Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Die Kirschessigfliege im Haus- und Kleingarten

Kirschessigfliegen an einer Kirsche. Gut zu erkennen sind die dunklen Flecken auf den Flügeln des Männchens.


Seit 2014 tritt in Süddeutschland vermehrt die Kirschessigfliege (nicht zu verwechseln mit der Kirschfruchtfliege!) auf. Sie befällt über die Fruchtsaison hinweg unterschiedliche Obstarten (z.B. Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, späte Erdbeeren, Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Holunder) und kann große Schäden anrichten.

Die Kirschessigfliege legt ihre Eier in intakte, reifende und reife Früchte. In den Früchten entwickeln sich meist mehrere Larven, die sich in oder an der Frucht verpuppen. Die Fliege ähnelt äußerlich stark den heimischen Frucht- oder Essigfliegen, die jedoch nur überreife und bereits verletzte Früchte befallen. Unter optimalen Bedingungen kann die Kirschessigfliege im Sommer in kurzer Zeit mehrere Generationen durchlaufen. Jede neue Generation befällt dann das aktuell reifende Obst. Sie bevor-zugt warm-feuchtes Klima. Bei anhaltender Trockenheit und Temperaturen über 30 °C kann sie sich nicht mehr vermehren.

 

Schadbild


Befallene Früchte sehen äußerlich zunächst noch normal aus. Die Larve frisst unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch, wodurch sich Eindellungen bilden. Später fallen die Früchte weiter ein und aus der Einstichstelle tritt Saft aus. Die Einstichstelle bietet eine Einfallspforte für Schimmelpilze und Essigbakterien. Durch den gärenden Fruchtsaft wer-den andere Schädlinge angelockt (z.B. Essigfliegen, Wespen) .

Die Intensität des Befalls kann sich zwischen Obstarten und -sorten stark unterscheiden. Sowohl Wildobst als auch Zuchtformen werden befallen. Allgemein sind früh reifende Sorten weniger gefährdet. Einheitlich reifendes Obst kann schnell komplett geerntet werden und ist daher auch nur über einen kürzeren Zeitraum gefährdet.

Gefährdete Obstarten


 

Früh abreifende Sorten sind grundsätzlich weniger gefährdet. Weniger gefährdete Reifezeiten sind bei

  •  

  • Erdbeeren bis Mitte Juni

  • Kirsche bis Mitte Juni

  • Sommertragende Himbeersorten bis Mitte Juni

  • Johannisbeeren und Stachelbeeren bis Ende Juni

  • Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche, Mirabellen, Renekloden bis Ende Juni

Spät reifendes Obst wie Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunder, blaue Tafeltrauben, Kiwibeeren, Goji und Aronia sind generell stark gefährdet.

Maßnahmen im Haus- und Kleingarten


Im Haus- und Kleingarten sind keine Pflanzenschutzmittel gegen die Kirschessigfliege zugelassen. Vorbeuge- und Begleitmaßnahmen sind daher besonders wichtig.

  • Spindelerziehung von Baumobst und Johannis-/Stachelbeeren sorgt für locker aufgebaute, luftige, schnell abtrocknende Strukturen.

  • Auslichten dichter Baumkronen und Sträucher fördert die Durchlüftung der Gehölze.

  • Engmaschige Insektenschutznetze (0,8 mm Maschenweite) können die Eiablage der Kirschessigfliege einschränken. Beachten Sie: rechtzeitige Auflage (3 bis 4 Wochen vor der Pflückreife); dichtes Schließen; nur zur Ernte kurz öffnen.

  • Obst zügig in kurzen Abständen und vollständig ernten. Keine beschädigten oder vertrockneten Früchte an und unter den Bäumen und Sträuchern belassen.

  • Korrektes Entsorgen befallener Früchte hilft die Kirschessigfliegen-Population gering zu halten. Von Kompostieren ist abzuraten, ebenso von der Entsorgung in Restmüll oder Biotonne, da sich die Kirschessigfliege dort ungestört weiterentwickeln kann. Um Eier und Maden abzutöten, sollten befallene Früchte zunächst in einem luftdicht geschlossenen Behälter oder Plastiktüte mehrere Tage der Sonne ausgesetzt werden, in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel mehrere Stunden stehen gelassen oder mit kochendem Wasser überbrüht werden. Danach können die Früchte entsorgt werden. Vergraben (mind. 50 cm tief!) der Früchte ist eine weitere geeignete Methode.

  • Erntegut bis zum Verzehr im Kühlschrank lagern.

Erkennungsmerkmale


Die Kirschessigfliege ist generell leicht mit anderen Essigfliegen zu verwechseln. Ihnen gemeinsam ist die Größe (ca. 3 mm), rote Augen und ein brauner Körper. Der geschulte Beobachter erkennt unter Vergrößerung bei den Männchen die dunklen Flecken auf den Flügelenden und bei den Weibchen den sägeartigen Legeapparat. Gut zu unterscheiden ist sie dagegen von der Kirschfruchtfliege. Diese hat stark gemusterte Flügel und grün-schillernden Augen.

 

 

 

Mit Fallen versucht man den Kirschessigfliegen auf die Spur zu kommen

Schaden durch Kirschessigfliege an roter Traube

Ein umfangreiches Monotoring der Kirschessigfliege gibt Aufschluss über Auftreten und Entwicklung des Schädlings

Gefäß mit Nährmedium zur Anzucht und Erforschung von Kirschessigfliegen

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Juni-Arbeiten an Obstgehölzen

 

Fruchtausdünnung beim Apfel, hier mit der Schere, bringt gute Fruchtqualitäten.

Im Juni reifen die ersten Beeren und wir freuen uns über eine reiche Obsternte. Beim Baumobst heißt es nun Triebe und übermäßigen Fruchtbehang zu regulieren, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Jetzt legt man den Grundstein für eine gute Ernte bei Apfel, Zwetschge und Co. Beerenobststräucher erhalten ihre Pflege gleich nach der Ernte.

Triebwachstum regulieren


 

Jetzt ist der erste, starke Neuaustrieb an Obstgehölzen schon weitgehend erfolgt. So können die unerwünschten krautigen Triebe, die nach innen wachsen, auf einfache Weise ausgerissen werden. Der Riss junger Triebe hat den Vorteil, dass die Wunden über den Sommer gut verheilen können und schlafende Beiknospen mitentfernt werden.

Auch zu hohe und zu lange Neutriebe können direkt über tieferliegenden Verzweigungen abgeschnitten werden. Egal ob Sommerschnitt oder –riss: diese Regulierung bremst das Triebwachstum im Gegensatz zum Winterschnitt. Die zugleich bessere Belichtung und Belüftung fördert die Bildung von Blütenknospen bzw. hilft Schaderregern vorzubeugen.

Übermäßigen Fruchtbehang reduzieren


 

Nun ist auch der Junifruchtfall schon erfolgt. Hängen die Jungfrüchte von Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) und späten Zwetschgen immer noch sehr dicht in Büscheln, so sollten sie vereinzelt werden. Dies fördert die innere und äußere Qualität der verbleibenden Früchte und die Bildung neuer Blütenknospen für das kommende Jahr. Hängen Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume im Juni noch zu stark, so legen sie keine oder nur wenige Blütenknospen für das nächste Jahr an.

Diese Maßnahmen mag vielen Freizeitgärtnern „weh“ tun, aber sie entlastet die Obstgehölze. Optimal ist es, wenn Triebwachstum, Frucht- und Blütenknospenbildung im Gleichgewicht sind. Die Behangregulierung kann vor allem bei kleinkronigen und säulenförmigen Obstbäumen mit wenig Zeitaufwand erfolgen.

Ernten


 

Die Erdbeerernte ist im Gange, die Strauchbeeren stehen an. Pflücken Sie öfter durch und entnehmen Sie ausgereifte Früchte. Da die seit sechs Jahren lästige Kirschessigfliege vor allem Beeren- und Steinobst befällt, sollten Bestände in kurzen Zeitabständen und schließlich komplett abgeerntet werden. Werfen Sie befallene oder qualitativ minderwertige Früchte nicht auf den Boden, sondern sammeln Sie diese in getrennte Behälter.

 

Behandlungen nach der Ernte im Juli


 

Abgeerntete Johannisbeer- und Stachelbeersträucher sowie Kirschbäume können unmittelbar nach der Ernte geschnitten werden. Hier ist Auslichten dichter Triebe aus dem Inneren der Krone bzw. Sträucher angesagt – auf keinen Fall Triebe einkürzen. Dies würde nur einen unerwünschten Neuaustrieb an regen.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

 

Schnitthecken in Formen bringen

Schnitthecken von verschiedenen Gehölzen

 

Immer- und sommergrüne Gehölze haben als Hecken in verschiedenen Höhen ihren Platz im Garten. Auch geschnittene Hecken bieten Vögeln Nist- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Ihnen hilfreiche Tipps zum Schnitt.

