Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Kübelpflanzen jetzt ins Winterquartier?

blaublühene Schmucklilie im Freien 

 

Es ist nun richtig Herbst. Die Tage werden kürzer und die Nächte kälter. Manchmal hängen dicke Nebel über dem Land und buntes Laub bedeckt den Boden. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erhalten nun häufig Fragen zum Einräumen der Kübelpflanzen.

Viele Balkone und Terrassen werden aufgeräumt und „winterfest“ gemacht. Auch frostempfindliche Pflanzen in Gefäßen bekommen ihren Platz für die kalte Jahreszeit.

Der richtige Zeitpunkt

Die meisten unserer Kübelpflanzen habe ihre Heimat in den Tropen und im Mittelmeerraum. Sie sind mehr oder weniger kälteempfindlich. Frost gibt es an den Naturstandorten gar nicht oder nur selten. Pflanzen aus tropischen Gebieten müssen deshalb schon vor den ersten, auch leichten Frösten eingeräumt werden, um Schäden zu vermeiden. Hierzu zählen Zierbanane, Papyrus, Bougainvillea, Duft-Pelargonien, Engelstrompete, Wandelröschen, Fuchsien und viele mehr. Temperaturen knapp unter der Null-Grad-Grenze überstehen beispielsweise Schönmalve, Bleiwurz, Citrus-Arten und Oleander. Fallen die Temperaturen jedoch dauerhaft unter minus fünf Grad Celsius, benötigen auch Feigen, Oliven, Lorbeer und Rosmarin ein Winterquartier.

Die Frosthärte bzw. Kälteverträglichkeit von Pflanzen ist nicht nur von der Temperatur abhängig. So sind Pflanzen im Jugendstadium kälteempfindlicher als ältere Pflanzen. Über den Sommer stark gedüngte und üppig mit Wasser versorgte Pflanzen, die große weiche Pflanzenzellen gebildet haben, tragen schneller Kälteschäden davon als Pflanzen, die eher „mager“ gehalten wurden und deren Gewebe kleiner und stabiler sind.

Citrus-Pflanzen sind beliebte Kübelpflanzen. Sie müssen frostfrei Überwintert werden.

Pflanzen abhärten


 

Kübelpflanzen fristen ihr Dasein oft mehrere Monate in einem meist sehr ungünstigem Überwinterungsraum. Deshalb ist es sinnvoll sie möglichst lange im Freien zu lassen. Eine bessere Überwinterungsfähigkeit lässt sich erreichen, wenn man schon im Spätsommer dafür sorgt, dass das Wachstum gehemmt wird. Entfernen Sie die Untersetzer, damit Wasser schnell abfließen kann. Der Wasserverbrauch wird im Herbst eingeschränkt, weshalb Sie nur noch bei trockenem Wurzelballen gießen. Außerdem haben die Pflanzen beim Einräumen ein geringeres Transportgewicht. Das Düngen sollte ja bereits im August beendet sein, was ebenfalls für stabiles Pflanzengewebe sorgt. 

An einem geschützten Platz im Freien, nahe am Haus, hat man die Möglichkeit Pflanzen länger draußen zu lassen. Das Abdecken mit einem Vlies oder einem Betttuch hilft, wenn es in der Nacht kalt wird. Gerade im November sind es manchmal nur wenige Tage, die leicht frostig sind. Die Abdeckung kann dann auch am Tag belassen werden. Grundsätzlich sollte man so spät wie möglich im Herbst einräumen und so bald wie möglich im Frühjahr wieder ins Freie. Dabei fördern Kältereize oft auch die Blütenbildung.

Der Platz zum Überwintern


Leider ist die Überwinterung das größte Problem, da meist optimale Plätze fehlen. Das Winterquartier sollte möglichst hell und kühl sein. Die Überwinterungstemperaturen liegen idealerweise bei fünf bis zehn Grad Celsius. Es eignen sich helle Kellerräume und kühle Wohnräume. Für kälteunempfindlichere Pflanzen können Sie Garagen und Kellerschächte ebenfalls nutzen. Kleingewächshäuser mit Frostwächter sind ebenfalls geeignet. Grundsätzlich gilt: je dunkler der Raum umso kühler sollte er sein. Umgekehrt heißt es, dass ein sehr heller Platz auch etwas wärmer sein darf.

 

große Kübelpflanzen brauchen oft geeignete Transportgeräte

Pflege im Winterquartier

Kontrollieren Sie die Pflanzen vor dem Einräumen. Schädlinge würden sich im Winter schnell vermehren, da die Bedingungen für die Pflanzen ungünstig, für die Schädlinge aber vorteilhaft sind. Entfernen Sie Verblühtes und Abgestorbenes, um Grauschimmel vorzubeugen. Gießen Sie erst bevor der Wurzelballen austrocknet. Zu groß gewordene Pflanzen können Sie vor dem Einräumen kürzen. Das schafft Platz und ermöglicht ein lockeres Aufstellen der Pflanzen nebeneinander.

Palmen und andere Kübelpflanzen im Winterquartier hier ein Gewächshaus

Indischer Blumenrohr im Winter

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Sellerie im sehr langen Herbst

Sellerie


Sellerie stammt ursprünglich aus Flussniederungen entlang der Atlantikküste. Er liebt also leicht feuchte, fruchtbare Böden und wünscht auch heute noch eine temperiert feuchte Witterung, vor allem jetzt im Herbst. Wenn Sellerie bis jetzt kaum Golfballgröße erreicht hat, stand er vermutlich viel zu trocken.


An Düngung braucht Sellerie so viel wie Tomaten, also kurz vor der Pflanzung drei Liter Kompost je m² und 100 Gramm Hornmehl gut eingearbeitet. Diese Dünger kommen jedoch nur bei ausreichender Wasserversorgung in die Pflanze.


