Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Frühjahrskur für Stauden und Gräser

Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten. Überall schieben sich Stauden und Gräser durch den Gartenboden. „Zeit zur Verjüngung der Pflanzen“, raten die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie.

Werden die Horste von Stauden und Gräsern immer breiter, verdrängen sie andere. Viele Stauden wachsen schwächer und bilden kaum noch Blüten und in die Jahre gekommene Gräser verkahlen von innen.

Astern sind beliebte Herbstblüher.Gelegentlich tut ihenen eine Teilung gut.

 

Gründe für das Verjüngen von Pflanzen

Lässt man die Pflanzen einfach wachsen, werden sie nicht nur größer und breiter. Sie werden krankheitsanfälliger, schwächer und blühfauler, wenn sie sich gegenseitig bedrängen und nicht mehr genug Platz haben. Oft bilden sich Kahlstellen im Inneren. Stauden sind mehrjährige Pflanzen, die nicht verholzen und jährlich aufs Neue aus den Überwinterungsorganen austreiben. Es hat sich bewährt verschiedene Stauden und Gräser alle paar Jahre zu teilen, wenn der Boden im Frühjahr etwas abgetrocknet ist.

Bergenien sind vor allem auch Blattschmuckpflanzen.

 

So teilt man die Pflanzen

Die Teilung erfolgt am besten mit einem Spaten. Hierfür sticht man um die Stauden herum, nimmt die Horste aus dem Gartenboden und schüttelt vorsichtig lockere Erde ab. Mit einem scharfen Messer oder dem Spaten wird der Wurzelstock in mehrere Teile durchtrennt. Die Teilstücke sollten mindestens die Größe einer Faust aufweisen und mehrere gesunde Triebe oder Knospen besitzen. Überlange und beschädigte Wurzeln werden auf 15 bis 20 Zentimeter eingekürzt. Die Pflanzenstücke lassen sich dann in gut gelockerte und mit Kompost oder Pflanzerde verbesserte Gartenerde pflanzen. Nutzen Sie gleich die Gelegenheit, den Garten etwas umzugestalten. Überzählige Teilstücke können an Nachbarn und Freunde weiter gegeben werden.

abgeschnittenen Gräser im Frühjahr

Bei diesen Pflanzen ist eine Frühjahrskur ratsam

Das japangras breitet sich im Garten aus. Im Frühjahr lässt es sioch gut teilen.

 

Astern, Mädchenauge, Rittersporn, Margeriten, Chinaschilf und andere sind Beispiele für Pflanzen, die sich mit den Jahren immer weiter ausbreiten und andere verdrängen. Häufig verkahlen die Horste außerdem auch noch von innen, besonders bei den Gräsern. Alle paar Jahre sollten Sie diese dann beherzt teilen.

Auch bei Stauden, deren Erneuerungsknospen jährlich weiter aus dem Boden herauswandern, hat sich das Teilen bzw. tiefere Neupflanzen bewährt. Beispiele sind Herbstanemonen, Astilben, Silberkerzen und Purpurglöckchen.

Manche Pflanzen haben dickfleischige Wurzelstöcken wie die Bergenie. Die Rhizome, das sind unterirdische bewurzelte Sprossteile, werden entnommen und von anhaftender Erde befreit. Von den Seitentrieben schneidet man mit einem scharfen Messer etwa zehn Zentimeter lange Teilstücke ab, die mindestens eine Triebknospe besitzen. Nach kurzem Antrocknen erhalten die Teilstücke einen neuen Platz in der gleichen Tiefe wie die Pflanze vorher war.

Doch Achtung! Während für die meisten Stauden und Gräser die Zeit des Teilens im Frühjahr liegt, wartet man bei Gemswurz, Gedenkemein, Kaukasusvergissmeinnicht und anderen Frühlingsblühern bis nach der Blüte.

Purpurklöcjchen oder Heuchera gibt es in einer großen Vielfalt. Mit den Jahren wachsen sie jedoch immer weiter aus der Erde heraus. Im Frühjahr kann gahandelt werden.

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

An die Kräuter – fertig, los!

Milde Temperaturen und Sonnenstrahlen lassen uns aufleben und den Winterblues vergessen. „Zum Frühling gehören frische Kräuter dazu“, schwärmen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie.

Frische Kräuter peppen unsere Speisen auf und liefern Vitamine und Mineralstoffe. Erste Pflanzen spitzen im Garten aus der Erde, andere bietet der Handel im Topf an.

Beliebter Schnittlauch

Im Frühling erscheinen junge und frische 

Der Schnittlauch gehört zu den am häufigsten genutzten Kräutern. Die röhrenförmigen Laubblätter mit ihrer typischen Schärfe lassen sich natürlich am besten frisch in der Küche verwenden, sei es im Salat, über Eierspeisen oder einfach nur auf dem Butterbrot. Als Würzkraut nutzt man die bis 30 Zentimeter hohen Röhrenblätter. Je nach Sorte können diese sehr zart oder gröber sein. Zur Ernte werden die Blätter bis auf etwa drei Zentimeter geschnitten, am besten mit einem scharfen Messer oder einer Schere. Stellt man das grüne Sträußchen in ein mit etwas Wasser gefülltes Glas, halten die Halme zwei Tage frisch.

Im Garten erscheinen die ersten Röhren. Für einen größeren Bedarf eignen sich jedoch jetzt besser vorgezogene Schnittlauchtöpfe, wie sie in Gemüsegärtnereien, Gartencentern oder im Lebensmitteleinzelhandel angeboten werden. Regelmäßige Wassergaben, je nach Temperatur des Standortes, und ein heller bis sonniger Platz sorgen dafür, dass die Pflanze mehrfach beerntet werden kann. Da die Pflanze im Gewächshaus vorgetrieben ist, verträgt sie keinen Frost, falls sie auf dem Balkon steht.

Nach einiger Zeit erscheinen neben den lekeren Schnittlauchröhren auch lillafarben Blüten

Später kann der Schnittlauch in den Garten gepflanzt werden. Am liebsten hat er einen nährstoffreichen, nicht zu trockenen und kalkhaltigen Boden ohne Staunässe. Auch wenn Zwiebelgemüse-Arten eigentlich recht genügsam sind, benötigt der Schnittlauch für eine reiche und wiederholte Ernte während des Sommers immer wieder Wasser und Nährstoffe. Am besten geschieht dies mit einer stickstoffbetonten Flüssigdüngung. Die rosa bis rötlichen Schnittlauchblüten, die während des Sommers auf harten Stängeln sitzen, bieten für viele Insekten und Bienen eine willkommene Nahrung.