Bedingt durch die feuchte Witterung der letzten Wochen erleben wir bei den Pflanzen einen gleichmäßigen und sehr üppigen Austrieb. Es ist an der Zeit die Gehölze in Form zu bringen.

Idealer Rückschnitt


Anfang bis Mitte Juni ist meist der Erstaustrieb der Schnittgehölze abgeschlossen. Das feuchte Frühjahr ließ Hainbuche, Liguster, Buchs, Eibe und Co. üppig wachsen. Wenn es stark regnet oder windet, drohen die Pflanzen auseinander zu fallen. Da die Temperaturen noch nicht so hoch sind, besteht bei einem Rückschnitt kaum Gefahr von Verbrennungsschäden an den zurückgeschnittenen Pflanzen.

Die Schnittwerkzeuge müssen scharf sein, damit das junge Holz glatt abgeschnitten wird und nicht zerfasert. Schneiden Sie nicht ins alte Holz, sondern kürzen Sie die jungen Neuaustriebe ein. Es eignen sich Heckenscheren mit verschieden langen Klingen, je nach Pflanzengröße. Bei größeren Flächen sind Akkuheckenscheren mit einem langen Schwert sinnvoll. Achten Sie auf ein sicheres Arbeiten. Gerade bei höheren Hecken muss die Stehleiter stabil sein.

Formhecken, insbesondere wenn sie höher sind, sollten immer konisch, d.h. unten breiter als oben, aufgebaut und die Heckenkrone idealerweise abgerundet sein. Dies sorgt für eine bessere Belichtung und ein schnelleres Abtrocknen bei Regen, auch im Inneren der Pflanzen. Bei einzelnen Formgehölzen sollten Sie genauso vorgehen.

Vergewissern Sie sich, dass keine Vögel im Gehölz nisten bevor Sie mit dem Schneiden beginnen. Denn der Vogelschutz geht vor! Warten Sie, bis die Jungvögel endgültig ausgeflogen sind.

Heckenschere (elektrisch oder Akku) mit langem Schwert

Mögliche Schäden durch Schnitt beseitigen


Bekannte höhere Schnittheckenpflanzen sind Hainbuche und Eibe. Liguster und Buchs nutzt man eher für niedrige oder mittelhohe Hecken.

Noch immer ist der Buchs ein beliebtes Formgehölz. Beim Schnitt, der durchaus hier auch stärker ausfallen kann, da sich der Buchs gut regeneriert, werden Schäden durch den Buchsbaumzünsler weggeschnitten. Dabei entfernt man auch gleich die Gespinste und die Raupen. Weiße watteartige Ausscheidungen kommen vom Buchsbaumblattfloh, der an den Trieben saugt und die Triebspitzen bevölkert. Durch den Rückschnitt kann man die Schädiger gleich mit entfernen.

Die gewellten, verdickten Blätter an Hainbuchenhecken werden durch die Saugtätigkeit von Hainbuchengallmilben hervorgerufen. Dies ist oft aber nur ein optischer Schaden, der die Pflanze nicht beeinträchtigt. Nach einem Rückschnitt treiben die neuen Blätter oft gesund wieder aus.

Schnitthecken als Nahrungspflanze


Liguster ist sehr robust, lässt sich wunderbar schneiden und in Form bringen. Die Blüten bieten etwas Pollen und Nektar und die Früchte dienen als Vogelnährgehölz. Da Liguster bei regelmäßigem Schnitt sehr dicht wird, hält er Wind gut ab. Ähnlich verhält es sich bei der Kornelkirsche.

Als immergrüne Schnitthecke eignet sich die Eibe. Männliche Pflanzen sind ein Bienennährgehölz und die roten Früchte der weiblichen Pflanzen sind Vogelfutter. Dieses dunkelgrüne Nadelgehölz treibt auch bereitwillig aus altem Holz aus. Große Schnittmaßnahmen werden aber im ausgehenden Winter durchgeführt.

Beim Rückschnitt schneidet man außer den grünen Trieben auch Blüten und somit möglichen Fruchtansatz weg. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass bei einem moderaten Rückschnitt im Inneren noch genügend Blüten und später Früchte vorhanden sind.

Ligusterhecke als Raumteiler

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Raupen sind los!

gelbliche Räupchen der Apfelbaumgespinstmotte verlassen ihr Gespinst

 

Alljährlich im Frühjahr treten sie in Erscheinung. Mal mehr und mal weniger auffällig treiben sie ihr Unwesen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie weisen auf einige gefräßige Raupenvertreter hin.

Unterschiedliche Raupen schädigen im Garten: manche an Nutzpflanzen, andere an Zierpflanzen. Wichtig ist ein frühzeitiges Erkennen und Entfernen, damit der Schaden nicht zu groß wird. Handschuhe und Schere sind wichtige Helfer bei der Bekämpfung.

 

Gespinstmotten

Wer jetzt aufmerksam durch den Garten geht kann manchmal an Gehölzen kleine Gespinste entdecken. Im Innern sitzen die Räupchen der Falter dann in Gruppen zusammen und fressen recht rasch die Blätter der Wirtspflanze weg. Mit dem Wachsen der Raupen vergrößern sich die vliesartigen Gespinste sehr schnell. Häufig werden Apfel und Pfaffenhütchen, Schlehe und Traubenkirsche, aber auch andere befallen. Entfernt man die Gespinste mit den Schädlingen nicht, kann es durch jährlichen Befall über mehrere Jahre zur Schwächung der Pflanze beitragen. In eine große Tüte schneiden Sie die befallenen Triebstücke hinein, um sie dann in der Restmülltonne zu entsorgen. Manche Gartenbesitzer zerdrücken auch die Gespinste, damit die Raupen zerquetscht werden.

Gelbliche Pfaffenhütchen-Gespinstmotten tummeln sich im Gespinst.

Diverse Wickler

Zusammengedrehte oder versponnene Blätter an Apfel- und anderen Obstbäumen sowie verschiedenen Ziergehölzen wie Rosen deuten auf Wickler hin. Im Inneren sitzen zunächst noch sehr kleine Räupchen, die dort munter fressen. Auffallend sind auch die dunklen Kotkrümel. Bei Störung schlängeln sich die Tiere schnell rückwärts. Dies ist ein typisches Zeichen für Wicklerraupen. Zu Beginn ihrer Entwicklung werden Knospen und junge Blätter in geselliger Runde verspeist. Später spinnen sich die einzelnen Räupchen in Blätter ein, um dort ungestört weiter zu fressen. Auch hier ist das mechanische Entfernen der Schadtiere der bessere Weg.

Gespinste am Treibe werden mit der Schere abgeschnitten und entsorgt. Oft sind die Räupchen dann auch gleich mit weg.

Frostspanner

Junge Blätter und Knospen sowie junge Früchte von Kirschbäumen, Zierkirschen und anderen Arten aus der „Prunus“-Familie gehören zu den Leibspeisen der Frostspanner. Doch sie sind nicht wählerisch und fressen auch an anderen Obstarten und Ziergehölzen wie Ahorn, Hainbuche, Schlehe und vielen anderen. Man unterscheidet den Großen und den Kleinen Frostspanner. Die gefräßigen Raupen des Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners sind variabel in Brauntönen gemustert. Beide bewegen sich mit dem typischen Katzenbuckel fort. Ab Ende September sollten Sie Leimringe um Ihre befallenen Bäume anbringen. Die Klebefläche hindert die flugunfähigen Weibchen am Erreichen der Krone und der Eiablage. Somit kann der Entwicklungskreislauf unterbrochen werden.

Die grünen Raupen des Buchsbaumzünslers sitzen oft geschützt in leichten Gespinsten.

Buchsbaumzünsler

Auch der gefürchtete Buchsbaumzünsler treibt schon wieder sein Unwesen. Bei Kontrollen findet man jetzt die gefräßigen Raupen. Oft sitzen sie in zusammen gesponnenen Blätter und Triebteilen. Ein deutliches Zeichen für den Befall sind die hellgrünen Kotkrümel. Hier ist das mechanische Entfernen der einzelnen Tiere oder befallener Triebteile die sicherste Methode. Bewährt hat sich das Abbrausen mit einem starken Wasserstrahl. Selbst einen stärkeren Rückschnitt verträgt der Buchs gut. Auf lange Sicht gibt man sich besser auf die Suche nach alternativen Pflanzen.

Tierische Helfer

Wichtig ist vorbeugender Pflanzenschutz. Verschiedenen Tieren dienen die Raupen als Nahrungsquelle. Vögel wie beispielweise Meisen picken die Räupchen der Frostspanner fleißig, besonders im jungen Stadium, aus den Verstecken der Triebe heraus. Da diese nicht so häufig vorkommen wie in den letzten Jahren, suchen die Vogeleltern auch die Raupen des Buchsbaumzünslers in den locker aufgebauten Pflanzen, um ihre Jungen zu füttern. Fördern Sie insektenfressende Vögel, die außerdem auch Falter fangen können. Räuberisch lebende Wanzen machen sich über die Eier und Raupen her. Wespen benötigen für die Aufzucht ihrer Jungtiere Eiweiß und nutzen deshalb Raupen als Nahrungsquelle, besonders in den Sommermonaten.

 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

 

Blattlausinvasion bei schönem Wetter

schwarze Bohnenblattläuse am Bohnenblatt erwachsene und junge Tiere

 

Schöne warme Tage im April und Mai erfreuen des Menschen Herz. Doch bei warmer Witterung vermehren sich Blattläuse schnell und bevölkern die Pflanzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, wie es zu einem solchen Massenauftreten kommen kann.

 

Entwicklung und Massenvermehrung der Blattläuse


 

Zunächst noch unbemerkt schlüpfen aus den Wintereiern im Frühjahr große weibliche Blattläuse, sogenannte „Stammmütter“. Diese bringen täglich etwa fünf weibliche Jungtiere, die wiederum ohne Befruchtung und durch Lebendgeburten eine Vielzahl an weiblichen Nachkommen zur Welt bringen. Die einzelne Blattlaus lebt nur wenige Wochen.

Verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die Blattläuse drastisch, bilden sich neben den ungeflügelten Tieren auch geflügelte, die dann auch andere Wirtspflanzen aufsuchen. Hier werden wieder Nachkommen ohne Flügel produziert.

Die meisten Blattlausarten stellen im Herbst auf eine geschlechtliche Vermehrung um: Geflügelte Weibchen verlassen die krautigen Sommerwirtspflanzen und fliegen auf holzige Winterwirte, um dort befruchtungsfähige Weibchen zu gebären. Währenddessen entstehen auf den Sommerwirten geflügelte Männchen, die zur Paarung ebenfalls zu den Winterwirtspflanzen fliegen. Nach der Paarung legen die Weibchen überwinterungsfähige Eier, aus denen dann im Frühjahr erneut die „Stammmütter“ schlüpfen. So schließt sich der Entwicklungskreislauf.

Blattlausbefall an der Bohne Ameise holen sich den Honigtau.

 

Massenhaftes Auftreten hat Folgen

Blattläuse ernähren sich von Pflanzensaft. Sie saugen ihn mit Hilfe von Stechborsten vor allem aus den zuckerhaltigen Leitungsbahnen von Blättern und zarten Trieben. Sie greifen dort an, wo das Grün am jüngsten und saftigsten ist. Die Folge: Triebspitzen verkrüppeln und verfärben sich, Knospen fallen ab, die Pflanzen schränken ihr Wachstum ein. Auch eine Übertragung von Viren ist durch die Saugtätigkeit möglich. Da die Läuse wesentlich mehr Zucker durch den Pflanzensaft aufnehmen, als sie benötigen, scheiden sie den unverdauten Zucker im klebrigen „Honigtau“ aus. Darauf können sich Rußtaupilze ansiedeln und die Assimilationsleistung der Pflanze herabsetzen. Ameisen nutzen den Honigtau als Nahrung und bauen sich Blattlauskolonien auf, die sie beschützen.

rote Blasen auf den Blättern der Johannisbeere verursacht durch die Johannisbeerblasenlaus


Vorbeugen und Gegenmaßnahmen

 

Weiche Pflanzenzellen sind für Blattläuse besonders attraktiv. Dies ist oft nach der Überwinterung von Kübelpflanzen und Sommerpflanzen der Fall oder wenn die Pflanzen viel gedüngt wurden und dementsprechend stark wachsen. Achten Sie deshalb auf eine optimale Nährstoff-Versorgung.

Gestalten Sie einen vielfältigen Garten mit einfach blühenden Pflanzen und Bienenweiden. Dort fühlen sich auch Nützlinge wohl, die die Blattläuse in Schach halten. Sie legen ihre Eier direkt in Blattlauskolonien ab. Auch Vögel, z.B. Meisen suchen nach Blattläusen, um die Jungen zu füttern.

Frühzeitige und regelmäßige Kontrolle besonders gefährdeter Pflanzen gibt Hinweise zum Aufkommen der Läuse. Ein sofortiges Beseitigen durch Zerdrücken der Stammmütter oder Abschneiden befallener Triebe beugt einer Massenvermehrung vor. Bei einem starken Befall hat es sich vor allem bei großen Pflanzen wie Obstbäumen bewährt die Läusekolonien mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspülen. Ein kräftiger Regen hat die gleiche Wirkung. Dann haben Nützlinge wieder mehr Chancen die Blattläuse zu bekämpfen. gleiche Wirkung. Dann haben Nützlinge wieder mehr Chancen die Blattläuse zu bekämpfen.

massiver Befall mit gelben Oleanderblattläusen am Oleander

Und übrigens

Blattlaus ist nicht gleich Blattlaus. Es gibt etwa 3000 Arten, in Mitteleuropa 850. Pfirsichblattlaus, Hopfenblattlaus und Bohnenblattlaus beispielsweise haben einen großen Wirtspflanzenkreis. Andere Blattlausarten sind wirtsspezifisch z. B. Johannisbeerblasenlaus, die durch ihre Saugtätigkeit rote blasige Aufwölbungen der Blätter hervorruft.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Der bienenfreundliche Gemüsegarten

Bienen besuchen die Blüten von Kürbisgewächsen, hier Zucchini.

 

Bienen gehören zu den beliebtesten Insekten. Momentan wird viel unternommen, damit sie sich bei uns wohlfühlen. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen Ihnen Möglichkeiten, wie Sie sogar einen Gemüsegarten bienenfreundlich gestalten können.

Die Biene gehört zu den wichtigsten Nutztieren. Direkt nutzen wir den Honig und andere Produkte. Bienen und viele Wildbienenarten sind wichtige Bestäuber, ohne die es kaum Obst und weniger Gemüse gäbe. Eine blühende Pflanzenvielfalt, möglichst über das ganze Jahr hinweg, sollte deshalb das Ziel einer sinnvollen Gartenplanung sein. Ein vielfältiger Gemüsegarten kann ebenfalls Nahrungsquellen für Bienen bieten.


 

Gemüsebeete mit Ringelblumen als Einfassungspflanze

 

Beetumrandungen


Für niedrige mehrjährige Beeteinfassungen, ganz nach dem Vorbild von Bauerngärten, eignen sich beispielweise Thymian, Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos zurück- und in Form schneiden. Der erste Schnitt erfolgt im April und dann erst nach dem Verblühen. Eine Umrandung mit Monatserdbeeren ist ebenfalls denkbar. Neben der Nahrung für die Bienen freuen wir uns über leckere rote Früchtchen. Umrandungen sind aber auch mit verschiedenen einjährigen Blumen möglich wie Kapuzinerkresse, Ringelblume oder auch mit der niedrigbleibenden Feuerbohne ‘Hestia‘ mit ihren rot-weiß schmückenden Blüten.

Kräuter

Was wäre ein Gemüsegarten ohne Kräuterbeet. Je nach Standort lassen sich verschiedene Kräuter einsetzen. Mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel benötigen einen eher trockenen Standort, um das Aroma zu entfalten. Weinraute (Achtung: starke Hautreaktionen bei Sonnenlicht!), Gewürzfenchel, Schnittlauch, Zitronenmelisse und besonders Pfefferminzen brauchen etwas mehr Wasser. Während fast alle Kräuter einen sonnigen Platz beanspruchen, gedeiht Bärlauch auch im Halbschatten und Schatten. Er zeigt schon ab April seine Blüten und liefert die erste Bienen-Nahrung im Gemüsegarten. Auch wenn die Empfehlung zur Kräuterernte kurz vor der Blütezeit liegt, sollten Sie immer an die Bienen und anderen Insekten denken. Lassen Sie deshalb einen Teil der Pflanzen zum Blühen kommen und schneiden Sie erst anschließend zurück. Bei den einjährigen Kräutern besuchen die Bienen besonders gerne Borretsch, aber auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Liebstöckel, Gartenfenchel und Petersilie, die im zweiten Jahr blüht. Schließlich gewinnt man eigenes Saatgut.

 

Bienen lieben die blauen Blüten des Lavendel.

 

Blühendes Gemüse

Die Doldenblüten des Gewürzfenchel sind Anziehungspunkt für verschiedenen Insekte wie Bienen und Schwebfliegen.

Die Züchtung hat viele Gemüse-Sorten entwickelt, die nicht mehr auf die Bestäubung angewiesen sind, z.B. parthenocarpe/ jungfernfrüchtige Gurken. Und trotzdem gäbe es ohne Bienen und andere Insekten viel weniger Gemüse. Tomaten werden beispielsweise besonders gut durch Hummeln bestäubt. Während der Haupt-Vegetationszeit im Gemüsegarten, etwa ab Juni/Juli, beobachtet man viele (Wild-)Bienen in den Blüten von Zucchini, Kürbis und Co. Der Pollen liefernde Zuckermais wird während der Blütezeit von Bienen umschwirrt. Auch die frühblühende Ackerbohne und Feuerbohnen benötigen die Hilfe der Bienen, um üppig Früchte anzusetzen. Wer Platz im Garten hat, sollte ein Spargelbeet anlegen. Nach der Ernte der Spargelstangen (bis 24. Juni) lässt man den Spargel wachsen. Bald entwickeln sich an den dünnen grünen Trieben Blüten. Ausdauernde Topinambur mit essbaren Knollen ist ebenfalls eine gute Bienennahrung. Entwickeln Zwiebeln oder Broccoli vorzeitig Blüten, so lassen Sie diese einfach auf dem Beet stehen. Küchenlauch und Zwiebeln bieten attraktive Blütenstände, insbesondere für einige Wildbienenarten.

Gründüngung und bienenfreundliche Lückenfüller

Maßgeblich in einem Gemüsegarten ist der Fruchtwechsel, damit sich keine pflanzenspezifischen Krankheiten entwickeln. Eine blühende Gründüngung lässt sich deshalb gut integrieren. Nicht umsonst heißt Phacelia auch „Bienenfreund“, denn die Pflanzen liefern mit ihren blauen Blüten sehr viel Pollen und Nektar. Auch Buchweizen ist nicht nur für Insekten gut, denn er ist mit keiner Gemüseart verwandt. Neben weiteren Gründüngungspflanzen mit bienenfreundlichen Blüten wie Senf und Inkarnatklee lassen sich auch Sommerblumen gut einbinden. Studentenblume (Tagetes) und Ringelblume (Calendula) können ebenfalls ganze Beete bedecken. Schneidet man regelmäßig Verblühtes weg, gibt es Blüten bis zum Fros

Biene sammelt Pollen in gelber Zucchiniblüte

Säen Sie ein ganzes Beet mit bunten Einjahresblumen. Im Handel gibt es spezielle Mischungen für Bienen und Schmetterlinge mit Dill, Ringelblume, Lein, Schmuckkörbchen, Studentenblume, Kornblume, Klatschmohn und vielen mehr. Auch Sonnenblumen sind geeignet sofern der Pollen für moderne Schnitt-Sorten nicht weggezüchtet wurde. Bunte Blumen kommen in Lücken im Gemüsebeet. Nicht nur Bienen haben ihre Freude an Zinnie, Schmuckkörbchen, Aster und Ringelblume.

Bienen besuchen gerne die Blüten des Zuckermais

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Gras-Grün“ im Garten? (Teil 2)

Bunte Blüten der Blumenmischung

 

Grüner Rasen hat seine Berechtigung im Garten z.B. als Spielrasen oder als Gestaltungselement. Allerdings ist er sehr pflegeintensiv und trägt nur wenig zur Biodiversität bei. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen sinnvolle insektenfreundliche Veränderungsmöglichkeiten auf, wenn Sie Ihre Rasenfläche verkleinern möchten.

 


Stauden als Alternative zum pflegeintensiven Rasen


Stetig grüner Rasen schneidet im Zuge der Biodiversität und der Umweltverträglichkeit eher schlecht ab, da er beispielsweise einen hohen Wasserbedarf hat und keine Nahrung für Insekten bietet. 


Rasen im Schatten wird immer ein Problem sein. Schattenverträgliche Stauden sind eine gute Alternative – pflegeleicht, bieten Unterschlupf für Tiere im Winter und häufig Nahrung für Bienen und anderen Insekten durch die Blüte. Auch für sonnige, heiße und trockenen Stellen gibt es ebenfalls geeignete Stauden. Meist ist bei Staudenpflanzungen nur ein Rückschnitt im ausgehenden Winter erforderlich, so bieten sie ein Überwinterungsquartier für Insekten. Wassergaben sind oft nur zum Anwachsen sowie bei ausgeprägter Trockenheit nötig. Auch der Herbst- und Winteraspekt der Stauden ist zu berücksichtigen, denn manche färben bunt oder bilden schöne Blütenstände, die im Winter mit Raureif bedeckt sind.

Rasen hat im Hausgarten auch seine Berechtigung. Er ist aber pflegeintensiv.

Bunte Blumen im Rasen

Rasen im Schatten ist immer problematisch. Alternativ eignen sich Schattenstauden.


Lust auf eine Blütenwiese? Für eine artenreiche Ansaat ist eine gute Bodenvorbereitung wichtig. Hierfür wird die Grasnarbe abgeschält und der Boden umgebrochen, unerwünschte Unkräuter mehrfach sorgfältig entfernt, um eine Konkurrenz zu den Blumen zu verhindern. Bei starkem Unkrautbesatz muss notfalls der Boden ausgetauscht werden. Saatgut mit einjährigen Blütenpflanzen wird ab Mitte April bis Juni angesät. Handelt es sich nur um mehrjährige Arten, so erfolgt die Aussaat bereits von Februar bis in den August/September. Das Saatgut ist in der Regel sehr fein und die Aussaatmenge so gering, dass es sich nur schwierig ausbringen lässt. Deshalb wird es mit einer Ansaathilfe (.B. Sojaschrot oder auch Sand) vermischt, um ein gleichmäßiges und dünnes Aussäen möglich zu machen. Die Samen drückt man nur an und arbeitet sie nicht ein. Während der Keimphase muss regelmäßig bewässert werden. Günstig ist es auch regnerische und trübe Tage abzuwarte

Bunte Blumen in Blütenmischungen: farbenfroh und nützlich.


Zu viel Arbeit? Dann nutzen Sie Stellen im Rasen, die sowieso schon sehr lückig sind und bereiten den Boden sorgfältig vor. Darauf säen Sie die Blühmischung. So entstehen „Blumeninseln“, die Abwechslung ins Rasengrün bringen. Oder Sie lassen Teilstücke Ihres schon mit Kräutern durchsetzten Rasens länger wachsen und mähen nur etwa nur etwa zweimal im Jahr mit der Sense. Auch ist es möglich immer nur Rasen-Wege häufig zu mähen und das andere wachsen zu lassen. In den nächsten Jahren werden sich verschiedene Kräuter und Blumen neben den Gräsern ansiedeln. Man kann auch etwas nachhelfen, wenn sie ein schmales Band mit mehrjährigen Kräutern einsäen, die sich dann mit der Zeit weiter in der extensiv genutzten Wiese verbreiten.

Schon das Zulassen von Gänseblümchen und anderen Kräutern fördert die Vielfalt im Garten und bringt Nahrung für Insekten.

 

So funktioniert es leider nicht

Oft wird suggeriert, dass es ganz leicht sei, für die Bienen etwas zu tun, indem nur ein paar Samen gestreut werden müssen. Um aber nachhaltig zufrieden zu sein, ist eine gute Bodenbearbeitung der Grundstein für den Erfolg einer insekten- und bienenfreundlichen Blühfläche

Eine Insel mit hohem Gras inmitten eines gemähten Rasens: Rückzugsort für Tiere und Möglichkeit zum Etablieren diverser Wiesenkräuter

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Gras-Grün“ im Garten (Teil 1)

Ein saftig grüner Rasen braucht viel Pflege


 

Jetzt im Frühling freuen wir uns über alles Grüne im Garten. Nur oft macht der Rasen ein trauriges und dürftiges Bild. Jetzt ist der Zeitpunkt über Neuanlage, Nachsaat oder Alternativen nachzudenken und sich zu informieren, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Klimawandel mit heißen und trockenen Sommern, Biodiversität und Pflegeleichtigkeit - all das sind Punkte, die ein „englischer Rasen“ nur bedingt bieten kann.

Grundsatzfragen

Was für ein „Grün“ soll es sein? Wie wird es genutzt – grüne Zierde oder Spielwiese? Denn Rasen ist nicht gleich Rasen. Nicht nur die Ansprüche des Besitzers sollten in die Überlegungen einbezogen werden, sondern auch die Zeit, die man für die Pflege investieren möchte. Rasengräser sind eine mehr oder weniger anspruchsvolle Kultur. Den Pflegeaufwand darf man nicht unterschätzen. Ein reiner Zierrasen mit einer dichten teppichartigen Narbe hat sehr hohe Pflegeansprüche, während ein Gebrauchsrasen, der auch mal ein paar Kräuter beinhalten darf, weit geringere Ansprüche stellt.

Braucht man keinen Bolzplatz mehr und nur eine kleine Fläche für den Liegestuhl, möchte man vielleicht den ehemaligen Rasenbereich verringern oder etwas umgestalten. Durch verschiedene Maßnahmen wird der Bereich dann auch pflegeleichter.

Voraussetzungen für einen grünen Rasen

Bei standortgerechten Rasenmischungen aus verschiedenen Grasarten und Sorten können sich diese gegenseitig ergänzen und der eventuelle Ausfall einer Art oder Sorte macht sich nicht so stark bemerkbar. In sogenannten Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) sind für die verschiedenen Standorte und Nutzungen die richtigen Gräsermischungen zusammengestellt.

Damit der Rasen schon grün und gepflegt bleibt, muss er auch regelmäßig gemäht werden. Dann wird er weich wie ein Teppich.

Rasengräser benötigen sehr viel Licht, bestenfalls im lichten Halbschatten ist die Rasenanlage noch sinnvoll. Als optimale Bodenart für Rasen dient ein humoser, anlehmiger bis lehmiger Sandboden oder ein sandiger Lehmboden. Liegen Verdichtungen vor, muss tiefgründig gelockert werden, um einen ausreichenden Wasserabfluss zu gewährleisten. Steine und vor allem unerwünschte Kräuter müssen im Vorfeld penibel ausgelesen werden.

Es ist ratsam nicht vor Mitte April mit der Aussaat zu beginnen, denn für ein zügiges Wachstum sind Temperaturen zwischen 14 und 25 Grad Celsius nötig. Die Saattiefe beträgt nur etwa einen halben Zentimeter. Dafür arbeitet man das Saatgut mit einem Rechen oberflächlich leicht ein und drückt dann den Boden mit einer Walze an – alternativ mit Brettern, die an beiden Schuhen angebunden werden.

Die Keimlinge und jungen Graspflänzchen sind gegen Austrocknen sehr empfindlich. Bei Trockenheit muss daher mehrmals täglich mit ein bis drei Litern pro Quadratmeter gewässert werden. Wenn die Gräser Wurzeln gebildet haben, wässert man zwei- bis dreimal in der Woche, dann fünf bis zehn Litern je Quadratmeter. Älterer Rasen erhält alle ein bis zwei Wochen die doppelte Menge.

Regelmäßiges Mähen sorgt für eine dichte Rasenfläche. Acht bis zehn Zentimeter hohe Halme werden auf die Hälfte gekürzt. Die Düngung sichert die Versorgung der Rasenpflanzen mit Nährstoffen. Spezielle Rasen-Langzeitdünger ab April haben sich bewährt.

Ein stetig grüner Rasen benötigt regelmäßige Pflege: mähen, düngen und wässern sind Arbeiten während des Sommers. Gegebenenfalls muss vor allem im Frühjahr bei abgetrocknetem Boden vertikutiert und aerifiziert werden, um den Rasengräsern auch künftig gute Bedingungen zu bieten. Das Entfernen des schädlichen Rasenfilzes und kümmerlicher Gräser verhindert Bodennässe und fördert den Luftaustausch im Boden. Gleichzeitig werden auch eventuell vorhandene Moose zum Teil entfernt. Bliebe der Rasenfilz erhalten, bindet er viel Wasser und Nährstoffe. Diese fehlen für die Versorgung der Gräser.

Rasen nach dem Winter mit Kahlstellen
 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Petersilie – unser beliebtes Küchenkraut

Petersilie mit krausen und glatten Blättern

 

Die Petersilie gehört zu den bekanntesten Kräutern der deutschen Küche und lässt sich sehr vielseitig einsetzen. Um immer genügend Pflanzen zu haben, bemüht man sich oft, sie selbst zu ziehen. Doch leider gibt es bei der Aussaat immer wieder Probleme. Warum das so ist und wie man sich behelfen kann, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Jetzt im zeitigen Frühjahr bieten Gärtnereien, Gartencenter und der Lebensmitteleinzelhandel Petersilie im Topf an. Diese gibt es sowohl mit glatten wie auch krausen Blättern.


Nicht immer gelingt die Aussaat

Immer wieder hört man, dass Petersilie nicht keimt oder gleich nach dem Auflaufen gelb wird und abstirbt. Dieses Problem tritt vor allem bei Aussaaten im Garten auf. Grund dafür ist die Selbstunverträglichkeit. Wie auch Möhre, Dill, Pastinake, Sellerie und Fenchel gehört die Petersilie zu den Doldenblütlern. Ein Nachbau auf der gleichen Fläche ist erst wieder nach mehr als vier Jahren zu empfehlen. Wurzelkrankheiten werden durch den steten Nachbau von Doldenblütlern auf der gleichen Fläche gefördert.

Im Garten säen Sie Petersilie erst ab Ende April. Dann hat sich der Boden schon erwärmt und die Samen keimen zügiger. Petersilie verlangt einen lockeren, humusreichen und nicht zu trockenen Boden. Frisch ausgebrachter Dünger schadet in der Keimphase. Ausdünnnen ist nötig, wenn die Keimlinge zu dichtstehen, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können.

Wenn Petersilie nicht richtig wächst, stecken oft schlechte Wachstumsbedingungen dahinter. Meist sind es kalte Temperaturen oft in Verbindung mit viel Feuchtigkeit. Die empfindlichen Wurzeln der Petersilie sterben bei Nässe schnell ab. Möhrenwurzelläuse, 

schädliche Bodennematoden, aber auch Pilzerkrankungen wie Sclerotinia, Septoria-Blattflecken und Falscher Mehltau können dem Küchenkraut erheblich zusetzen. Schützen Sie die jungen Keimlinge im Freien vor Schneckenfraß, denn sie sind ein zarter Leckerbissen.

Voranzucht von Petersilie im Blumenkasten

 

Voranzucht oder Zukauf hilft

Ab März können Sie Petersilie auf der Fensterbank vorziehen. Nehmen Sie immer frisches Saatgut mit höchster Keimfähigkeit. Als Aussaatgefäße eignen sich beispielsweise Blumenkästen oder Blumentöpfe. Füllen Sie zunächst das Gefäß etwa zu einem Drittel mit normaler Blumenerde. Danach wird nährstoffarme Aussaaterde bis kurz unter den Rand aufgefüllt. Die Bodenoberfläche sollte eben sein bevor gesät wird. Decken Sie den Samen dünn mit Aussaaterde ab, drücken Sie leicht an und gießen Sie vorsichtig und durchdringend. Die Petersilie keimt innerhalb der nächsten 14 Tage, wenn die Temperatur 20 °C beträgt. Bei einem kühleren Standort dauert die Keimung entsprechend länger. In der Keimzeit darf die Erde nicht austrocknen, denn schon bei kurzer Trockenheit stirbt der Keimling ab. Achten Sie auf gleichbleibende, mäßige Bodenfeuchte.

Petersilie in Tuffs im Garten auspflanzen

 

Einfacher und zeitsparender geht es, wenn Sie einen Kräutertopf mit ganz jungen Petersilienpflänzchen in einer Gärtnerei oder im Lebensmitteleinzelhandel kaufen. Zum Schnitt sind die Pflanzen noch zu klein aber optimal, um im Garten, Kistengarten, Balkonkasten oder einem anderem Gefäß ausgepflanzt zu werden. Die Wurzelballen sind noch nicht verfilzt und lassen sich problemlos in mehrere Stücke teilen und einpflanzen. In Gärtnereien und Gartencentern werden vermehrt Petersilienjungpflanzen in Erdpresstöpfchen angeboten. Auch sie sind eine gute Möglichkeit schnell kräftiges Grün zu ernten. Damit die Pflänzchen rasch anwachsen decken Sie die Neupflanzung mit einem Verfrühungsvlies ab. Es schützt vor kalten Temperaturen.

Petersilie kann gut in Gefäßen ausgepflanzt werden.

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

So viele Namen, so viele Sorten – Saatgutvielfalt.

Die Vielfalt von Bohnensorten ist groß. Auch die Kerne sind sehr unterschiedlich.

 

So viele Namen, so viele Sorten – es ist gar nicht so einfach, auf kleinem Raum möglichst viel zu zeigen.

Nun haben wir die Sämereien für die Gemüse-Schaufläche 2019 bestellt. Wir wollen unseren Besuchern, aber auch Ihnen, unseren interessierten Gästen im Internet, die ganze Spannbreite zwischen modernsten Profisorten und altbewährten Liebhabersorten präsentieren. Dabei wollen wir auch einen Beitrag zum Jahresmotto der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau leisten, nämlich zum Thema „Biodiversität“.

Verschiedene Sorten Rote Bete

 

Mit dem Anbau einer möglichst bunten Gemüsepalette wollen wir einen Beitrag zum Erhalt dieser Vielfalt leisten. Zugleich wollen wir auch Ansporn geben an alle Besucher. Wir haben gelbe und weiße Bete, roten Spitz- und Grünkohl, rot getupften Salat, spitzkegelige Möhren und dazu eine breite Vielfalt an Tomaten-, Paprika- und Chili-Sorten.

Ganz neu in unserem Sortiment sind Edamame. Das sind großkörnige Soja-Sorten. Die eiweißreichen Körner bringen einen wirklich ganz feinen Bohnengeschmack auf den Tisch.

Kartoffeln gibt es viele, auch bunte Sorten sind dabei rote lila blau 

 

Ganz neugierig sind wir auf den neuen samenfesten und supersüßen Zuckermais ‘Sugrano‘. Sie muss sich einem Vergleich mit den bisher drei anderen samenfesten Sorten stellen. Zusätzlich werden wir auch wieder eine Hybridsorte daneben stellen.

 

Vorrichtung zum Reinigen von Saatgut - spannend für Jung und Alt

 

Wer seine Saatgutvorräte noch nicht ergänzt hat und sich auch das Bestellen bei verschiedenen Saatgutanbietern ersparen möchte, sollte jetzt auf Ankündigungen von Saatgutfestivals, Saatgutbörsen, Saatgutmärkte, Saatgutmesse und Samenmärkten in seiner Region achten. Dort treffen sich Anbieter zahlloser Liebhabersorten, auch von Kartoffeln oder Obst.

Das Interesse an Saatgutfestivals ist oft riesig – am besten ganz früh hingehen.

 

Unser Tipp: Wer gleich zur Eröffnung morgens vor Ort ist, kann sich meistens noch in Ruhe umsehen und mit den Anbietern diskutieren.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Obst im Garten: Auf die Sorte kommt es an.

drei gesunde Apfelfrüchte an einem Spindelbaum

 

Möchten Sie Ihren Obstgarten erweitern oder verändern? Jetzt zur Frühjahrspflanzung ist die Zeit sich zu informieren und in den Baumschulen nach Pflanzgut zu fragen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

Im Versuchsbetrieb Obstbau und Baumschulen der LWG Veitshöchheim werden die verschiedensten Obstgehölze in unterschiedlichen Sorten aufgepflanzt und auch für die Gartentauglichkeit bewertet.

Mit der richtigen Sorte erntet man gesunde Äpfel ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz

 

 

Nicht jede Sorte ist geeignet

 

Für einen erfolgreichen Obstanbau im Garten gehören Standortwahl, Bodenvorbereitung, Kulturarbeiten wie Schneiden, Gießen, Düngen, Mulchen und vor allem die richtige Sorte. Gewünscht sind einfache Obstkulturen mit problemlosen, robusten Sorten und gutem Geschmack. Auch das Besondere und Sorten mit Zusatznutzen werden immer mehr gewünscht. Bei Obstgehölzen kann die Blüte mit ihrem Zierwert und als wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten beitragen. Später kommen der Fruchtschmuck und die Laubfärbung hinzu. Als ganz wichtig einzustufen ist die Robustheit gegen verschiedene Krankheitserreger, um ohne Pflanzenschutzmittel auszukommen. Unbehandeltes Obst aus dem eigenen Garten stellt einen großen Wert dar. Die langjährige Züchtungsarbeit brachte und bringt sowohl wohlschmeckende als auch gesunde

Sorten hervor.Bevor Sie immer wieder Rückschläge durch kranke Sorten erleiden starten sei mit robusten und gesunden Sorten, die Erfolg bescheren. Die

Bayerische Gartenakademie. berät zu diesen Pflanzen. Apfelsorten sollten robust gegen Schorf sein, die Stachelbeere gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau, ganz frühreifende Süßkirschen bleiben madenfrei Sortenlisten verschiedener Obstarten finden Sie im Internetangebot bei den Infoschriften der Bayerischen Gartenakademie.

Die weißen Blüten der Felsenbirne bieten Bienennahrung

 

Wildobst liegt im Trend. Spezielle Fruchtsorten dieser Arten bieten in der Regel größere Früchte aus als die Wildformen. Diese besonderen Pflanzen lassen sich z.B. als freiwachsende Hecken gut in naturnahe Gärten integrieren und tragen ebenfalls zur Biodiversität bei. Überzeugen können die zum Teil sehr frühe Blüte und die schmackhaften „wilden“ Früchte. Kornelkirsche, Felsenbirne, Zierquitte, Schwarze Apfelbeere sind die bekanntesten dieser wertvollen Vertreter.

Noch grüne, unreife Früchte der Zierquitte. Später färben sie auf Gelb.

 

 

 

 

Unterlagen bestimmen den Baumwuchs

 

Obstbäume wie Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge sind veredelt, das heißt die gewünschte Fruchtsorte steht auf einer bestimmten Wurzelunterlage. Diese beeinflusst unter anderem das Wachstum des Obstbaumes, sprich Wuchsform und Kronenvolumen. Schwachwachsende Unterlagen eignen sich für kleinkronige Bäume und somit für kleine Gärten oder für die Kultur im Kübel. Diese kleinen Baumformen lassen sich bei Bedarf auch durch Netze vor Schädlingen schützen. Für einen Hochstamm mit großem Durchmesser benötigt man stark wachsende Unterlagen. Jede Obstart

reiche Beerenobsternte: grüne und rote Stachelbeeren, Johannisbeeren in weiß, rosa, rot und schwarz

schwarze Früchte der Aronia (Schwarze Apfelbeere).

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Gärtnern in der Stadt

Gemüse, hier Salat, und Blumen lasssen sich gemeinsam in Gefäßen anziehen.

Das Sehnen nach Grün lebt auf und bekommt durch die Thematik der Biodiversität eine neue Brisanz. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen auf, wie vielfältig Gärtnern in der Stadt sein kann.

Beton sucht Grün. Gerade da wo Beton und Asphalt die Oberhand haben, sind grüne Pflanzen wichtig. Sie liefern den für uns wichtigen Sauerstoff und kühlen die Sommerhitze etwas ab. Pflanzen verbessern das Wohnklima und manche liefern uns auch noch wertvolle Nahrungsmittel.


 

Gärtnern in der Stadt – zu unserem Wohl

In einem Hinterhof sind verschiedene Gefäße mit Obst, Gemüse und Zierpflanzen bepflanzt.

Mit „Stadt“ wird oft grauer Beton und Stein in Verbindung gebracht. Doch gerade in den letzten Jahren haben sich die städtischen Bereiche stark gewandelt. Öffentliches und privates Grün wird vielfältiger und tritt stärker in den Focus. Der Wunsch nach Landleben in der Großstadt wird stärker.

Auf Balkonen und Terrassen sowie in Stadt-Gärten entwickeln sich grüne Oasen. In verschiedenen Gefäßen und Beeten wachsen kleine Obstgehölze, Gemüse und bunte Blumen. Sie werden gehegt und gepflegt und tragen zum Wohlbefinden bei. Es ist nicht nur Arbeit, sondern auch Erholung, wenn man beobachtet, wie sich die Pflanzen entwickeln und wie sie auch Insekten erfreuen.

Urban Gardening auf einem Parkplatz Blumen, Obstgehölze und mehr

Direkt am Haus oder in der näheren Umgebung können Sie eigenes Obst und Gemüse ziehen. So haben Sie Einfluss auf die jeweiligen Arten und Sorten, vor allem aber auch auf die Bewirtschaftung. Biologisches und naturnahes Gärtnern erzeugt gesunde und regionale Lebensmittel. Durch das eigene Kultivieren lernen wir wieder was saisonal bedeutet. Lebensmittel werden wertgeschätzt, denn Gemüse oder Obst braucht Pflege und Zeit bis es zu ernten ist.


 

Gärtnern in der Stadt – zum Wohl der Insekten

Bunte Blüten bringen Fröhlichkeit, sie bringen Farbe in die Stadt. Blüten bieten vielen Insekten aber auch Nahrung. Obstblüten werden im Frühjahr umschwirrt, während blühende Kräuter in den warmen Monaten Futter liefern. Viele verschiedene Beet- und Balkonpflanzen, einjährige Sommerblumen und Stauden sind wichtige Nahrungsquellen, wenn sie nur halb- oder ungefüllte Blüten aufweisen. Zwischen Gemüsepflanzen in der Kiste oder in Töpfen lassen sich die „Bienenpflanzen“ gut kombinieren.


 

Eine opulente grüne und blühende Üppigkeit trägt zur Biodiversität in den Städten bei. Selbst Dachbegrünungen liefern ihren Beitrag dazu. Die genügsamen grünen Pflanzen tragen häufig insektenfreundliche Blüten.

Gemüse im Topf verschiedene Gemüsearten in Gefäßen auf dem Balkon 

 

Gärtnern in der Stadt – Information und Gedankenaustausch

Initiativen und Privatpersonen bestücken Hinterhöfe und öffentliche Flächen mit Kunststoffkisten, Paletten, Hochbeeten, großen Töpfen und anderem, um blühendes und fruchtendes Grün mitten in der Stadt zu haben. Gemeinsames Gärtnern fördert auch die Gemeinschaft. Verschiedene Generationen kommen wieder ins Gespräch, Menschen unterschiedlicher Herkunft tauschen sich über die Pflege der Pflanzen aus und manche kochen und genießen gemeinsam ihre Ernte.

Urban Gardening Gemüse in Kisten gepflanzt 


 

Die Bayerische Gartenakademie veranstaltet am 20. März 2019 eine Fachtagung zu „Urban Gardening - Stadt grün erleben, Genuss ernten“ in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim. Hier geht es um ganz praktische Erfahrungen einiger Best Practice Beispiele. Zusätzlich laden zahlreiche Info- und Ausstellungsbeiträge im Foyer der Mainfrankensäle zu Diskussion und Erfahrungsaustausch ein. Sie fühlen sich angesprochen? Dann melden Sie sich an.

Kistengarten an der LWG in Bamberg


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Kübelpflanzen kontrollieren

Kübelpflanzen im Winterquartier leiden oft unter schlechten Bedingungen

In den Wintermonaten bekommen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie vermehrt Anfragen zu den meist mediterranen Kübelpflanzen, die noch im Überwinterungsquartier stehen.

Bevor es wieder mehr im Garten zu tun gibt, legen Sie in der kalten Jahreszeit ein verstärktes Augenmerk auf die überwinternden Kübelpflanzen. Nicht selten konnten sich Schädlinge entwickeln.

Winterquartier - ein Härtetest für Pflanzen

Die Lebensbedingungen für Kübelpflanzen an den Überwinterungsstandorten sind in der Regel nicht optimal. Meist fehlt es an Licht. Dann entwickeln die Pflanzen lange und dünne Triebe. Sie färben sich nicht richtig aus, sondern bleiben hellgrün. Die Triebe sind schwach und knicken leicht um. Das Übel verstärkt sich, wenn dann noch zu hohe Temperaturen dazu kommen. Optimale Überwinterungstemperaturen liegen bei den meisten Kübelpflanzen zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Grundsätzlich gilt: je dunkler die Überwinterung, umso kühler die Temperaturen. Wenn sich jetzt langsam, jahreszeitlich bedingt, das Lichtangebot verbessert, können auch die Temperaturen allmählich auf etwa 15 Grad Celsius steigen.


Schädlingsfreude bei leidenden Pflanzen

Gelbe Oleanderblattläuse sind Pflanzensaftsauger, denen oft auch Rußtaupilze folgen.

Ungünstige Bedingungen schwächen Pflanzen. Schädlinge jedoch profitieren davon. In trockener und warmer Umgebung fühlen sich Blattläuse, Napfschildläuse und Wollläuse wohl. Häufig wird man erst aufmerksam, wenn der Fußboden um die Pflanzen oder die Blätter kleben. Schuld daran ist der „Honigtau“, die zuckerhaltigen Ausscheidungen pflanzensaftsaugender Insekten. Die Tiere nehmen sehr viel Pflanzensaft auf, benötigen diese Menge nicht vollständig und scheiden den Überschuss als eine zuckrige und damit klebende Substanz aus. Darauf können sich auch Rußtaupilze ansiedeln. Diese ernähren sich vom Honigtau und bilden schließlich einen schwarzen Belag. Die Pflanze selbst wird nicht davon angegriffen, jedoch schränken die schwarzen Ablagerungen die Photosynthese ein.

Auch Spinnmilben fühlen sich bei trockener und warmer Luft wohl. Bei einem starken Befall spinnen die Tiere die Pflanzen, vor allem an den weichen Jungtrieben, mit einem sehr feinen und dünnen Netz ein. Ähnlich wie auch bei Blasenfüßen (Thripse) werden die Pflanzenzellen ausgesaugt. Sie füllen sich mit Luft und schließlich erscheint das Blatt silbrig und fahl.

Erste Maßnahmen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei schwachen und langen Trieben sowie beim Schädlingsbefall eignet sich der Rückschnitt, der gleich eine Menge Schadtiere und –pilze entfernt. Anschließend kann mit regelmäßigem Abduschen das Schaderregerpotential 

niedrig gehalten werden. Napfschildläuse und Wollläuse könnten mit einem ölhaltigen Präparat bekämpft werden, Blattläuse mit einem Mittel mit dem Wirkstoff Kaliseife. 

Der Rückschnitt fördert außerdem das erneute Austreiben der Pflanze. In Verbindung mit dem nun zunehmenden Lichtangebot im Frühjahr bilden sich kräftigere Triebe. Schon vorhandene dünne und hellgrüne Triebe bleiben nämlich dünn und schwächlich.

Eventuell kommt auch ein Umtopfen in Frage, wenn dies einige Jahre nicht mehr geschehen ist. Die Pflanzen erhalten einen größeren Durchwurzelungsraum mit neuen Nährstoffen. Verwenden Sie eine spezielle Kübelpflanzenerde, die auch grobe, strukturstabile Anteile (wie Lava-, Ziegelsplit) beinhaltet.


 

Ein starker Rückschnitt ist für viele Pflanzen nötig, bevor sie wieder neue Triebe bilden. Die Fuchsie hier treibt dann wieder stark aus, mit vielen Blüten.


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak

Pflanzliche Wohndekoration

Sukkulenten eignen sich auch bei trockener Raumluft. Sie vertragen Sonne und auch mal Trockenheit der Wurzeln.


Wenn es draußen stürmt und schneit, der Garten trist und grau ist, sehnen wir uns nach Natur und frischem Grün im Innenraum. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie bemerken, dass gerade in den Wintermonaten der Wunsch verstärkt auftritt.

Grüne Pflanzen steigern das Wohlbefinden und können sogar das Raumklima verbessern. Nicht immer sind im Winter optimale Wachstumsbedingungen gegeben und trotzdem findet man im üppigen Angebot der Zimmerpflanzen seine Favoriten für die „grüne Hölle“.


Grün im Bad

 

Bäder sind oft flächenmäßig klein und besitzen eine hohe Luftfeuchte, da hier geduscht und gebadet wird. Viele unserer Zimmerpflanzen mögen das Klima, denn sie kommen aus tropischen Gegenden mit hoher Luftfeuchte. Leider ist jedoch das Lichtangebot sehr schlecht, besonders auch, da die Pflanzen nicht direkt am Fenster stehen oder die Fenster nur klein sind. Trotzdem gibt es geeignetes Grün. Sehr robust und genügsam sind die Blattpflanzen Zamie (Zamioculcas) und Bergpalme. Die Efeutute kann als Hängepflanze auch einen Platz auf dem Regal oder als Ampel bekommen. Das Einblatt trägt neben seinen grünen Blättern auch weiße elegante Blüten. Badezimmerklassiker sind Farne. Je feiner die einzelnen Blättchen, umso empfindlicher reagieren sie auf trockene Luft.

Gefäßsysteme, hier mit Sukkulenten, reduzieren die Gießintervalle und erleichtern die Arbeit.

Grün im warmen Wohn- und Arbeitszimmer

 

Der Wohn- und der Arbeitsbereich bietet für die meisten Pflanzen eine ausreichende Wärme. Je nach Standort kann das Lichtangebot gut, oder auch sehr schlecht sein. Heizungsluft und Abwärme elektrischer Geräte hält die Luftfeuchte niedrig. Wo es besonders trocken ist, kommen Sukkulenten zum Zug. Auch hier bietet der Handel eine große Auswahl. Robust gegen Widrigkeiten sind außerdem Phalenopsis-Orchideen, Elefantenfuß und die Grünlilie. Die schon erwähnte Zamie und die Efeutute kommen auch mit trockener Luft gut zurecht. Schusterpalme und Bogenhanf gehören zu den pflegleichten Klassikern.

 

 

Grün in der Küche

Auch im Küchenbereich soll es Grünen. Hier eignen sich auch gleich verschiedene Pflanzen, die in der Küche Verwendung finden. Ganz einfach sind Kresseschälchen. Wöchentlich neu angesetzt bringen die kleinen Pflanzen auch die nötige Würze für das Pausenbrot oder den Salat. Genauso verfahren können Sie mit Rucola-, Broccoli-, Radies- und Rotkohlsamen. Nun werden auch die ersten Küchenkräuter im Topf angeboten Schnittlauch, Petersilie und der erste Basilikum schmücken schon die Fensterbank.

Schnittlauch und Petersilie vertragen kühlere Temperaturen und werden dadurch auch nicht so lang und dünn. Basilikum dagegen benötigt einen warmen Standplatz. Auf Nässe reagiert er mit Wurzelfäulen. Der Zimmerknoblauch ist mehrjährig und immergrün und eignet sich deshalb auch für die Küche. Die einzelnen Blätter und auch die Blüten eignen sich als frische Zutat für den Salat.

 

 

Grün für alle Fälle

 

Die erwähnten Pflanzen sind alles Beispiele. Je nach Wohnraumsituation und eigenem Geschmack kommen auch Monstera, Philodendron, Kakteen, Drachenbäume und verschiedene Palmen zum Einsatz. Achten Sie stets auf die Bedürfnisse der Pflanzen (Licht, Luftfeuchte, Wärme und Platz), damit sie bei Ihnen lange in guter Qualität und Optik durchhalten. Gehen Sie in Gartencenter und den Fachhandel und lassen Sie sich inspirieren. Auch in Wohn- und Lifestyle-Zeitschriften finden Sie in den Wintermonaten häufig Pflanzenvorschläge für den jeweiligen Lebensstil.

Baumfreund /Philodendron kann eingesetzt werden, wenn man mehr Platz hat

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak

Ritterstern-Pflege für üppige Blüten

Die großen Blüten des Rittersterns strahlen Exklusivität aus.

Der Ritterstern, auch immer wieder als „Amaryllis“ im Verkauf, ist nur für wenige Wochen im Jahr erhältlich und wird oft zu Weihnachten verschenkt. Die großen Blüten strahlen Luxus und Exklusivität aus. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Ihnen Tipps zur Pflanzenpflege im Topf.

Vor einigen Jahren noch gab es nur Rittersterne mit roten Blüten. Heute werden immer mehr weiße und andere helle Farben angeboten, außerdem auch kleinblumige Sorten.

Ritterstern statt Amaryllis

Der Ritterstern gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und bildet große Zwiebeln als Speicherorgane aus. Typisch sind die im Winter erscheinenden große Blüten, die auf hohlen Stängeln sitzen. In hochwertigen Blumensträußen werden die majestätischen Blüten verwendet. Oder man findet im Handel getopfte Zwiebeln, die im Zimmer schnell die Blüten und grünen Blätter bilden.

Winterpflege

Stellen Sie die angetriebenen Zwiebeln an einen hellen Platz im warmen Zimmer. Hat der Ritterstern einen Blütenstiel geschoben, geben Sie den Pflanzen wieder etwas mehr Wasser. Große Zwiebeln können durchaus zwei kräftige Stiele mit je drei bis vier Blüten bilden. Wenn sich die Blumen gut entwickelt haben, können Sie die Pflanzen etwas kühler stellen. Bei etwa 17 Grad Celsius halten die Blüten länger. Entfernen Sie die welken Blüten vorsichtig bevor sie abfallen, denn durch die intensive Farbe können Flecken auf dem Fensterbrett, an der Wand und Gardine entstehen. Schneiden Sie den Blütenschaft nach der Blüte ab. Sie erhalten so die Kraft der Zwiebel und verhindern die Samenbildung. Zwischenzeitlich haben sich die riemenartigen grünen Blätter entwickelt. Diese sind die Kraftwerke für die Assimilation und somit wichtig für die Förderung neuer Blütenanlagen.

Sommerpflege

Haben sich die Blätter gut entwickelt, benötigt die Pflanze mehr Wasser und Nährstoffe. An einem luftigen und besonnten Fenster fühlt sie sich wohl. Von Mai bis September können die Rittersterne auch im Freien stehen; am liebsten an einem halbschattigen Platz. Jede Woche werden sie leicht gedüngt. Gießen Sie den Ritterstern ab etwa September erst sehr wenig und dann nicht mehr. Die Blätter vergilben nun und können, wenn sie braun und dürr sind, abgeschnitten werden. In der folgenden Ruhephase bei etwa 15 bis 17 Grad Celsius bilden sich in der Zwiebel die üppigen Blütenknospen.

Allerdings gibt es auch gute Erfahrungen, wenn die Zwiebelpflanze während des gesamten Jahres immer etwas Wasser bekommt, die Blätter grün bleiben und nicht verdorren. 

Erneutes Antreiben

Im Zeitraum von November bis Februar werden die großen Zwiebeln in Töpfe mit etwa 14 Zentimetern Durchmesser gepflanzt. Die Größe des Topfes richtet sich nach der Zwiebelgröße, wobei um die Zwiebel herum etwa ein bis zwei Zentimeter Platz sein sollte. Am besten verwendet man eine gut durchlässige Blumenerde eventuell gemischt mit Bimskies, Lavasteinchen oder ähnlichem Material, auch Kübelpflanzenerde ist geeignet. Achten Sie beim Eintopfen darauf, dass die Zwiebel nicht zu tief gepflanzt wird. Ein Drittel oder die Hälfte sollte aus der Erde ragen. Alternativ kann auch nur die obere Erdschicht erneuert werden. Nur kurz angießen und dann darauf achten, dass lediglich so viel Erdfeuchtigkeit erhalten bleibt, dass die Wurzeln nicht austrocknen. Erst wenn sich in der Mitte der Zwiebel ein neuer Blütentrieb gebildet hat, gießen Sie wieder regelmäßig.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak

Obstbäume im Winter pflegen

 

Weißeln der Stämme im Winter als Schutz gegen Frostrisse

 

Das Anbringen von Leimringen sollte bereits Anfang Oktober erfolgt sein. Und der Gehölzschnitt lässt sich auf März verschieben. Aber sind Pflegemaßnahmen im Dezember und Januar überhaupt erforderlich? Der Experte der Bayerischen Gartenakademie gibt Tipps.

Nur wenn es sich um viele Bäume, vor allem alte Streuobstbestände handelt, muss man schon früher mit dem Schnitt beginnen. Ein Schnitt bereits im Spätherbst oder frühen Winter birgt die Gefahr, dass pilzliche und bakterielle Schaderreger durch Schnittwunden über einen langen Zeitraum in Obst- und Ziergehölze eindringen. Außerdem können Schnittstellen zurückfrieren und eintrocknen.

 

Mulchschicht an Baumscheiben räumen


Feld- und Wühlmäuse treiben ihr Unwesen bevorzugt unter geschützten, bewachsenen Stellen. Daher sollen Baumscheiben, die über Sommer sinnvollerweise gemulcht wurden, spätestens jetzt im November frei gehalten werden. Dazu werden unverrottete Mulchmaterialien, letztes Fallobst und -laub um den Baum entfernt. Haben Mäuse in den letzten Jahren Schaden angerichtet, so können Fallen aufgestellt werden. Ein Anbringen von Sitzstangen für Greifvögel ist in Streuobstbeständen empfehlenswert. Bei Neupflanzungen sollten Wühlmauskörbe aus Drahtgeflecht einbezogen werden. Der Draht muss bis zum Stamm angebracht werden.

Wildschäden vorbeugen

 

Obstbäume in der freien Landschaft werden bei Barfrösten oder dicker Schneedecke besonders von Wild geschädigt. Hasen und Kaninchen dringen auch in Gärten vor. Als Ablenkung helfen bereits Obstzweige, die nach dem Baumschnitt am Boden liegen bleiben. Schutz vor Verbiss-, Fege- und Nageschäden am Stamm bieten Wildschutzspiralen und Matten aus Jute, Kokos oder Schilfrohr. Alternativ lassen sich auch Fichten- bzw. Tannenwedel um den Stamm binden. Durch die Bildung von Schwitzwasser an der Rinde scheiden Plastikfolien aus. 

Baumstämme abkratzen und abbürsten

I

In Ritzen und unter Schuppen von Rinde, Moosen und Flechten überwintern Raupen von Obstmaden, Miniermotten und Knospenstechern. Durch Abschaben (an jüngerer Rinde) bzw. Abkratzen und Abbürsten bei stärkeren Stämmen können diese Schädlinge dezimiert werden. Legen Sie vorher Folie, Vlies oder ein altes Bettlaken auf den Boden um den Stamm. So können Sie die Rindenteile mit den Raupen gut in der Biotonne entsorgen. Appellieren Sie auch an Ihre Nachbarn, diese mechanische Bekämpfung vorzunehmen. Dann ist der Effekt der Maßnahme für alle wirkungsvoller.

Weißeln der Stämme gegen Frostrisse


Bei strengen Frösten im Januar und Februar heizt die Sonne die Südseite von Stämmen jüngerer Bäume mit glatter Rinde auf. Die sonnenabgewandten Stellen bleiben hingegen gefroren. Diese Temperaturunterschiede im Holz können zu Frostrissen führen. Dazu reichen im März an bereits treibenden, saftführenden Bäumen schon geringe Minusgrade. Das Weißeln der glatten bzw. vorher abgebürsteten Stämme sorgt für Abhilfe. Außerdem heizen sich die Stämme an sehr heißen Sommertagen weniger stark auf, was dann möglichen Kambiumschäden entgegenwirkt. Frostrisse können zwar verheilen, wenn man die aufklaffende Wundränder glatt schneidet und sicherheitshalber zusammenbindet. Ein größerer Schaden entsteht jedoch durch das Eindringen von Schaderregern wie Obstbaumkrebs, Kragenfäule, Rotpustel, Valsa (Steinobst), Rindenbrand (Pseudomonas), Welkepilze (Verticillium). Nach einer Infektion können sie zum Absterben der Gehölze führen.

Wintermonate - Zeit für Nebenarbeiten


Nutzen Sie die arbeitsarmen Monate, um Nistkästen zu bauen, Baumscheiben neu anzulegen oder frei zu machen. Reinigen und ölen Sie Gartengeräte. Scheren und Messer können dabei auch geschärft und desinfiziert werden. Überprüfen Sie angelegte Leimringe auf angewehte Blätter, die den Frostspannerweibchen als Brücke zum Aufwandern in die Baumkrone dienen. Denken Sie daran, für eigene Veredlungen die gewünschten Edelreiser bis Ende Januar abzunehmen. Der Obstgehölzschnitt kann auf den späten Winter im März verschoben werden.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak