Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Herbstliche Gärten mit Gräsern

Nackt sehen die Bäume und Sträucher aus, wenn ihr buntes Laub zu Boden gefallen ist. Doch ein Garten sieht auch im Spätherbst und Winter malerisch aus, wenn Gräser integriert sind, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Gräser sind sehr verschiedenartig. Durch ihre filigranen Strukturen verbinden sie andere Gartengewächse harmonisch zu einem Bild. In der Herbstsonne leuchten Tautropfen an den Halmen und Blütenständen. Spinnennetze, die zwischen den Halmen gesponnen wurden, sind mit Raureif bedeckt.

Gräser geben Struktur.Straff aufrecht schmücken sie den herbstlichen Garten

 

Gräser für Jeden

Die Gräservielfalt ist riesengroß. Selbst in kleinen Reihenhausgärten lassen sich bestimmte Arten und Sorten verwenden, genauso wie in großen, parkähnlichen Grundstücken. Sie können Mittelpunkt sein oder zarte Begleiter zu Stauden und Gehölzen. Abhängig von ihrer Art eignen sich Gräser für sonnige Rabatten, als Begleiter für Rosen, in Steppengärten und für Steingärten. Andere gedeihen auch im Halbschatten oder Schatten. Gräser treiben im Frühjahr oft spät aus. Erst im Sommer und Frühherbst erreichen sie ihre Pracht durch ihre Wuchsgröße und die Blütenstände. Horstbildende Gräser können je nach Wuchshöhe im Hintergrund, in der Mitte des Beetes oder auch im Vordergrund stehen. Sie setzen Akzente oder kaschieren manche Lücken.

Wunderschöner Herbst.Gras mit Regentropfen


Bunte Gräser

Manche Zierformen besitzen eine attraktive Blattfärbungen deren Farbpalette von Gelb über Rot zu Kupfer und Bronze reicht. Auch blaue, silberblaue und graue Farbtöne findet man. Andere Gräser bekommen eine regelrechte Herbstfärbung, wenn die Farben im Spätsommer und Frühherbst intensiv werden. Es gibt Sorten mit längsgestreiften oder quergestreiften, weißen oder gelben Bändern in den grünen Blättern.

Die Halme sommergrüner Gräser färben im Herbst oft gelb bevor sie verbräunen. Immergrüne wie Segge und Marbel zieren auch noch im Winter mit grünen Trieben. Beide Gras-Arten bleiben niedrig und vertragen Halbschatten und Schatten gut.

herbstliche Stimmung mit Gräsern


Bewegte oder ruhende Gräser

Gräser wie Chinaschilf, Ruten-Hirse und Diamantgras wachsen straff aufrecht. Sie schaffen einen formalen Charakter, wenn sie in Reihe gepflanzt werden. Überhängende, bogig wachsende Gräser dagegen verbinden unterschiedliche Pflanzenhöhen und kaschieren im Herbst unschön gewordene Stellen. Außerdem heben diese Gräser die

straff aufrechten und dunkelbraunen Samenstände der Sonnenhüte hervor. Dazu gehören Pfeifengräser, Lampenputzergras und Federgras.

die Samenstände des Chinaschilfes wehen im Wind


Gräserpflanzung und pflege

Auch wenn jetzt im Herbst Gräser besonders attraktiv sind, pflanzen Sie sie erst im Frühjahr, wenn der Gartenboden erwärmt ist. Auch das Teilen großer Horste und Neupflanzen sollte im Frühjahr geschehen. Es besteht die Gefahr, dass bei einem nassen Winter die Gräser faulen, da sie noch nicht richtig gewurzelt haben. Ausnahme: In Weinbaugebieten und bei durchlässigen Böden können Gräser, außer Pampasgras und Orientalisches Lampenputzergras, auch im Herbst gepflanzt werden. Die Böden sind noch warm, die Vegetationszeit ist durch den Klimawandel länger, bei einer Pflanzung bis Mitte November wurzeln sie noch ein. Wichtig ist dann evtl. Winterschutz mit dünner Laubschicht, wenn es doch sehr kalt werden sollte und Wässern, wenn der Winter trocken bleibt.

Duftig leicht sind die Samenstände des Federborstengrases

 

Noch bevor die neuen Triebe erscheinen schneidet man sommergrüne Gräser im zeitigen Frühjahr bodennah ab. Blätter und Fruchtstände bleiben über den Winter dekorativ und bieten Vögeln Nahrung aus den Samenständen. Bei Immergrünen entfernt man braun gewordenen Halme und Blätter.
Manche Gräser besitzen einen regelrechten Ausbreitungsdrang! Während horstbildende Arten nach einigen Jahren verjüngt werden, da sie von Innen verkahlen, können ausläuferbildende Arten schnell zu einem Problem im Garten werden, wenn man sie nicht aufhält. Andere Gräser samen sich aus und gehen im Garten auf Wanderschaft.

die Samenstände des Chinaschilfes wehen im Wind


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Süßkartoffel, Yacon und Topinambur: Tolle Knollen für den Winter

Gemüse aus dem eigenen Garten ist auch in den Wintermonaten beliebt. Dazu gehören Wurzel- und Knollengemüse. Doch es gibt weit mehr als Kartoffel, Sellerie, Möhre und Co. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen weniger bekannte Arten vor.

Wird es nachts kalt und legt sich erster Reif über die Landschaft, dann ist Zeit für die Ernte von Süßkartoffel und Yacon. Topinambur darf noch im Boden bleiben. Winterliche Gerichte mit tollen Knollen aus dem Garten genießt man in der kalten Jahreszeit.

 

Süßkartoffel oder Batate

Immer häufiger bauen Gemüseliebhaber die erstaunlich problemlose Süßkartoffel im Garten, im Hochbeet oder sogar in einem breiten Balkonkasten an. Die Ernte erfolgt meistens in einem Arbeitsgang, eine frische Ernte – vom Beet in den Kochtopf – wie bei der Kartoffel ist nicht möglich. Frisch geerntete Süßkartoffeln sind nämlich zunächst geschmacklos. Den richtigen Erntezeitpunkt bestimmt der erste leichte Raureif. Dann wachsen auch die Knollen nicht mehr weiter. Mit einer Grabgabel hebt man sie vorsichtig aus der Erde. Es ist gut, wenn der Boden nicht zu nass ist, dann klebt nämlich weniger Erde an den Knollen. Notfalls die Erde antrocknen lassen und abschütteln. Durch Mäuse angefressenes oder anders geschädigtes Erntegut wird aussortiert und zuerst verwertet. Bis zum „süßen“ Genuss dauert es nun aber noch ein bisschen. Es folgt das „Curing“, eine zweiwöchige Wärmephase bei gut 24 Grad nach der Ernte: Dies macht die Knollen lagerfähig und wandelt Stärke in Zucker um, was dann den süßlichen Geschmack ausmacht. Dabei härtet die Schale aus, die Knollen werden haltbar. Danach hebt man die Süßkartoffeln bei 12 bis 16 Grad auf - moderne Kellerräume, für Kartoffeln viel zu warm, sind für Süßkartoffeln nahezu ideal. Ist es zu kalt, faulen die Knollen leicht.

Lust zum Ausprobieren? Dann pflanzen Sie im nächsten Jahr ab Ende Mai ein paar Pflänzchen. Schnell bedecken sie das Beet mit langen Blätterranken, während sich im Boden die Knollen entwickeln.

Auch im Kistengarten wachsen Süßkartoffeln gut und bringen reiche Ernte

Yacon

Eher unbekannt ist Yacon. Verwandt mit Topinambur bildet die Pflanze den Sommer über eine imposante Grünpflanze, später erscheinen kleine gelbe Blüten. Diese werden von Bienen gerne besucht. Unterirdisch bildet sich ein verdickter Wurzelstock. Nach den ersten leichten Frösten, wenn sich die Blätter verfärbt haben, wird er vorsichtig aus dem Boden gehoben und geerntet. Anders als Dahlien sitzt in der Mitte eine kompakte Knolle, die ganz ähnlich wie bei Dahlien sehr gut bis ins nächste Jahr lagern kann. Die dicken, strahlenförmig verteilten walzenförmigen Wurzeln werden vorsichtig abgelöst, wie bei Süßkartoffeln gut zwei Wochen bei Zimmertemperatur gelagert und dann gegessen. Von Vorteil ist ein sandiger Boden, da die saftigen Wurzeln leicht brechen. Diese lagert man dann trocken und frostfrei. Verwendet werden die dicken Wurzeln roh, gekocht oder gebraten. Geschmacklich erinnern sie ein bisschen nach Melone und Birne. Wer keine Wurzelknollen hat, kann sich diese über Internetangebote bestellen. Später verwendet man dann seine eigenen für die Weitervermehrung. Nach den Eisheiligen erfolgt die Pflanzung in ein vorbereitetes lockeres Gartenbeet.

Mit der Grabgabel gelingt das Ernten der Süßkartoffeln


Topinambur

Während die zwei vorgenannten Gemüse nicht winterhart sind und rechtzeitig aus dem Boden müssen, ernten viele die Topinambur-Knollen erst zum Ausgang des Winters. Am besten erntet man nach Bedarf, weil die zarten Knollen auch im kühlen Lagerraum sehr schnell austrocknen und dann recht fade schmecken. Verwenden Sie besser die größeren Knollen, auch wenn sie nur gewaschen und nicht zwingend geschält werden müssen. Die Kleinen stecken Sie einfach wieder in die Erde. Dort bilden sie im nächsten Sommer stattliche Pflanzen mit gelben „Sonnenblumen-Blüten“, die im Spätsommer blühen. Wo es Topinambur gefällt vermehrt sich die Pflanze und breitet sich unterirdisch aus. Wer also nicht den ganzen Garten zugewuchert haben möchte, pflanzt die Knollen mit einer Wurzelsperre oder in ein großes Gefäß.

Leider lieben Mäuse die Süßkartoffel

die relativ gelben Blüte der imposanten Yacon-Pflanze werden gerne von Bienen besucht

 

Alle Drei….

…. lassen sich roh, gekocht und gebraten verwenden. Der Trend geht zu ausgefallenerem Gemüse, das im Garten oder in großen Gefäßen angebaut werden kann und den Speiseplan bereichert. In modernen Kochbüchern oder auch auf Kochseiten im Internet findet man eine Vielzahl kreativer Rezeptideen. Durch die Knollenbildung sind die Gemüse recht genügsam, pflegeleicht und auch für Garteneinsteiger geeignet.

Nach ersten leichten Frösten sterben die Blätter von Yacon ab Zeit füt die Ernte

frisch geerntete Yacon Wurzen brechen leicht und Müssen vorsichtig behandelt werden

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Kürbis - ein herbstliches Gemüse

Kürbisse vielfältig in Farbe, Form, Größe und Verwendung

 

Leuchtende und Kürbisse in unterschiedlichen Formen, Größen und Farben laden nun häufig an den Straßenrändern zum Kauf ein. Manch einer nutzt sie lediglich als Dekoration, doch sind viele Kürbisarten und sorten ein willkommenes Herbst- und Wintergemüse. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das vielseitige und pflegeleichte Gemüse vor.

Wer einen größeren Gemüsegarten oder Kompost besitzt, kann versuchen im nächsten Jahr selbst Kürbisse heranzuziehen. Schmackhafte Sorten bereichern den Speiseplan, Zierkürbisse dienen zur Herbstdekoration.

Achten Sie bei der Pflanzung auf ausreichend Abstand.Innerhalb eniger Wochen ist das ganze Beet bedeckt.

 

Kürbisse ernten

Die Kürbispflanze hat ihren Zuwachs nun beendet. Die Blätter verfärben sich gelb und sterben schließlich ab. Spätestens dann treten die herangewachsenen Kürbisfrüchte in den Vordergrund. Es ist Zeit für die Ernte. Färbt sich der Stiel braun und trocknet ein, wächst auch der Kürbis nicht mehr weiter. Die Früchte werden mitsamt einem Stielstück vorsichtig abgeschnitten und am besten ein paar Tage an einem trockenen Ort bei etwa 16 Grad Celsius gelagert. Die Schale reift nach und die Kürbisse bleiben haltbarer.

In der feucht-kalten Jahreszeit sind Kürbisse ein gesundes und wärmendes Gemüse. Besonders gerne werden dann Suppen gegessen. Aber auch als Kürbiskuchen, Kürbisspalten, Mus mit Weihnachtsgewürzen sowie in Fruchtaufstrichen gemischt mit Apfel und süß-sauer eingemacht findet das Herbstgemüse Verwendung.

Kürbisse eignen sich für herbstliche Dekorationen. Man verwendet Speise- oder Zierkürbisse. Große Früchte werden oft ausgehöhlt, die Hülle kunstvoll geschnitzt und schließlich mit einer Kerze zum Leuchten gebracht. Das ausgeschnittene Fruchtfleisch dient dann als Suppengrundlage. Es gibt sogar extra Kürbissorten für Halloween, die sich zwar gut bearbeiten lassen, aber nicht so gut schmecken wie die Speisesorten. Stehen die Kürbisse im Freien, achten Sie auf die Temperaturen. Fallen diese unter den Gefrierpunkt, benötigen die frostempfindlichen Früchte einen Schutz.

Ganz schnell haben die Kürbisranken das Gemüsebeet erobert.Aufkeimende Unkräuter haben keine Chance.

 

Kürbisse im Beet

Im Herbst sterben die Blätter ab und die Kürbisfrüchte liegen zur Ernte bereit.

 

Kürbisbeete sind pflegeleicht. Ab Mitte Mai werden die jungen Pflänzchen mit etwa einem Meter Abstand in das vorbreitete Beet gepflanzt. Sollten es die Temperaturen noch nicht erlauben, warten Sie besser noch ein paar Tage, denn Kürbisse sind wärmebedürftig. Wenn immer wieder eine dünne Schicht Rasenschnitt auf das Kürbisbeet gebracht wird, fördert dies das Bodenleben, schützt den Boden vor Austrocknung und liefert gleichmäßig Nährstoffe für die Pflanze nach. Vor allem während des Hauptwachstums benötigen Kürbisse ausreichend Wasser. Haben die Pflanzen erst einmal Fuß gefasst, überwuchern sie schnell das ganze Beet. Oft bilden sich an den Kürbisranken neue Wurzeln, die es der Pflanze erlauben mehr Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Aufkeimende Unkräuter werden unterdrückt und der Boden trocknet durch die Schattierung der Blätter nicht so schnell aus. Solange die Ranken saftig und die Blätter noch grün sind, bleiben Kürbisse an der Pflanze. Sie erhalten weiterhin Nährstoffe und der Geschmack verbessert sich.

Kürbisse eignen sich gut für Dekorationen im Freien.Bei Kälte muss man jedoch die Früchte schützen

 

Wer selbst Jungpflanzen anziehen möchte, sät ab Mitte April im Haus aus. Zur Keimung braucht der Kürbis Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad. Für Speisekürbisse verwenden Sie vorzugsweise gekauftes Saatgut. Meist sind es F1-Sorten, die bei einem eigenen Nachbau oft die „Kürbisfreude“ trüben, denn die selbstgezogenen Pflanzen aus dem eigenen Saatgut tragen meist Früchte, die nicht der Originalsorte entsprechen. Außerdem kann die Blüte von Zierkürbissen befruchtet werden, sodass die Nachkommen nicht genießbar sind.

dekratves Kürbis Gesicht für Halloween 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Erntefülle im Herbst

Überall da, wo noch kein Raureif die Beete bedeckt hat, steht der Garten in voller Pracht. „Der Herbst ist eine erntereiche und farbige Zeit“, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Der Sommer geht zu Ende und der Herbst durchdringt den Garten.

Die heißen Tage des Sommers sind vorüber. Der Herbst bringt feuchte Luft und kühle Temperaturen, teilweise stärkeren Wind. Bevor der Garten in den Winterschlaf geht, schüttet er noch sein Füllhorn aus.

Herbstobst aus dem Garten

Die Apfelernte steht bevor

Nach dem Sommer freut man sich über die knackigen Äpfel und süßen Birnen, saftigen Zwetschgen und goldgelben aromatischen Quitten. Während Birnen und Zwetschgen abgeerntet und teilweise verwertet sind, hängen manche Apfelsorten noch am Baum. Doch auch hier wird es Zeit für die Ernte des Lagerobstes. Ganz vorsichtig wird es vom Baum gepflückt und einlagig in flache Kisten gesetzt. Gesunde Früchte taugen zur Lagerung an einem sehr kühlen Ort. Andere verzehrt man schnell und verarbeitet sie zu Mus, Kuchen, Aufstrichen etc. bevor Fäulnispilze die Frucht zerstören.

Vor der Verwendung werden den Quitten die feinen Flaumhaare entfernt.Hier z.B. mit einer Bürste

 

Quitten leuchten goldgelb und duften aromatisch. Bleiben sie jedoch zu lange hängen, verstärkt dies die Fleischbräune. Für eine längere Lagerung werden gesunde Früchte verwendet, die von Grün in Gelb färben. Walnüsse gehören ebenfalls zum Herbst. Die Nüsse werden möglichst täglich aufgelesen. Liegen sie längere Zeit im feuchten Gras, beginnen die Kerne zu schimmeln. Trocknen Sie die Nüsse einlagig in Gitterkistchen an trockenen nicht zu kalten Stellen. Zuvor werden die anhaftenden grünen ober braunen Schalen vollständig entfernt. Haften schwarze Schalen hartnäckig an der Nuss, könnte das ein Hinweis auf die Walnussfruchtfliege sein, deren Maden in der grünen Schale fressen.

Leckeres Quittengelee in Gläser

Die Walnüsse ein besonderes leckere Knabberei aus dem Garten


 

Herbstliches Gemüse

Frisch geerntete Möhren vom Beet vetragen kühlere Temperaturen und können nach Bedarf gerentet werden

 

 

Letzte Sommergemüse wie Tomate, Zucchini und Bohnen, stehen noch auf dem Speiseplan. Doch mehr und mehr bereichern Herbstsalate wie Endivien und Feldsalat die Mahlzeiten. Auch Mangold, Möhren und Rote Bete werden nun in die Speisenbereitung mit eingeplant. Sie können lange auf den Beeten stehen, so dass man sie immer frisch erntet. Wärmende Gerichte tun nun in der kühlen und feuchten Jahreszeit gut. Vergessen wir nicht die Kürbisse, die nun in großer Vielfalt erntereif sind. Besonders schmackhaft sind Muskatkürbisse, Butternut- und Hokkaido-Kürbisse. Sie schmecken nicht nur als Suppe……

 

Was wäre der Herbst ohne Kürbisse hier der Hokkaido Kürbis

Typisches Herbst und Wintergemüse Selerie

 

Erntefülle für Tiere

Der Herbst deckt auch den Tisch von Tieren, die eine Speckschicht für den Winter benötigen. Fallobst fressen nicht nur Mäuse. Auch Insekten, Igel und Vögel laben sich daran. Eichhörnchen sammeln Nüsse, Stieglitz und andere Körnerfresser picken die Samen von Schmuckkörbchen, Ringelblume und Sonnenblume. Spätblühendes im Staudengarten nährt Bienen und andere Insekten. Besonders gerne werden Astern besucht, die Pollen und Nektar bieten. Auch die Fette Henne gehört zu den Insektenmagneten im Herbst. Und ein blauer Nahrungstopf ist die Bartblume, die als Kleinstrauch auch in kleinen Gärten einen Platz findet. So sind beispielsweise auch die Früchte von Rosen, Vogelbeere, Efeu, Schlehe, Feuerdorn, Pfaffenhütchen und Berberitze wertvolle Futterquellen für Tiere, die den Winter in den Gärten verbringen.