Petersilie in zwei Varianten mit glatten und krausen Blättern

Petersilie im Topf

Die Petersilie ist ein weiteres beliebtes frisches Küchenkraut, das sich sehr vielseitig einsetzen lässt. Durch den milden Winter haben Petersilienpflanzen im Garten überwintert und treiben nun auch erste Blätter zur Nutzung. In ein paar Wochen entstehen die typischen Doldenblüten und die zweijährige Pflanze stirbt ab.

Junge Topfpetersille kann man leichtn in mehrere Büschel teilen.

Petersilie gibt es mit glatten oder krausen Blättern. Auch sie bekommt man nun in Töpfen zu kaufen. Oftmals wurden die Pflänzchen eng gesät, so dass man sie büschelweise vereinzeln und mehrere Gefäße oder einen größeren Topf damit bestücken kann. Später ist das Auspflanzen im Garten möglich. Leider bekommt die Petersilie durch Wurzelschädigungen oft gelbe Blätter.

Mit Petersillienbüscheln lassen sich verschiedene Gefäße bepflanzen.

Doch es gibt noch mehr frisches Grün

Gibt es wieder heimische Tomaten, werden bald schon Kräutertöpfe mit Basilikum angeboten. Dieser ist sehr wärmebedürftig und verbleibt am hellen Fenster.

Im Garten sprießen verschiedene Wildkräuter, die ebenfalls die Würze in den Speiseplan bringen. Dazu gehören beispielsweise Knoblauchsrauke, Brennnessel und Giersch, deren junge Blätter in der Küche verwendet werden können. Ganz nach dem Motto: iss dein Unkraut einfach auf!

Außerdem können Sie bald erste Blätter der Wilden Rauke und der Pfefferminze nutzen. Bärlauch, Zitronenmelisse und Oregano treiben üppig junges Grün. In kälteren Regionen können Sie Vlies auflegen. So regen Sie die Kräuter zum Wachsen an.

Die Minze treibt schon kräftig erste Blätter lassen sich verwenden.

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

Bienenfreundliche Gehölze blühen schon im Frühjahr

Bei Blüten für Bienen denkt man oft an Sommerblumen an denen Bienen herumschwirren. „Gehölze, die im zeitigen Frühling blühen sind erste wichtige Nahrungsquellen“, bekräftigen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie und stellen einige vor.

Gehölze unterschiedlicher Größe und Form lassen sich in den Garten integrieren. Selbst für Gefäße gibt es Pflanzen, die Bienennahrung liefern

Wildobstgehölze gehören zu den frühen

Besonders zeitig im Jahr erscheinen die gelben, in dichten Büscheln sitzenden Blüten der Kornelkirsche (Cornus mas). Als Großstrauch oder Kleinbaum kann die langsam wachsende Pflanze als Solitär stehen. Wenn sich die Insekten im Frühjahr über Nahrung freuen, können wir die roten Früchte im Spätsommer nutzen. Dann ist es sinnvoll großfruchtige Sorten zu pflanzen wie ‘Jolico‘ und ‘Kasanlaker‘. Die Wildform eignet sich sogar für geschnittene Hecken in einem Naturgarten.

Kornelkirschen gehören zu den frühest blühenden Gehölzen und bieten Nahrung für Insekten

 

Schon bald danach leuchten die orange bis roten Blüten der Japanischen Zier- oder Scheinquitte (Chaenomeles japonica) an den noch laublosen dornigen Zweigen. Dieses Kleingehölz mit maximal eineinhalb Metern Höhe lässt sich problemlos auch niedriger halten und kann auch gut als Abgrenzung zur Straße verwendet werden, um z.B. Hunde vom Grundstück fernzuhalten. Die ab September reifenden gelben, säuerlichen Früchte können ähnlich wie Quitten verwendet werden.

Im April schließlich ist die ebenfalls langsam wachsende Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) mit weißen Blütensternchen übersät. Daraus entwickeln sich im Juni erbsengroße schwarzblaue Früchte, die man am besten nascht, bevor die Vögel die komplette Pflanze abernten. Die Felsenbirne wächst als mehrtriebiger Großstrauch oder Kleinbaum. Auffallend ist die orange bis feurig rote Herbstfärbung.

Wildobst bietet Nahrung die orangenfarbenen Blüten sind richtige Farbkleckse im Garten

 

Obstblüten bieten Nahrung

 

Die Blüten der verschiedenen Obstgehölze liefern wichtige Nahrung für Bienen und andere Insekten. Beginnend mit den Prunus-Arten wie Mandel, Pfirsich und Aprikose, folgen Sauer- und Süßkirsche, Mirabelle und Zwetschge. Später erscheinen die Blüten von Apfel und Birne.


Nicht zu vergessen das vielfältige Beerenobst, das ebenfalls früh blüht, jedoch oft eine unscheinbare Blüte zeigt. Dazu gehören Stachel- und Johannisbeere. Wie eine Blütenwolke wirkt ein blühender Heidelbeerstrauch. Die kleinen glockenförmigen weißlichen Blüten sitzen dicht an dicht an den Zweigen und werden gerne von Bienen besucht. Als „Drei-Jahreszeiten-Strauch“ bietet die Kulturheidebeere neben den blauen Früchten eine feuerrote Herbstfärbung. Beerenobst eignet sich besonders gut auch für Gefäße und lässt sich deshalb auch auf größeren Balkonen oder Terrassen gut verwenden.

Unscheinbar sind die Blüten der Stachelbeere. Doch auch sie sind wichtige Nahrunsquellen für Insekten die wir ail Betäuber brauchen

Weitere wertvolle Frühlingsblüher

Einfach blühende Zierkirschen sowie die Zierformen des Apfels bieten wie die Kultursorten Pollen und Nektar. Oft sind die Zierformen etwas kleiner und deshalb auch in kleinen Gärten gut zu integrieren.

China-Judasbaum, Weidenblättrige Birne, Mahonie, verschiedene Schneeball-Arten und der ungefüllte Ranunkelstrauch stehen beispielhaft für viele andere Gehölze, die von Insekten besucht werden und bereits während der Zeit der Obstblüte blühen.

Weitere Informationen

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren. Ohne ihre Bestäubungstätigkeit würden wir kaum Obst ernten können. Ein Naturgarten bietet blühende Pflanzen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst. Neben Gehölzen sind auch Stauden, Zwiebelblumen und Einjahresblumen wertvolle Futterpflanzen.

Apfelblüten sind im Frühjahr ein Traum zartrosa Blütenwolken

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

 

Anzucht von Paprika und Co.

Am Ende des Winters merken wir die zunehmende Kraft der Sonne. Zeit, um junge Pflänzchen keimen zu sehen. Wie die Anzucht von Paprika und anderen Gemüsearten gelingt, verraten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Im Januar waren noch vorbereitende Arbeiten angesagt, doch im Februar beginnt das „eigentliche“ Gartenjahr. Eifrige Freizeitgärtner säen Gemüse selbst aus. Zu den ersten Aussaaten gehört Paprika.

