Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Naturgärten: die Alternative zu Schotterflächen

Bunte Blüten als Kontrast zu reinen Kiesgärten.

 

 In den letzten Jahren nahmen Schotter- und Kiesgärten zu. Sie gelten als pflegeleicht - zumindest kurzfristig gesehen. Allerdings tragen sie weder zur Biodiversität noch zur Verbesserung des Kleinklimas bei. Ganz anders - und seit Jahren im Trend - sind naturnahe Gärten, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Rasen hat im Hausgarten auch seine Berechtigung.Er ist aber pflegeintensiv

 

Gründe für naturnahe Gärten

Die mit vielfältigen Lebensräumen ausgestatteten und ökologisch bewirtschafteten Gärten setzen ein Zeichen gegen die zunehmende Versiegelung und Aufheizung unserer Siedlungsflächen mit Pflaster, Kies und Schotterflächen. Dort stehen oft nur vereinzelte bzw. exotische Pflanzen oder fremd wirkende Formgehölze.
Ein naturnaher, vielseitig gestalteter Garten leistet einen Beitrag gegen den Rückgang von Bienen, Pflanzen- und Tierarten. Ein Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, synthetische Dünger und Torf unterstützt dieses Vorhaben.

 

Am besten mehrere Sitzplätze im Garten! Hier ein gemütliches Schattenplätzchen.

 

 

Elemente naturnaher Gärten

Ein bestehender Intensivrasen kann durch Verzicht auf Düngung, Rasenherbizide und Bewässerung sowie durch reduzierte Mähgänge ganz oder teilweise in kräuterreiche Wiesenflächen umgewandelt werden. Bei Neuanlagen kommen Wiesenblumen-ansaaten zum Zuge. In großen Gartenflächen erleichtern pflegeleichte Blühstauden für sonnige oder schattige Stellen die Arbeit. Zugleich sorgen sie für Abwechslung im Garten und bieten Insekten Nahrung und Unterschlupf. Das gilt auch für freiwachsende, gemischte Hecken. Ein Übergang zu den Rasen- oder Gartenflächen kann ein Wildstauden- oder Wiesensaum sein.

Anstelle von Nadelgehölzen stehen Laubbäume im Garten. Dabei eignen sich für kleine Gärten Arten, die im Wuchs kleiner bleiben wie Zieräpfel oder Großsträucher wie Kornelkirsche oder Haselnuss. Zwiebelblumen für Frühjahr und Sommer, ungefüllte Einjahresblumen ergänzen das Angebot. Wasserstellen bzw. kleine Teiche sind Voraussetzung für Tiere, die an feuchten Stellen bzw. im Wasser leben.

Ein Teich ist voller Leben Rückenschwimmwe,Wasserläufer,Libellenlarven und vieles mehr. Auch unterschiedliche Pflanzen bereichern den Teich.

Der Nutzgarten wird integriert

Gemüse- und Kräuterbeete haben im Naturgarten ebenso ihren Platz wie Beerensträucher und - zumindest schwachwüchsige – Obstbäume. Obstspaliere können zugleich Abgrenzung von Beeten und Zäunen sein. An Wänden und Pergola ranken Wein, Brombeeren oder Kiwis. In den Nutzflächen ist Mischkultur angesagt. Es dürfen auch Ringel-, Kornblumen, Malven, Kräuter blühen. So zeigen Schnittlauch und überwinterte Petersilie hübsche Blüten, welche die Insekten anlocken.

Die große Blätter der Seerosen sind willkomme Landebahnen für Insekten,die Wasser aufnehmen wollen hier die Feldwespe

 

Förderung von Bienen, Insekten und Nützlingen

Durch eine Kombination aus den richtigen Pflanzen, durch Anlegen verschiedener Gartenbereiche, dem Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und dem Angebot an Unterkünften können sich Tiere im Garten ansiedeln. Sie finden Unterschlupf in Stein-, Reisig- und Totholzhaufen, Trockenmauern, Wasserflächen, „wilden“ Gartenecken, über Winter auch in Laubhaufen bzw. nicht abgeschnittenen Stauden.

Vogelhäuser, Schilfrohrbündel, Stängel und Insektenhotels fördern Tiere, wenn sie zweckmäßig sind und an den richtigen Stellen platziert werden. Für Pollen- und Nektar-suchende Insekten sind ungefüllt blühende Pflanzen ganzjährig erforderlich.

 

Ressourcen schonen

Eigener Kompost ist „Gold“ wert. Als wichtiger Bodenverbesserer liefert er Nährstoffe in organischer Form und sorgt für die Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten. 
Auch eine extensive Gartenbewirtschaftung hilft Ressourcen zu sparen, z.B. Staudenpflanzungen bzw. Blumenwiesen oder Kräuterrasen anstelle von pflegeintensiven englischen Zierrasenflächen.

Regenwasser wird in verschiedenen Behältern oder der Zisterne gesammelt und wassersparend, am besten am kühlen Morgen, ausgebracht. Heimische Holz- oder Weidenzäune bzw. Steine für Mauern und Platten aus der Region wirken natürlich. Durch kurze Transportwege sind sie umweltfreundlich.

Sonnenblumen bieten Vogelfutter

 

Naturgarten bedeutet nicht Wildwuchs

Unordnung und Wildnis wird durch behutsame, korrigierende Pflegeeingriffe vermieden. Ist der Garten richtig angelegt und eingewachsen, sind die Arbeiten überschaubar. Früher waren die Gärten zu sehr gepflegt. Dabei wurde vielfach Torf und „Kunstdünger“ eingesetzt, sowie Wege mit Herbiziden abgespritzt. 
Die heutigen Gartenflächen sind kleiner, parzelliert, abgegrenzt, neuerdings verschottert oder zugepflastert. Daher müssen wir aktiv für Grün und Biodiversität sorgen.

 

Bedeutung des Gartens steigt

Der eigene Anbau von Obst und Gemüse hat zugenommen. Durch die Corona-Pandemie hat der Garten generell an Bedeutung gewonnen, auch zur Erholung und Entspannung. Freude stellt sich ein, wenn wir Schmetterlinge, Libellen, Hummel, Bienen inklusive Wildbienen erleben, die Vögel ihre Junge füttern, ein Igel durch den Garten streift, Eidechsen die warmen Steine der Gartenmauern oder sonnigen Steinhaufen aufsuchen. Dies alles ist im Naturgarten möglich, nicht jedoch auf Schotter- und Kiesbeeten, die zusätzlich noch mit Schutzfolien unterlegt sind. Sie sehen monoton aus und erhitzen sich stark. Hier fehlen schattenspendende Bäume und das gesamte Grün, welches der CO2-erhöhung entgegenwirkt.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Herbstlaub: wertvoll im Garten

Zu schade für die braune Tonne - und unter dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft im Garten sollten wir das Laub nutzen, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Beim Abbau des Laubes durch Regenwürmer, Käfer, Asseln, Pilze und Mikroorganismen entsteht organische Substanz, deren Nährstoffe den Pflanzen im nächsten Jahr wieder zur Verfügung stehen.