 

Spätblühende Astern sin wichtige Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten

Rote Hagebutten dekorieren den Garten sind aber Futter für verschiedenen Tiere

Die Früchte des Feuerdorns werden von Tieren gefressen die den Winter über im Garten bleiben

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Pflanzen begeben sich auf (Welt)reise

Immer wieder treten neue Pflanzenschädlinge auf, eingeführte Pflanzen vermehren sich explosionsartig „Sicherlich trägt der Klimawandel dazu bei, dass es den neuen Organismen hier bei uns gefällt. Doch eingeschleppt werden sie oft durch den Pflanzentransport. Seien Sie deshalb wachsam, wenn Pflanzen oder Pflanzenteile aus anderen Ländern kommen“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

2020 ist das Internationale Jahr der Pflanzengesundheit. Ein Grund mehr beim Pflanzenkauf genauer hinzuschauen, informiert das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut JKI).

Unbestellte Pflanzen aus der Samentüte

Plötzlich wird man mit Samenpäckchen im Briefkasten überrascht. Der genaue Absender der unbestellten Ware ist oft nicht erkennbar, doch führt die Spur nach Asien. Das JKI warnt jedoch davor die Pflanzen auszusäen. Auch wenn man es den Samen nicht ansieht, so können sich in oder am Samen schädliche Krankheiterreger befinden, die in Europa zu den Quarantäne-Schadorganismen zählen wie bestimmte Bakterien, Pilze oder Viren. Auch könnte es sein, dass es sich bei den Samen um nichtheimische Pflanzenarten oder Unkräuter handelt, die sich unkontrolliert stark ausbreiten. Deshalb: Entsorgen Sie das Saatgut im Restmüll!

Das Übel aus den Gärten fernhalten

Durch zunehmenden Pflanzenhandel wächst auch die Gefahr Pflanzenkrankheiten und Schädlinge einzuschleppen und zu verbreiten. Das JKI setzt sich dafür ein, Pflanzen und deren Erzeugnisse in Deutschland und der EU vor den Schadorganismen zu schützen, oder zumindest das Auftreten zu verzögern. Regelmäßige Gesundheitssichtungen von Pflanzenfrachtgut an Flughäfen und Häfen dienen zur Kontrolle, um Schaderreger zu entdecken und dann fern zu halten.

Die großflächige Verbreitung der schädigenden Kirschessigfliege geschah über den Im- und Export infizierter Früchte. Durch schadhaftes Beerenobst gelangte sie schließlich auch nach Deutschland. Die milden Winter sorgten dafür, dass sie sich bei uns etabliert hat.

Kennen Sie den Pflanzenpass?

Die Pflanz trägt auf ihrem Topf einen Pflanzenpass


Vielleicht sind Ihnen Aufkleber auf den Töpfen neu gekaufter Pflanzen aufgefallen. Warum jetzt das? Es ist der Pflanzenpass: das Etikett für pflanzliche Waren, die innerhalb der EU gehandelt werden. Er bestätigt, dass die Waren den Pflanzengesundheitsvorschriften entsprechen. Außerdem enthält das Etikett, neben dem botanischen Namen der Pflanze, auch die Registriernummer des Handelsunternehmens bzw. der Gärtnerei, die die Pflanzen angebaut haben.

Manche Pflanzenware bekommt man nur über den Online-Handel. Achten Sie auch hier auf das Pflanzengesundheitszeugnis. Dieses sichert eine nachhaltige Pflanzenproduktion und soll das Einschleppen und Verbreiten von Pflanzenschädlingen verhindern. Somit schützt es die Pflanzen und die Umwelt sowie uns als Verbraucher.

Mit dem Aufkleber erhält jede Pflanze ihren Pflanzenpass


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Schadwanzen erobern die Gärten

Wanzen treten bei warmer Witterung stärker auf. Sie sind somit Gewinner des Klimawandels. „Leider gibt es auch Tiere, die durch ihre Saugtätigkeit starke Schäden an Obst und Gemüse verursachen“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

In der letzten Zeit treten immer wieder neue, eingeschleppte Wanzen auf, die von heißen Sommern mit milden Wintern profitieren. Dazu gehören die schädigende Grüne Reiswanze und die Marmorierte Baumwanze. In warmen Gärten Bayerns wurden die Tiere nun auch gesichtet. Ihnen fehlen die natürlichen Gegenspieler, die dafür sorgen, dass sich die Schädlinge nicht zu arg ausbreiten.

Allgemeines zu Wanzen

Die Wanzenfamilie ist groß. Etwa 3000 Arten leben allein in Europa. Wir finden sie in Hecken, Bäumen, Wiesen oder im Wasser. Typisch für Wanzen ist neben dem eckigen Aussehen der Stechrüssel, denn Mund- und Kauwerkzeuge besitzen sie nicht. Die meisten Tiere saugen Pflanzensaft, manche leben räuberisch. Es gibt nützliche Raubwanzen, die Schädlinge dezimieren, Lästlinge, die oft in großer Menge auftreten wie Feuerwanzen, und auch Schadwanzen. Diese schädigen Obst und Gemüse, was zu teilweise großen Ertragseinbußen führt. Zwischen Ei und erwachsenem Tier liegen meist fünf Larvenstadien. Nach jeder Häutung ähneln sie dem ausgewachsenen Insekt mehr, wobei gerade die ersten Larvenstadien oft noch nicht auf die Gestalt des erwachsenen Tieres hinweisen. Viele Wanzen scheiden bei Gefahr ein stinkendes Sekret aus und werden auch „Stinkwanzen“ genannt.

Eigendlich ganz höbsch eine grüne Reiswanze im 3. Larvenstadium

Die Grüne Reiswanze

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Im 5. Larvenstadium ähnelt die Grüne Reiswanze schon seher dem erwachsenen Tier

Die erwachsene Grüne Reiswanze ist eine komplett grüne Wanze (lediglich drei weiße Punkte am Halsschild) und bleibt deshalb oft unbemerkt im Grün der Pflanzen. Die Larven dagegen ähneln „bunten Marienkäfern“: schwarze, rötliche, gelb-weiße Punkte und später grüne Flecken sowie eine kugelige Form. Oft findet man viele Individuen auf einmal, wodurch sie auffällig werden. Sie sitzen dann zusammen an Früchten oder Blättern und saugen gemeinsam den Pflanzensaft. Leider haben die Tiere ein sehr großes Wirtsspektrum und schädigen Obst, Gemüse besonders Bohne, Paprika und Tomate sowie andere Zierpflanzen und Kräuter. Durch das Einstechen des Saugrüssels bilden sich unter der Schale der Obstfrüchte braune Stellen, die zu Verformungen oder Einschnürungen führen. Bei Tomaten und Paprika sind die Einstichstellen schließlich fast weiß und schwammig. Ab Ende September suchen schließlich die erwachsenen grünen Wanzen einen Überwinterungsplatz, beispielsweise in Ritzen von Gemäuern, unter Rinde oder unter Falllaub, nicht jedoch in Gebäuden

auffallend grün die Reiswanze gehört zu den Stinkwnzen

Die Marmorierte Baumwanze

Die schwarz-grauen Larven der Mamorieten Baumwanze besitzen Dornen im Oberkörperbereich