Der richtige Aussaattermin auf der Fensterbank

Für Aussaaten im Januar ist es zu früh, da während kurzer Tage und bei trübem Himmel auflaufende Saaten wegen Lichtmangel nur lange und dünne Triebe bilden. Selbst am hellsten Fenster bekommen die Pflänzchen im Vergleich zum Freien auf der Fensterbank nur die Hälfte Licht. Die ungünstige Lage verschärft sich, wenn unter dem Fensterbrett eine warme Heizung läuft.

Paprika besitzt eine lange Anzuchtphase, weshalb man ihn im Februar aussät. Eine etwa fünf Zentimeter tiefe Schale wird mit Aussaaterde gefüllt. In kleine Furchen, mit etwa einem halben Zentimeter Tiefe und einem Abstand von vier Zentimetern, wird alle zwei Zentimeter ein einzelnes Saatkorn gelegt. Nach dem Füllen der Saatrillen erfolgt ein sehr vorsichtiges Angießen mit einer zarten Brause oder einer Sprühflasche, um ein Abschwemmen zu vermeiden.

Eigene jungüflanzenanzucht Paprika-Sämlinge

Die weitere Pflege nach der Aussaat

Für ein zügiges Keimen sind 25 Grad Celsius optimal. Kühlere Temperaturen verzögern die Keimung und es besteht die Gefahr von Fäulnis. Erscheinen dann die ersten Keimblätter ist viel Licht wichtig. Ein Platz am hellen Südfenster eignet sich deshalb besonders.

Bilden sich in der Triebmitte erste Laubblättchen ist die Zeit zum Pikieren gekommen. Hierzu werden die jungen Pflänzchen einzeln in Töpfe gesetzt. Die Temperatur kann dann etwas reduziert sein, um kräftige und stabile Jungpflanzen zu erhalten. Licht spielt weiterhin eine sehr wichtige Rolle.

Vergessen Sie während der ganzen Anzuchtzeit das stete, jedoch mäßige Gießen nicht. Das Substrat darf nicht zu nass sein, da besonders Paprikapflanzen darunter sehr leiden. Als Folge ist das Wurzelwachstum stark gehemmt. In die geschwächten Pflanzenteile können Welkepilze eindringen und die jungen Pflanzen zum Absterben bringen.

Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die Anzuchten dann ins Freiland gesetzt werden. Alternativ eignen sich Paprika auch als Kübelpflanze. Diese erhalten an warmen Tagen schon im April ihren Platz im Freien. Wird es nochmals kalt, räumt man die Gefäße, vor allem nachts, wieder ein.

Paprika hat eine lange Anzchtdauer. Er wird im Februar ausgesät und später pikiert.


Mit anderen Fruchtgemüsen kann man noch warten


Tomaten, Kürbis, Zucchini und Gurken pflanzt man auch erst Mitte Mai ins Gartenbeet. Ihre Pflanzenanzucht hat noch Zeit, denn die Anzuchtdauer ist teilweise wesentlich kürzer als bei Paprika. Für Tomaten. Hierfür reicht die Aussaat an der Fensterbank noch Mitte März, um kräftige und stabile Jungpflanzen zu erhalten. Zucchini und Kürbis sät man etwa vier bis sechs Wochen vor der Pflanzung in den Garten. Bei Gurken geht es besonders schnell, hier reichen zwei bis drei Wochen.

Tomaten-Sämlinge in Anzuchtkisten,Aussat Mitte März

Alternative: Jungpflanzenkauf beim Gärtner

Haben Sie keine optimalen Bedingungen für die eigene Anzucht von Pflanzen, empfiehlt sich kräftige, gesunde Jungpflanzen beim Gärtner zu kaufen. In geheizten Glashäusern kann der Fachmann Licht und Temperatur nach Bedarf regulieren und die Jungpflanzen „abhärten“.

Übrigens: Haben Sie bei der Eigenanzucht zu viele Sämlinge erhalten, so freuen sich gartenliebende Nachbarn, einen Teil davon zu erhalten.

Kürbisse sät man erst im April dann gleich in einzelne Töpfe.

Die Anzucht von Gurken dauert nur zwei Wochen. Dann geht es raus auf das Beet.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

Erfolgreicher Rebschnitt

Zieht sich der Winter draußen langsam zurück, träumen wir schon von saftigen, süßen Trauben, die wie im Schlaraffenland an kräftigen grünen Trieben hängen. Damit dies kein Traum bleibt, geben die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie Tipps zum Rückschnitt von Tafeltrauben.

Nach einer Legende erfand ein Esel, der an den Reben gefressen hatte, den Rückschnitt der Reben. Denn aus den übrig gebliebenen kurzen Stummeln entwickelten sich kräftige Triebe mit großen Früchten. Der Rebschnitt im Winter ist daher die Voraussetzung für eine gute Ernte.

Die letztjährigen Ruten werden im Späten Winter stark zurück geschnitten

Wuchseigenschaften des Rebstocks

Der Weinstock legt alles darauf an möglichst schnell lange Triebe zu bilden. Dies bedeutet dann auch, dass die am höchsten stehenden Triebe und Knospen bevorzugt versorgt werden. Bei einer fünf Meter hochwachsenden Weinrebe würden im oberen Bereich kräftige Triebe mit großen Früchten entstehen, während es im unteren Teil des Stockes nur kümmerliche Trauben gäbe. Das wünschen wir nicht. Deshalb benötigt der Weinstock einen jährlichen Schnitt. Dies ist auch schon bei jungen Pflanzen zu beachten. Ein rechtzeitiger Stockaufbau erleichtert künftige Schnitt- und weitere Pflegemaßnahmen.

Die einjährigen Fruchtruten, die im letzten Vegetationsjahr gewachsen sind, besitzen eine hellbraune Farbe. Sie haben eine normale Länge von etwa 1,20 Metern und idealerweise eine Stärke mit einem Durchmesser von sechs bis zehn Millimetern (ähnlich einer Kugelschreiberdicke). Optimales Holz ist gleichmäßig durchgefärbt, knistert etwas beim Biegen und beim Anschneiden kann man eine kleine Markröhre sehen. Betrachtet man dieses einjährige Holz, die Fruchtruten, genauer, erkennt man im Abstand von etwa zehn Zentimetern die Knospen, die sog. Augen. In ihnen liegt bereits unsichtbar der Ertrag des nächsten Spätsommers und Herbstes.

Mit einer scharfen Schere werden letzjährig gewachsene Tragruten auf kurze Zapfen zurückgeschnitten

Der Griff zur Schere

 

Grundsätzlich werden jährlich über 90 Prozent der vorhandenen Augen mit dem einjährigen Holz weggeschnitten. Der Schnitt mit der Schere bedeutet einen großen Eingriff für die Pflanze, die sich jedes Jahr wieder neu aufbauen muss. Doch Vitalität und Wüchsigkeit bleiben so erhalten und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und Fruchtbarkeit gefördert. Vor dem Schnitt im Februar oder März betrachtet man seinen Rebstock genau. Bei Hausrebstöcken führt man in der Regel der Zapfenschnitt am waagrecht erzogenen Seitenast, dem sogenannten Kordon, durch. Auf diesen Zapfen wird dann jedes Jahr zurück geschnitten. Beim Kordonschnitt sind die Arme der Rebe oft schon viele Jahre alt. Ist aber die Erziehung abgeschlossen, ist der Schnitt jedes Jahr gleich. Ein bis zwei Zentimeter über dem untersten Auge eines einjährigen Fruchttriebes schneidet die Schere diesen ab. So bleiben nach dem Schnitt der letztjährigen Tragrute lediglich ein bis zwei sichtbare Augen stehen, die sogenannten Zapfen. Aus den verbleibenden Augen wachsen schließlich ein bis zwei kräftige Fruchttriebe, die dann meist bis zwei große Fruchttrauben hervorbringen. Um zu gewährleisten, dass die Ruten und Früchte später genug Licht, Luft und Sonne und Wärme bekommen, sollte der Abstand zwischen den Zapfen auf einem Kordonarm etwa 20 Zentimeter betragen (entspricht eine Rebscherenlänge).


Setzt der Saftstrom ein, kann es sein, dass der Stock an der Schnittstelle kurz „blutet“. Das „Bluten“ schadet den Stöcken nicht. Vorhandene Pilzsporen könnten sogar weggeschwemmt werden. Schneiden Sie an Neumond, „blutet“ die Pflanze weniger als an Tagen um Vollmond. Schneiden Sie, wie auch bei anderen Gehölzen, nicht bei Temperaturen unter minus fünf Grad Celsius.

Keine Angst vor dem Rebschnitt!. Einzig wirklicher Fehler ist es, den Stock unterhalb der Veredlungsstelle zu schneiden. Es liegt in der Natur der Pflanze wieder auszutreiben und kräftig zu wachsen. Selbst ein alter, über Jahre ungeschnittener Rebstock kann durch einen starken Rückschnitt wieder vital und fruchtbar werden.

Eine üppige Traubenernte ist das Resultat eines starken Rebschnittes im Spüätwinter

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

Gehölze im Winter

Ein Garten im Winter ist keinesfalls leblos und unattraktiv. „Gerade Gehölze bieten einen besonderen Reiz in der kalten Jahreszeit“, versichern die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie. 

Rindenstrukturen, auffällige Knospenstrukturen sowie erste, manchmal unscheinbare Blüten werden in der laublosen Zeit besonders wahrgenommen.

Knospen und Rinde im Winter


Gehölze, die noch im Winter oder Frühling blühen, bilden nun immer dicker werdende Knospen. Bei manchen lässt sich die Blüte schon erahnen. Knospen sind keineswegs einheitlich. Bei genauerem Hinsehen besitzt oft jede Pflanzengattung eine andere typische Form und Eigenart: kugelig, länglich, spitz, klebrig, schuppig, pelzig. Eine Gehölzbestimmung erfolgt in der laub- und blütenlosen Zeit oft über die Knospen.

Fehlt das üppige Grün im Garten fallen farbige Rinden der Gehölze auf. Hier punkten verschiedene Hartriegel (Cornus alba ‘Spaethii‘ und ‘Sibirica‘, Cornus sanguinea ‘Winter Flame‘, Cornus stolonifera), die besonders an den einjährigen Trieben ihre Farbpracht in rot, orange oder hellgrün präsentieren. Strahlend weiße Rinde besitzt die Himalaya-Birke (Betula utilis) und wird damit zum Hingucker.

spitze Knospen der Waldrebe (Clematis)

Blüten im Winter

Bei milden Temperaturen und Sonne summt und brummt es oft schon im Januar und Februar. Einige Gehölze zeigen jetzt schon ihre Blüten und locken Insekten an. Hummeln und sogar Honigbienen besuchen die gelben Blüten von Kornelkirsche (Cornus mas), die weißen bis zartrosa farbenen Blüten der Winter- oder Schneekirsche (Prunus subhirtella’Autumnalis‘ und weißen Blüten der Winter-Duft-Heckenkirsche (Lonicera purpusii). Letztere riechen intensiv fruchtig und zitronig. Der recht kompakt wachsende Strauch besticht mit seiner üppigen Blütenfülle und dem betörenden Duft. Leider findet man ihn recht selten in den Gärten. Eine weitere Besonderheit ist die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox), deren cremeweiße bis hellgelben Blüten ebenfalls duften.

zarte gelbe Blüten der Knornelkirsche erste Nahrung für Bienen

 

Beim Duftschneeball (Viburnum farreri) erscheinen die einzelnen Blüten der nur wenige Zentimeter langen Blütenrispen im Knospenzustand erst rosa und werden dann beim Aufblühen weiß. Leider sind die Blüten durch Nachtfröste gefährdet. Deshalb ist es sinnvoll, den Duftschneeball an einem geschützten Standort zu pflanzen. Farbintensiver und größer sind die Blüten des Winterschneeballs Viburnum bodnantense ‘Dawn‘. Seine Blüten vertragen Fröste besser.

rosa Blüten des Schneeballs Viburnum bodnantense

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

Letzte Zwiebelblumen pflanzen

Letzte Zwiebeln bereit zum Pflanzen

 

Wer auch jetzt noch frühlingsblühende Zwiebelblumen steckt, hat gute Chancen auf eine erfolgreiche Blüte im Frühjahr. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps zur Pflanzung und Pflege.

Mancher hatte noch keine Zeit Zwiebelblumen zu pflanzen oder sie wurden gekauft und sind jetzt „aufgetaucht“. Kurz vor Weihnachten liegen Restposten von Frühlingsblumenzwiebeln in Discountern, Baumärkten und Gartencentern als Sonderangebote in den Regalen.

Gute Zwiebelqualität bringt schöne Blüte

Kaufen Sie jetzt restliche Zwiebeln ein, so achten Sie darauf, wo sie lagern. An Geschäftseingängen neben einem warmen Gebläse vertrocknen sie. Sind die Zwiebeln bei frostigen Temperaturen draußen ohne Schutz, so gibt es keinen blütenreichen Frühlings durch den Wechsel zwischen Gefrieren und Auftauen.

Die Blumenzwiebeln müssen noch fest und dürfen nicht völlig vertrocknet sein. Kleine Triebspitzen oder weiße Wurzelansätze schaden nicht. Zwiebeln mit langen, brüchigen Wurzel- oder Triebauswüchsen oder gar schimmelige Zwiebeln sollten Sie nicht mehr pflanzen. Der Pilzbefall schädigt die Zwiebeln so stark, dass sie sicher nicht zum Blühen kommen.

Blühende Zwiebelnblumen im Frühjahr in Gefäßen

Ein Topf voller Blumenzwiebeln

Zur Wurzelbildung sind fünf bis acht Grad Bodentemperatur nötig, weshalb die Pflanzung im Garten nicht mehr günstig ist. Pflanzen Sie die Zwiebeln stattdessen in Töpfe mit mehr als 14 Zentimeter Durchmesser. Bei größeren Gefäßen hat sich eine Drainageschicht von wenigen Zentimetern mit Kies, Blähton oder anderem Material bewährt, bevor Sie eine Lage lockere und durchlässige Blumenerde hineinfüllen. Dicht an dicht stellen Sie nun die Zwiebeln hinein. Der Pflanzabstand kann sehr eng sein, lediglich die Wurzeln müssen genügend Raum haben. Für einen reichblühenden Frühling verwendet man die gleichen Arten oder Sorten, um elegante Harmonie zu zaubern. Verschiedene Zwiebelpflanzen bilden lustige und bunte Blumenbilder. Ein höheres Gefäß kann sogar mehrlagig mit Blumenzwiebeln belegt werden. Kleine Zwiebeln wie Krokusse, Traubenhyazinthen oder Schneeglöckchen kommen als letzte Pflanzen-Schicht bevor der Abschluss wieder mit Erde gemacht wird. Nun gießen Sie die Pflanzung an.

Blühende Zwiebelblumen eignen sich auch für Gefäße

Damit sich ausreichend Wurzeln bilden, benötigen die getopften Zwiebeln in den nächsten drei bis vier Wochen Temperaturen von acht bis etwa zehn Grad Celsius. Sollte es draußen zu kalt sein, eignen sich auch Stellplätze in der Garage, im Gartenhaus oder im Keller. Anschließend kommen die Gefäße auch bei kalten Temperaturen ins Freie. Eine mehrwöchige Kühlphase (um null Grad) fördert die Blütenbildung. Ein Platz im Kleingewächshaus eignet sich ebenso wie eine geschützte Stelle mit Winterschutz auf dem Balkon oder eingegraben in der Erde. Wenn die ersten Sonnenstrahlen vom Ende des Winters künden, kann das Austreiben bei etwa zehn Grad gefördert werden.


Mit einem Topf voller Blumenzwiebeln haben Sie das perfekte Weihnachtsgeschenk für Gartenliebhaber oder Balkonbesitzer. Liefern Sie dann jedoch die Pflegeanleitung mit. Aus einem Gefäß, das scheinbar nur mit Erde gefüllt ist, entwickeln sich blühende Frühlingsboten, die manchmal sogar noch Nahrung für die ersten Insekten bieten.

verschiedene rote Tülpenblüten selbe Farbe verschiedene Sorten

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

Barbarazweige – Blüten im Winter

Ursprüchliche Barbarazweige sind von Kirsche die ihre weißen Blüten an Weihnachten öffnen.

 

Barbarazweige im Advent haben eine lange Tradition. „Machen Sie sich und Ihrer Familie eine Freude und stellen Sie jetzt Zweige von Blütengehölzen in die Vase, dann können Sie am Heiligen Abend ein Blütenwunder erleben“, schwärmen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie.

Bunte Blumen in der tristen Jahreszeit künden schon vom Frühling. Verschiedene Blütengehölze aus dem Garten eignen sich zum Vortreiben in der Wohnung.

Barbarazweige zum Blühen bringen

Frühe Kirschen Sorten öffnen ihre Blüten zuverläsig bis zum Heiligen Abend


Sind bestimmte Voraussetzungen gegeben erhält man schöne Blüten. Gehölze in der freien Natur benötigen eine winterliche Ruhephase, um wieder zu blühen. Am besten sind deshalb einige Frostnächte, bevor die Zweige für die Treiberei geschnitten werden. Sollte es noch nicht gefroren haben, kann eine Nacht in der Gefriertruhe helfen.

 

Schneiden Sie die Triebe der Gehölze schräg mit einem scharfen Messer an. So kann möglichst viel Wasser in den Leitungsbahnen aufgenommen werden. Das Vasenwasser sollte handwarm sein. Alle paar Tage wird es gewechselt und die Zweige neu angeschnitten. Zum Aufblühen sollen die Zweige warm und hell stehen. Ein Platz neben der Heizung oder dem Ofen ist jedoch zu warm und führt häufig zum Eintrocknen der Blütenknospen und Triebe.

Geeignete Gehölze für Barbarazweige

Steinobstzweige eignen sich für die Verwendung als Barbarazweige hier Pfirsich


Traditionell werden Triebe von Kirschen oder anderen Obstgehölzen sowie Forsythien verwendet. Besonders zuverlässig zu Weihnachten zeigen frühblühende Kirschensorten ihre weiße Blüte. Aber auch weitere winter- und frühlingsblühende Gehölze können Sie im Garten schneiden. Es eignen sich sowohl japanische Zierquitten, aber auch Zierformen von Pflaume und Kirsche. Besonders leicht lassen sich winterblühende Gehölze wie Winterschneeball, Zaubernuss und Winterjasmin antreiben, da diese auch draußen schon in wenigen Tagen oder Wochen blühen würden. Sehen Sie sich die Knospen am Trieb genau an. Während sich die dickeren Knospen zu Blüten öffnen, bilden die dünnen Blätter.


Wenn sowieso Schnittmaßnahmen anstehen, finden abgeschnittene Triebe einen wunderbaren Platz in der Wohnung. Sie können über den ganzen Winter Zweige schneiden, die in kurzer Zeit ein Blütenmeer zaubern.

Zier und Wildvormen von Kirsche und Pflaume zeigen ihre schönen Blüten

Der Ursprung der Barbarazweige ist eine Legende

Als sich die Heilige Barbara zum Christentum bekannte, widersetzte sie sich dem Willen ihres Vaters. Daraufhin ließ er sie zunächst in einen Turm sperren, um sie vom Christentum abzubringen. Später wurde sie in ein Gefängnis verlegt. Auf dem Weg dorthin verfing sich ein Kirschbaum-Zweig im Kleid der jungen Frau. Diesen stellte sie dann ihn ihren mit Wasser gefüllten Trinkbecher. Am Tag als sie zum Tode verurteilt wurde, erblühte der Zweig.

Der Namenstag der Heiligen Barbara wird in vielen Regionen traditionell am 4. Dezember begangen. Die geschnittenen Zweige sollen dann bis Heilig Abend erblühen. Die erscheinenden Blüten symbolisieren neues Leben in der dunklen Zeit und die Geburt Jesu.

Kornelkirschen blühen schon sehr bald im Jahr. Als Barbarazweig eignen sie sich deshalb besonders gut.

zart duftende rosa Blüten im Winter des Winterschneeballs Virbunum bodnantense Dawn

Winterjasmin blüht häufig schon in der Natur zur Weihnachtszeit

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

Es ist Kressezeit

Kresse lässt sich leicht am Küchenfenster ziehen


Die Kräuterernte im Garten ist nun fast vorüber. Doch auf der Fensterbank geht es los. Für täglich frische Vitamine sorgen junge Kressepflänzchen. „Die Anzucht von Kresse ist denkbar einfach“, so die Aussage der Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie.

Der Lebensmitteleinzelhandel bietet nun auch verstärkt wieder die Grünsprossen in kleinen Karton-Schälchen an. Eine einfache Art in der dunklen Jahreszeit die Mahlzeiten mit jungem, frischem und würzigem Grün aufzupeppen.

Kresse in verschiedene Entwicklungsstadien frisch gesät nach 3 Tagen und erntereif


Die Gartenkresse


Im Sommer im Garten als schneller grüner Lückenfüller, aber besonders beliebt im Winter auf der Fensterbank gehört die Kresse zu den Kreuzblütlern wie auch Kohl und Rettich. Der etwas scharfe Geschmack kommt von den enthaltenen Senfölen. Verwendet werden die Keimlinge, die oft schon nach wenigen Tagen erntefähig sind. In der Regel werden sie frisch verwendet. Im Gegensatz zu Keimsprossen werden bei Grünsprossen keine Wurzeln verwendet, sondern nur das Grüne abgeschnitten.

Die kleinen braunen Samen keimen im Dunkeln als auch bei vollem Tageslicht. Deshalb ist auch die Anzucht zuhause sehr einfach. Warme Temperaturen, wie sie in der Küche vorherrschen begünstigen die schnelle Entwicklung.

Kresse entwickelt sich schnell links gleich nach der Aussat und rechts drei Tage später

Kresse, eine „Kurzzeit-Pflanze“


Neue nutzbare Kräuter in einer Woche? Bei der Kresse geht das. Am besten gleich am Küchenfenster kultivieren, dann hat man sie im Blick, denkt an die Nutzung und auch gleich wieder an das neue Ansetzen. Der Handel bietet verschiedene Anzuchtsmöglichkeiten für Kresse an: Kresse-Igel, Anzuchtssets mit Kunststoffschalen, mal nur mit Wasser oder mit Anzuchtmatten aus Kokos, Hanf etc. 

Kresseanzucht geht auch „Selfmade“: Man benötigt frisches, gut keimfähiges Kressesaatgut, eine am Boden flache und nicht zu hohe Schale und etwas Küchenkrepp. Als Schale eignen sich leere Eisdosen, flache Glasschalen, ein glasierter Tonuntersetzer oder Ähnliches. Die Behältnisse erhalten nun eine zugeschnittene Doppellage aus Küchenpapier. Anschließend wird diese befeuchtet und mit Kressesamen bestreut. Achten Sie darauf, dass nur etwa die Hälfte der Grundfläche mit den Samen bedeckt ist und ausreichend „weiß“ durchscheint. Bei zu dichter Aussaat bedrängen sich sonst die jungen Pflänzchen, wachsen nicht gleichmäßig und Fäulnis- und Schimmel ist leichter möglich. In den ersten zwei Tagen kann noch ein Teller oder ein Deckel lose auf die Anzuchtbehälter aufgelegt werden, damit die Samen gleichmäßig keimen und nicht zwischenzeitlich austrocknen. Zweimal am Tag gießt man nun etwa eine halbe Tasse frisches Wasser vorsichtig auf das Küchenpapier, um es sofort wieder abzugießen. Bis die Kresse gewurzelt hat, muss das Befeuchten sehr vorsichtig geschehen. Sonst schwimmen die Keimlinge davon. Später halten sie sich gegenseitig fest.

Nach einer Woche guter Pflege ist es dann soweit: die Ernte beginnt. Mit einer Schere schneidet man das grüne Superfood ab. Ist der Rand höher, so nimmt man vor dem Abschneiden die ganze grüne Kressewiese aus der Schale. Dann die Grünsprossen kurz gewaschen und ab in den Salat, auf das Pausenbrot oder wer viel Kresse hat, als eigene Suppe.

Kresse in verschiedene Entwicklungsstadien frisch gesät nach 3 Tagen und erntereif

So geht es auch

Kresseanzucht ist sehr leicht. Durch die kurze Entwicklungszeit kann man auch Kinder begeistern. Es macht Spaß verschiedene Gefäße zu besäen; zu Ostern beispielsweise Kresse aus dem Ei. Hier verwendet man Watte statt saugfähigem Papier.

Ähnlich wie bei Kresse geht es auch mit anderen Kreuzblütlern wie z.B. Brokkoli, Rucola und Radieschen. Sie lassen sich ebenfalls als Grünsprossen ziehen und mit der Schere ernten. Das kann ein paar Tage länger dauern.

Genussfertigw Kresse bereit für Zubereitung der Kressesuppe

Kressesüppchen warm und wohlig

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

 

Es ist Rosenzeit!

Hagebutten schmücken und nähren

Sie blühen nur noch vereinzelt und tragen Früchte, die sich für die herbstliche Dekoration und als Nahrungsgrundlage für Wildtiere eignen. Und trotzdem ist Rosenzeit.„Es ist die optimale Pflanzzeit für Rosen“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. „Schon im nächsten Jahr schenken sie uns neue Blüten.“

Die Rose gehört in jeden Garten. Dank ihrer Vielgestaltigkeit lässt sie sich in großen und kleinen Gärten verwenden. Dort erfreut sie uns mit tollen Blüten und oft mit einem unvergleichlichen Duft.


 

Rosenpflanzzeit

Rosenpflanzung im Hebst,jetzt wurzen die Pflanzen gut an.


Rosen und andere Gehölze wachsen bei herbstlichen Bedingungen gut an. Selbst in trockenen Gebieten gibt es nun ausreichend Wasser und der Boden ist nicht gefroren, so dass die Pflanzen sogar noch einige Wurzeln bilden können.

Das Rosenangebot ist riesig. Über Baumschulen vor Ort oder dem Onlineshop wird jetzt vor allem wurzelnackte Ware verkauft. Direkt von Anbaufeld ausgegraben kommen die Pflanzen in den Betrieb und Versand. Wurzelnackt, also ohne Erde und mit eingekürzten Trieben, lassen sich die Pflanzen nicht nur besser transportieren, sie sind oftmals kostengünstiger in der Anschaffung.


Richtig Rosen pflanzen

unge Rosen mit Neuaustrieben nach einer Herbstpflanzung


Wurzelnackte Pflanzen, die jetzt verstärkt angeboten werden, pflanzen Sie am besten sofort ein, damit die Wurzeln nicht austrocknen. Vor der Pflanzung werden schwache oder abgebrochene Triebe entfernt und verbleibende auf etwa 20 Zentimeter eingekürzt. Die Wurzeln kappen Sie ebenfalls etwas, besonders dann wenn sie gequetscht oder beschädigt sind. Dann stellt man die Pflanzen einige Zeit in ein mit Wasser gefülltes Gefäß, damit sich die Pflanze mit Wasser vollsaugen kann.


Bereiten Sie die Pflanzstelle vor: das Pflanzloch wird etwa 40 Zentimeter tief ausgehoben und zusätzlich noch gelockert. Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die Wurzeln frei nach unten hängen und später die Veredlungsstelle acht bis zehn Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt. Dies schützt die Veredlung vor Frost und Austrocknen. Nach dem Angießen mit zehn bis zwanzig Litern können Sie die Pflanzen anhäufeln und mit Nadelgehölzweigen zusätzlich schützen.


 

Rosenvielfalt – Nutzen für viele

Einfache und halbgefüllte Rosemplüten bieten Nahrung für Bienen


Rosen können nicht nur durch ihre Blüten schmücken. Viele von ihnen besitzen außerdem attraktive Früchte, die Hagebutten. Diese sitzen dann klein oder größer, rot oder schwarz, kugelig oder flaschenförmig, im Herbst und Winter an den mehr oder weniger bestachelten Trieben. Für kleinere Lebewesen dienen die Früchte in der nahrungsarmen Herbst- und Winterzeit als Futterquelle. Hauptsächlich einfachblühende und wenig gefüllte Arten und Sorten sowie Wildrosen bilden den Fruchtschmuck im Herbst. Deren Blüten sind im Sommer ein Futtermagnet für viele Insekten wie beispielsweise Bienen. Im dichten Geflecht der stacheligen Triebe nisten gelegentlich auch Vögel, die so sicher vor Katzen sind.

Wählen Sie robuste Rosensorten aus. Hilfestellung kann die ADR-Auszeichnung bieten. Hierfür werden neue Rosensorten über mehrere Jahre ohne Pflanzenschutz vor allem auf Gesundheit und Zierwert getestet. Darüber hinaus ist ein optimaler Standplatz die beste Voraussetzung für lange Freude.

 


 

Viele kleine rote Hagebutten: hier wirkt die Masse

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakadem

 

Kübelpflanzen jetzt ins Winterquartier?

blaublühene Schmucklilie im Freien 

 

Es ist nun richtig Herbst. Die Tage werden kürzer und die Nächte kälter. Manchmal hängen dicke Nebel über dem Land und buntes Laub bedeckt den Boden. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erhalten nun häufig Fragen zum Einräumen der Kübelpflanzen.

Viele Balkone und Terrassen werden aufgeräumt und „winterfest“ gemacht. Auch frostempfindliche Pflanzen in Gefäßen bekommen ihren Platz für die kalte Jahreszeit.

Der richtige Zeitpunkt

Die meisten unserer Kübelpflanzen habe ihre Heimat in den Tropen und im Mittelmeerraum. Sie sind mehr oder weniger kälteempfindlich. Frost gibt es an den Naturstandorten gar nicht oder nur selten. Pflanzen aus tropischen Gebieten müssen deshalb schon vor den ersten, auch leichten Frösten eingeräumt werden, um Schäden zu vermeiden. Hierzu zählen Zierbanane, Papyrus, Bougainvillea, Duft-Pelargonien, Engelstrompete, Wandelröschen, Fuchsien und viele mehr. Temperaturen knapp unter der Null-Grad-Grenze überstehen beispielsweise Schönmalve, Bleiwurz, Citrus-Arten und Oleander. Fallen die Temperaturen jedoch dauerhaft unter minus fünf Grad Celsius, benötigen auch Feigen, Oliven, Lorbeer und Rosmarin ein Winterquartier.

Die Frosthärte bzw. Kälteverträglichkeit von Pflanzen ist nicht nur von der Temperatur abhängig. So sind Pflanzen im Jugendstadium kälteempfindlicher als ältere Pflanzen. Über den Sommer stark gedüngte und üppig mit Wasser versorgte Pflanzen, die große weiche Pflanzenzellen gebildet haben, tragen schneller Kälteschäden davon als Pflanzen, die eher „mager“ gehalten wurden und deren Gewebe kleiner und stabiler sind.

Citrus-Pflanzen sind beliebte Kübelpflanzen. Sie müssen frostfrei Überwintert werden.

Pflanzen abhärten


 

Kübelpflanzen fristen ihr Dasein oft mehrere Monate in einem meist sehr ungünstigem Überwinterungsraum. Deshalb ist es sinnvoll sie möglichst lange im Freien zu lassen. Eine bessere Überwinterungsfähigkeit lässt sich erreichen, wenn man schon im Spätsommer dafür sorgt, dass das Wachstum gehemmt wird. Entfernen Sie die Untersetzer, damit Wasser schnell abfließen kann. Der Wasserverbrauch wird im Herbst eingeschränkt, weshalb Sie nur noch bei trockenem Wurzelballen gießen. Außerdem haben die Pflanzen beim Einräumen ein geringeres Transportgewicht. Das Düngen sollte ja bereits im August beendet sein, was ebenfalls für stabiles Pflanzengewebe sorgt. 

An einem geschützten Platz im Freien, nahe am Haus, hat man die Möglichkeit Pflanzen länger draußen zu lassen. Das Abdecken mit einem Vlies oder einem Betttuch hilft, wenn es in der Nacht kalt wird. Gerade im November sind es manchmal nur wenige Tage, die leicht frostig sind. Die Abdeckung kann dann auch am Tag belassen werden. Grundsätzlich sollte man so spät wie möglich im Herbst einräumen und so bald wie möglich im Frühjahr wieder ins Freie. Dabei fördern Kältereize oft auch die Blütenbildung.

Der Platz zum Überwintern


Leider ist die Überwinterung das größte Problem, da meist optimale Plätze fehlen. Das Winterquartier sollte möglichst hell und kühl sein. Die Überwinterungstemperaturen liegen idealerweise bei fünf bis zehn Grad Celsius. Es eignen sich helle Kellerräume und kühle Wohnräume. Für kälteunempfindlichere Pflanzen können Sie Garagen und Kellerschächte ebenfalls nutzen. Kleingewächshäuser mit Frostwächter sind ebenfalls geeignet. Grundsätzlich gilt: je dunkler der Raum umso kühler sollte er sein. Umgekehrt heißt es, dass ein sehr heller Platz auch etwas wärmer sein darf.

 

große Kübelpflanzen brauchen oft geeignete Transportgeräte

Pflege im Winterquartier

Kontrollieren Sie die Pflanzen vor dem Einräumen. Schädlinge würden sich im Winter schnell vermehren, da die Bedingungen für die Pflanzen ungünstig, für die Schädlinge aber vorteilhaft sind. Entfernen Sie Verblühtes und Abgestorbenes, um Grauschimmel vorzubeugen. Gießen Sie erst bevor der Wurzelballen austrocknet. Zu groß gewordene Pflanzen können Sie vor dem Einräumen kürzen. Das schafft Platz und ermöglicht ein lockeres Aufstellen der Pflanzen nebeneinander.

Palmen und andere Kübelpflanzen im Winterquartier hier ein Gewächshaus

Indischer Blumenrohr im Winter

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Sellerie im sehr langen Herbst

Sellerie


Sellerie stammt ursprünglich aus Flussniederungen entlang der Atlantikküste. Er liebt also leicht feuchte, fruchtbare Böden und wünscht auch heute noch eine temperiert feuchte Witterung, vor allem jetzt im Herbst. Wenn Sellerie bis jetzt kaum Golfballgröße erreicht hat, stand er vermutlich viel zu trocken.


An Düngung braucht Sellerie so viel wie Tomaten, also kurz vor der Pflanzung drei Liter Kompost je m² und 100 Gramm Hornmehl gut eingearbeitet. Diese Dünger kommen jedoch nur bei ausreichender Wasserversorgung in die Pflanze.


Die Tage werden jetzt zunehmend kürzer, die Nächte kühler. Große Regenfälle sind mancherorts ausgeblieben. Dort können wiederholte und durchaus auch ausgiebige Gießgaben bei Sellerie auch jetzt noch sinnvoll sein. Er legt nämlich immer noch zu, wenn die Voraussetzungen stimmen. Gedüngt werden sollte jetzt nicht mehr. Unser Sellerie auf der Schaufläche ist zum größten Teil gemulcht. Das heißt, der Boden ist mit sauberem Rasenschnitt oder mit Grünabfällen anderer Gemüse dünn bestreut. Wo es sehr viele Schnecken gibt (in Nordbayern sind sie sehr selten geworden) bleibt die Beetoberfläche meistens offen. Hier bewirken leichte, oberflächlich geführte Bewegungen mit einer Flachhacke (Rübenhacke), dass dem Boden mehr Luft zufließt und in der Folge Nährstoffreste im Boden zugunsten des Selleries mobilisiert werden.

Sellerie im Sommer mit Gras gemulcht

Unser Sellerie soll möglichst lange stehen bleiben, für Reifnächte haben wir Vlies bereit gelegt. Nach derzeitiger Wetterprognose kann der Sellerie wahrscheinlich den ganzen Oktober über noch draußen bleiben. Zuerst ernten wir jetzt schon nach und nach Kümmerexemplare, die kräftigen und damit gut lagerfähigen Knollen kommen erst vor dem Wintereinbruch mit tieferen Temperaturen aus dem Boden. Dabei lassen wir möglichst viel Erde an den Knollen, das Laub wird nicht zu knapp abgeschnitten. 

Sellerieernte mit der Grabgabel

Die inneren, zarten Blättchen mit Stängel eignen sich übrigens ganz hervorragend für Bruscetta:

Zwei Tomaten, ca. 200 Gramm Selleriestängel und eine große Knoblauchzehe fein würfeln. Sellerie und Knoblauch in heißem Olivenöl unter umrühren anbraten, nach drei Minuten Tomatenwürfel zugeben, weiterrühren, nach Geschmack mit wenig Salz und/oder Pfeffer abschmecken, auf getoastetem Weißbrot servieren. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Erntedank

Die Ernte

Am 6. Oktober feiern christliche Gemeinden das Erntedank-Fest. Der frühe Herbst bietet noch eine Fülle von erntefähigem Obst und Gemüse. „Auch wir sollten für die Ernte unseres Gartens dankbar sein“, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Der Garten kann nicht nur unseren täglichen Speiseplan bereichern, er bietet uns Zierde und Erholung sowie Lebensraum für Tiere. 

Wenn auch nicht jedes Jahr ist ein Super-Jahr für alle Obst- und Gemüsearten ist, so sind wir dankbar für die Ernte, die unser Garten bietet.

Zeit für die Ernte

Dankbarkeit für die Ernte im Obst- und Gemüsegarten

reiche Apfelernte

 

Herbsthimbeeren liefern noch fast täglich süße Früchtchen. Äpfel, Birnen und Quitten füllen Erntekörbe und verschiedene Wildobstfrüchte warten auf die Verarbeitung. Jetzt wird die Sorten- und Artenvielfalt bewusst, wenn wir volle Erntegefäße betrachten.

Der Herbst wird immer auch mit Kürbissen in Verbindung gebracht. Durch die vielerorts noch milden Temperaturen liefern selbst Tomaten, Zucchini und Bohnen noch ausreichend Ernte. Blattgemüse wie Mangold und Salate (Endivie, Zuckerhut, Feldsalat u.a.) wachsen üppig und wandern nach Bedarf auf den Teller.

Dankbarkeit für das Schöne im Garten

blühende Astern im Garten in verschiedenen lila Farbtönen

Ein Garten ist keinesfalls nur Mühe. Gerade im Herbst bietet er ein Feuerwerk an Farben. Das Laub vieler Gehölze färbt sich bunt, Rot- und Gelbtöne treten in den Vordergrund. Eine typische Herbststaude ist die Aster, die mit ihren lila bis rosa oder weißen Blüten verschiedene Insekten anlockt und Nahrung bietet. Mit ihr um die Wette blühen Fetthenne, Dahlien sowie Bartblume.

letzte Sommerblumen im Gemüsegarten Schmuckkörbchen, Zinnien und Co.

Wieviel Leben bietet der Garten? Unterschiedlichste Tiere tummeln sich in den verschiedensten Ecken eines naturnahen Gartens: so sind dies kleinste Lebewesen, die verrottende Pflanzenteile zu Humus umsetzen, Vögel, die Nahrung bei frucht- und samentragenden Blumen und Gehölzen finden, Igel und Eichhörnchen, die sich noch ihren Wintervorrat anfressen müssen. Über den Winter bleiben vertrocknete Staudenstängel als Unterschlupf für Insekten und Co. stehen.

Der Sommer ist vorbei. Der Frühherbst ist die Zeit des Erntens, hier Süßkartoffeln

Dankbarkeit für den ideellen Nutzen