Hier muss Laub entfernt werden


Falllaub auf intensiven wie auch extensiven, kräuterreichen Rasenflächen muss entfernt werden, damit die Gräser über Winter Licht und Luft bekommen und weder ersticken noch faulen. Neben dem wöchentlichen Wegrechen können Ende Oktober mit der letzten Mahd durch hoch eingestellte Rasenmäher zugleich die aufliegenden Blätter mit entfernt werden. Das hat den Vorteil, dass das Laub zugleich zerkleinert und mit dem Rasenschnitt vermischt wird. So setzt es sich schneller um.

In Teichen wird eingewehtes Laub herausgenommen. So kommt es nicht zu einer unerwünschten Nährstoffzufuhr mit folglich verstärktem Algenwuchs im kommenden Jahr.
Auch Gehwege werden von Blättern befreit, um Rutschparteien auf feuchtem oder gefrorenem Laub zu vermeiden.

Hier wird Laub ausgebracht


Auf die Kompostmiete(n) kommt eine dünne Schicht Blätter bzw. des Rasen-Laubgemisches. Neben dem Kompostplatz kann ein Laubhaufen angelegt werden. So können während des Winters auf der Kompostmiete immer wieder Schichten von Laub über andere Garten- bzw. kompostierbare Küchenabfälle bzw. Holzhäcksel von Gehölzschnitt gestreut werden können.


Laubhaufen werden an verschiedenen Stellen im Garten angelegt als Rückzugsort für Insekten und Igel – am besten in Nähe von Hecken und Stauden und sowohl an schattigen wie sonnigen Stellen.

Haben Sie immer noch Laub übrig, lässt es sich in dünnen Lagen zwischen Stauden, deren Blätter und Stängel nicht abgeschnitten werden, oder auf abgeräumten Gemüsebeeten verteilen. Nun schützt es den Boden vor starkem Frost, aufkeimendem Unkraut und Austrocknen im Frühjahr.

Im Freien überwinternde Containerpflanzen oder frostsensible Gehölze wie Feige, Kaki lassen sich mit diesem natürlichen Rohstoff vor Frost schützen. Die Basis dieser Pflanzen wird mit trockenem Laub eingepackt. Dem Verwehen beugen aufgelegte Tannenreisig bzw. andere Zweige aus dem Garten vor.

Weitere Hinweise


Krankes Falllaub, z.B. Sternrußtau an Rosen oder Blattbräune am Buchs gilt es zu entfernen, um Neuinfektionen im nächsten Jahr einzudämmen.


Laub, aber auch Bewuchs und Fallobst an Baumscheiben von Apfelbäumen beseitigen, um Mäusen, die über Winter an jungen Wurzeln nagen, weder Deckung noch Nahrung zu geben.

Bei der Überwinterung von Kübelpflanzen auf dem Balkon besteht die Möglichkeit, diese in einen größeren Karton oder Container zu stellen und die Zwischenräume mit trockenem Laub als Isoliermaterial zu füllen.

Verzichten Sie auf Laubsauger, da sie Nützlinge mechanisch schädigen können. Sofern das aufgesammelte Laub auch noch aus dem Garten entfernt wird, verringern Sie die Population dieser wichtigen Gartenhelfer erheblich.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Feldsalat – beliebt im Herbst und Winter

Feldsalatjungpflanzen in Erdpresstöpfen lassen sich schnell pflanzen und später mindestens genauso schnell ernten.

Sommergemüse haben ihren Dienst im Garten getan. Herbstliche Temperaturen sorgen dafür, dass die Kultur zu Ende geht und keine Ernte mehr zu erwarten ist. „Nun gibt es freie Plätze im Gemüsebeet“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und empfehlen Feldsalat als Nachfolgekultur.

Feldsalat ist mit seinem leicht nussigen Geschmack ein typischer Herbst- und Wintersalat. Schnell werden leere Plätze im Garten wieder begrünt, was auch noch dem Boden nützt.

Feidsalatjungpflanzen lassen sich bequem ins Beepflanzen entweder im Erdtopf oder in Multitopfplatten 

 

Minisalate im Garten anbauen

Von jetzt an können Sie Feldsalat säen oder pflanzen. Während des ganzen Septembers können Sie noch aussäen, bevor es für die Keimung zu kalt wird. Die Aussaat erfolgt in der Regel in Reihen. Dann bleibt dazwischen Platz zum Hacken und Unkrautentfernen. Alternativ können Sie Feldsalat bis Mitte Oktober im Freiland und danach noch im Gewächshaus pflanzen. Dort ist in milden Wintern der Anbau sogar durchgängig bis ins Frühjahr möglich. Wird es draußen kalt, schützen Sie den Feldsalat im Beet und im Gewächshaus mit einer Vliesabdeckung. Somit stockt er nicht zu stark im Wachstum. Übrigens: Wer keinen Garten hat, kann Feldsalat auch problemlos im Blumenkasten anziehen.

Feldsalat wird in vielen Gärtnereien und manchen Gartencentern in Erdpresstöpfchen angeboten. Hierbei sind mehrere Samenkörner in einem gepressten Erdwürfel gekeimt. Wie auch bei anderem Salat setzen Sie die Presswürfel mit den Jungpflänzchen so ins Beet, dass nur etwa die Hälfte der Erdwürfel bedeckt ist. Die Salatpflänzchen liegen so auch während des Wachstums nicht auf der Erde auf. Dies beugt Fäulnis vor.

Feldsalatpflanzen in Erdpresstöpfchen lassen sich leicht pflanzen

 

Sie möchten selbst in kleinen Töpfchen anziehen? Nehmen Sie eine Multitopfplatte mit drei Zentimeter Topfgröße (oder ähnliche Gefäße), füllen diese mit Aussaaterde und legen jeweils bis zu sieben Samen hinein. Drei Wochen später lassen sich die kleinen Pflanzenbüschel auspflanzen. Unschlagbar bei gepflanztem Feldsalat ist die schnelle und saubere Ernte. Mit einem Messer schneidet man die fertigen Salatbüschel einfach weg. Die Mini-Salate bleiben kompakt und fallen nicht auseinander. Erd- und Sandkörnchen im Salat sind auf ein Minimum reduziert, was Sie beim Waschen bemerken werden.