Eine weitere eingeschleppte schädigende Wanze ist die Marmorierte Baumwanze. Sie besitzt ebenfalls ein sehr großes Wirtsspektrum bei Obst (wie Apfel, Birne, Weintrauben) und Gemüse (vor allem Fruchtgemüse). Die Wanze ist sehr mobil und auch ein guter Flieger, sodass sie sich rasch verbreiten kann. Die älteren Larvenstadien sind schwarz-grau und besitzen kleine Dornen im Brustbereich. Die erwachsenen Tiere sind leicht mit der Grauen Gartenwanze zu verwechseln. Die Marmorierte Baumwanze besitzt jedoch fünf helle Flecken auf dem Rücken und die transparenten Flügelteile besitzen Streifen. Die erwachsenen Tiere überwintern an und in Gebäuden und können daher im städtischen Bereich auch sehr lästig werden.

gelbe Flecken in Tomatenfrüchten sind Saugschäden von Wanzen

Wanzen gesucht!

Haben Sie die Grüne Reiswanze oder/und die Marmorierte Baumwanze in Ihrem Garten entdeckt? Dann unterstützen Sie das LTZ Augustenberg (Landwirtschaftliches Technologiezentrum). In einem Projekt wird die Ausbreitung verschiedener neuer Schadorganismen ermittelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Frühlingsblühende Zwiebeln pflanzen

Im Gartenfachhandel, den Gartencentern und selbst im Supermarkt liegen oder hängen nun eine Vielzahl Tüten, gefüllt mit Zwiebeln der beliebter Frühlingsblüher. „Im Herbst wird es schon Zeit für den Frühling“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und geben Tipps, damit Schneeglöckchen, Tulpen, Narzissen und Co. auch in Ihrem Garten gut gedeihen.

Gesunde Zwiebeln, eine gute Bodenvorbereitung und die richtige Pflanzung sorgen für ein üppiges Blütenmeer im kommenden Jahr.

Blumenzwiebeln einkaufen

Die Vielfalt frühlingsblühender Zwiebelblumen ist riesengroß. Vielfältige Arten und Sorten liegen und hängen in Tüten nun im Gartenfachhandel, in Gartencentern und sogar im Supermarkt. Auch im Internet wird man vor allem bei Spezialfirmen schnell fündig. Diese bieten oft auch besondere Zwiebelblumen an. Die Qualität der Blumenzwiebel entscheidet über den Erfolg im Frühjahr. Kaufen Sie nur gesunde feste Zwiebeln, die weder weiche noch kranke Teile oder Fraßschäden aufweisen. Bevorzugen Sie beim Kauf dicke Zwiebeln. Diese bringen größere Blüten oder mehr Blütenstände hervor.

Tulpenzwiebeln im Netz

Blumenzwiebeln bekommt man auch über den Internetversand, vor allem wenn man speziele Sorten möchte

Tipps für die Pflanzung

Der September ist der optimale Pflanzmonat. Aber auch im Oktober und November ist es noch möglich Zwiebeln im Garten oder auch in Gefäßen zu „verstecken“. Ein früher Pflanztermin jedoch führt bei fast allen Arten zu einem besseren Blühergebnis. Der noch warme Boden fördert die Wurzelbildung. Ein leicht feuchter Boden erleichtert die Gartenarbeit.

Für die Pflanztiefe und den Abstand gilt die Faustregel: zweimal so tief pflanzen wie die Zwiebel hoch ist, zwei bis drei Zwiebelbreiten voneinander entfernt. Größere Zwiebeln werden einzeln mit der Handschaufel oder einem speziellen Pflanzer für Blumenzwiebeln gepflanzt. Bei kleineren Zwiebeln kann man eine kleine flächige Grube ausheben und in größeren Gruppen pflanzen. Alle Zwiebelblumen brauchen einen durchlässigen Boden. Bei zu viel Nässe oder gar Staunässe im Winter faulen die Zwiebeln. Auf schweren Böden sollte deshalb eine Drainageschicht aus Kies oder grobem Sand einbracht sowie die Erde im Pflanzloch mit Sand gemischt werden. Die meisten Zwiebelpflanzen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Einige fühlen sich auch im Schatten oder gar im Rasen wohl, wo manche auch verwildern wie der „Elfenkrokus“. Im Rasen sticht man eine Rasensode in passender Größe ab, steckt die Zwiebeln und deckt das Pflanzloch mit der Sode wieder ab.

Leider mögen auch Wühlmäuse die Blumenzwiebeln. Wer Problem hat, legt die Zwiebeln gruppenweise in spezielle Pflanzschalen aus Kunststoff oder Drahtkörbe und versenkt sie im Gartenboden.

erste Frühlingsblüher gelbe Winterlinge

Bunter Jahresbeginn

Wie schön ist es, wenn schon im Januar oder Februar Winterling und Schneeglöckchen aus der Erde spitzen. Später folgen Krokus, frühe Tulpen, verschiedene Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen und viele mehr, bis ganz späte Tulpen den Abschluss im Mai und Juni bilden. Dann blühen sie mit den meist großen Kugeln des Zierlauchs.

erste Nahrung für Bienen Krokusse

Freifläsche mit Zwiebelbiumen

Tulpen lila – weiß

Tuipen mit roten Blüten

Zwiebelblumen in der Wiese Tulpen und Narzissen
 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Salate für die kalte Jahreszeit

In den letzten Jahren erlebten wir einen immer längeren Herbst, bevor kalte Temperaturen die Winterruhe brachten. „Das bietet in vielen Regionen die Möglichkeit auch jetzt noch Salate im Garten zu pflanzen, um später ernten zu können“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Durch den Klimawandel haben wir ein größeres Anbau- und Erntefenster, sodass ein Gemüsegarten lange Zeit grün da steht. Wir können fast das ganze Jahr für den Gemüseanbau nutzen. Außerdem schützt eine ganzjährige Bedeckung den Boden.