Die Tage werden jetzt zunehmend kürzer, die Nächte kühler. Große Regenfälle sind mancherorts ausgeblieben. Dort können wiederholte und durchaus auch ausgiebige Gießgaben bei Sellerie auch jetzt noch sinnvoll sein. Er legt nämlich immer noch zu, wenn die Voraussetzungen stimmen. Gedüngt werden sollte jetzt nicht mehr. Unser Sellerie auf der Schaufläche ist zum größten Teil gemulcht. Das heißt, der Boden ist mit sauberem Rasenschnitt oder mit Grünabfällen anderer Gemüse dünn bestreut. Wo es sehr viele Schnecken gibt (in Nordbayern sind sie sehr selten geworden) bleibt die Beetoberfläche meistens offen. Hier bewirken leichte, oberflächlich geführte Bewegungen mit einer Flachhacke (Rübenhacke), dass dem Boden mehr Luft zufließt und in der Folge Nährstoffreste im Boden zugunsten des Selleries mobilisiert werden.

Sellerie im Sommer mit Gras gemulcht

Unser Sellerie soll möglichst lange stehen bleiben, für Reifnächte haben wir Vlies bereit gelegt. Nach derzeitiger Wetterprognose kann der Sellerie wahrscheinlich den ganzen Oktober über noch draußen bleiben. Zuerst ernten wir jetzt schon nach und nach Kümmerexemplare, die kräftigen und damit gut lagerfähigen Knollen kommen erst vor dem Wintereinbruch mit tieferen Temperaturen aus dem Boden. Dabei lassen wir möglichst viel Erde an den Knollen, das Laub wird nicht zu knapp abgeschnitten. 

Sellerieernte mit der Grabgabel

Die inneren, zarten Blättchen mit Stängel eignen sich übrigens ganz hervorragend für Bruscetta:

Zwei Tomaten, ca. 200 Gramm Selleriestängel und eine große Knoblauchzehe fein würfeln. Sellerie und Knoblauch in heißem Olivenöl unter umrühren anbraten, nach drei Minuten Tomatenwürfel zugeben, weiterrühren, nach Geschmack mit wenig Salz und/oder Pfeffer abschmecken, auf getoastetem Weißbrot servieren. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Erntedank

Die Ernte

Am 6. Oktober feiern christliche Gemeinden das Erntedank-Fest. Der frühe Herbst bietet noch eine Fülle von erntefähigem Obst und Gemüse. „Auch wir sollten für die Ernte unseres Gartens dankbar sein“, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Der Garten kann nicht nur unseren täglichen Speiseplan bereichern, er bietet uns Zierde und Erholung sowie Lebensraum für Tiere. 

Wenn auch nicht jedes Jahr ist ein Super-Jahr für alle Obst- und Gemüsearten ist, so sind wir dankbar für die Ernte, die unser Garten bietet.

Zeit für die Ernte

Dankbarkeit für die Ernte im Obst- und Gemüsegarten

reiche Apfelernte

 

Herbsthimbeeren liefern noch fast täglich süße Früchtchen. Äpfel, Birnen und Quitten füllen Erntekörbe und verschiedene Wildobstfrüchte warten auf die Verarbeitung. Jetzt wird die Sorten- und Artenvielfalt bewusst, wenn wir volle Erntegefäße betrachten.

Der Herbst wird immer auch mit Kürbissen in Verbindung gebracht. Durch die vielerorts noch milden Temperaturen liefern selbst Tomaten, Zucchini und Bohnen noch ausreichend Ernte. Blattgemüse wie Mangold und Salate (Endivie, Zuckerhut, Feldsalat u.a.) wachsen üppig und wandern nach Bedarf auf den Teller.

Dankbarkeit für das Schöne im Garten

blühende Astern im Garten in verschiedenen lila Farbtönen

Ein Garten ist keinesfalls nur Mühe. Gerade im Herbst bietet er ein Feuerwerk an Farben. Das Laub vieler Gehölze färbt sich bunt, Rot- und Gelbtöne treten in den Vordergrund. Eine typische Herbststaude ist die Aster, die mit ihren lila bis rosa oder weißen Blüten verschiedene Insekten anlockt und Nahrung bietet. Mit ihr um die Wette blühen Fetthenne, Dahlien sowie Bartblume.

letzte Sommerblumen im Gemüsegarten Schmuckkörbchen, Zinnien und Co.

Wieviel Leben bietet der Garten? Unterschiedlichste Tiere tummeln sich in den verschiedensten Ecken eines naturnahen Gartens: so sind dies kleinste Lebewesen, die verrottende Pflanzenteile zu Humus umsetzen, Vögel, die Nahrung bei frucht- und samentragenden Blumen und Gehölzen finden, Igel und Eichhörnchen, die sich noch ihren Wintervorrat anfressen müssen. Über den Winter bleiben vertrocknete Staudenstängel als Unterschlupf für Insekten und Co. stehen.

Der Sommer ist vorbei. Der Frühherbst ist die Zeit des Erntens, hier Süßkartoffeln

Dankbarkeit für den ideellen Nutzen

reiche Gemüseernte mit Kartoffeln Tomaten Auberginen und Melone

Jeder Garten ist anders und gibt auch Bild des Nutzers wieder. Persönliche Ideen und Vorstellungen können eingearbeitet werden. Ein Garten ist nie vollendet und perfekt. So gibt es einen stetigen Wandel mit den Jahren und auch innerhalb eines Jahres. 

vielfältige Apfelverwertung, hier eine rot durchgefärbte Sorte


Der Garten ist eine Aufgabe. Wir müssen uns kümmern und bewegen uns gleichzeitig an der frischen Luft. Er ist Balsam für die Seele, denn beim Arbeiten oder Betrachten vergessen wir den Alltag. Der Garten ist ein Ort der Erholung, ein Ruhepol im hektischen Tagesgeschehen.

letzte Sommergemüse Gurke und Paprika

Die Ernte der Gartenarbeit ist nicht nur in der Menge der Gartenfrüchte zu sehen, sondern auch in der Schönheit und Vielfältigkeit, die auf diesem Stück Land zu finden ist. Ein naturnaher Garten kann ein kleines Stückchen Eden sein – sind wir dankbar dafür.

Möhrenernte

Die Früchte der Rosen leuchten im Herbst. Hagebutten dienen auch als Nahrungsquelle für verschiedene Tiere.

Hokkaido-Kürbis Zeit für die Ernte

In Stücke geteilt so wird der Apfel schnell gegessen.

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Paprika sicher überwintern

Paprika


Wo und wie können Paprika sicher überwintern?

Paprika lieben Wärme. Temperaturen unter 5° Grad überleben sie nicht. Sie sind nicht winterhart. Aufgrund des heimischen Klimas können Paprika nur frostsicher durch den Winter kommen, wenn sie rechtzeitig nach drinnen gebracht werden.

In einem beheizten Raum wird die Pflanze ganz normal weiter gegossen und gedüngt. Sie blüht weiterhin und bildet auch Früchte.


 

So bereiten Sie Paprika auf ihr Winterquartier vor

 

Nach der letzten Paprikaerntemüssen die Pflanzen rechtzeitig vor dem ersten Frost ihr Winterquartier beziehen. Paprika überwintern ist einfach – vorausgesetzt Pflege und Standort erfüllen die Paprika spezifischen Bedingungen. Bevor die Paprika ins Haus kommen, sollten sie wie folgt vorbereitet werden:

 

gründlich von Schädlingen wie Blattläusen oder Spinnmilben befreien

kranke oder beschädigte Pflanzen entsorgen

Pflanzen noch mal ausreichend wässern und gießen

 

 

Welche Überwinterungsmöglichkeiten gibt es?

 

Helle, kühle und frostfreie Räume sind das beste Winterquartier für Paprika. Bei einer 

Durchschnittstemperatur von 10° Grad ruht die Pflanze. Das Gießen reduziert sich auf 2-mal wöchentlich und düngen ist nicht nötig.

Im normal temperierten Zimmer bei 20° Grad wachsen, blühen und bilden die Paprika weiterhin Früchte. Deshalb wöchentlich gießen und 1-mal monatlich etwas düngen.

 

Die richtige Pflege wenn Paprika überwintern


 

Überwintern lassen sich prinzipiell alle Paprikasorten. Der Vorteil: Im zweiten Jahr sind 

Paprika oftmals ertragreicher und unempfindlicher. Für die Winterpflege gelten folgende Regeln bei:

  • Schädlingen und Krankheiten

  • dem richtigen Schneiden und Rückschnit

  • Gießen


 

Während dem Überwintern sind Paprika anfällig für Schädlinge wie Spinnmilben,

Blattläuse und Krankheiten. Dies wird durch zu trockene Heizungsluft und nasse Erde 

zusätzlich unterstützt. Pflanzen regelmäßig kontrollieren und nur mäßig gießen.

Paprika richtig schneiden bis in die verholzten Bereiche schafft Platz, fördert die Verzweigung und neuen Pflanzentrieb. Je mehr Rückschnitt desto weniger Blätter. Deshalb nur wenig gießen. Viel Blattmasse unterstützt die winterliche Fotosynthese. Damit besteht ein erhöhter Bedarf an Wasser und Nährstoffen.
Winterliches Gießen: je dunkler und kühler der winterliche Paprikastandort desto weniger Wasser. Staunässe unbedingt vermeiden und Erde immer leicht abtrocknen lassen.

 

Wenn der Winter geht und der Frühling kommt

 

Ab Februar kann man die Paprika langsam auf den neuen Freiluftsommer vorbereiten. Dazu 

 

Paprika in einen neuenTopf umsetzen Beachte, dass Durchmesser und Tiefe nur wenig größer 

 

sind. Sonst verwendet die Pflanze zu viel Kraft auf die neue Wurzelbildung. Das Substrat 

 

wieder etwas feuchter halten und langsam mehr gießen. Ab Mitte Mai öfter düngen. Wenn 

 

alles klappt, wirst Du im zweiten Jahr deutlich mehr Paprika ernten.

 

Tipps & Tricks


 

Im Winterquartier auf genügend Luftfeuchtigkeit achten. Paprika vertragen keine trockene 

Luft. Eventuell Luftbefeuchter aufstellen und Pflanzen mit destilliertem Wasser einsprühen.

 

 

 

 

https://www.gartenjournal.net/paprika-ueberwintern

Was darf auf den Kompost?

Kompost

 

Gemüsebeete sind fast abgeerntet, die Obsternte ist in vollem Gang, manches wird im Garten auf- und umgeräumt. „Das anfallende organische Material ist zu schade, um es auf den Wertstoffhof zu fahren oder in der Biotonne zu entsorgen“, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die Alternative kann die Kompostmiete sein. Fertiger Kompost gilt als das „Gold des Gärtners“. Er ist wertvoller Dünger und Bodenverbesserer. Doch oft gibt es Unsicherheiten bezüglich der Pflanzen die auf einen Komposthaufen dürfen.

Gutes Kompostieren

Die Umsetzung organischen Materials zu gutem Humus geschieht durch verschiedene Klein- und Kleinstlebewesen. Sie benötigen für ihre Arbeit ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, aber auch eine gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Nährstoffe aus dem zugeführten organischen Material. Deshalb sollte eine ausgewogene Mischung im Komposthaufen vorliegen. Feuchter Rasenschnitt wird beispielsweise mit lockerem und trockenem Material gemischt.

Giftige Pflanzen auf dem Kompost

Wenn es um das Kompostieren giftiger Pflanzen geht herrscht oft große Unsicherheit. In der Natur existieren Pflanzenarten, die für Mensch und Tier giftige Stoffe enthalten. Etliche von ihnen werden in den Gärten als Zier- oder Nutzpflanzen angebaut. Manchmal finden sich die natürlichen Gifte nur in bestimmten Teilen einer Pflanzenart wie Blättern oder Früchten, in anderen Fällen ist die ganze Pflanze giftig. In der natürlichen Umgebung verrotten giftige Pflanzen nach dem Absterben ebenso wie alle anderen. Sie werden von Mikroorganismen zersetzt, die ursprünglichen Inhaltsstoffe verändern sich und werden nach und nach abgebaut, so dass von den Giften nichts mehr übrig bleibt. Auf dem Kompost finden diese Vorgänge ebenso statt. Beispiel: Thuja- oder Eibenschnitt kann zerkleinert in dünnen Schichten dem Kompost zugeführt werden.

Kompostieren

Unkräuter auf dem Kompost

Samenunkräuter können getrost auf den Kompost, aber nur wenn sie frühzeitig vor der Blüte gejätet werden, also noch ohne Blütenknospen. Ist der Zeitpunkt jedoch verpasst, dann entsorgt man die Pflanzen über die Biotonne, um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern.

Auch Wurzelunkräuter könnten auf den Komposthaufen allerdings müssen sie ausgetrocknet sein, was bei heißen Sommertemperaturen leichter passiert. Anderenfalls ist die Entsorgung über die Biotonne sinnvoller.

Laub auf dem Kompost

Im Herbst fällt wieder eine Menge Laub an. Wo es nicht liegen bleiben darf, z.B. auch dem Rasen oder auf Wegen, wandert es auf den Kompost. Vor allem schwer verrottbares Material wie Eichen- oder Nusslaub wird besser zersetzt, wenn es zerkleinert ist. Dazu eignet sich der Rasenmäher. Das Laub wird einfach in den Auffangsack „gemäht“ und dann schichtweise mit anderem Material auf den Kompost gegeben.

Zum Kompostieren ungeeignet

Pflanzenteile mit Maden, Kohlhernie und Welkekrankheiten sowie anderen Pilzen, Viren und tierischen Schädlingen, die im Stängel oder der Wurzel schädigen, sollten grundsätzlich nicht im eigenen Garten kompostiert werden. Manche Schädlinge oder Krankheitserreger können auf dem Kompost mangels ausreichend hoher Temperaturen überdauern. Mit der späteren Ausbringung von Kompost im Frühjahr besteht die Möglichkeit die Schaderreger im Garten zu verbreiten und Pflanzen erneut zu infizieren.

 

Kompostieren von organischem Material Grüngut Laub und vieles mehralte Pflanzen aus Blumentöpfen Gartenabfälle

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Kirschessigfliege im Haus- und Kleingarten

Die Kirschessigfliege

 

Seit 2014 tritt in Süddeutschland vermehrt die Kirschessigfliege (nicht zu verwechseln mit der Kirschfruchtfliege!) auf. Sie befällt über die Fruchtsaison hinweg unterschiedliche Obstarten (z.B. Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, späte Erdbeeren, Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Holunder) und kann große Schäden anrichten.

Die Kirschessigfliege legt ihre Eier in intakte, reifende und reife Früchte. In den Früchten entwickeln sich meist mehrere Larven, die sich in oder an der Frucht verpuppen. Die Fliege ähnelt äußerlich stark den heimischen Frucht- oder Essigfliegen, die jedoch nur überreife und bereits verletzte Früchte befallen. Unter optimalen Bedingungen kann die Kirschessigfliege im Sommer in kurzer Zeit mehrere Generationen durchlaufen. Jede neue Generation befällt dann das aktuell reifende Obst. Sie bevor-zugt warm-feuchtes Klima. Bei anhaltender Trockenheit und Temperaturen über 30 °C kann sie sich nicht mehr vermehren.

 

Mit Fallen versucht man den Kirschessigfliegen auf die Spur zu kommen

Schadbild


Befallene Früchte sehen äußerlich zunächst noch normal aus. Die Larve frisst unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch, wodurch sich Eindellungen bilden. Später fallen die Früchte weiter ein und aus der Einstichstelle tritt Saft aus. Die Einstichstelle bietet eine Einfallspforte für Schimmelpilze und Essigbakterien. Durch den gärenden Fruchtsaft wer-den andere Schädlinge angelockt (z.B. Essigfliegen, Wespen) .

Die Intensität des Befalls kann sich zwischen Obstarten und -sorten stark unterscheiden. Sowohl Wildobst als auch Zuchtformen werden befallen. Allgemein sind früh reifende Sorten weniger gefährdet. Einheitlich reifendes Obst kann schnell komplett geerntet werden und ist daher auch nur über einen kürzeren Zeitraum gefährdet.

Schaden durch Kirschessigfliege an roter Traube

 

Gefährdete Obstarten

 

Früh abreifende Sorten sind grundsätzlich weniger gefährdet. Weniger gefährdete Reifezeiten sind bei

  • Erdbeeren bis Mitte Juni

  • Kirsche bis Mitte Juni

  • Sommertragende Himbeersorten bis Mitte Juni

  • Johannisbeeren und Stachelbeeren bis Ende Juni

  • Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche, Mirabellen, Renekloden bis Ende Juni

Spät reifendes Obst wie Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunder, blaue Tafeltrauben, Kiwibeeren, Goji und Aronia sind generell stark gefährdet.

Ein umfangreiches Monotoring der Kirschessigfliege gibt Aufschluss über Auftreten und Entwicklung des Schädlings

 

Maßnahmen im Haus- und Kleingarten

Im Haus- und Kleingarten sind keine Pflanzenschutzmittel gegen die Kirschessigfliege zugelassen. Vorbeuge- und Begleitmaßnahmen sind daher besonders wichtig.

  • Spindelerziehung von Baumobst und Johannis-/Stachelbeeren sorgt für locker aufgebaute, luftige, schnell abtrocknende Strukturen.

  • Auslichten dichter Baumkronen und Sträucher fördert die Durchlüftung der Gehölze.

  • Engmaschige Insektenschutznetze (0,8 mm Maschenweite) können die Eiablage der Kirschessigfliege einschränken. Beachten Sie: rechtzeitige Auflage (3 bis 4 Wochen vor der Pflückreife); dichtes Schließen; nur zur Ernte kurz öffnen.

  • Obst zügig in kurzen Abständen und vollständig ernten. Keine beschädigten oder vertrockneten Früchte an und unter den Bäumen und Sträuchern belassen.

  • Korrektes Entsorgen befallener Früchte hilft die Kirschessigfliegen-Population gering zu halten. Von Kompostieren ist abzuraten, ebenso von der Entsorgung in Restmüll oder Biotonne, da sich die Kirschessigfliege dort ungestört weiterentwickeln kann. Um Eier und Maden abzutöten, sollten befallene Früchte zunächst in einem luftdicht geschlossenen Behälter oder Plastiktüte mehrere Tage der Sonne ausgesetzt werden, in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel mehrere Stunden stehen gelassen oder mit kochendem Wasser überbrüht werden. Danach können die Früchte entsorgt werden. Vergraben (mind. 50 cm tief!) der Früchte ist eine weitere geeignete Methode.

  • Erntegut bis zum Verzehr im Kühlschrank lagern.

Erkennungsmerkmale


Die Kirschessigfliege ist generell leicht mit anderen Essigfliegen zu verwechseln. Ihnen gemeinsam ist die Größe (ca. 3 mm), rote Augen und ein brauner Körper. Der geschulte Beobachter erkennt unter Vergrößerung bei den Männchen die dunklen Flecken auf den Flügelenden und bei den Weibchen den sägeartigen Legeapparat. Gut zu unterscheiden ist sie dagegen von der Kirschfruchtfliege. Diese hat stark gemusterte Flügel und grün-schillernden Augen.

Gefäß mit Nährmedium zur Anzucht und Erforschung von Kirschessigfliegen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Feldsalat - Mini-Salate auf dem Teller

Feldsalat

Es wird Zeit für den Wechsel auf dem Essteller. Abwechslung bei den Salaten bietet der Feldsalat. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie stellen Ihnen den „Kleinsalat“ vor.

Der Feldsalat ist ein typischer Herbst- und Wintersalat mit leicht nussigem Geschmack. Im Garten lassen sich jetzt noch freie Stellen mit diesem Blattgemüse nutzen. Außerdem schützt der Anbau den Boden.

Feldsalat nutzen

Feldsalat besteht aus kleinen, einzelnen Blattrosetten. Deshalb ist er ein idealer Salat auch für Einzelpersonen oder als Mischsalat zwischen anderen Blattsalaten. Da der Anbau im Spätsommer beginnt und durch die kalte Jahreszeit hinweg möglich ist, sind die Blätter oft nicht ganz so zart wie beim Kopfsalat. Dafür ist der Geschmack kräftiger, worauf der Name „Nüsslisalat“ hinweist. Feldsalat lässt sich auch gut mit Nüssen kombinieren.

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Feldsalat im Beet_ Ausaat und Pflanzung

 

Feldsalat anbauen

Ab jetzt können Sie Feldsalat säen oder pflanzen. Die Aussaat ins Beet funktioniert noch während des ganzen Septembers. Später wird es dem Samen für die Keimung meist zu kalt. Die Aussaat erfolgt in der Regel in Reihen, damit dazwischen auch gehackt und Unkraut entfernt werden kann. Wenn Sie den Feldsalat pflanzen, ist der Anbau auch noch später möglich, bis Mitte Oktober ins Freie und danach ins Gewächshaus. Dort ist in milden Wintern der Anbau sogar durchgängig bis ins Frühjahr möglich. Wird es draußen kalt, sollten Sie den Feldsalat im Beet und im Gewächshaus mit einer Vliesabdeckung schützen, damit er nicht zu stark im Wachstum stockt. Wer keinen Garten hat, kann Feldsalat auch problemlos im Blumenkasten anziehen.

In milden Winzer kann im Kleingrtengewächshaus Feldsalat durchgängig angebaut werden,

 

 

In vielen Gärtnereien und manchen Gartencentern wird Feldsalat in Erdpresstöpfchen angeboten. Hierbei sind Samenkörner in einem solchen Erdwürfel gekeimt. Wie auch bei anderem Salat setzen Sie die Presswürfel mit den Jungpflänzchen so ins Beet, dass nur etwa die Hälfte mit Erde bedeckt ist. Dies ist wichtig, dass die Salatpflänzchen „im Winde wehen“ können und nicht auf der Erde aufliegen. So beugen Sie Fäulnis vor. Wer selbst in kleinen Töpfchen anziehen möchte, nimmt eine Multitopfplatte mit drei Zentimeter Topfgröße, füllt diese mit Aussaaterde und legt jeweils bis zu sieben Samen hinein. Drei Wochen später lassen sich die kleinen Pflanzenbüschel auspflanzen. Vorteil von gepflanztem Feldsalat ist die schnelle und saubere Ernte. Man schneidet mit dem Messer die fertigen Salatbüschel einfach weg.

Ernzefähiger Feldsalat im Gewächshaus
 

Beim Feldsalat dauert es von der Aussaat bis zur Ernte nicht sehr lange - bei milder Witterung nur wenige Wochen. Deshalb ist ein satzweiser Anbau ratsam, um gleichmäßig ernten zu können und nicht von Feldsalat überhäuft zu werden.

gleichmäsige Feldsalatrosetten - ideal für die Ernte

 

Leider kann der Echte Mehltau Probleme bereiten und den Feldsalat schädigen. Achten Sie deshalb auf einen luftigen, nicht ganz vollsonnigen Standort und säen bzw. pflanzen Sie nicht zu dicht, damit eine schnelle Abtrocknung der Blätter gewährleistet ist.


 

Feldsalat schützt den Boden

Feldsalat eignet sich auch als Gründüngung. Er nutzt den restlichen Stickstoff im Boden und verhindert so die Auswaschung über den Winter. Außerdem ist der Boden bedeckt. Dies schützt Bodenlebewesen und verhindert Bodenerosion. Wenn nun freie Stellen im Beet vorhanden sind, z. B. nach dem Abernten von Bohnen oder Tomaten, kann der leere Platz gleich für Feldsalat genutzt werden. Selbst kleine Plätze sind nutzbar. Feldsalat in Reihe ist pflegeleichter. Als Gründüngung ist aber auch eine breitwürfige Aussaat denkbar. Entweder schneidet man immer die größten Röschen als Salat heraus oder man überlässt sich das Beet selbst. Im Frühjahr blühen die Pflanzen und säen sich wieder aus.

Herbstliche Feldsalaternte auf der Gemüseschaufläche. In der Schale befinden sich jungpflanzen, die noch aufs Beet gepflanzt werden.

 

 

Feldsalat im Beet: Aussaat und Pflanzun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

 

Reiche Ernte im Garten


 

Ende August und im September ist der Garten ein Schlaraffenland. Fröhliche Blumen schmücken die Beete und die Vasen. Die Erntekörbe werden schnell gefüllt mit Gemüse und Obst. Dann heißt es rasch verwerten, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Ein vielfältiger Garten bietet ein Füllhorn frischer wohlschmeckender Früchte. Jetzt ist Erntezeit – Wohlgenuss für Sinne und Gaumen.

Erntesegen im Obstgarten

Der Garten hält nun eine bunte Palette frischen Obstes parat. Saftige Pfirsiche und süße (Früh-) Zwetschgen ernten und verzehren Sie nun stetig frisch, am besten bevor sie abfallen. Denn dann bilden sich schnell Schadstellen. Alle zwei Tage liefern Herbsthimbeeren eine neue Ernte. Durch den kurzen Ernterhythmus gibt es keine schimmeligen Früchte und auch die Kirschessigfliege wird kein Problem. Keine Möglichkeit zum Frischverzehr? Neben dem Einfrieren bieten natürlich Fruchtaufstriche, Kuchen etc. eine gute Chance der Verwertung des sommerlichen Obstes.

Tomaten

Endlich ist es soweit: die ersten Äpfel und Birnen. Nun ist wieder Saison für regionale Früchte. Frühsorten jedoch sind nicht haltbar und lagerfähig. Bei Kuchen oder Mus verschwinden schnell größere Mengen, wenn man beim Frisch-Essen nicht nachkommt.

Mirabellen

 

Vergessen wir nicht die Tafeltrauben: schön groß sind sie dieses Jahr geworden. Vielleicht eingepackt in Organza-Säckchen und somit geschützt vor Wespen und Vögeln können die Trauben noch bis zur Vollreife hängen blieben. Doch auch jetzt schmecken viele Sorten schon gut, so dass Ungeduldige immer wieder naschen können.

Zwetschgen

Tafeltrauben

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Wann sind meine Melonen reif??

Zuckermelonen

Schöne Sommertemperaturen, ein lockerer Boden und ausreichend Wasser, das sind die besten Voraussetzungen für üppiges Blattwachstum bei Zucker- und Wassermelonen im Garten.

Wassermelone Sie braucht noch eine ganze Weile, das Blättchen am Stielgrund ist noch deutlich grün.deutlich gestreift. Erst wenn er vollständig Gelb ist, wird geern


Viel Blattmasse sammelt reichlich Sonnenenergie, und nur so können sich dann große Früchte entwickeln. Stattliche Früchte machen Appetit, und am liebsten würde man sie dann schnell abschneiden. Doch unreife Melonen schmecken fad, manchmal fast nach schlechter Medizin – schade um die viele Vorarbeit. Geduld zahlt sich umso besser aus.

Wassermelone Sie ist noch unreif, der Bodenfleck ist noch deutlich gestreift. Erst wenn er vollständig Gelb ist, wird geerntet.


Zuckermelonen sind erst dann reif, wenn sie am Stielansatz einen leicht verbräunten, korkfarbigen kleinen Einriss-Ring zeigen. Das Blütenende an der anderen Seite der Frucht weitet sich ringartig etwas aus. Die Grundfarbe der zumeist angebauten Cantaloupe-Zuckermelonen soll sich von grünlich auf einen deutlichen Gelbton umgefärbt haben.

Das Blütenende ist bei vollreifen Wassermelonen aufgeweitet.

Wassermelonen haben am Stielgrund jeder Frucht direkt im Blattknoten ein kleines, öhrchenförmiges, gut zwei Zentimeter langes, schmales Blättchen. An reifen Früchten verliert es sein Grün vollständig, es erscheint gelblich. Zudem muss der sogenannte „Bodenfleck“ sattgelb ausgefärbt sein. Das hell-/dunkelgrüne Streifenmuster soll an dieser Auflagefläche nicht mehr unterscheidbar sein.

Zuckermelone noch unreif mit Blüten

Wenn es so weit ist, schneidet man dann Stiel mit einer Gartenschere durch. Ein nachreifen bzw. ein Nachsüßen findet nicht statt. Wassermelonen halten etwa eine Woche, die Cantaloups sollten schneller verbraucht werden.

Reife Zuckermelone Cantaloupe-Typ mit orangefarbenem mit verkorktem Stielansatz und ins gelbliche wechselnde Grundfarbe.Fruchtfleisch


 


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Doppelfrüchte im Obstgarten

 

Doppelfrüchte

 

Ursachen der Doppelfrüchtigkeit

Manchmal findet man zwei verwachsene Früchte an einem Fruchtstiel. Die Früchte sind wie ein einer Naht zusammengesetzt. Beide Fruchtteile entwickeln sich gleich und reifen auch gut aus. Auch bilden sich zwei Kerne. Jedoch sind die Früchte gesund und geschmackvoll. Für die Ernte im Garten haben die Doppelfrüchte keine Nachteile.


Doch was ist passiert? Ursächlich für die Anomalien sind hauptsächlich Hitzesommer des Vorjahres und damit verbundener Stress für die Pflanzen. Schon im Sommer werden Blütenknospen für das kommende Jahr angelegt. Treten zur Zeit der Blütenbildung langanhaltende Trockenheit und Hitze auf, kann es zu den Veränderungen kommen. Dann trennen sich die einzelnen Blüten nicht vollständig. So entstehen Blüten mit zwei Stempeln und zusammengewachsenen Fruchtknoten.

Doppelte Früchte bei verschiedenen Obstarten


Das Phänomen der Doppelfrüchtigkeit tritt bei sehr unterschiedlichen Obstarten auf. Besonders häufig sind Zwetschgen und Kiwi betroffen. Aber auch bei Kirschen, Erdbeeren und Himbeeren und Pfirsichen kann die Veränderung auftreten, gelegentlich auch bei Äpfeln. Auffallend ist auch, dass nicht alle Sorten einer Obstart gleich reagieren. 

Beim Obsteinkauf findet man diese Verformungen sehr selten, da sie nur in geringem Maße vermarktet werden dürfen und deshalb aussortiert werden müssen.

zwei Zwetschgenfrüchte sind fest miteinander verwachsen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Schwebfliege - Fliege im Wespenkostüm

 

Bei sonnigem, warmem Wetter fallen sie auf – Insekten mit wespenähnlicher Zeichnung schwirren in großer Zahl um verschiedene Blüten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Schwebfliege als wichtigen Nützling im Garten vor.

Im Frühjahr hatten wir eine hohe Blattlauspopulation an vielen Pflanzen. Deshalb treten nun nachfolgend viele Nützlinge auf. Dazu gehört auch die vielgestaltige Schwebfliege.

die grünlichen, bräunlichen oder durchsichtigen Larven der Schwebfliege kennt kaum jemand


Unbekanntes Flugobjekt?

 

Schwarz-gelb gestreifte Fluginsekten werden häufig für Wespen gehalten. Doch das ist nur ein Täuschungsmanöver zur Abschreckung vor Fressfeinden. Die Wespenzeichnung der erwachsenen Schwebfliegen dient zur Warnung und zum Schutz. Charakteristisch ist der Flugstil. Durch den schnellen Flügelschlag scheint es, als ob die Tiere an einer Stelle schweben, um im nächsten Moment den Standort zu wechseln. Das Fehlen der Wespentaille, des zweiten Flügelpaares und die kurzen Fühler sind weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen Schwebfliegen und Wespen.

Schwebfliegen lieben Doldenblütenhier die Blüten von Gewürzfenchel


 

Warum brauchen wir dieses Insekt im Garten?


 

Die Nahrung erwachsener Schwebfliegen besteht aus Pollen und Nektar. Deshalb spielen sie bei der Blütenbestäubung eine wichtige Rolle. Im Sommer sind sie häufig auf Dolden- und Korbblütlern sowie auf Hahnenfuß- und Rosengewächsen zu finden.


 

Das eigentlich wichtige Nützlingsstadium ist die grünlich bis gelblich gefärbte, manchmal fast durchsichtig erscheinende, Larve der Schwebfliege, die beim ersten Blick kleinen Nacktschnecken ähnelt. Obwohl Schwebfliegenlarven blind sind und keine Füße besitzen, können sie ganze Pflanzen nach Blattläusen, Blutläusen, Räupchen, kleinen Käferlarven und Spinnmilben absuchen. Während des Larvenstadiums verzehren sie mehrere hundert Stück. Da Schwebfliegenlarven keine Augen haben, kreisen sie mit dem Vorderteil ihres Körpers durch die Luft, um so die Beutetiere zu ertasten. Ist ein Opfer gefunden, wird es mit dem Mundhaken gepackt, hochgehoben und ausgesaugt.

Schwebfliege an hellgelber Taglilie

Entwicklung der Schwebfliege

Die vielgestaltigen Schwebfliegen sind oft schon von Ende März bis zum September in den Gärten anzutreffen. Die Weibchen legen mehrere Hundert Eier am liebsten inmitten von jungen Läusekolonien. Nach etwa acht bis 15 Tagen Entwicklungszeit verpuppen sich die Larven. Diese tropfenförmigen Puppen kleben häufig an Blattunterseiten. Nach weiteren sieben bis 14 Tage schlüpfen schließlich junge Schwebfliegen, von denen die Weibchen bald wieder neue Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ablegen. Jedes Jahr entstehen bis zu fünf Schwebfliegen-Generationen.

Schwebfliege an den orangefarbenen Blüten des Goldmohn


Förderung von Schwebfliegen im Garten

Integrieren Sie in Ihrem Garten Lieblingspflanzen der Schwebfliege: Korbblütler und Doldenblütler. Auch weitere nützliche Insekten werden sich einfinden, um das Gleichgewicht von Schädling zu Nützling zu erhalten. Verzichten Sie auf Bekämpfungsmaßnahmen gegen Blattläuse, denn jeglicher chemischer Pflanzenschutz stört nicht nur die empfindlichen Schwebfliegenlarven, sondern das ganze natürliche Gleichgewicht. Mechanische Maßnahmen wie z. B. das Abstreifen der Schädlinge mit dem Finger oder Rückschnitt stark befallener Pflanzenteile sind meist ausreichend.

Sogar Seerosenblüten werden von Schwebfliegen aufgesucht

Bunte Blüten einer Blumenmischung bieten viel Nahrung für Bienen und andere Insekten

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Sonnenschäden im Garten

Jungtrieb der Heidelbeere wurde durch starke Sonneneinstrahlung geschädigt.

 

Auch wenn die Sommertemperaturen in den letzten Wochen nicht allzu sommerlich waren, rufen doch immer noch aufgeregte Freizeitgärtner am Gartentelefon an. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Auskunft über mögliche Sonnenschäden an Pflanzen und geben Tipps zur Vorbeugung.

Nach angenehmen Sommertemperaturen folgt nun wieder die heiße Zeit über 30 Grad Celsius. Darunter leiden nicht nur wir.


 

Sonnenbrand und Hitzeschäden

Die Hitze hat an manchen Kulturpflanzen zu Verbrennungen geführt. Betroffen sind beim Obst vor allem die Beeren. Aber auch im Gemüsegarten und an Zierpflanzen sind Symptome sichtbar.

Bei sehr hohen Temperaturen um 38 °C und hoher Sonneneinstrahlung stirbt das Pflanzengewebe ab. Verbrennungen zeigen sich meist als hell ockerfarbene bis braune Flecken an Blättern. Geschädigte Früchte verfärben sich ebenfalls hell und das Gewebe wird sehr weich und matschig und somit unbrauchbar. Oft folgt noch ein Befall mit Schimmelpilzen, wenn kein Eintrocknen stattfindet. Die Sonnenschäden treten vor allem auf, wenn wir vor der Hitze feuchtes Wetter hatten; wenn also nach mehreren Tagen trüben Himmels mit vielen Wolken plötzlich ein strahlend blauer Himmel mit intensiver Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen folgen.

Himbeerfrüchte werden oft durch Sonne und Hitze geschädigt. Hellverfärbte matschige Früchte sind die Folge.

 

Schäden beim Obst

Beim Beerenobst leiden bei Hitze nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter.


Beim Beerenobst treten Hitzeschäden besonders an den Früchten von Sommer- und Herbsthimbeeren, roten und schwarzen Johannisbeeren sowie Stachelbeeren auf. Die Früchte werden oft einseitig hell und weich, sie sehen wie gekocht aus. Schließlich fallen sie ab. Geschädigte Früchte sollten Sie entfernen, da Insekten wie Fruchtfliegen angelockt werden und Schadpilze eindringen können. Nicht nur weichfleischige Früchte zeigen Befall, auch Äpfel und Zwetschgen können Symptome zeigen.

Sonnenbeand helle weiche Flecken auf Früchten der Stachelbeere. Später fallend die Früchte ab.

 

Schäden bei Gemüse

Unter den Gemüsearten sind Bohnen besonders empfindlich, da sie auch auf hohe Ozonwerte reagieren. Blattränder rollen ein und vertrocknen schließlich. Blüten werden nicht bestäubt und werden sogar von der Pflanze abgestoßen. Allgemein treten nun verstärkt Wachstumsstörungen, Blütenendfäule bei Tomaten und Zucchini auf.

Selbst junge Walnussfrüchte können Sonnenbrand bekommen.

 

Schäden bei Zierpflanzen

Auffallend ist, dass Blüten mit dunklen Farben besonders geschädigt werden. Bei roten Rosen oder Geranien schrumpfen die Blüten regelrecht ein, färben dunkel und vertrocknen. Allgemein färbt sich geschädigtes Blatt- und Blütengewebe meist hell und vertrocknet. Sogar trockenheits- und hitzeverträgliche Schwert- und Taglilien zeigen Blattschäden. Wenn ein Rückschnitt von Hecken ansteht, sollte dies zu einer kühleren Zeit geschehen und nicht jetzt in der heißen Phase.

Tafeltrauben lieben die Sonne. Doch es kann auch zuviel sein

 

Sonnenmanagement

Empfindliche Pflanzen könnten schattiert werden. Geeignet sind spezielle Schattiergewebe, aber auch weiße Tücher. Die Materialien dürfen jedoch nicht direkt auf den Pflanzen liegen, da sich sonst die Hitze stauen würde. Ein Luftzug muss gewährleistet sein. Stellen Sie doch einen Sonnenschirm auf. Pflanzen in Gefäßen bringen Sie in den Halbschatten.

Starke Sonneneinstrahlung schädigt Bohnen Blätter rollen vom Rand her ein und vertrocknen, Blüten werden nicht bestäubt, sodass sich keine Früchte bilden.


 

Wassermanagement

Ganz wichtig ist das Gießen am frühen Morgen, da die Pflanzen noch kühl von der Nacht sind und keine Schockreaktionen zu erwarten sind. Vielerorts sind die Regentonnen leer und es muss mit kaltem Wasser aus der Leitung gegossen werden. Gießen Sie durchdringend und auf die Erde. Das Bedecken des Bodens der Gartenbeete mit Mulch (Grasschnitt, Stroh…) wirkt sich nicht nur förderlich für die Bodenlebewesen auf, sondern verhindert Verdunstung. Leichtes Hacken zerstört die Kapillaren und tiefen Risse im Boden, durch die das Wasser ungehindert verdunsten könnte.

Im Kleingewächshaus steigen die Temperaturen noch weiter an. Hilfreich ist eine Schattierung, am besten von außen. Das Benetzen des Weges mit Wasser während der heißen Mittagsstunden lässt die Luftfeuchte ansteigen und senkt die Temperaturen zumindest kurzzeitig um ein bis zwei Grad Celsius. Öffnen Sie Türe und Fenster, um eine Zirkulation der Luft im Gewächshaus zu ermöglichen.

 

Besonders Büten mit dunklen Farben bilden Sonnenschäden aus. Die Blüten vertrocknen oder entfalten sich nicht vollständig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Immer der Nase nach – mit allen Sinnen durch den Garten

Der Garten zeigt sich nun von seiner schönsten Seite. Die Blütenfülle ist überwältigend und regt zum Schauen an, und auch die Nase ist nun gefragt. „Begeben Sie sich auf Duft-Tour“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Viele Pflanzen betören nun mit ihrem Blatt- oder/und Blütenduft - egal ob einjährige Sommerblume, Staude oder Gehölz. Ein paar Beispiele finden Sie nachfolgend.

Duft auf Balkon und Terrasse

Natürlich lassen sich auch kleine Gehölze und Stauden in Gefäßen anpflanzen, typischer sind hier jedoch einjährige Blumen oder solche, die nicht ausreichend frostfest sind.

Der Name sagt es schon: die Vanilleblume mit ihren tief lilablauen Blüten duftet nach Vanille und lockt verschiedene Insekten an. Vor allem die Blätter verströmen ihr Aroma, wenn man an Ananas-Salbei und Zitronenverbene reibt. Ganz unterschiedliche Gerüche erlebt man bei den Duftpelargonien sowie verschiedenen Minze- und Melisse-Sorten.

Die Blaue Holzbiene liebt die Blüten des Muskatellersalbei.

Duft im Staudenbeet

Wohlriechende Düfte erlebt man bei sonnigem Wetter im Staudenbeet. Außerdem sind viele der folgenden Pflanzen äußerst pflegeleicht und sogar einigermaßen trockenheitsverträglich. Solche Duftpflanzen sind Katzenminze (Nepeta), Bergminze (Calamintha) und Duftnessel (Agastache) bei denen die Blätter duften. Blütenduft kann man bei Nelken (Dianthus), verschiedenen Taglilien (Hemerocallis citrina und H. flava), Nachtviole und Yucca erleben. Letztere duften vor allem am Abend und in der Nacht wie auch die Nachtkerze (Oenothera).