Beim Feldsalat dauert es von der Aussaat bis zur Ernte nicht sehr lange - bei milder Witterung nur wenige Wochen. Deshalb ist ein satzweiser Anbau ratsam. Dann können Sie regelmäßig ernten und werden nicht von Feldsalatmassen überhäuft. Selbst kleine Leerstellen im Gartenbeet können so genutzt werden. Eine Vliesauflage nach der Aussaat beschleunigt das Keimen.

Leider kann der Echte Mehltau Probleme bereiten und den Feldsalat schädigen. Achten Sie deshalb auf einen luftigen, nicht ganz vollsonnigen Standort und säen bzw. pflanzen Sie nicht zu dicht, damit eine schnelle Abtrocknung der Blätter gewährleistet ist. Kaufen Sie nur Saatgut mit toleranten Sorten.

Unterschiedlicher Wuchs bei gesäten Feldsalat gepflsnzter Feldsalat wächhst gleichmäßiger

Feldsalat im Herbst und Winter

Feldsalat besteht aus kleinen einzelnen Blattrosetten. Er eignet sich daher gut für Einzelpersonen oder für Mischungen mit anderen Salaten oder Salat-Gemüsen, denn es können auch nur wenige (und daher immer frische) Feldsalate geschnitten werden. Durch den Anbau ab Spätsommer und durch die kalte Jahreszeit hinweg sind die Blätter meist etwas härter als Kopfsalat. Auch schmecken sie meist kräftiger und lassen sich daher gut mit Nüssen, aber auch Apfel, Birne und Möhre kombinieren.

Einfachen Ernten von Feldsalat im Hochbeet

Bis zu Ernte tut der Feldsalat einen wichtigen Dienst für den Gartenboden. Noch vorhandener Stickstoff im Boden wird zum Wachstum der Pflanze genutzt und über den Winter nicht ausgewaschen. Feldsalat eignet sich deshalb auch als Gründüngung. Er bedeckt die Erde und verhindert Bodenerosion durch seine verzweigten Wurzeln. Feldsalat in Reihe gepflanzt ist pflegeleichter. Möchte man ihn gezielt als Gründüngung nutzen, ist auch eine breitwürfige Aussaat denkbar. Dann schneidet man zum Ernten immer wieder die größten Röschen heraus. Überwinterte Pflanzen blühen im Frühjahr und samen aus oder man sammelt die Samen für den nächsten Herbst.

Im milden Winter kann im Kleingewächshaus Feldsalat durcggängig angebaut werden

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

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Dunkle Beeren im Trend

 

Dunkle Beeren besitzen durch ihre Inhaltsstoffe einen hohen Gesundheitswert. Jetzt reifen viele dieser Früchte im Garten, die roh oder verarbeitet genutzt werden können, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Auch wenn manche recht herb schmecken, in Kombination mit milden Früchten wie Apfel, Birne und ,Zwetschge

Reife Brombeeren lassen sich leicht von der Pflanze lösen

 

 

Brombeeren

 

Die ersten blauschwarzen Früchte der Himbeer-Verwandten sind schon erntereif. Doch die dunkle Farbe allein sagt nichts über die Reife. Erst wenn sich die Beere ganz leicht, ohne zu reißen, von der Pflanze lösen lässt ist die schmackhafte Süße erreicht. Deshalb ist ein mehrmaliges Durchpflücken wichtig. Auch eine einzelne Pflanze liefert über mehrere Wochen ständig frische Früchte zum Naschen. Benötigt man für die Verwertung mehr Früchte, so lassen sie sich gut einfrieren.

Manche, vor allem ältere Brombeer-Sorten, besitzen teilweise sehr starke Stacheln, die das Ernten erschweren und deshalb nicht sonderlich beliebt sind. Doch längst auch sogenannte „dornenlose“, bei denen neuerer Sorten auch mit gutem Geschmack überzeugen. Es sind dies z.B. die frühreifende ‘Loch Tay‘ sowie ‘Loch Ness‘, ‘Asterina‘ und ‘Navaho‘. Alle bilden keine langen Ranken und lassen sich gut als Fächer am Spalier ziehen. Somit finden sie auch in einem kleineren Garten einen Platz.

Trauben


Tafeltrauben aus dem eigenen Garten

 

Ebenfalls an einem Spalier lassen sich Tafeltrauben ziehen. Mit einem kräftigen Schnitt im zeitigen Frühling, Pflegemaßnahmen während des Sommers und einer geeigneten Sorte lassen sich wohlschmeckende Trauben mit dunklen Beeren erzielen. Achten Sie auf die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Die bekannte Sorte ‘Muskat Bleu‘ zeigt selbst in Jahren mit hohem Befallsdruck kaum Schädigungen durch Echten und Falschen Mehltau. Außerdem ist sie allgemein sehr robust und eignet sich auch für Standorte, die kein Weinbauklima aufweisen. Eine blaue kernlose Alternative ist ‘Venus‘.

 

Organzasäckchen schützen die Tafeltrauben vor Vogel und Wespenfraß,aber auch vor der Kirschessigfliege .

 

 

Wildobst mit dunklen Früchten

 

In kleineren Gärten oder sogar in großen Kübeln findet man die Schwarze w oder Aronia. Die Früchte besitzen ein hohes Maß an sekundären Inhaltsstoffen, wodurch oft von ihr als „Superfood“ gesprochen. Erntet man die kleinen, fast schwarzen, kugeligen Beeren zu früh schmecken sie nicht sehr ansprechend (fad, sauer). Da jedoch kein Pilzbefall auftritt, kann man die Früchte noch hängen lassen bis sie beginnen leicht einzutrocknen. Dann nimmt der Zuckergehalt zu. Ein Rohgenuss der herben Früchte ist möglich, doch oft werden die Früchte zur Verwendung zu Fruchtaufstrichen und Säften mit milden Obstarten gemischt. Getrocknet eignen sich die stark färbenden Früchte auch im Müsli.

 

Dieses Jahr die Reife zwei Wochen später: Aroniabeeren am Strauch.

 

In großen Dolden hängen die Früchte des Schwarzen Holunders am Großstrauch oder kleinem Baum. Doch die Beeren dürfen nicht roh verzehrt werden. Vor allem als Saft oder Fruchtaufstrich finden sie Verwendung und in Mischung mit anderem Obst wird der Geschmack milder.

Aroniabeeren für Fruchtaufstriche oder getrocknet für Müsli.

Ernte nicht ganz ungetrübt

 

Dunkle Früchte ziehen leider die Kirschessigfliege an und die Witterung tut das Übrige. Bei kühlen Temperaturen und hoher Luftfeuchte fühlt sich das Tier besonders wohl und schädigt durch die Eiablage sowie später durch den Larvenfraß reife und zunächst gesunde Früchte.

Manchmal werden auch Aroniabeeren von der Kirschessigfliege befallen. Feinmaschige Organzasäckchen bieten Schutz.

Reife Holunderbeeren für Saft und Aufstriche, doch vom Rohverzehr wird abgeraten.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, 

 

 Leere Beete wieder grün – Gründüngung

 

Ziel ach im Gemüsegarten immer bedeckte Beete. Gründünnung eignet sich, wenn die Gemüse schon abgeerntet sind.

 

So langsam endet der Sommer. Manche Gemüse sind abgeerntet und hinterlassen leere Beetflächen. „Doch der Boden sollte nicht kahl und unbedeckt bleiben“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Bewährt hat sich die Pflanzung bzw. Aussaat von Herbstsalaten, Spinat, Feldsalat und Radieschen. Für größere Flächen eignet sich aber auch die Einsaat einer Gründüngung, die im Herbst und Winter die Beete bedeckt

 

Blühender Buchweizen ist ein willkommen Bienenweide

 

Die Gründüngung bringt Vorteile

 

Die Pflanzen begrünen die Beete und verbessern gleichzeitig den Boden. Sie beschatten ihn, schützen vor Erosion, Verschlämmung und Verkrustung. Durch den Bewuchs unterdrücken sie außerdem das starke Auftreten verschiedener Unkräuter. Noch im Boden vorhandene Nährstoffe werden durch die Gründüngungspflanzen gebunden und vor Auswaschung bewahrt. Tiefwurzelnde Pflanzenarten bewirken langfristig eine tiefgründige Bodenlockerung. Mit einer Gründüngung können Sie zugleich Humusgehalt und Bodenfruchtbarkeit erhöhen, Krümelstruktur und Wasserhaltefähigkeit verbessern sowie Bodenleben fördern

 

Gelbsenf wächst sehr rasch.Er kann als Gründüngung eingesetzt werden wo wenig Kohl angepflanzt wurde.

 

 

Gründüngung im Spätsommer und Herbst

 

Säen Sie noch Ende August oder Anfang September Phacelia, Buchweizen, Gelbsenf, Ringelblumen und andere blühende Gründüngungsarten, so erfreuen sie uns bei einem langen und milden Herbst mit bunter Fröhlichkeit. Die Blüten sind zudem noch eine wichtige Nahrungsquelle in den letzten Monaten des Jahres für verschiedene Insekten.

 

Die Winterackerbone kann noch spät im Oktober gesät werden.

 

Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee eignen sich ebenfalls zur Aussaat im September. Winterroggen, der besonders günstig für die Einsaat im Gemüsegarten ist, lässt sich sogar noch Anfang Oktober in den Boden bringen. Achten Sie im Gemüsegarten bei der Wahl der Grüneinsaat auf die Fruchtfolge. Verwenden Sie möglichst keinen Senf, Ölrettich und Raps, wenn Sie viel Kohl, Rettich oder Radies im Garten anbauen. Sie gehören zur selben Familie der Kreuzblütler.

 

Winterroggen gehört zu den Gründüngungspflanzen,die noch im späten Herbst gesät werden können.

 

Allgemein können winterharte Gründüngungspflanzen noch bis in den Oktober ausgesät werden. Sie bilden und teilweise verholzende Teile, die den Boden über den Winter schützen. Das Einarbeiten im Frühjahr ist dann jedoch oft schwierig. Die Pflanzenreste werden deshalb herausgerissen und kompostiert. Alternativ mähen Sie sie ab und graben die Flächen mit einem flach gehaltenen Spaten wenige Wochen vor der Beetnutzung um. Übrigens eignen sich Feldsalat, Winterportulak und Spinat auch als Gründünger. Säen Sie besser in Reihe und nicht breitwürfig, um noch Hacken und Jäten zu können. Je nach Bedarf können Sie Ihr Gemüse ernten. Nehmen Sie dazu immer wieder die größten Pflanzen, damit sie nicht zu dicht stehen. Der Rest wird im Frühjahr vom Beet entfernt oder flach eingearbeitet

 

Mit Winterroggen bleiben die Beete auch im Winter grün.

 

Frostempfindliche Gründüngungspflanzen, die durch die Kälte vertrocknet bzw. abgestorben sind, bleiben noch als Mulch auf dem Boden liegen. Pflanzenreste werden im Frühjahr eventuell abgerecht und kompostiert oder auch flach untergegraben.

Roggen durchwurzelt den Boden gut, er kann noch spät im Jahr eingesät werden.

Die Roggenpflanzen werden im zeitigen Frühjahr flach unter den Boden eingearbeitet.

 

Im Frühherbst arbeitet man Pflanzen grundsätzlich nicht ein. Die Verrottung setzt wertvolle Nährstoffe frei, die ausgewaschen werden könnten. Lediglich bei schweren Böden ist noch ein Umgraben im Dezember kurz vor dem Durchfrieren des Bodens möglich. Oder man lässt die Gründüngung einfach bis zum Frühjahr stehen.

Einarbeiten der Gründüngung im Frühjahr. Dies fördert das Bodenleben und setzt schließlich Nährstoffe frei.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbäau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie1

Nachwuchs durch Stecklinge 

 

Lust auf eigene Nachzuchten? Neben der generativen Vermehrung durch Samen gibt es die vegetative durch grüne Pflanzenteile, die Stecklinge. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für das Anziehen neuer Pflanzen.

Jetzt im Sommer ist die Zeit günstig, um bestimmte Pflanzen durch Stecklinge zu vermehren, denn die jungen Triebe sind fest, aber noch nicht verholzt. Besonders lohnt es sich bei alten, unbekannten und außergewöhnlichen Sorten oder dann, wenn man viele Pflanzen braucht oder verschenken will.

 

Neue Pflanzen durch Stecklingsvermehrung

 

Mit dieser Methode können Sie eine Vielzahl von Beet- und Balkonblumen vermehren. Die Triebe von Fuchsien, Pelargonien, Wandelröschen und anderer Kübelpflanzen sind bis Mitte des Sommers ausgereift und nicht mehr weich. Ebenso können Sie mit vielen anderen verholzenden Gartenpflanzen verfahren. Beliebt bei uns und auch bei den Insekten sind duftende Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Zitronenverbene und Minzen. Die jungen Nachzuchten eignen sich in einem schönen Topf auch als Geschenk für Gartenfreunde.

Auch aus Platzgründen ist die Stecklingsvermehrung sinnvoll. Gerade unsere klassischen Balkon- und Kübelpflanzen erreichen über den Sommer eine stattliche Größe. Diese sind aber frostempfindlich und benötigen einen Platz zum Überwintern. Doch der ist oft nicht vorhanden. Machen Sie jedoch Stecklinge von Ihren Lieblingspflanzen, sind die Zögling bis zum Herbst bewurzelt und lassen sich ohne großen Platzbedarf gut durch die kalte Jahreszeit bringen.

Die Sortenvielfalt bei Fuchsien ist riesig groß.junge Pflanzen aus Stecklingen benötigen weniger Platz beim überwintern.

 

So gehen Sie bei Stecklingen vor

 

Schneiden Sie nur Stecklinge von gesunden und kräftigen Mutterpflanzen. Dazu wählen Sie möglichst blüten- und knospenfreie Triebe mit drei bis vier Blattpaaren aus, die Sie mit einem sehr scharfen Messer unterhalb eines Blattpaares schneiden. Kleine Blättchen an der Blattachse kommen weg. Nun, Balkonblumen und andere stehen jetzt in voller Blütenpracht. Deshalb werden Sie kaum Triebe ohne Knospen und Blüten entdecken. Entfernen Sie vorsichtig die Blütenansätze, so dass der Stiel nicht verletzt wird. Blüten und Knospen verbrauchen für den Steckling zu viel Energie und können durch Faulen zum Krankheitsherd werden.

Als Vermehrungssubstrat eignet sich Aussaaterde, evtl. noch mit Sand gemischt, das in saubere Töpfe und Gefäße gefüllt wird. Stecken Sie den Steckling in die Mitte des Topfes und drücken Sie ihn an, so dass er Erdanschluss hat und nicht umfallen kann. Damit er nicht austrocknet, erfolgt gleich anschließend das Angießen und leichtes Abdecken mit Folie. So ein zarter Steckling sollte zwar hell stehen, aber grelle Sonne schadet ihm. Eine Schattierung mit einem Zwiebelnetz, einem dünnen Stoff oder einem dünnen Vlies ist deshalb sinnvoll. Auch ein heller Fensterplatz an der Nordseite eignet sich recht gut, dann ohne Schattierung. Eine tägliche Kontrolle ist nun nötig, um Pilzerkrankungen durch zu hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser zu vermeiden. Da kann man gleich kurz lüften und entstandene Schadstellen entfernen. Nach etwa zwei Wochen haben sich die ersten Wurzeln entwickelt.

Auch das Einstellen der Stecklinge in ein Glas mit Wasser funktioniert bei vielen Pflanzen gut. Außerdem können Sie dann gleich das Wurzelwachstum beobachten. Nach der Wurzelbildung kommen die Jungpflanzen dann in ein Gefäß mit Erde.

Wie vieleKübelpflanzen lassen sich auch Wandelröschen durch Steklinge vermehren 
 

 

Während kälteempfindliche Pflanzen im Haus überwintern, können Gehölze wie, Lavendel und Buchs bis wenige Grad unter Null im Freien verbleiben. Ein Schutz mit Vlies ist aber sinnvoll.

 

 

 

 

 

Steckhölzer nicht mit Stecklingen verwechseln

 

 

Während Stecklinge im Sommer von krautigen Pflanzen gewonnen werden, eignen sich die diesjährigen Neutriebe von Zier- und Beerenobststräuchern für Steckhölzer. Diese Art der Vermehrung erfolgt meist erst im Herbst.

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Polizei

hat Gartenakademie10

 

ÜTrauer im Tomatenbeet

Der Schreck war groß - fast über Nacht bekamen die Tomatenpflanzen dunkelbraune und graue Flecken auf verschiedenen Pflanzenteilen. Lange Zeit war die Kraut- und Braunfäule in manchen Regionen kein Thema mehr. Doch in diesem Jahr hat sie schonungslos zugeschlagen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie haben es selbst erfahren.

Das Entsetzen und die Trauer sind groß. Auf eine große Tomatenernte werden in diesem Jahr viele verzichten müssen. Große Regenmengen sorgten für die starke Ausbreitung des Schadpilzes.

Die Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten wird durch den Pilz Phytophthora infestansverursacht. Die Krankheit tritt meist ab Mitte Juli bei feuchter, kühlerer Witterung und vor allem im Freiland auf. Befinden sich mit der gleichen Krankheit befallene Kartoffeln in der Nähe, sind diese oft schon früher erkrankt und infizieren dann die Tomate. Wiederkehrende (stärkere) Niederschläge, hohe Luftfeuchte sowie Temperaturen wenig über 20 Grad und nachts oft weit darunter, lassen die Blätter kaum abtrocken, so dass sich der Pilz schnell ausbreiten kann. Feuchte Böden ab Mai, verbunden mit Düngung, hat die Pflanzen schnell wachsen lassen, so dass sie recht weiches Gewebe gebildet haben. Dieses ist dann anfälliger für Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule.

Ältere Blättern zeigen zunächst graugrüne Flecken, die sich grau bis schwarz verfärben und ineinanderfließen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich auf der Blattunterseite ein grauweißer Pilzrasen. Auch die Stängel werden befallen. Diese bekommen braune Flecken und werden dort brüchig. Empfindlich für eine Infektion sind auch die Früchte. Es entstehen braune, etwas eingesunkene harte Flecken, die tief in das Fruchtfleisch gehen. Die Früchte sind nicht genießbar und sind zu entsorgen.

Was tun bei Befall?

Sehen Sie erste Flecken auf den Blättern und ist die Aussicht auf trockeneres Wetter, so können Sie die befallenen Pflanzenteile großzügig entfernen, mit der Hoffnung, dass es keine Neuinfektionen mehr gibt. Sind jedoch schon die Stiele der Tomaten mit dunkelbraunen Stellen übersät, so wird es mit der Tomatenernte nichts mehr werden und die Pflanzen sterben schnell ab. Entfernen Sie die ganzen Pflanzen sorgfältig und entsorgen Sie diese dann über die Biotonne. Gesunde grüne Tomatenfrüchte können noch nachreifen, wenn sie ihre Endgröße erreicht haben und schon von dunkel- auf hellgrün wechseln. Doch kontrollieren Sie täglich. Oft bemerkt man den Fruchtbefall mit Braunfäule erst nach ein paar Tagen.

Nutzen Sie die nun leeren Beete für Herbstsalate wie Endivien, Zuckerhut und Feldsalat sowie Spinat, aber auch andere Salate, Kohlrabi und Radies. Problemlos können Sie Gründüngung einsäen. Oder benötigen Sie ein neues Erdbeerbeet?

Vorsorge für das nächste Jahr

Wir können noch nicht sagen, wie das Wetter im nächsten Frühjahr und Sommer sein wird. Wichtig für den erfolgreichen Tomatenanbau ist auf alle Fälle ein weiter Pflanzabstand von mindestens 60 Zentimetern und ein konsequentes Ausgeizen, damit genügend Luft durchziehen kann und die Blätter möglichst trocken bleiben. Gießen Sie nur über den Boden und benetzen Sie die Blätter möglichst nicht. Besonders in Regionen, die öfter mit Niederschlägen rechnen, ist der Tomatenanbau unter einem Dach empfehlenswert. So bleiben die Pflanzen weitgehend trocken und es kann Wind durchziehen. Deshalb sollten auch die Seiten der Überdachungsvorrichtung offen bleiben, eventuell lediglich die Wetterseite geschlossen. Pflanzen Sie Tomaten und Kartoffeln möglichst weit auseinander, denn oft sind erst die Blätter der Kartoffeln befallen, bevor die Pilzsporen die Tomaten infizieren. Die Tomatenstäbe werden mit Seifenlauge gewaschen und vorsorglich im nächsten Jahr ein anderes Beet gewählt. 

Die Nutzung von Folienhauben ist ungünstig. Es bildet sich schnell Schwitzwasser, was wiederum Pilzinfektionen begünstigt.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Lavendel – der Traum vom Süden

Mit Lavendel verbindet man häufig große Felder im Süden Frankreichs oder in mediterranen Urlaubsorten. Aber auch in englischen Gärten gehört Lavendel dazu. Der lieblich würzige Duft erinnert stets an Sommer. „Die Pflanze fühlt sich besonders in den warmen und niederschlagsarmen Gegenden wohl“, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Lavendel mit seiner Blütezeit von Juni bis August ist als Gartenpflanze sehr beliebt. Am richtigen Standort ist der Halbstrauch pflegeleicht und erfreut uns und unterschiedliche Insekten über viele Jahre.

Lavendel-Vielfalt

Die Blütenfarbe des Lavendel ist nicht nur lila. Selbst dieses variiert von einem blassen Fliederton bis zu einer intensiv dunklen Blauviolett. Doch es gibt auch Sorten mit rosa oder weißen Blüten. Die Blütenstände selbst können sehr lang, schmal und locker sein oder auch kurz und kompakt. Und auch die mehr oder weniger grau-grünen Blätter zeigen verschiedene Formen und Ausprägungen.

Am bekanntesten ist sicherlich der Garten-Lavendel Lavandula angustifolia mit einer Vielzahl verschiedener Sorten. Diese zeigen nicht nur unterschiedliche Blütenfarben (verschiedene blau-lila Töne, weiß und rosa), sondern auch die Wuchshöhen, die zwischen 25 und 90 Zentimetern liegen. Besonders lange Blütenrispen besitzt der etwa zwei Wochen später blühende Provence-Lavendel Lavandula x intermedia, dessen Farbspektrum ebenfalls verschiedene blau/lila Farbtöne sowie weiß aufweist. Während die beiden vorher genannten Lavendel-Arten den Winter im Gartenbeet überstehen, müssen Schopf-Lavendel (Lavendula stoechas) und Kanarischer Lavendel (Lavandula pinnata) frostfrei überwintert werden.

 

Lavendel im Garten

Lavendel liebt einen durchlässigen, kalkhaltigen Boden in voller Sonne. Zu viel Bodenfeuchte, vor allem im Winter verträgt er nicht. Deshalb ist ein gut dränierter Boden wichtig, dass sich keine Staunässe bilden kann. In Kiesbeeten fühlt er sich deshalb besonders wohl. Kombinationspflanzungen mit anderen trockenheitsverträglichen Stauden, aber auch manchen Rosen sind möglich. Karge Böden verbessern die Winterhärte und intensivieren den Duft. Garten- und viele Provence-Lavendel sind ausreichend winterhart, wobei ein Schutz vor intensiver Wintersonne mit Vlies oder Reisig, zumindest zeitweise ratsam ist. Jährlich geschnitten ist Lavendel auch als Beeteinfassung und blühender insektenfreundlicher Buchsersatz geeignet.

Lavendel zählt zu den Halbsträuchern. Er zieht nicht wie eine Staude komplett ein, sondern es verbleiben oberirdisch holzige und krautige Pflanzenteile. Jedes Jahr im Frühjahr wird die Pflanze stark, das heißt nur wenig über den verholzten Stellen, zurückgeschnitten. Nach der Blüte, oder auch zur Blütenernte schneiden Sie den Blütenstängel komplett und dabei ein bisschen tiefer ab.

Lavendel(blüten) füllen Duftsäckchen gegen Motten, wirken beruhigend auf uns. Sie lassen sich gut trocknen und damit auch lange Zeit verwenden und für Trockensträußchen und andere duftende Dinge nutzen. Die graulaubigen Zweige fügen sich zierlich in Wintergestecke ein.

Bis auf den Schopflavendel sind Lavendelpflanzen wahre Insektenmagnete. Gerne besuchen Bienen die Blüten und sammeln Pollen und Nektar. Da vor allem Zwergsorten des Lavendel auch in Gefäßen wachsen, verschönern sie auch Balkone und Terrassen. Sie lassen sich auch mit anderen mediterranen Kräutern oder trockenheitsverträglichen Stauden gut kombinieren und wandeln den „Blumenkasten“ in eine Insektenparadies.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Blätter zeigen Blasen

Jetzt wenden sich immer häufiger aufgeregte Freizeitgärtner an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, wenn Johannisbeere und Pfirsich blasige Blätter aufweisen. Die Veränderungen fallen besonders auf, da sie zusätzlich rot verfärbt sind.

Auch wenn das Erscheinungsbild an den unterschiedlichen Obstgehölzen recht ähnlich ist, sind die Verursacher ganz verschieden. Blattläuse bzw. Milben und ein Pilz sind die Schaderreger.

Blasen an den Johannisbeerblättern

 

An den Sträuchern roter Johannisbeersorten fallen die blasigen und rot gefärbten Aufwölbungen an den grünen Laubblättern besonders auf. Dreht man das Blatt um, so befinden sich auf der Blattunterseite häufig grünliche Blattläuse: Johannisbeerblasenläuse. Durch die Saugtätigkeit der Läuse an den ganz jungen Blättern entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum vitaler Sträucher ist nicht eingeschränkt. Wiederholter Starkbefall, besonders bei jungen Pflanzen jedoch könnte zu Blattfall führen und somit die Pflanze schwächen. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen deshalb bereits zum Austrieb und zerdrücken Sie einfach die ersten Läuse oder entfernen Sie die Blättchen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger. Deshalb sind die Schädlinge oft schon gefressen, bevor die roten Schädigungen auffallen. Die Läuse können auch auf ihre Sommerwirte, das sind andere krautige Pflanzen gewandert sein. Im Herbst kommen sie dann zurück an die Johannisbeere, wo die Johannisbeerblasenlaus an den Trieben Eier ablegt, aus denen dann, mit dem Entfalten der jungen Blätter, wieder neue Läuse schlüpfen.

Blasen an den Pfirsichblättern

Viele Pfirsich- und vor allem Nektarinenbäume zeigen nun stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen dick, haben eine fleischfarbige bis dunkelrote Farbe und brechen leicht. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit, einer Pilzkrankheit. Starker Befall über Jahre hinweg und die dadurch geringere Fotosyntheseleistung schwächt die Pflanze. Auch die Früchte können daher zeitweise nicht mehr richtig ernährt werden und fallen zum Teil auch ab. Gegen diesen Pilz lässt sich nur bei Knospenschwellen angehen. Bei feuchter Witterung werden die Pilzsporen zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie dann auskeimen. Nur denkt man in den Wintermonaten nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen und das Knospenschwellen ist sehr witterungsabhängig. Sind die Symptome sichtbar, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich. Dann können Sie nur noch versuchen die befallenen Blättchen schnell zu entfernen, damit sich keine neuen Pilzsporen bilden, die dann an den Zweigen überwintern. Ein Rückschnitt der Pflanze im Herbst verringert ebenfalls den Befallsdruck. Es zeigt sich, dass gelbfleischige Sorten besonders anfällig sind, während die weißfleischigen Pfirsichsorten ‘Benedicte‘ und ‘Fruteria‘ nicht so stark betroffen sind.

Blasen an den Wein- und Birnenblättern

Auch an den Blättern des Weinstocks und der Birne können pockenartige, oft rötlich gefärbte Erhebungen auftreten. Bei beiden sind es Milben, die das Schadbild hervorrufen: die Rebenpockenmilbe und die Birnenpockenmilbe. Da sich mehrere Generationen im Jahr bilden, reduzieren Sie den nächsten Befall, wenn Sie die geschädigten Blätter schnell entfernen. Im Herbst wandern die kleinen Tiere zurück in die Knospen zum Überwintern. Bei starkem Milbenbefall können für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Gallmilben (verschiedene Rapsölprodukte) rechtzeitig beim Austrieb im Frühjahr eingesetzt werden.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

 

Gestalte den Gemüsegarten insektenfreundlich

 

Die Beete im Gemüsegarten sind nun weitgehend bestückt. Da denkt kaum einer an Bienen und andere Insekten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen Möglichkeiten auf, wie Sie auf die Bedürfnisse verschiedener Tiere eingehen können.

 

Honig-Bienen, Wildbienenarten und andere Insekten sind wichtige Bestäuber und sichern somit die Obst- und Gemüseernte. Ein vielfältiger und gut geplanter Gemüsegarten kann ihnen viele Nahrungsquellen bieten.

Bunte Lückenfüller

 

Tomaten, Zucchini, Gurken und andere wärmeliebende Gemüsearten sitzen auf ihren Platz im Beet. Erste Salate und Radieschen werden schon geerntet. Da gibt es Lücken. Noch mehr Gemüse? Wer den Platz dafür nicht benötigt, pflanzt jetzt bunte Sommerblumen. Einjährige wie Zinnien, Astern, Schmuckkörbchen, Ringelblume, Löwenmäulchen und viele mehr bringen mit ihren bunten Blüten nicht nur Farbe in den Gemüsegarten, sie liefern auch Nahrung für viele Insekten. Entfernt man regelmäßig Verblühtes, bilden sich bis zum Frost stetig neue Blüten,

 

 

Größere Lücken können Sie mit einer Gründüngung einsäen. Nicht nur, dass der

Bewuchs dem Boden gut tut, die Blüten bieten Nahrung. Gerne besuchen verschiedene Insekten die Blüten von Phacelia, dem Bienenfreund, und von Buchweizen. Beide Pflanzen sind mit keiner relevanten Gemüseart verwandt und eignen sich deshalb besonders gut als Zwischenfrucht. Die Ansaat eines Beetes oder eines Teilstückes mit einer einjährigen Blumenmischung ist ebenfalls denkbar. Im Handel finden Sie spezielle Mischungen für (Wild-)Bienen, Schmetterlinge und Singvögel mit Dill, Ringelblume, Lein, Schmuckkörbchen, Studentenblume, Kornblume, Klatschmohn und vielem mehr.

 

Gib den Beeten einen Rahmen

 

Während früher Beete in vielen Gemüsegärten mit niedrigen Buchshecken umsäumt waren, sucht man jetzt nach Alternativen. Für niedrige mehrjährige Beeteinfassungen, ganz nach dem Vorbild von Bauerngärten, eignen sich schnittverträgliche Kräuter, Stauden und Kleinsträucher wie beispielweise Thymian, Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos zurück- und in Form schneiden. Wie wäre eine Umrandung mit Monatserdbeeren? Neben der Nahrung für die Bienen über viele Wochen freuen wir uns über kleine, dafür leckere rote Früchtchen. Bunte Beet-Rahmen sind aber auch mit verschiedenen einjährigen Blumen möglich wie Kapuzinerkresse, Ringelblume oder auch mit der niedrigbleibenden Feuerbohne ‘Hestia‘ mit ihren rot-weiß schmückenden Blüten.

 

 

Kräuter gehören dazu

 

Wichtige Nahrungsquellen für Insekten sind unsere Kräuter. Mediterrane wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel benötigen einen eher trockenen Standort, um ihr Aroma zu entfalten. Weinraute (Achtung: starke Hautreaktionen bei Sonnenlicht!), Gewürzfenchel, Schnittlauch, Zitronenmelisse und besonders Minzen brauchen etwas mehr Wasser. Während fast alle Kräuter einen sonnigenPlatz beanspruchen, gedeiht Bärlauch auch im Halbschatten und Schatten.

 

Denken Sie bei der Kräuterernte immer auch an Bienen und andere Insekten. Lassen Sie deshalb einen Teil der Pflanzen zum Blühen kommen und schneiden Sie erst anschließend zurück. Bei den einjährigen Kräutern besuchen die Bienen besonders gerne Borretsch, aber auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Liebstöckel, Gartenfenchel und Petersilie, die im zweiten Jahr blüht.

 

Nahrung für Nützlinge

 

Auch Gemüsepflanzen sind von Schädlingen nicht ganz verschont. Blattläuse können junges Gemüse schädigen. Mit verschiedenen Blütenpflanzen, die zwischen dem Gemüse sitzen und den verschiedenen Insekten Nahrung bieten, locken Sie auch Nützlinge an. So legen erwachsene Schweb- und Florfliegen ihre Eier zu den Blattlauskolonien und die gefräßigen Larven halten die Schädlinge in Schach.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

 Brigitte Gross,Bayerische Gartenakademie 10

<Beliebtes Sommergemüse - Zucchini

Grße Zucchinivielfalt walzenförmig und rund,grün-gelb. Gsstreift.

 

Was wäre ein Sommer ohne Zucchini? Reiche Ernte, vielseitig verwendbar und kräftig im Wachstum macht der eigene Anbau auch „Garten-Neulingen“ Spaß. Nach den Eisheiligen finden wärmeliebende Fruchtgemüsearten ihren Platz im Freien, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auffallend große gelbe Blüten schmücken die Pflanzen, bevor sich die typischen Zucchinifrüchte bilden. Oft reichen schon ein oder zwei Pflanzen, um eine (kleine) Familie den Sommer über mit.

Nach den Eisheiligen gehts es raus auf das Beet

Zucchini im Garten

Zucchini sind kälteempfindlich und erhalten erst dann ihren Platz im Freien, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. In der Regel ist dies ab Mitte Mai. Sie brauchen einen lockeren, nährstoffreichen und humosen Gartenboden. Das Einarbeiten von Kompost und Hornmehl bei der Pflanzung ist sinnvoll. Während des Sommers braucht das Gemüse ausreichend Wasser. Um die Verdunstung aus dem Boden zu reduzieren hat es sich bewährt mit Grasschnitt oder anderem frischen organischen Material zu Mulchen. Dies fördert außerdem das Bodenleben und garantiert die Nährstoffnachlieferung.

Üppiges Wachstum der Zucchinipflanzen.Da braucht man im Garten 

Die Zucchini-Vielfalt ist groß. Neben walzenförmigen Früchten in grün, gelb und gestreift gibt es auch die Kugelform. Während die meisten Zucchini kompakt und buschig wachsen, bildet die Kletterzucchini lange Triebe, die am Zaun oder an einem Pfahl angebunden werden. Für die meisten Zucchinisorten planen Sie etwa einen Quadratmeter je Pflanze ein. Einjährige Sommerblumen im Randbereich locken Insekten an und machen den Gemüsegarten

Knallgelb leuchten die großen Blüten der Zucchini,Auch Bienen finden Gefallen daran.

 

Gelb leuchten die großen Trichter-Blüten der Zucchini, in denen auch häufig Bienen zu finden sind. Weibliche Blüten besitzen gleich einen kleinen Fruchtansatz, während die männlichen auf dünnen Stielen sitzen. Oft bilden sich erst nur männliche Blüten, bevor später bei wärmeren Temperaturen verstärkt weibliche Blüten erscheinen. Lassen Sie jedoch immer auch wenige männliche Blüten stehen.

Zucchini müssen nicht walzenförmig sein.Es gibt auch runde Sorten.

 

Zucchini auch ohne großen Garten

 

Zucchinifrüchte müssen nicht einfarbig sein,Mansche Sorten sind gestreift.

 

Das beliebte Fruchtgemüse lässt sich auch anbauen, wo wenig Platz zur Verfügung steht. Selbst im Hochbeet, Kistengarten oder großem Kübel wachsen die Pflanzen und bilden ihre Früchte. Achten Sie auf ausreichend große Pflanzgefäße und nutzen Sie hochwertige Substrate. Es eignen sich besonders Sorten, die kleiner und kompakt bleiben. In Bayern wurden eine grüne und eine gelbe Sorte zum „Gemüse des Jahres 2021“ gekürt. Mitgliedsbetriebe des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes und der Initiative „Ihre RegionalGärtnerei“ bieten „Fred“ und Wilma“ exklusiv an. Beide Sorten haben einen kompakten Wuchs und auch die Früchte werden nicht allzu groß.

So mansche Zucchini möchte hoch hinaus .Die Kletterzucchini muss an einen Pfahl gebunden werden.

 

Zucchini kulinarisch

Zucchini anbauen auch ohne Gartenbeet.Zuccini jungpflanze im Kistengarten

Gegen eine Schwemme an Zucchinifrüchten hilft am besten eine frühzeitige Ernte. Die optimale Fruchtgröße liegt bei etwa 12 bis 25 Zentimetern. So erntet man dann zwar vielleicht weniger an Masse, dafür aber nur schmackhafte und besonders zarte Früchte. Diese schmecken auch roh in dünnen Scheiben oder geraspelt im Salat. Gebraten, gekocht, gedünstet, gegrillt – leckere Rezepte mit Zucchini findet man schnell. Groß gewordene Früchte eignen sich auch noch für Suppen, Chutneys oder für Kuchen. Durch die härtere Schale der großen Früchte sind diese auch ein paar Tage länger haltbar.

je größer die Pflanzgefäße umso besser wachsen die Zuccicni.Greifen Sie trotzdem auf kompakte Sorten zurück.

 

Zucchini-Blüten, vorzugsweise männliche, können Sie braten, frittieren und füllen und werden so eine leckere Vorspeise.

Kompakte ZUcchinisorten eignen sich auch besonders für Hochbeet,da noch Platz ist für andere Pflanzen bleibt.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10