Letzte Salate pflanzen

Auch im Herbst ein reich gedekter Tisch bunte Salate

Entstehen nun auf den Beeten Lücken durch Abernten und Entfernen von Sommergemüsepflanzen, so lässt sich problemlos Pflücksalat und Endivien sowie Batavia-Salat pflanzen. Manche Gärtner bieten außerdem Chinakohl- und Zuckerhutpflanzen an. Durch warme Temperaturen und Niederschläge wachsen die Pflanzen teilweise zu großen Köpfen heran. Chinakohl und Zuckerhut sind kälteverträglich und legen daher oft auch noch im November an Größe zu. Empfindlichere Pflücksalate und Endivien decken Sie bei drohendem Frost mit einem Vlies ab. Oft sind es nur wenige einzelne Nächte, die diese Maßnahme erfordern. Die Aussaat von Asia-Salaten und sogenannten Babyleafs ist ebenfalls noch möglich. Schon bald erscheinen junge frische Blättchen für die Ernte.

Feldsalat

Feldsalat kann man den ganzen Winter hindurch ernten


Beliebt ist der Feldsalat, der den ganzen Herbst und Winter hindurch schmackhafte Blattrosetten bildet. Im September wird noch gesät: breitwürfig, besser aber in Reihe, was die Pflegemaßnahmen im Beet erleichtert. Praktischer ist das Pflanzen. Hierfür wird der Feldsalat in kleine Töpfchen oder Erdwürfel gesät. Erscheinen junge Blätter, bekommt er seinen Platz im Beet. Viele Gärtnereien bieten mittlerweile schon fertige Erdpresstöpfchen mit Jungpflanzen an. Jede freie Beetlücke kann dann schnell mit jungem Feldsalat bestückt werden. Schon nach wenigen Wochen sind die Blattrosetten erntereif. Bis Mitte Oktober können Sie noch ins Freie pflanzen, im Kleingewächshaus auch noch später. Die Ernte der kleinen Blattrosetten erfolgt dann im Winter und im Frühjahr. Feldsalat benötigt wenig Platz, sodass auch Blumenkästen oder andere Gefäße zum Anpflanzen geeignet sind. Eine Vliesauflage bei strengem Frost im Winter schützt vor Schäden.

Roter Lollo Rosso-Salat mit Raureif überzogen. Eine Vliessauflage schützt.

Spinat

Als Nachkultur der Sommergemüse eignet sich auch Spinat. Das Aussäen in einer Reihe erleichtert das Hacken und Unkrautjäten. Alle drei bis fünf Zentimeter kommt ein Saatkorn in die Rille. Sind mehrere Reihen auf dem Beet, so beträgt der Reihenabstand mindestens 25 Zentimeter, damit die Pflanzen genügend Abstand zueinander haben. Dann hält man die Aussaat feucht bis die Keimblätter erscheinen. Falls das Saatgut schlecht keimt, kann es daran liegen, dass der Boden einen sehr hohen Humusanteil besitzt, was der Spinat nicht mag.


 

Weitere Gemüsearten für die Ernte im Spätherbst

Doch es gibt noch andere Gemüsearten, die nun leere Plätze im Beet einnehmen können. Schnellwachsend sind Radies, die mit Frühjahr- und Herbstsorten gesät werden. Gartenkresse und Salatrauke sind ebenfalls schnelle Lückenfüller. Durch die kühleren Tage und Nächte besteht jetzt die Chance Blätter ohne Löcher zu kultivieren. Verursacher war den Sommer über der Erdfloh, der sich bei heißer und trockener Witterung massiv vermehrt hatte.

Typische Herbst-und Wintersalate Batavia-Salat Zuckerhut und Chinakohl

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Freie Gartenbeete bestücken

Viele Gemüse- oder auch Erdbeerbeete werden Zug um Zug abgeerntet. Früher wurden sie dann schon sehr zeitig umgegraben. Das muss und sollte nicht sein, erläutern die Experten der Bayerischen Gartenakademie.

 

Klimawandel verlängert die Anbausaison

In den letzten Jahren profitierten besonders die Herbstmonate von den deutlich wärmeren Temperaturen. Somit konnten auch späte Saaten bzw. Pflanzungen von Gemüsearten noch gute Ernten im November bis sogar Dezember bringen. Bei kurzfristigen leichten Frösten kann ja noch eine Vliesauflage oder ein kleiner Folientunnel Abhilfe schaffen. 

Belegte Beete schützen vor Nährstoffauswaschung

Auf leeren Beeten können die im Boden umgesetzten Nährstoffe, vor allem Stickstoff, nicht mehr von Pflanzen aufgenommen werden. Daher können sie ausgewaschen werden. Frisch umgegrabene Beete sind dabei besonders betroffen, denn durch die Bearbeitung wird der Boden belüftet. Die Bodenorganismen schließen Nährstoffe aus Wurzel- und Pflanzenresten, aber auch Humus auf. Und dann kann die Verlagerung, z.B. von Nitrat in den Untergrund und später auch in das Grundwasser einsetzen.

Abhilfe schafft zum einen eine lange Belegung von Gartenflächen. Zum anderen sollte das Umgraben in den Spätherbst, wenn der Boden Kühlschranktemperatur erreicht hat, verschoben werden. Beete mit überwinterten Kulturen oder mit Gründüngung werden im Frühjahr vor den ersten Kopfsalatsetzlingen nur ganz flach bearbeitet. 

Gemüse und Gründung im September ausbringen


Anfangs September können die letzten Salatjungpflanzen noch in das Kleingewächshaus, in warmen Gebieten auch ins Freiland gepflanzt werden. Mit Hilfe einer Vliesabdeckung gelingt eine Ernte im November. Feldsalat kann als Presswürfel angezogen gepflanzt als auch direkt in das Beet gesät werden. Diese beiden Verfahren staffeln die spätere Ernte. Die Aussaat von Radies, Spinat und Winterportulak ist ebenso möglich wie eine Gründüngung. Hier sind bezüglich der Fruchtfolge und einer schnellen Bestockung vor allem Getreidearten wie Roggen, pur oder in Mischung mit Wicken oder anderen Leguminosen vorteilhaft. Als Kreuzblütler sind Raps oder Senf weniger günstig, wenn viel Kohl angebaut wird. Phacelia bildet im Herbst eine geringere Grünmasse aus.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Kirschessigfliege im Haus- und Kleingarten

Seit 2014 tritt in Süddeutschland vermehrt die Kirschessigfliege (nicht zu verwechseln mit der Kirschfruchtfliege!) auf. Sie befällt über die Fruchtsaison hinweg unterschiedliche Obstarten (z.B. Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, späte Erdbeeren, Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Holunder) und kann große Schäden anrichten.

Die Kirschessigfliege legt ihre Eier in intakte, reifende und reife Früchte. In den Früchten entwickeln sich meist mehrere Larven, die sich in oder an der Frucht verpuppen. Die Fliege ähnelt äußerlich stark den heimischen Frucht- oder Essigfliegen, die jedoch nur überreife und bereits verletzte Früchte befallen. Unter optimalen Bedingungen kann die Kirschessigfliege im Sommer in kurzer Zeit mehrere Generationen durchlaufen. Jede neue Generation befällt dann das aktuell reifende Obst. Sie bevor-zugt warm-feuchtes Klima. Bei anhaltender Trockenheit und Temperaturen über 30 °C kann sie sich nicht mehr vermehren.

Schadbild

Befallene Früchte sehen äußerlich zunächst noch normal aus. Die Larve frisst unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch, wodurch sich Eindellungen bilden. Später fallen die Früchte weiter ein und aus der Einstichstelle tritt Saft aus. Die Einstichstelle bietet eine Einfallspforte für Schimmelpilze und Essigbakterien. Durch den gärenden Fruchtsaft wer-den andere Schädlinge angelockt (z.B. Essigfliegen, Wespen) .
Die Intensität des Befalls kann sich zwischen Obstarten und -sorten stark unterscheiden. Sowohl Wildobst als auch Zuchtformen werden befallen. Allgemein sind früh reifende Sorten weniger gefährdet. Einheitlich reifendes Obst kann schnell komplett geerntet werden und ist daher auch nur über einen kürzeren Zeitraum gefährdet.


 

 

Mit Fallen versucht man den Kirschessigfliegen auf die Spur zu kommen

Gefährdete Obstarten


 

Früh abreifende Sorten sind grundsätzlich weniger gefährdet. Weniger gefährdete Reifezeiten sind bei

  • Erdbeeren bis Mitte Juni

  • Kirsche bis Mitte Juni

  • Sommertragende Himbeersorten bis Mitte Juni

  • Johannisbeeren und Stachelbeeren bis Ende Juni

  • Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche, Mirabellen, Renekloden bis Ende Juni

Spät reifendes Obst wie Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunder, blaue Tafeltrauben, Kiwibeeren, Goji und Aronia sind generell stark gefährdet.

Schaden durch Kirschessigfliege an roter Traube

Maßnahmen im Haus- und Kleingarten


Im Haus- und Kleingarten sind keine Pflanzenschutzmittel gegen die Kirschessigfliege zugelassen. Vorbeuge- und Begleitmaßnahmen sind daher besonders wichtig.

Spindelerziehung von Baumobst und Johannis-/Stachelbeeren sorgt für locker aufgebaute, luftige, schnell abtrocknende Strukturen.

  • Auslichten dichter Baumkronen und Sträucher fördert die Durchlüftung der Gehölze.

  • Engmaschige Insektenschutznetze (0,8 mm Maschenweite) können die Eiablage der Kirschessigfliege einschränken. Beachten Sie: rechtzeitige Auflage (3 bis 4 Wochen vor der Pflückreife); dichtes Schließen; nur zur Ernte kurz öffnen.

  • Obst zügig in kurzen Abständen und vollständig ernten. Keine beschädigten oder vertrockneten Früchte an und unter den Bäumen und Sträuchern belassen.

  • Korrektes Entsorgen befallener Früchte hilft die Kirschessigfliegen-Population gering zu halten. Von Kompostieren ist abzuraten, ebenso von der Entsorgung in Restmüll oder Biotonne, da sich die Kirschessigfliege dort ungestört weiterentwickeln kann. Um Eier und Maden abzutöten, sollten befallene Früchte zunächst in einem luftdicht geschlossenen Behälter oder Plastiktüte mehrere Tage der Sonne ausgesetzt werden, in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel mehrere Stunden stehen gelassen oder mit kochendem Wasser überbrüht werden. Danach können die Früchte entsorgt werden. Vergraben (mind. 50 cm tief!) der Früchte ist eine weitere geeignete Methode.

  • Erntegut bis zum Verzehr im Kühlschrank lagern.

Ein umfangreiches Mnotoring der Kirschessigfliege gibt Aufschluß über Auftreten und Entwicklung des Schädlinges


Erkennungsmerkmale

Die Kirschessigfliege ist generell leicht mit anderen Essigfliegen zu verwechseln. Ihnen gemeinsam ist die Größe (ca. 3 mm), rote Augen und ein brauner Körper. Der geschulte Beobachter erkennt unter Vergrößerung bei den Männchen die dunklen Flecken auf den Flügelenden und bei den Weibchen den sägeartigen Legeapparat. Gut zu unterscheiden ist sie dagegen von der Kirschfruchtfliege. Diese hat stark gemusterte Flügel und grün-schillernden Augen.

 

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Gefäß mit Nährmedium zur Anzucht und Erforschung von Kirschessigfliegen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Kirschessigfliege – Schädling mit massiven Folgen

 

Die Erntezeit von Heidelbeeren und Himbeeren ist in vollem Gange. Doch leider bemerkt man nun verstärkt weiche und saftende Früchte. „Dies sind Schäden durch die Kirschessigfliege“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Ein durchschnittlicher Sommer wie 2020 ohne längere Phasen mit heißen Tagen, jedoch höherer Feuchtigkeit durch Tau und Niederschläge begünstigt das Auftreten des Fruchtschädlings, der gesundes reifendes oder reifes Obst befällt.

 

Warum tritt die Kirschessigfliege dieses Jahr wieder stärker auf ?

Aus dem asiatischen Raum eingewandert machte die Kirschessigfliege besonders in den Jahren 2014 und 2016 von sich reden, da es zu großen Ernteschäden im Wein- und Obstanbau kam. Doch auch im Garten und in der Flur schädigt sie zunehmend Früchte, die im Sommer und Herbst reifen.

Die Kirschessigfliege liebt feucht-warmes Wetter, wie wir es in den letzten Wochen hatten. Immer wieder Regen, hohe Luftfeuchte (auch durch Taubildung) und Temperaturen zwischen 20 und 25 °C sind optimale Lebensbedingungen und führen zu einer schnellen Vermehrung. Die Gesamtentwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Fliege liegt meist nur zwischen 14 und 21 Tagen. Zwischen dichten Sträuchern und in Hecken hält sie sich besonders gerne auf, da es dort länger kühl und feucht bleibt. Hätten wir wie in den letzten Jahren einen heißen und trockenen Sommer mit Temperaturen über 30 Grad, wären kaum Schäden zu erwarten. Bei diesen Bedingungen stellt die Kirschessigfliege ihre Vermehrung ein.

 

reife Brombeere mit Befall der Kirschfliege

 

Schäden durch die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) schädigt, im Gegensatz zu den heimischen Arten der Frucht- und Essigfliegen, völlig intakte Früchte. Da die weiblichen Tiere einen kräftigen sägeartigen Legebohrer besitzen können sie die weiche Fruchthaut ansägen und ihr Ei dort ablegen. Leider ist die Kirschessigfliege nicht auf bestimmte Obstarten beschränkt. So schädigt sie vor allem späte Kirschen, späte Sommer- sowie Herbsthimbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Holunder, Pflaumen, aber auch sehr reife Johannisbeeren; später folgen dann Kiwi, Schwarze Apfelbeere (Aronia), Kornelkirsche, (blaue)Tafeltrauben und Wildfrüchte in der Flur. 

Befallene Früchte sehen zunächst normal aus, denn die Fliegenlarven fressen unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch. Es entstehen erst kleine Dellen. Später fällt die Frucht immer mehr zusammen und saftet. Ist die Frucht noch nicht ganz zerstört, treten auf leichten Druck an der Einstichstelle Safttropfen aus. Das lockt vermehrt Wespen und andere Fruchtfliegen an, die weiter schädigen.

Vorbeugung und Bekämpfung der Kirschessigfliege

Da die Kirschessigfliege eine hohe Luftfeuchte liebt, unternehmen Sie alles, was dem entgegenwirkt wie ein lockerer Aufbau von Baumkronen und Sträuchern. Meiden Sie hohe Stauden und Gräser, damit die gefährdeten Obstarten leichter und schneller abtrocknen können. Das frühzeitige, das heißt deutlich vor der Reife, und dichte Einnetzen kleinerer Pflanzen ist eine effektive Methode. Die Maschenweite der feinen Netze beträgt 0,8 Millimeter (Gemüsefliegennetze, Moskitonetze). Erfolgreich geschützt werden einzelne Fruchttrauben beim Weinstock mit dem Eintüten in Organzabeuteln. Im Weinbau wird vorbeugend Kaolin (Heilerde) in der Traubenzone eingesetzt. Dies führt zu einem weißen Belag, der aber bei der Weinerstellung keine Probleme bereitet.

Ist schon Befall mit der Kirschessigfliege vorhanden, ist das zügige und vollständige Ernten wichtig. Herabgefallene sowie geschädigte Früchte müssen aus dem Garten entfernt werden und dürfen nicht einfach auf den Kompost gelangen bevor die Fliegenlarven abgetötet sind. Dies kann durch Überbrühen der Früchte mit kochendem Wasser sein, durch Ertränken in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel oder in geschlossenen Behältern mehrere Tage in der Sonne stehend.

Bei der Nahaufnahmen der Brombeere kann man die Atemanhänge an den Eisrn der Kirschliege erkennen.

 

Und in Zukunft?

Das Auftreten der Kirschessigfliege ist vornehmlich abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit im Sommer. Je nach Wetter wird es in den Jahren mehr oder weniger Schäden geben. Verschiedene Institute forschen an der Kirschessigfliege. So auch an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Urlaub zuhause – Genieße die Hängematte

Die Urlaubszeit ist da, aber Weit-Wegfahren findet in diesem Jahr bei vielen nicht statt. „Der Garten kann so schön für eine Auszeit sein“ wissen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie. Mit ein paar Dekorationselementen lässt sich eine persönliche Oase schaffen.

 

Für viele Gartenbesitzer ist der Garten nicht nur mit Arbeit verbunden, sondern ein Ort um Kraft zu tanken und zu erholen, den Alltag für eine Zeit zu vergessen. Somit besonders in diesem Jahr auch die Möglichkeit seinen Urlaub zu verbringen.


 

Erholung und Entspannung

Die Gartenbank hier lässt sich Rast machen und Geniesen

Warum immer in die Ferne schweifen? Der eigene Garten oder Balkon bietet so viel: er ist leicht zu erreichen und mit dem ausgestattet, was man für die Erholung braucht: eine Sitzecke, eine Liege oder eine Hängematte, umgeben vom blühenden Grün. Jeder hat eigene Bedürfnisse und kann diese in seinem Garten aus- und erleben. Rosenumrankte romantische Ecken, blühende Naturgärten, üppige Gemüse- und Obstgärten, Wasserstellen oder Teiche und bepflanzte Gefäße bieten nicht nur uns Wohlgenuss, sondern sind auch Lebensraum für viele Insekten und andere Tiere. Nutzen Sie die freie Zeit, um zu beobachten und die Vielfalt im Garten zu genießen.


 

Auch ein mit bepflanzten Gefäßen geschmückter Hinterhof kan Ort der Entspannung und Erholung sein

Eine Tasse Kaffee und ein gutes Buch, Grillen mit Freunden oder der Familie können individuelle und manchmal überraschend neue Möglichkeiten der Erholung sein, die leicht im Garten durchführbar sind. Manch einer entspannt auch bei der Gartenarbeit. Ein Garten lässt sich mit allen Sinnen erleben: sehen, fühlen, schmecken, riechen und hören. Machen Sie sich auf Entdeckungsreise und nehmen Sie auch andere mit, z.B. Kinder. Der Garten lässt sich so ganz neu erleben und wird zu einem persönlichen Schatz und einer Kraftquelle.

Kleine Pausen genießen bei einer Tasse Tee und selbstgemachten Scones und Fruchtaufstrichen aus dem Obstgareten

Der Mensch in der Hängematte: dies ist Sinnbild für Entspannung und Loslassen vom Alltag. Der Hängematte wurde sogar ein eigener Feiertag gewidmet. Passend im Sommer ist es der 22. Juli. In einer Hängematte im Garten lässt sich der Sommer wunderbar genießen. Garteninitiativen, Kreisfachberater und die Bayerische Gartenakademie haben diesen Tag gewählt und in verschiedenen Regionen Gartenbotschafter in der Hängematte interviewt. Sie nehmen uns mit in ihren Garten.

Was bietet doch alles ein Garten Obst und Gemüse aber auch Erholung.Zeit für die Hängematte


 

Ideen aus anderen Gärten

Der berühmte „Blick über den Gartenzaun“ gibt Einblicke in andere Gartenschätze. Dort finden Sie oft sehr kreative Szenen, die zu Veränderungen im eigenen Garten anregen. Mit Stift und Papier oder dem Foto können Sie die Ideen aufnehmen. Umgestaltungen mit Pflanzen lassen sich dann schon im Herbst durchführen.


 

Nutzen Sie die Gelegenheit und beocbachten Sie was in ihrem Garten so lebt.Die entschleunigt die Gedanken

Die Gartenkultur ist sehr vielfältig. Allein schon private Gärten sind sehr unterschiedlich; sei es größenbedingt oder aufgrund der Nutzung. Besuchen Sie Gärten in Ihrer Umgebung und entdecken Sie die Vielfalt des Grüns, das unweit vom Zuhause liegt. Dies können öffentliche Parks oder Schlossgärten sein, aber auch Gärten von Privatpersonen, die diese öffnen, um an ihrem Kleinod teilhaben zu lassen. 


 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie