnte den Tieren nichts anhaben.

ganz einfach Läuse mit Fingern zerdrücken

Dennoch haben sich die Läusekolonien seitdem nur langsam weiter entwickelt. Wenn es jetzt wärmer und trockener wird, müssenwir dann auf alle Fälle mit starkem Befall rechnen.

schwarze Läuse an Puffbohnen mit Fingern zerdrücken

Bei Dicker Bohne, die in jedem Jahr zuverlässig befallen wird, haben sich einige Triebspitzen bereits schwarz besiedelt. Weil der Befall einem aufmerksamen Gärtner keine Überraschung sein darf, lassen sich die Läuse dieser wenigen Triebspitzen – es fängt immer nur mit wenigen Triebspitzen an – einfach mit sanftem Fingerdruck zerreiben. Am nächsten Tag nochmals nachgearbeitet, und in der Folgezeit ab und an kontrolliert: So stellt sich die Frage nach einem geeigneten Spritzmittel gar nicht. Die kleinen Fingerbewegungen sind schneller gemacht als ein Gang in den Keller zum Spitzgerät, dem Zubereiten der Spritzbrühe und dem anschließenden Reinigen des Gerätes. Das gilt erst recht für aufwändige Zubereitungen aus Brennnesseln oder ähnlichem – es ist gar nicht nötig.

simpel und effektiv Zerdrücken der Läuse

Sehr gut zugänglich sind auch die ersten Läusefamilien unter den imposanten Knospen der Artischocken – das sind übrigens auch Bohnenläuse.

meschanische Lausentfernung Abstreifenmit den Fingern


Im Vorjahr trafen wir nach den Ferien auf einen bereits weiter fortgeschrittenen Befall an Dicker Bohne. Ihn stoppten wir durch einen feinen Wasserstrahl aus dem Schlauch: Wasser nur wenig aufdrehen, Öffnung des Schlauches mit dem Daumen abdecken und nur einen feinen Strahl austreten lassen. Damit eine Triebspitze nach der anderen gezielt abspritzen. Notfalls am nächsten Tag mit den Fingern nacharbeiten.

Läuse meschanisch reduziert Die restlichen kommen morgen dran

Bohnenläuse befallen auch die Artischocke Diese lassen sich noch lecht entfernen


 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Wenig bekannter Nützling – die Schwebfliegenlarve

Schon mehrfach erkundigten sich beunruhigte Freizeitgärtner bei den Fachleuten der Bayerischen Gartenakademie, ob die gefundenen raupenähnlichen Tierchen Schaden an den Pflanzen anrichten. Dann stellte sich heraus, dass es sich dabei um die Larve der Schwebfliege handelt, einen wichtigen, aber meist unbekannten Nützling. 

Viele Nützlinge finden sich direkt bei ihrer schädigenden Beute ein. Oft wird deshalb der Nutzorganismus mit dem Schaden in Verbindung gebracht. Dem nützlichen Tier droht die Vernichtung, da es nicht als solches erkannt wird.

Schwebfliegenlarven varieren stark,hier ein dunkles Exemplar

Die hungrige Larve

Bei der Schwebfliege ist die Larve räuberisch tätig, denn während ihrer kurzen Larvenzeit frisst sie mehrere hundert Blattläuse. Sie ist unscheinbar hellgrün, beige bis durchsichtig und ähnelt einer kleinen Nacktschnecke. Obwohl die Schwebfliegenlarve blind ist und keine Füße besitzt, kann sie ganze Pflanzen nach Blattläusen, Blutläusen, Räupchen, kleinen Käferlarven und Spinnmilben absuchen. Dabei kreist sie mit dem Vorderteil ihres Körpers durch die Luft, um so die Beutetiere zu ertasten. Ist ein Opfer gefunden, wird es mit dem Mundhaken gepackt, hochgehoben und ausgesaugt.

dunkle Schwebfliegenpuppe auf Rosmarin

Nach etwa acht bis 15 Tagen Entwicklungszeit verpuppen sich die Larven. Tropfenförmige Puppen kleben häufig an Blattunterseiten. Sieben bis 14 Tage später schlüpfen schließlich junge Schwebfliegen, von denen die Weibchen bald wieder neue Eier ablegen. Jedes Jahr entstehen bis zu fünf Schwebfliegen-Generationen.

Larven und auch Puppen findet man nicht nur auf Apfel- oder Zwetschgenbäumen, sondern auch manchmal im Salat, an Kohl oder an Bohnen. Überall dort wo Blattlauskolonien anzutreffen sind, entdeckt man meist auch die Nützlinge.

tropfenförmige Puppe der Schwebfliege

Der erwachsene Flugkünstler

Bekannter ist das erwachsene Tier: schwarz-gelb gestreifte Fluginsekten, mit wespenähnlicher Zeichnung schwirren im Sommer um verschiedene Blüten. Auffallend ist der Flugstil, der sich deutlich von Wespen unterscheidet. Durch den schnellen Flügelschlag scheint es, als ob die Tiere an einer Stelle schweben, um im nächsten Moment den Standort zu wechseln. Das Fehlen der Wespentaille, des zweiten Flügelpaares und die kurzen Fühler sind weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen Schwebfliegen und Wespen. Die Nahrung erwachsener Schwebfliegen besteht aus Pollen und Nektar. Deshalb spielen sie bei der Blütenbestäubung eine wichtige Rolle. Im Sommer sind sie häufig auf Dolden- und Korbblütlern sowie auf Hahnenfuß- und Rosengewächsen zu finden. Die Weibchen legen mehrere Hundert Eier am liebsten inmitten von jungen Läusekolonien.

Schwebfliege im typischen Schwirrflug

Schwebfliegen im Garten fördern

Verzichten Sie auf Bekämpfungsmaßnahmen gegen Blattläuse, denn jeglicher chemischer Pflanzenschutz stört nicht nur die empfindlichen Schwebfliegenlarven und zerstört deren Nahrungsangebot, sondern das ganze natürliche Gleichgewicht. Mechanische Maßnahmen wie z. B. das Abstreifen der Schädlinge mit dem Finger oder Rückschnitt stark befallener Pflanzenteile sind meist ausreichend.

Doldenblüten sind beliebt Schwebfliege auf Petersillenblüte

Für die Fliege selbst integrieren Sie Lieblingspflanzen: Korbblütler und Doldenblütler. Auch weitere nützliche Insekten, die ähnliche Nahrung brauchen, werden sich einfinden, um das Gleichgewicht von Schädling zu Nützling zu erhalten.

Schwebfliege an Goldmohn


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Erste Marienkäfer im Garten

Schöne Sonnentage im Mai, und bereits im April, bringen auch Nachteile mit sich. Mit den warmen Tagen vermehren sich Blattläuse oft erschreckend schnell. Doch aufmerksame Beobachter finden auch Marienkäfer. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären warum sich die Käfer besonders bei Blattläusen aufhalten.

Marienkäfer sind nicht nur ein Symbol für Glück, sie erfreuen auch den Freizeitgärtner, denn sie sorgen dafür, dass sich Schädlinge, besonders Blattläuse, nicht maßlos ausbreiten und vermehren können.

 

Mest liegt der Marienkäfer seine typische gelg-0range farbenen Eierpakete auf die Blattunterseite


 

Marienkäfer – Freunde der Freitzeitgärtner

Die meisten Marienkäfer und deren Larven sind räuberische Fleischfresser. Außer Blattläusen vertilgen manche Marienkäfer-Arten auch Schildläuse, Spinnmilben, Fransenflügler und andere weichhäutige Schädlingslarven. Es gibt sogar Arten, die sich von den Sporen von Mehltaupilzen ernähren wie der gelbe schwarzgepunktete Zweiundzwanzig-Punkt-Marienkäfer. 

Marienkäfer und ihre Larven sind sehr nützlich und sollten deshalb im Garten gefördert werden. Sie reagieren empfindlich auf Pflanzenbehandlungsmittel. Daher ist ein sorgsamer und sparsamer Umgang mit diesen Mitteln wichtig. Besser ist der Verzicht, um ein Gleichgewicht im Garten zu erreichen. An heimischen Pflanzen und Kräutern finden die Marienkäfer bereits im April die erste Nahrung nach dem Winter. Unter günstigen Bedingungen und geeigneten Überwinterungsplätzen in Form von Stein- und Laubhaufen, nicht abgeschnittenen Stauden, Trockenmauern und anderen werden die Käfer im Garten sesshaft. Oft überwintern die Tiere auch in größeren Gruppen. Im Herbst suchen sie manchmal Schutz in Garten- oder Wohnhäusern.

Der Siebenpunkt-Marienkäfer hält sich gerne zwischen seine Beute den Blattläusen auf. Hier legt er gleich seine Eier ab.

Marienkäfer – Feinde der Blattläuse

Blattläuse saugen den Pflanzensaft, den sie zur Nahrung brauchen, aus den Blättern und zarten jungen Trieben. Folglich kann es zu Verkrüppelungen von Blättern und Triebspitzen kommen. „Abfallprodukt“ der Saugtätigkeit ist der sogenannte Honigtau. Dann kommt es oft zur Ansiedlung von Schwärzepilzen, die die Assimilationsleistung der Pflanze beinträchtigen. Blattläuse können zudem pflanzenschädigende Viren übertragen, wodurch Blattverfärbungen, Verkrüppelungen und Kümmerwuchs möglich sind. Bei warmer und trockener Witterung vermehren sich die Schädlinge sehr schnell.

Der bekannteste Blattlausfeind ist sicherlich der Siebenpunkt-Marienkäfer. Er ist auch bei den Kindern ein großer Freund. Durch seine roten Flügeldecken mit den schwarzen Punkten sieht man ihn auch recht gut. Besonders gerne hält er sich in der Nähe von Blattlauskolonien auf. Hier legt er seine orangefarbenen Eier in dichten Paketen auf der Blattunterseite ab. Bald schlüpfen die grau-schwarzen kleinen Larven. Diese verfärben sich bei jeder Häutung. Schließlich verpuppen sich die Larven, die nun eine Größe von etwa einem Zentimeter erreicht haben. Nach etwa zwei Wochen haben sich neue Käfer entwickelt. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer frisst etwa 40 bis 50 Blattläuse pro Tag, die Larve während ihrer Entwicklung etwa 600.

Die grauschwarzen Larven des Sibenpunkt-Marienkäfers fressen inmitten von Blattäoskolonien.


Als noch gefräßiger gilt der Asiatische Marienkäfer. Seine Färbung der Deckelflügel und der Punktezahl variiert stark von dunkelrot bis orangegelb. Erkennbar ist er am Halsschild mit schwarzer Kopfzeichnung in Form eines „M“ oder „W“. Die schwarz-orange farbenen Larven sehen durch ihre „Dornen“ bedrohlich aus.Oft treten die Käfer früher im Jahr auf als der heimische Blattlausräuber und fressen noch länger in den Herbst hinein. Dann laben sie sich auch an süßen Früchten.


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie