Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Fachberatung, Anleitungen und Tipps     

Gras-Grün“ im Garten? (Teil 2)

Bunte Blüten der Blumenmischung

 

Grüner Rasen hat seine Berechtigung im Garten z.B. als Spielrasen oder als Gestaltungselement. Allerdings ist er sehr pflegeintensiv und trägt nur wenig zur Biodiversität bei. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen sinnvolle insektenfreundliche Veränderungsmöglichkeiten auf, wenn Sie Ihre Rasenfläche verkleinern möchten.

 


Stauden als Alternative zum pflegeintensiven Rasen


Stetig grüner Rasen schneidet im Zuge der Biodiversität und der Umweltverträglichkeit eher schlecht ab, da er beispielsweise einen hohen Wasserbedarf hat und keine Nahrung für Insekten bietet. 


Rasen im Schatten wird immer ein Problem sein. Schattenverträgliche Stauden sind eine gute Alternative – pflegeleicht, bieten Unterschlupf für Tiere im Winter und häufig Nahrung für Bienen und anderen Insekten durch die Blüte. Auch für sonnige, heiße und trockenen Stellen gibt es ebenfalls geeignete Stauden. Meist ist bei Staudenpflanzungen nur ein Rückschnitt im ausgehenden Winter erforderlich, so bieten sie ein Überwinterungsquartier für Insekten. Wassergaben sind oft nur zum Anwachsen sowie bei ausgeprägter Trockenheit nötig. Auch der Herbst- und Winteraspekt der Stauden ist zu berücksichtigen, denn manche färben bunt oder bilden schöne Blütenstände, die im Winter mit Raureif bedeckt sind.

Rasen hat im Hausgarten auch seine Berechtigung. Er ist aber pflegeintensiv.

Bunte Blumen im Rasen

Rasen im Schatten ist immer problematisch. Alternativ eignen sich Schattenstauden.


Lust auf eine Blütenwiese? Für eine artenreiche Ansaat ist eine gute Bodenvorbereitung wichtig. Hierfür wird die Grasnarbe abgeschält und der Boden umgebrochen, unerwünschte Unkräuter mehrfach sorgfältig entfernt, um eine Konkurrenz zu den Blumen zu verhindern. Bei starkem Unkrautbesatz muss notfalls der Boden ausgetauscht werden. Saatgut mit einjährigen Blütenpflanzen wird ab Mitte April bis Juni angesät. Handelt es sich nur um mehrjährige Arten, so erfolgt die Aussaat bereits von Februar bis in den August/September. Das Saatgut ist in der Regel sehr fein und die Aussaatmenge so gering, dass es sich nur schwierig ausbringen lässt. Deshalb wird es mit einer Ansaathilfe (.B. Sojaschrot oder auch Sand) vermischt, um ein gleichmäßiges und dünnes Aussäen möglich zu machen. Die Samen drückt man nur an und arbeitet sie nicht ein. Während der Keimphase muss regelmäßig bewässert werden. Günstig ist es auch regnerische und trübe Tage abzuwarte

Bunte Blumen in Blütenmischungen: farbenfroh und nützlich.


Zu viel Arbeit? Dann nutzen Sie Stellen im Rasen, die sowieso schon sehr lückig sind und bereiten den Boden sorgfältig vor. Darauf säen Sie die Blühmischung. So entstehen „Blumeninseln“, die Abwechslung ins Rasengrün bringen. Oder Sie lassen Teilstücke Ihres schon mit Kräutern durchsetzten Rasens länger wachsen und mähen nur etwa nur etwa zweimal im Jahr mit der Sense. Auch ist es möglich immer nur Rasen-Wege häufig zu mähen und das andere wachsen zu lassen. In den nächsten Jahren werden sich verschiedene Kräuter und Blumen neben den Gräsern ansiedeln. Man kann auch etwas nachhelfen, wenn sie ein schmales Band mit mehrjährigen Kräutern einsäen, die sich dann mit der Zeit weiter in der extensiv genutzten Wiese verbreiten.

Schon das Zulassen von Gänseblümchen und anderen Kräutern fördert die Vielfalt im Garten und bringt Nahrung für Insekten.

 

So funktioniert es leider nicht

Oft wird suggeriert, dass es ganz leicht sei, für die Bienen etwas zu tun, indem nur ein paar Samen gestreut werden müssen. Um aber nachhaltig zufrieden zu sein, ist eine gute Bodenbearbeitung der Grundstein für den Erfolg einer insekten- und bienenfreundlichen Blühfläche

Eine Insel mit hohem Gras inmitten eines gemähten Rasens: Rückzugsort für Tiere und Möglichkeit zum Etablieren diverser Wiesenkräuter

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Gras-Grün“ im Garten (Teil 1)

Ein saftig grüner Rasen braucht viel Pflege


 

Jetzt im Frühling freuen wir uns über alles Grüne im Garten. Nur oft macht der Rasen ein trauriges und dürftiges Bild. Jetzt ist der Zeitpunkt über Neuanlage, Nachsaat oder Alternativen nachzudenken und sich zu informieren, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Klimawandel mit heißen und trockenen Sommern, Biodiversität und Pflegeleichtigkeit - all das sind Punkte, die ein „englischer Rasen“ nur bedingt bieten kann.

Grundsatzfragen

Was für ein „Grün“ soll es sein? Wie wird es genutzt – grüne Zierde oder Spielwiese? Denn Rasen ist nicht gleich Rasen. Nicht nur die Ansprüche des Besitzers sollten in die Überlegungen einbezogen werden, sondern auch die Zeit, die man für die Pflege investieren möchte. Rasengräser sind eine mehr oder weniger anspruchsvolle Kultur. Den Pflegeaufwand darf man nicht unterschätzen. Ein reiner Zierrasen mit einer dichten teppichartigen Narbe hat sehr hohe Pflegeansprüche, während ein Gebrauchsrasen, der auch mal ein paar Kräuter beinhalten darf, weit geringere Ansprüche stellt.

Braucht man keinen Bolzplatz mehr und nur eine kleine Fläche für den Liegestuhl, möchte man vielleicht den ehemaligen Rasenbereich verringern oder etwas umgestalten. Durch verschiedene Maßnahmen wird der Bereich dann auch pflegeleichter.

Voraussetzungen für einen grünen Rasen

Bei standortgerechten Rasenmischungen aus verschiedenen Grasarten und Sorten können sich diese gegenseitig ergänzen und der eventuelle Ausfall einer Art oder Sorte macht sich nicht so stark bemerkbar. In sogenannten Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) sind für die verschiedenen Standorte und Nutzungen die richtigen Gräsermischungen zusammengestellt.

Damit der Rasen schon grün und gepflegt bleibt, muss er auch regelmäßig gemäht werden. Dann wird er weich wie ein Teppich.

Rasengräser benötigen sehr viel Licht, bestenfalls im lichten Halbschatten ist die Rasenanlage noch sinnvoll. Als optimale Bodenart für Rasen dient ein humoser, anlehmiger bis lehmiger Sandboden oder ein sandiger Lehmboden. Liegen Verdichtungen vor, muss tiefgründig gelockert werden, um einen ausreichenden Wasserabfluss zu gewährleisten. Steine und vor allem unerwünschte Kräuter müssen im Vorfeld penibel ausgelesen werden.

Es ist ratsam nicht vor Mitte April mit der Aussaat zu beginnen, denn für ein zügiges Wachstum sind Temperaturen zwischen 14 und 25 Grad Celsius nötig. Die Saattiefe beträgt nur etwa einen halben Zentimeter. Dafür arbeitet man das Saatgut mit einem Rechen oberflächlich leicht ein und drückt dann den Boden mit einer Walze an – alternativ mit Brettern, die an beiden Schuhen angebunden werden.

Die Keimlinge und jungen Graspflänzchen sind gegen Austrocknen sehr empfindlich. Bei Trockenheit muss daher mehrmals täglich mit ein bis drei Litern pro Quadratmeter gewässert werden. Wenn die Gräser Wurzeln gebildet haben, wässert man zwei- bis dreimal in der Woche, dann fünf bis zehn Litern je Quadratmeter. Älterer Rasen erhält alle ein bis zwei Wochen die doppelte Menge.

Regelmäßiges Mähen sorgt für eine dichte Rasenfläche. Acht bis zehn Zentimeter hohe Halme werden auf die Hälfte gekürzt. Die Düngung sichert die Versorgung der Rasenpflanzen mit Nährstoffen. Spezielle Rasen-Langzeitdünger ab April haben sich bewährt.

Ein stetig grüner Rasen benötigt regelmäßige Pflege: mähen, düngen und wässern sind Arbeiten während des Sommers. Gegebenenfalls muss vor allem im Frühjahr bei abgetrocknetem Boden vertikutiert und aerifiziert werden, um den Rasengräsern auch künftig gute Bedingungen zu bieten. Das Entfernen des schädlichen Rasenfilzes und kümmerlicher Gräser verhindert Bodennässe und fördert den Luftaustausch im Boden. Gleichzeitig werden auch eventuell vorhandene Moose zum Teil entfernt. Bliebe der Rasenfilz erhalten, bindet er viel Wasser und Nährstoffe. Diese fehlen für die Versorgung der Gräser.

Rasen nach dem Winter mit Kahlstellen
 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Petersilie – unser beliebtes Küchenkraut

Petersilie mit krausen und glatten Blättern

 

Die Petersilie gehört zu den bekanntesten Kräutern der deutschen Küche und lässt sich sehr vielseitig einsetzen. Um immer genügend Pflanzen zu haben, bemüht man sich oft, sie selbst zu ziehen. Doch leider gibt es bei der Aussaat immer wieder Probleme. Warum das so ist und wie man sich behelfen kann, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Jetzt im zeitigen Frühjahr bieten Gärtnereien, Gartencenter und der Lebensmitteleinzelhandel Petersilie im Topf an. Diese gibt es sowohl mit glatten wie auch krausen Blättern.


Nicht immer gelingt die Aussaat

Immer wieder hört man, dass Petersilie nicht keimt oder gleich nach dem Auflaufen gelb wird und abstirbt. Dieses Problem tritt vor allem bei Aussaaten im Garten auf. Grund dafür ist die Selbstunverträglichkeit. Wie auch Möhre, Dill, Pastinake, Sellerie und Fenchel gehört die Petersilie zu den Doldenblütlern. Ein Nachbau auf der gleichen Fläche ist erst wieder nach mehr als vier Jahren zu empfehlen. Wurzelkrankheiten werden durch den steten Nachbau von Doldenblütlern auf der gleichen Fläche gefördert.

Im Garten säen Sie Petersilie erst ab Ende April. Dann hat sich der Boden schon erwärmt und die Samen keimen zügiger. Petersilie verlangt einen lockeren, humusreichen und nicht zu trockenen Boden. Frisch ausgebrachter Dünger schadet in der Keimphase. Ausdünnnen ist nötig, wenn die Keimlinge zu dichtstehen, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können.

Wenn Petersilie nicht richtig wächst, stecken oft schlechte Wachstumsbedingungen dahinter. Meist sind es kalte Temperaturen oft in Verbindung mit viel Feuchtigkeit. Die empfindlichen Wurzeln der Petersilie sterben bei Nässe schnell ab. Möhrenwurzelläuse, 

schädliche Bodennematoden, aber auch Pilzerkrankungen wie Sclerotinia, Septoria-Blattflecken und Falscher Mehltau können dem Küchenkraut erheblich zusetzen. Schützen Sie die jungen Keimlinge im Freien vor Schneckenfraß, denn sie sind ein zarter Leckerbissen.

Voranzucht von Petersilie im Blumenkasten

 

Voranzucht oder Zukauf hilft

Ab März können Sie Petersilie auf der Fensterbank vorziehen. Nehmen Sie immer frisches Saatgut mit höchster Keimfähigkeit. Als Aussaatgefäße eignen sich beispielsweise Blumenkästen oder Blumentöpfe. Füllen Sie zunächst das Gefäß etwa zu einem Drittel mit normaler Blumenerde. Danach wird nährstoffarme Aussaaterde bis kurz unter den Rand aufgefüllt. Die Bodenoberfläche sollte eben sein bevor gesät wird. Decken Sie den Samen dünn mit Aussaaterde ab, drücken Sie leicht an und gießen Sie vorsichtig und durchdringend. Die Petersilie keimt innerhalb der nächsten 14 Tage, wenn die Temperatur 20 °C beträgt. Bei einem kühleren Standort dauert die Keimung entsprechend länger. In der Keimzeit darf die Erde nicht austrocknen, denn schon bei kurzer Trockenheit stirbt der Keimling ab. Achten Sie auf gleichbleibende, mäßige Bodenfeuchte.

Petersilie in Tuffs im Garten auspflanzen

 

Einfacher und zeitsparender geht es, wenn Sie einen Kräutertopf mit ganz jungen Petersilienpflänzchen in einer Gärtnerei oder im Lebensmitteleinzelhandel kaufen. Zum Schnitt sind die Pflanzen noch zu klein aber optimal, um im Garten, Kistengarten, Balkonkasten oder einem anderem Gefäß ausgepflanzt zu werden. Die Wurzelballen sind noch nicht verfilzt und lassen sich problemlos in mehrere Stücke teilen und einpflanzen. In Gärtnereien und Gartencentern werden vermehrt Petersilienjungpflanzen in Erdpresstöpfchen angeboten. Auch sie sind eine gute Möglichkeit schnell kräftiges Grün zu ernten. Damit die Pflänzchen rasch anwachsen decken Sie die Neupflanzung mit einem Verfrühungsvlies ab. Es schützt vor kalten Temperaturen.

Petersilie kann gut in Gefäßen ausgepflanzt werden.

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

So viele Namen, so viele Sorten – Saatgutvielfalt.

Die Vielfalt von Bohnensorten ist groß. Auch die Kerne sind sehr unterschiedlich.

 

So viele Namen, so viele Sorten – es ist gar nicht so einfach, auf kleinem Raum möglichst viel zu zeigen.

Nun haben wir die Sämereien für die Gemüse-Schaufläche 2019 bestellt. Wir wollen unseren Besuchern, aber auch Ihnen, unseren interessierten Gästen im Internet, die ganze Spannbreite zwischen modernsten Profisorten und altbewährten Liebhabersorten präsentieren. Dabei wollen wir auch einen Beitrag zum Jahresmotto der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau leisten, nämlich zum Thema „Biodiversität“.

Verschiedene Sorten Rote Bete

 

Mit dem Anbau einer möglichst bunten Gemüsepalette wollen wir einen Beitrag zum Erhalt dieser Vielfalt leisten. Zugleich wollen wir auch Ansporn geben an alle Besucher. Wir haben gelbe und weiße Bete, roten Spitz- und Grünkohl, rot getupften Salat, spitzkegelige Möhren und dazu eine breite Vielfalt an Tomaten-, Paprika- und Chili-Sorten.

Ganz neu in unserem Sortiment sind Edamame. Das sind großkörnige Soja-Sorten. Die eiweißreichen Körner bringen einen wirklich ganz feinen Bohnengeschmack auf den Tisch.

Kartoffeln gibt es viele, auch bunte Sorten sind dabei rote lila blau 

 

Ganz neugierig sind wir auf den neuen samenfesten und supersüßen Zuckermais ‘Sugrano‘. Sie muss sich einem Vergleich mit den bisher drei anderen samenfesten Sorten stellen. Zusätzlich werden wir auch wieder eine Hybridsorte daneben stellen.

 

Vorrichtung zum Reinigen von Saatgut - spannend für Jung und Alt

 

Wer seine Saatgutvorräte noch nicht ergänzt hat und sich auch das Bestellen bei verschiedenen Saatgutanbietern ersparen möchte, sollte jetzt auf Ankündigungen von Saatgutfestivals, Saatgutbörsen, Saatgutmärkte, Saatgutmesse und Samenmärkten in seiner Region achten. Dort treffen sich Anbieter zahlloser Liebhabersorten, auch von Kartoffeln oder Obst.

Das Interesse an Saatgutfestivals ist oft riesig – am besten ganz früh hingehen.

 

Unser Tipp: Wer gleich zur Eröffnung morgens vor Ort ist, kann sich meistens noch in Ruhe umsehen und mit den Anbietern diskutieren.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Obst im Garten: Auf die Sorte kommt es an.

drei gesunde Apfelfrüchte an einem Spindelbaum

 

Möchten Sie Ihren Obstgarten erweitern oder verändern? Jetzt zur Frühjahrspflanzung ist die Zeit sich zu informieren und in den Baumschulen nach Pflanzgut zu fragen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

Im Versuchsbetrieb Obstbau und Baumschulen der LWG Veitshöchheim werden die verschiedensten Obstgehölze in unterschiedlichen Sorten aufgepflanzt und auch für die Gartentauglichkeit bewertet.

Mit der richtigen Sorte erntet man gesunde Äpfel ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz

 

 

Nicht jede Sorte ist geeignet

 

Für einen erfolgreichen Obstanbau im Garten gehören Standortwahl, Bodenvorbereitung, Kulturarbeiten wie Schneiden, Gießen, Düngen, Mulchen und vor allem die richtige Sorte. Gewünscht sind einfache Obstkulturen mit problemlosen, robusten Sorten und gutem Geschmack. Auch das Besondere und Sorten mit Zusatznutzen werden immer mehr gewünscht. Bei Obstgehölzen kann die Blüte mit ihrem Zierwert und als wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten beitragen. Später kommen der Fruchtschmuck und die Laubfärbung hinzu. Als ganz wichtig einzustufen ist die Robustheit gegen verschiedene Krankheitserreger, um ohne Pflanzenschutzmittel auszukommen. Unbehandeltes Obst aus dem eigenen Garten stellt einen großen Wert dar. Die langjährige Züchtungsarbeit brachte und bringt sowohl wohlschmeckende als auch gesunde

Sorten hervor.Bevor Sie immer wieder Rückschläge durch kranke Sorten erleiden starten sei mit robusten und gesunden Sorten, die Erfolg bescheren. Die

Bayerische Gartenakademie. berät zu diesen Pflanzen. Apfelsorten sollten robust gegen Schorf sein, die Stachelbeere gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau, ganz frühreifende Süßkirschen bleiben madenfrei Sortenlisten verschiedener Obstarten finden Sie im Internetangebot bei den Infoschriften der Bayerischen Gartenakademie.

Die weißen Blüten der Felsenbirne bieten Bienennahrung

 

Wildobst liegt im Trend. Spezielle Fruchtsorten dieser Arten bieten in der Regel größere Früchte aus als die Wildformen. Diese besonderen Pflanzen lassen sich z.B. als freiwachsende Hecken gut in naturnahe Gärten integrieren und tragen ebenfalls zur Biodiversität bei. Überzeugen können die zum Teil sehr frühe Blüte und die schmackhaften „wilden“ Früchte. Kornelkirsche, Felsenbirne, Zierquitte, Schwarze Apfelbeere sind die bekanntesten dieser wertvollen Vertreter.

Noch grüne, unreife Früchte der Zierquitte. Später färben sie auf Gelb.

 

 

 

 

Unterlagen bestimmen den Baumwuchs

 

Obstbäume wie Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge sind veredelt, das heißt die gewünschte Fruchtsorte steht auf einer bestimmten Wurzelunterlage. Diese beeinflusst unter anderem das Wachstum des Obstbaumes, sprich Wuchsform und Kronenvolumen. Schwachwachsende Unterlagen eignen sich für kleinkronige Bäume und somit für kleine Gärten oder für die Kultur im Kübel. Diese kleinen Baumformen lassen sich bei Bedarf auch durch Netze vor Schädlingen schützen. Für einen Hochstamm mit großem Durchmesser benötigt man stark wachsende Unterlagen. Jede Obstart

reiche Beerenobsternte: grüne und rote Stachelbeeren, Johannisbeeren in weiß, rosa, rot und schwarz

schwarze Früchte der Aronia (Schwarze Apfelbeere).

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Gärtnern in der Stadt

Gemüse, hier Salat, und Blumen lasssen sich gemeinsam in Gefäßen anziehen.

Das Sehnen nach Grün lebt auf und bekommt durch die Thematik der Biodiversität eine neue Brisanz. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen auf, wie vielfältig Gärtnern in der Stadt sein kann.

Beton sucht Grün. Gerade da wo Beton und Asphalt die Oberhand haben, sind grüne Pflanzen wichtig. Sie liefern den für uns wichtigen Sauerstoff und kühlen die Sommerhitze etwas ab. Pflanzen verbessern das Wohnklima und manche liefern uns auch noch wertvolle Nahrungsmittel.


 

Gärtnern in der Stadt – zu unserem Wohl

In einem Hinterhof sind verschiedene Gefäße mit Obst, Gemüse und Zierpflanzen bepflanzt.

Mit „Stadt“ wird oft grauer Beton und Stein in Verbindung gebracht. Doch gerade in den letzten Jahren haben sich die städtischen Bereiche stark gewandelt. Öffentliches und privates Grün wird vielfältiger und tritt stärker in den Focus. Der Wunsch nach Landleben in der Großstadt wird stärker.

Auf Balkonen und Terrassen sowie in Stadt-Gärten entwickeln sich grüne Oasen. In verschiedenen Gefäßen und Beeten wachsen kleine Obstgehölze, Gemüse und bunte Blumen. Sie werden gehegt und gepflegt und tragen zum Wohlbefinden bei. Es ist nicht nur Arbeit, sondern auch Erholung, wenn man beobachtet, wie sich die Pflanzen entwickeln und wie sie auch Insekten erfreuen.

Urban Gardening auf einem Parkplatz Blumen, Obstgehölze und mehr

Direkt am Haus oder in der näheren Umgebung können Sie eigenes Obst und Gemüse ziehen. So haben Sie Einfluss auf die jeweiligen Arten und Sorten, vor allem aber auch auf die Bewirtschaftung. Biologisches und naturnahes Gärtnern erzeugt gesunde und regionale Lebensmittel. Durch das eigene Kultivieren lernen wir wieder was saisonal bedeutet. Lebensmittel werden wertgeschätzt, denn Gemüse oder Obst braucht Pflege und Zeit bis es zu ernten ist.


 

Gärtnern in der Stadt – zum Wohl der Insekten

Bunte Blüten bringen Fröhlichkeit, sie bringen Farbe in die Stadt. Blüten bieten vielen Insekten aber auch Nahrung. Obstblüten werden im Frühjahr umschwirrt, während blühende Kräuter in den warmen Monaten Futter liefern. Viele verschiedene Beet- und Balkonpflanzen, einjährige Sommerblumen und Stauden sind wichtige Nahrungsquellen, wenn sie nur halb- oder ungefüllte Blüten aufweisen. Zwischen Gemüsepflanzen in der Kiste oder in Töpfen lassen sich die „Bienenpflanzen“ gut kombinieren.


 

Eine opulente grüne und blühende Üppigkeit trägt zur Biodiversität in den Städten bei. Selbst Dachbegrünungen liefern ihren Beitrag dazu. Die genügsamen grünen Pflanzen tragen häufig insektenfreundliche Blüten.

Gemüse im Topf verschiedene Gemüsearten in Gefäßen auf dem Balkon 

 

Gärtnern in der Stadt – Information und Gedankenaustausch

Initiativen und Privatpersonen bestücken Hinterhöfe und öffentliche Flächen mit Kunststoffkisten, Paletten, Hochbeeten, großen Töpfen und anderem, um blühendes und fruchtendes Grün mitten in der Stadt zu haben. Gemeinsames Gärtnern fördert auch die Gemeinschaft. Verschiedene Generationen kommen wieder ins Gespräch, Menschen unterschiedlicher Herkunft tauschen sich über die Pflege der Pflanzen aus und manche kochen und genießen gemeinsam ihre Ernte.

Urban Gardening Gemüse in Kisten gepflanzt 


 

Die Bayerische Gartenakademie veranstaltet am 20. März 2019 eine Fachtagung zu „Urban Gardening - Stadt grün erleben, Genuss ernten“ in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim. Hier geht es um ganz praktische Erfahrungen einiger Best Practice Beispiele. Zusätzlich laden zahlreiche Info- und Ausstellungsbeiträge im Foyer der Mainfrankensäle zu Diskussion und Erfahrungsaustausch ein. Sie fühlen sich angesprochen? Dann melden Sie sich an.

Kistengarten an der LWG in Bamberg


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Kübelpflanzen kontrollieren

Kübelpflanzen im Winterquartier leiden oft unter schlechten Bedingungen

In den Wintermonaten bekommen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie vermehrt Anfragen zu den meist mediterranen Kübelpflanzen, die noch im Überwinterungsquartier stehen.

Bevor es wieder mehr im Garten zu tun gibt, legen Sie in der kalten Jahreszeit ein verstärktes Augenmerk auf die überwinternden Kübelpflanzen. Nicht selten konnten sich Schädlinge entwickeln.

Winterquartier - ein Härtetest für Pflanzen

Die Lebensbedingungen für Kübelpflanzen an den Überwinterungsstandorten sind in der Regel nicht optimal. Meist fehlt es an Licht. Dann entwickeln die Pflanzen lange und dünne Triebe. Sie färben sich nicht richtig aus, sondern bleiben hellgrün. Die Triebe sind schwach und knicken leicht um. Das Übel verstärkt sich, wenn dann noch zu hohe Temperaturen dazu kommen. Optimale Überwinterungstemperaturen liegen bei den meisten Kübelpflanzen zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Grundsätzlich gilt: je dunkler die Überwinterung, umso kühler die Temperaturen. Wenn sich jetzt langsam, jahreszeitlich bedingt, das Lichtangebot verbessert, können auch die Temperaturen allmählich auf etwa 15 Grad Celsius steigen.


Schädlingsfreude bei leidenden Pflanzen

Gelbe Oleanderblattläuse sind Pflanzensaftsauger, denen oft auch Rußtaupilze folgen.

Ungünstige Bedingungen schwächen Pflanzen. Schädlinge jedoch profitieren davon. In trockener und warmer Umgebung fühlen sich Blattläuse, Napfschildläuse und Wollläuse wohl. Häufig wird man erst aufmerksam, wenn der Fußboden um die Pflanzen oder die Blätter kleben. Schuld daran ist der „Honigtau“, die zuckerhaltigen Ausscheidungen pflanzensaftsaugender Insekten. Die Tiere nehmen sehr viel Pflanzensaft auf, benötigen diese Menge nicht vollständig und scheiden den Überschuss als eine zuckrige und damit klebende Substanz aus. Darauf können sich auch Rußtaupilze ansiedeln. Diese ernähren sich vom Honigtau und bilden schließlich einen schwarzen Belag. Die Pflanze selbst wird nicht davon angegriffen, jedoch schränken die schwarzen Ablagerungen die Photosynthese ein.

Auch Spinnmilben fühlen sich bei trockener und warmer Luft wohl. Bei einem starken Befall spinnen die Tiere die Pflanzen, vor allem an den weichen Jungtrieben, mit einem sehr feinen und dünnen Netz ein. Ähnlich wie auch bei Blasenfüßen (Thripse) werden die Pflanzenzellen ausgesaugt. Sie füllen sich mit Luft und schließlich erscheint das Blatt silbrig und fahl.

Erste Maßnahmen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei schwachen und langen Trieben sowie beim Schädlingsbefall eignet sich der Rückschnitt, der gleich eine Menge Schadtiere und –pilze entfernt. Anschließend kann mit regelmäßigem Abduschen das Schaderregerpotential 

niedrig gehalten werden. Napfschildläuse und Wollläuse könnten mit einem ölhaltigen Präparat bekämpft werden, Blattläuse mit einem Mittel mit dem Wirkstoff Kaliseife. 

Der Rückschnitt fördert außerdem das erneute Austreiben der Pflanze. In Verbindung mit dem nun zunehmenden Lichtangebot im Frühjahr bilden sich kräftigere Triebe. Schon vorhandene dünne und hellgrüne Triebe bleiben nämlich dünn und schwächlich.

Eventuell kommt auch ein Umtopfen in Frage, wenn dies einige Jahre nicht mehr geschehen ist. Die Pflanzen erhalten einen größeren Durchwurzelungsraum mit neuen Nährstoffen. Verwenden Sie eine spezielle Kübelpflanzenerde, die auch grobe, strukturstabile Anteile (wie Lava-, Ziegelsplit) beinhaltet.


 

Ein starker Rückschnitt ist für viele Pflanzen nötig, bevor sie wieder neue Triebe bilden. Die Fuchsie hier treibt dann wieder stark aus, mit vielen Blüten.


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak

Pflanzliche Wohndekoration

Sukkulenten eignen sich auch bei trockener Raumluft. Sie vertragen Sonne und auch mal Trockenheit der Wurzeln.


Wenn es draußen stürmt und schneit, der Garten trist und grau ist, sehnen wir uns nach Natur und frischem Grün im Innenraum. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie bemerken, dass gerade in den Wintermonaten der Wunsch verstärkt auftritt.

Grüne Pflanzen steigern das Wohlbefinden und können sogar das Raumklima verbessern. Nicht immer sind im Winter optimale Wachstumsbedingungen gegeben und trotzdem findet man im üppigen Angebot der Zimmerpflanzen seine Favoriten für die „grüne Hölle“.


Grün im Bad

 

Bäder sind oft flächenmäßig klein und besitzen eine hohe Luftfeuchte, da hier geduscht und gebadet wird. Viele unserer Zimmerpflanzen mögen das Klima, denn sie kommen aus tropischen Gegenden mit hoher Luftfeuchte. Leider ist jedoch das Lichtangebot sehr schlecht, besonders auch, da die Pflanzen nicht direkt am Fenster stehen oder die Fenster nur klein sind. Trotzdem gibt es geeignetes Grün. Sehr robust und genügsam sind die Blattpflanzen Zamie (Zamioculcas) und Bergpalme. Die Efeutute kann als Hängepflanze auch einen Platz auf dem Regal oder als Ampel bekommen. Das Einblatt trägt neben seinen grünen Blättern auch weiße elegante Blüten. Badezimmerklassiker sind Farne. Je feiner die einzelnen Blättchen, umso empfindlicher reagieren sie auf trockene Luft.

Gefäßsysteme, hier mit Sukkulenten, reduzieren die Gießintervalle und erleichtern die Arbeit.

Grün im warmen Wohn- und Arbeitszimmer

 

Der Wohn- und der Arbeitsbereich bietet für die meisten Pflanzen eine ausreichende Wärme. Je nach Standort kann das Lichtangebot gut, oder auch sehr schlecht sein. Heizungsluft und Abwärme elektrischer Geräte hält die Luftfeuchte niedrig. Wo es besonders trocken ist, kommen Sukkulenten zum Zug. Auch hier bietet der Handel eine große Auswahl. Robust gegen Widrigkeiten sind außerdem Phalenopsis-Orchideen, Elefantenfuß und die Grünlilie. Die schon erwähnte Zamie und die Efeutute kommen auch mit trockener Luft gut zurecht. Schusterpalme und Bogenhanf gehören zu den pflegleichten Klassikern.

 

 

Grün in der Küche

Auch im Küchenbereich soll es Grünen. Hier eignen sich auch gleich verschiedene Pflanzen, die in der Küche Verwendung finden. Ganz einfach sind Kresseschälchen. Wöchentlich neu angesetzt bringen die kleinen Pflanzen auch die nötige Würze für das Pausenbrot oder den Salat. Genauso verfahren können Sie mit Rucola-, Broccoli-, Radies- und Rotkohlsamen. Nun werden auch die ersten Küchenkräuter im Topf angeboten Schnittlauch, Petersilie und der erste Basilikum schmücken schon die Fensterbank.

Schnittlauch und Petersilie vertragen kühlere Temperaturen und werden dadurch auch nicht so lang und dünn. Basilikum dagegen benötigt einen warmen Standplatz. Auf Nässe reagiert er mit Wurzelfäulen. Der Zimmerknoblauch ist mehrjährig und immergrün und eignet sich deshalb auch für die Küche. Die einzelnen Blätter und auch die Blüten eignen sich als frische Zutat für den Salat.

 

 

Grün für alle Fälle

 

Die erwähnten Pflanzen sind alles Beispiele. Je nach Wohnraumsituation und eigenem Geschmack kommen auch Monstera, Philodendron, Kakteen, Drachenbäume und verschiedene Palmen zum Einsatz. Achten Sie stets auf die Bedürfnisse der Pflanzen (Licht, Luftfeuchte, Wärme und Platz), damit sie bei Ihnen lange in guter Qualität und Optik durchhalten. Gehen Sie in Gartencenter und den Fachhandel und lassen Sie sich inspirieren. Auch in Wohn- und Lifestyle-Zeitschriften finden Sie in den Wintermonaten häufig Pflanzenvorschläge für den jeweiligen Lebensstil.

Baumfreund /Philodendron kann eingesetzt werden, wenn man mehr Platz hat

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak

Ritterstern-Pflege für üppige Blüten

Die großen Blüten des Rittersterns strahlen Exklusivität aus.

Der Ritterstern, auch immer wieder als „Amaryllis“ im Verkauf, ist nur für wenige Wochen im Jahr erhältlich und wird oft zu Weihnachten verschenkt. Die großen Blüten strahlen Luxus und Exklusivität aus. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Ihnen Tipps zur Pflanzenpflege im Topf.

Vor einigen Jahren noch gab es nur Rittersterne mit roten Blüten. Heute werden immer mehr weiße und andere helle Farben angeboten, außerdem auch kleinblumige Sorten.

Ritterstern statt Amaryllis

Der Ritterstern gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und bildet große Zwiebeln als Speicherorgane aus. Typisch sind die im Winter erscheinenden große Blüten, die auf hohlen Stängeln sitzen. In hochwertigen Blumensträußen werden die majestätischen Blüten verwendet. Oder man findet im Handel getopfte Zwiebeln, die im Zimmer schnell die Blüten und grünen Blätter bilden.

Winterpflege

Stellen Sie die angetriebenen Zwiebeln an einen hellen Platz im warmen Zimmer. Hat der Ritterstern einen Blütenstiel geschoben, geben Sie den Pflanzen wieder etwas mehr Wasser. Große Zwiebeln können durchaus zwei kräftige Stiele mit je drei bis vier Blüten bilden. Wenn sich die Blumen gut entwickelt haben, können Sie die Pflanzen etwas kühler stellen. Bei etwa 17 Grad Celsius halten die Blüten länger. Entfernen Sie die welken Blüten vorsichtig bevor sie abfallen, denn durch die intensive Farbe können Flecken auf dem Fensterbrett, an der Wand und Gardine entstehen. Schneiden Sie den Blütenschaft nach der Blüte ab. Sie erhalten so die Kraft der Zwiebel und verhindern die Samenbildung. Zwischenzeitlich haben sich die riemenartigen grünen Blätter entwickelt. Diese sind die Kraftwerke für die Assimilation und somit wichtig für die Förderung neuer Blütenanlagen.

Sommerpflege

Haben sich die Blätter gut entwickelt, benötigt die Pflanze mehr Wasser und Nährstoffe. An einem luftigen und besonnten Fenster fühlt sie sich wohl. Von Mai bis September können die Rittersterne auch im Freien stehen; am liebsten an einem halbschattigen Platz. Jede Woche werden sie leicht gedüngt. Gießen Sie den Ritterstern ab etwa September erst sehr wenig und dann nicht mehr. Die Blätter vergilben nun und können, wenn sie braun und dürr sind, abgeschnitten werden. In der folgenden Ruhephase bei etwa 15 bis 17 Grad Celsius bilden sich in der Zwiebel die üppigen Blütenknospen.

Allerdings gibt es auch gute Erfahrungen, wenn die Zwiebelpflanze während des gesamten Jahres immer etwas Wasser bekommt, die Blätter grün bleiben und nicht verdorren. 

Erneutes Antreiben

Im Zeitraum von November bis Februar werden die großen Zwiebeln in Töpfe mit etwa 14 Zentimetern Durchmesser gepflanzt. Die Größe des Topfes richtet sich nach der Zwiebelgröße, wobei um die Zwiebel herum etwa ein bis zwei Zentimeter Platz sein sollte. Am besten verwendet man eine gut durchlässige Blumenerde eventuell gemischt mit Bimskies, Lavasteinchen oder ähnlichem Material, auch Kübelpflanzenerde ist geeignet. Achten Sie beim Eintopfen darauf, dass die Zwiebel nicht zu tief gepflanzt wird. Ein Drittel oder die Hälfte sollte aus der Erde ragen. Alternativ kann auch nur die obere Erdschicht erneuert werden. Nur kurz angießen und dann darauf achten, dass lediglich so viel Erdfeuchtigkeit erhalten bleibt, dass die Wurzeln nicht austrocknen. Erst wenn sich in der Mitte der Zwiebel ein neuer Blütentrieb gebildet hat, gießen Sie wieder regelmäßig.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak

Obstbäume im Winter pflegen

 

Weißeln der Stämme im Winter als Schutz gegen Frostrisse

 

Das Anbringen von Leimringen sollte bereits Anfang Oktober erfolgt sein. Und der Gehölzschnitt lässt sich auf März verschieben. Aber sind Pflegemaßnahmen im Dezember und Januar überhaupt erforderlich? Der Experte der Bayerischen Gartenakademie gibt Tipps.

Nur wenn es sich um viele Bäume, vor allem alte Streuobstbestände handelt, muss man schon früher mit dem Schnitt beginnen. Ein Schnitt bereits im Spätherbst oder frühen Winter birgt die Gefahr, dass pilzliche und bakterielle Schaderreger durch Schnittwunden über einen langen Zeitraum in Obst- und Ziergehölze eindringen. Außerdem können Schnittstellen zurückfrieren und eintrocknen.

 

Mulchschicht an Baumscheiben räumen


Feld- und Wühlmäuse treiben ihr Unwesen bevorzugt unter geschützten, bewachsenen Stellen. Daher sollen Baumscheiben, die über Sommer sinnvollerweise gemulcht wurden, spätestens jetzt im November frei gehalten werden. Dazu werden unverrottete Mulchmaterialien, letztes Fallobst und -laub um den Baum entfernt. Haben Mäuse in den letzten Jahren Schaden angerichtet, so können Fallen aufgestellt werden. Ein Anbringen von Sitzstangen für Greifvögel ist in Streuobstbeständen empfehlenswert. Bei Neupflanzungen sollten Wühlmauskörbe aus Drahtgeflecht einbezogen werden. Der Draht muss bis zum Stamm angebracht werden.

Wildschäden vorbeugen

 

Obstbäume in der freien Landschaft werden bei Barfrösten oder dicker Schneedecke besonders von Wild geschädigt. Hasen und Kaninchen dringen auch in Gärten vor. Als Ablenkung helfen bereits Obstzweige, die nach dem Baumschnitt am Boden liegen bleiben. Schutz vor Verbiss-, Fege- und Nageschäden am Stamm bieten Wildschutzspiralen und Matten aus Jute, Kokos oder Schilfrohr. Alternativ lassen sich auch Fichten- bzw. Tannenwedel um den Stamm binden. Durch die Bildung von Schwitzwasser an der Rinde scheiden Plastikfolien aus. 

Baumstämme abkratzen und abbürsten

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In Ritzen und unter Schuppen von Rinde, Moosen und Flechten überwintern Raupen von Obstmaden, Miniermotten und Knospenstechern. Durch Abschaben (an jüngerer Rinde) bzw. Abkratzen und Abbürsten bei stärkeren Stämmen können diese Schädlinge dezimiert werden. Legen Sie vorher Folie, Vlies oder ein altes Bettlaken auf den Boden um den Stamm. So können Sie die Rindenteile mit den Raupen gut in der Biotonne entsorgen. Appellieren Sie auch an Ihre Nachbarn, diese mechanische Bekämpfung vorzunehmen. Dann ist der Effekt der Maßnahme für alle wirkungsvoller.

Weißeln der Stämme gegen Frostrisse


Bei strengen Frösten im Januar und Februar heizt die Sonne die Südseite von Stämmen jüngerer Bäume mit glatter Rinde auf. Die sonnenabgewandten Stellen bleiben hingegen gefroren. Diese Temperaturunterschiede im Holz können zu Frostrissen führen. Dazu reichen im März an bereits treibenden, saftführenden Bäumen schon geringe Minusgrade. Das Weißeln der glatten bzw. vorher abgebürsteten Stämme sorgt für Abhilfe. Außerdem heizen sich die Stämme an sehr heißen Sommertagen weniger stark auf, was dann möglichen Kambiumschäden entgegenwirkt. Frostrisse können zwar verheilen, wenn man die aufklaffende Wundränder glatt schneidet und sicherheitshalber zusammenbindet. Ein größerer Schaden entsteht jedoch durch das Eindringen von Schaderregern wie Obstbaumkrebs, Kragenfäule, Rotpustel, Valsa (Steinobst), Rindenbrand (Pseudomonas), Welkepilze (Verticillium). Nach einer Infektion können sie zum Absterben der Gehölze führen.

Wintermonate - Zeit für Nebenarbeiten


Nutzen Sie die arbeitsarmen Monate, um Nistkästen zu bauen, Baumscheiben neu anzulegen oder frei zu machen. Reinigen und ölen Sie Gartengeräte. Scheren und Messer können dabei auch geschärft und desinfiziert werden. Überprüfen Sie angelegte Leimringe auf angewehte Blätter, die den Frostspannerweibchen als Brücke zum Aufwandern in die Baumkrone dienen. Denken Sie daran, für eigene Veredlungen die gewünschten Edelreiser bis Ende Januar abzunehmen. Der Obstgehölzschnitt kann auf den späten Winter im März verschoben werden.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak

Mit Weihnachtssternen durch den Advent

Rot ist eine klassische Weihnachtsfarbe. Auch bei Weihnachtssternen ist sie sehr beliebt.

Im Advent sind viele Wohnungen mit blühenden Weihnachtsternen (Euphorbia pulcherrima) geschmückt. Bei uns ist die Pflanze aus der Vorweihnachtszeit kaum wegzudenken. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Sie lange Freude an den Blütensternen haben.

Ob in rot, rosa oder weiß, ob Minipflanze oder Hochstämmchen, für jeden Geschmack und Platzbedarf ist etwas dabei. Beherzigt man beim Kauf und der Pflege einige Tipps, dann bleiben die Pflanzen über Wochen schön.

Die Farben der Weihnachtssterne werden vielfältiger, hier sogar gesprenkelt.


 

Tipps für den Einkauf und Transport

 

Die Wahl fällt am besten auf vollständig und kräftig belaubte Exemplare. Hängende oder sogar eingerollte Blätter deuten darauf hin, dass man mit den Pflanzen keine lange Freude haben wird. Die Pflanzen sollten noch einen Teil geschlossener Blüten aufweisen. Die eigentlichen Blüten (Cyathien) sitzen fast unscheinbar im Inneren der bunten Hochblätter (Brakteen). Sind diese Blüten bereits zum Teil oder ganz abgefallen, so spricht man von überblühten, überständigen Pflanzen.

Weihnachtssterne reagieren empfindlich auf Zugluft und Kälte. Sonderangebote, die in Supermarktketten bei kühlen Temperaturen auf dem Boden stehen oder auf Wochenmärkten im Freien verkauft werden, haben keine hohe Lebenserwartung. Aber auch lange Transportzeiten in Dunkelheit und kühler Umgebung sowie die hohe Luftfeuchtigkeit in den Folienverpackungen schaden. In Fachgeschäften ist es üblich, Weihnachtssterne rundum gut mit Papier zu verpacken, bevor der Kunde mit ihnen ins winterliche Freie tritt. Doch auch derartig geschützt sollte die Pflanze schnellin die warme Wohnung kommen.

Sind die Blüten noch geschlossen, wird man lange Zeit Freude am Weihnachtsstern haben.

Tipps für den Standort daheim

Zuhause möchte der Weihnachtsstern möglichst hell und warm stehen. Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius mag er am liebsten. Auch hier gilt: keine Zugluft. Deshalb ist es beim Lüften besser, die Pflanze an einen anderen Ort zu stellen. Der Wurzelballen benötigt stets leichte Feuchtigkeit. Bei zu nasser Erde sterben die Wurzeln ab und die Pflanze reagiert schnell mit Blattfall; zum Beispiel dann, wenn in Übertöpfen Wasser stehen bleibt. Bei guter Pflanzenqualität und optimaler Pflege schmückt der Weihnachtsstern weit über Weihnachten hinaus.

Weihnachtssterne lassen sich erneut zum Blühen bringen: Nach einem leichten Rückschnitt und einem sonnigen Sommer verdunkelt man ab Mitte Oktober die Pflanzen etwa 13 Stunden über Nacht mit einem Karton. Rechtzeitig zu Weihnachten haben sich dann auch die grünen Hochblätter wieder gefärbt

Ein ganzes Produktionshaus voller Weihnachtssterne

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Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen, deren Milchsaft Hautreizungen hervorrufen kann. Ursprünglich kommt er in den tropischen Laubwäldern Mexikos, Mittel- und Südamerikas vor. Dort ist Euphorbia pulcherrima ein immergrüner Strauch mit verholztem Stamm und spärlicher Verzweigung, der Wuchshöhen bis zu vier Metern erreichen kann.

Den Namen „Poinsettie“ erhielt die Pflanze durch Joel Roberts Poinsett, der den Weihnachtsstern von Mexiko in die USA brachte. Deshalb verschenkt man dort traditionell am 12. Dezember zu seinem Todestag Weihnachtssterne.

Weihnachtssterne mit Top-Qualität halten beim Kunden lange Zeit.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Rosen richtig pflanzen

Rose ins beet richtig pflanzen.

 

Eine Rosenpflanzung ist auf viele Jahre angelegt und bedarf daher gründlicher Vorbereitung:
Neben der Sortenwahl ist die Bodenvorbereitung und die richtige Pflanztechnik Voraussetzung für gesundes Wachstum.

Rosen im Container oder wurzelnackt

Rosen werden sowohl im Topf (Container) als auch ohne Erdballen (wurzelnackt) angeboten.

Wurzelnackte Rosen

 

Zeichnung einer Rosem it Wurzelballen.


Wurzelnackte Rosen sind fast um die Hälfte günstiger als Containerrosen; ihr Kauf lohnt sich daher vor allem bei größeren Stückzahlen. Allerdings ist die Pflanzzeit auf Herbst und Frühjahr beschränkt. Außerdem können Blüte und Belaubung beim Kauf nicht begutachtet werden.


Wurzelnackte Rosen dürfen auf keinen Fall längere Zeit mit offenen Wurzeln herumliegen. Entweder werden sie sofort gewässert und gepflanzt oder bis zur Pflanzung eingeschlagen. Dazu legt man die Pflanzen in eine flache Furche und deckt die Wurzeln mit Erde zu.

 

Containerrosen

Containerrosen sind teurer, dafür können sie fast ganzjährig, auch in voller Blüte gepflanzt werden.

Pflanzzeit

Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen ist von Mitte Oktober bis Ende März, solange der Boden „offen“, d.h. noch nicht oder nicht mehr durchgefroren ist (gelegentliche Nachtfröste sind dabei nicht von Bedeutung). Besonders im Herbst ist der Anwachserfolg hoch: Der Boden ist vom Sommer noch warm und ausreichend Niederschläge sorgen dafür, dass sich rasch neue Wurzeln bilden. 

 

Containerrosen können fast das ganze Jahr über gepflanzt werden.

 

Containerrosen können außer bei Frost und großer Hitze ganzjährig gepflanzt werden – auch während der Blüte. Besonders gut wachsen Containerrosen im Mai, Juni und September an, vorausgesetzt sie werden ausreichend mit Wasser versorgt.

Bei der Pflanzung im Herbst und Winter ist bei Dauerfrost durch Abdecken mit Fichtenzweigen für einen Schutz vor der Wintersonne zu sorgen.

Standortansprüche

Rosen lieben einen sonnigen, luftigen Standort, einige Sorten (z.B. 'New Dawn', 'The Fairy') gedeihen auch gut im lichten Schatten. Wurzeldruck und Tropfenfall unter Sträuchern und Bäumen vertragen sie dagegen genauso schlecht wie den Hitzestau vor einer Südwand oder Zugluft.

Der Boden sollte vor allem nährstoffreich, durchlässig und locker sein. Ideal sind gut belüftete und mit Humus versorgte Lehmböden.

Ungeeignet als Standort sind Flächen, auf denen längere Zeit Rosen oder andere Vertreter der Familie der Rosengewächse (z.B. Apfel, Zierquitte, Feuerdorn) standen. In diesem Fall ist der Boden „rosenmüde“ und muss entweder großzügig ausgetauscht (mindestens 50 x 50 x 50 cm tief) oder ein anderer Pflanzplatz gefunden werden.

Beetvorbereitung

Die Beetfläche wird zunächst gründlich von Unkraut gesäubert. Das gilt insbesondere für Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch. Dabei sollte man sich gleich vergewissern, dass das Erdreich ausreichend locker ist: Rosen sind Tiefwurzler und nehmen Verdichtungen im Boden übel. Besonders in neu angelegten Gärten findet man häufig durch Baufahrzeuge verdichtete Schichten, die unbedingt mit dem Spaten oder der Grabegabel gelockert werden müssen (mindestens 40 bis 50 cm tief). Bei der Gelegenheit sollten schwere Lehmböden gleich mit Sand vermischt und gelockert werden. Sandige Böden werden durch die Beigabe von Bentonit (Sandbodenverbesserer) bindiger und können mehr Wasser und Nährstoffe speichern.

Eine Düngung ist frühestens im kommenden Jahr nötig, wenn die Rose eingewurzelt ist und kräftig wächst.

Rosen pflanzen

Wurzelnackte Rosen

Erster Schritt ist ein Pflanzschnitt: Dazu werden alle schwachen und abgebrochenen Triebe ganz entfernt, die verbleibenden Triebe auf eine Länge von ca. 20 cm eingekürzt und die Wurzeln wenige cm abgeschnitten. Anschließend stellt man die Rosen für einige Stunden in einen Eimer mit Wasser.

Das Pflanzloch wird ungefähr 40 cm tief ausgegraben, die Sohle zusätzlich gelockert. Die Rose kommt so in das Pflanzloch, dass die Wurzeln gerade herunterhängen. Die verdickte Veredelungsstelle zwischen Wurzelhals und grünen Trieben liegt 8 bis 10 cm unter der Erdoberfläche. Damit ist die Rose ausreichend vor Frost und Trockenschäden geschützt (das früher übliche „Anhäufeln“ ist bei dieser Pflanzweise nicht unbedingt erforderlich). 
Anschließend wird der Aushub wieder eingefüllt (grobe Schollen zerkleinern und mit Sand und Humus mischen), die Rose dabei immer wieder gerade gerichtet.

Ist das Pflanzloch voll, drückt man die angefüllte Erde einmal ringsherum mit dem Spaten seitlich an die Rosenwurzeln. Es genügt ein sanfter Druck, die Erde sollte nur angedrückt, nicht verdichtet werden. Zusätzlich wird die Rose mit Wasser aus der Gießkanne eingeschlämmt. Der Strahl wird dabei direkt auf die Pflanzstelle gerichtet. Ein bis zwei Gießkannen reichen, damit sich die Erde endgültig setzt. Das anschließende Anhäufeln der Triebe mit Erde (ca. 30 cm hoch) ist ein zusätzlicher Verdunstungsschutz. Die Rosen wachsen besser an.

Containerrosen

Bei Containerrosen beschränkt sich der Pflanzschnitt auf das Entfernen abgebrochener oder abgestorbener Triebe. Die Rose wird zunächst für einige Minuten in einen Wassereimer getaucht bis keine Luftblasen mehr aufsteigen und anschließend ausgetopft. Ist der Topfballen stark verwurzelt, muss der Wurzelfilz zunächst mit einem scharfen Messer gelockert werden. Nur so kann die Rose schnell neue Faserwurzeln bilden.

Winterschutz bei Rosen,anhäuflen mit Erde in den ersten Jahren nach der Pflanzung.

Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit und tief wie der Topfballen sein. Auch bei Containerrosen liegt die Veredlungsstelle (sie befindet sich meist an der Topfoberfläche) nach dem Pflanzen 8 bis 10 cm unter der Erdoberfläche. Andrücken und Angießen erfolgt wie bei wurzelnackten Rosen beschrieben. Das Wässern sollte besonders bei Frühjahrs- und Sommerpflanzung wöchentlich wiederholt werden: Ist der Topfballen erst einmal ausgetrocknet, nimmt er nur schwer wieder Wasser an.

Das Anhäufeln der Rosen mit Erde als Winterschutz ist in den ersten Jahren zu empfehlen. Bei älteren, unempfindlichen Rosensorten reicht dann ein Abdecken mit Fichtenzweigen.

Stammrosen

Auf Stämmchen veredelte Rosen werden sowohl im Container als auch wurzelnackt angeboten. Die Pflanzweise ähnelt im Großen und Ganzen der der niedrigen Rosen. Das gilt es aber zu beachten:

rictig gepflanzte Stammrose


1. Rosenstämme müssen zeitlebens gestützt werden. Schlagen Sie also zunächst einen Pfahl in das Pflanzloch, an dem der Stamm nach dem Pflanzen festgebunden werden kann.


2. Bei Stammrosen befindet sich die Veredlungsstelle direkt unterhalb der Krone. Am Stammfuß sitzt eine weitere Verdickung, die sogenannte „Zapfenschnittstelle“. Die Stammrose wird so gepflanzt, dass die Zapfenschnittstelle ca. 10 cm über der Erdoberfläche bleibt.

3. Binden Sie den Rosenstamm etwas unterhalb der Krone mit einem Kokosstrick an.

4. Als Winterschutz wird die Krone mit Vlies eingepackt, wobei das Vlies unterhalb der Veredelungsstelle zusammengebunden wird.


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenak

Rosen – Schönheit fast das ganze Jahr

Rosen schmücken den Garten mit ihren Blüten. Hier die weißblühende Beetrose 'Brautzauber'.

Hagebutten – Schönheiten im Herbst


Hagebutten, die Früchte der Rosen, sind das Ergebnis, wenn Rosen nach der Blüte nicht zurückgeschnitten wurden. Vor allem einfach blühende und einmalblühende Rosensorten bilden oft besonders schöne Hagebutten aus. Jedoch finden Sie auch an gefüllten Rosen schöne Früchte. Hagebutten können sehr vielfältig sein. Üblicherweise sind sie rot. Jedoch gibt es auch Rosen, die schwarze oder orangefarbene Früchte ausbilden. Manche sind klein mit einem Durchmesser von einem halben Zentimeter, andere Früchte werden bis zu drei Zentimeter groß. Auch die Fruchtform unterscheidet sich. Je nach Rose können die Hagebutten eine kugelige, längliche, birnen- oder flaschenähnliche Form aufweisen.

Nicht nur starkwachsende Wildrosen bilden schöne Hagebutten aus, auch Gartenrosen zeigen im Herbst ihre mehr oder weniger attraktiven Früchte. Bei öfter blühenden Rosen empfiehlt es sich, den Flor gleich nach der ersten Blüte leicht zurückzuschneiden. Die Nachblüher belässt man und wartet auf die Hagebutten.

Herbstliche Arrangements ohne Hagebutten sind undenkbar. Aber vor allem bieten die Früchte Nahrung in der kalten Jahreszeit. Nicht nur verschiedene Vögel, auch andere Tiere schätzen die Rosensträucher als Nahrungsquelle und Unterschlupf.

Rosen schmücken den Garten mit ihren Blüten. Hier die weißblühende Beetrose Brautzauber

Jetzt ist Rosen-Pflanzzeit

Auch wenn das ganze Jahr über Rosen in Containern (großen Töpfen) angeboten werden, so ist jetzt der optimale Zeitpunkt wurzelnackte Ware zu pflanzen. Baumschulen und Rosenschulen bieten nun eine große Vielfalt an. Frisch gerodet von den Feldern, kommen sie in den Verkauf. Da die Pflanzen wenig Platz beanspruchen und leicht verpackt werden können, ist es auch möglich sich Rosen auf dem Postweg schicken zu lassen, gerade dann, wenn man bestimmte Rosensorten möchte. Wurzelnackte Rosen dürfen auf keinen Fall längere Zeit mit offenen Wurzeln herumliegen. Nach Erhalt werden die Gehölze sofort gewässert und gepflanzt. Bei Zeitmangel oder ungünstigen Witterungsbedingungen kann man sie bis zur Pflanzung einschlagen. Dazu legt man die Pflanzen in eine flache Furche und deckt die Wurzeln mit Erde zu.

flaschenförmige Hagebutten

Gesunde Rosen brauchen einen sonnigen und luftigen Standort mit nahrhaftem, durchlässigem Boden. Beim Pflanzen achten Sie darauf, dass die Veredlungsstelle etwa acht Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt. Ein Anhäufeln schützt die Pflanze vor starker Verdunstung und sie wächst besser an.

Rosenpflanzung im Herbst, gleich mit Anhäufeln

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

 

 

 

Der Garten im Oktober – ernten und pflanzen

buntes Herbstlaub am Baum

Das Jahr hat es gut mit uns gemeint und vielerorts konnten reiche Ernten von Obst und Gemüse eingefahren werden. „Kühlere Temperaturen und feuchtere Böden nach dem heißen und vielerorts trockenen Sommer sind optimale Voraussetzungen, um sich wieder im Garten zu beschäftigen“, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Erntedank

große Muskatkürbisse auf dem Beet, kurz vor der Ernte

Wo noch nicht geschehen, werden die Sommergemüse abgeräumt. Tomaten und Zucchini haben lange sehr guten Dienst geleistet. Die Tomaten waren ohne Krautfäule und die Zucchini sind dem Echten Mehltau davon gewachsen. Durch die sehr warmen Sommertemperaturen gab es auch eine üppige Paprika- und Chiliernte.

Nun wird es auch Zeit späte Kürbisse wie die großen Muskat-Kürbisse zu ernten. Sind die Früchte unbeschädigt und trocknen die Stiele ein, so schneidet man die Früchte ab und lagert sie an trockenen, nicht zu kalten Stellen. Dann härtet die Schale noch fertig aus.

Jetzt geht es auch die erste Ernte der Herbstsalate. Je nach Bedarf schneidet man sie frisch vom Beet. Herbstgemüse wie Rote Bete, Möhren, Lauch, Sellerie und andere bereichern den Speiseplan. Sie können auch noch bis zu den Frösten im Garten stehen bleiben.

Vielerorts fielen die Obsternten übermächtig aus. Jedoch lassen sich Zwetschge, Birne, Kiwibeere, Apfel und Co. vielfältig verwenden und verwerten. Zum richtigen Zeitpunkt geerntet, lassen sich gesunde Äpfel auch gut lagern. Späte Sorten oder stark beschattete Äpfel kommen gar jetzt erst vom Baum. Auch für die goldgelben Quitten wird es nun Zeit. Die feinen Aromen machen die Frucht zu etwas Besonderem. Bei zu später Ernte jedoch bekommen sie schnell Fleischbräune und sollten rasch verarbeitet werden.

Durch Überbehang oder starke Winde gab es beim Baumobst oft Schäden mit ausgerissenen und aufgeschlitzten Ästen, optimale Bedingungen für Schaderreger. Um ein Eindringen zu vermeiden, schneiden Sie die Wunden glatt.

Pflanzzeit

Feldsalat lässt sich ab Herbst pflanzen und ernten, hier in einer Kiste mit Bewässerung.


Der Herbst ist für viele Stauden und vor allem Gehölze ein idealer Pflanzzeitpunkt. Noch warme Erde sowie vermehrte Niederschläge sorgen für eine gute Wurzelbildung noch im gleichen Jahr. Lediglich frostempfindlichere wie Rebstöcke, Quitten, Magnolien und andere werden besser im Frühjahr gepflanzt, ebenso Gräser.

Auch im Gemüsegarten wird gepflanzt: große Rhabarberstöcke können geteilt werden, Feldsalat gepflanzt und als letzte Gründüngung Winterroggen gesät. Knoblauch gewinnt wieder an Ansehen. Auch er kommt nun in die Erde. Dann bilden sich für das nächste Jahr Knollen mit großen Zehen. Verwenden sie Pflanzknoblauch oder frischen aus der Region. Fragen Sie auch Ihren Bio-Gemüse-Gärtner. Er kann Ihnen sagen, ob die jeweilige Sorte besser im Herbst oder im Frühjahr gesteckt wird.

üppige Herbstsalate auf dem Beet im Schaugarten der Bayerischen Gartenakademie

Buntes Laub

Rotes Laub auf Stauden kann liegen bleiben. Es bietet Schutz und Unterschlupf im Winter.

 

Gelbe, rote und braune Blätter wirbeln durch die Luft. Sie fallen in den Garten. An den meisten Stellen kann das Laub liegen bleiben. Zum einen dient es als Kälteschutz für Stauden, andererseits nutzen noch viele Bodenlebewesen die Blätter als Nahrung und Unterschlupf. Bis zum Frühjahr ist dann fast nichts mehr vom Blattwerk zu sehen. Lediglich auf Zierrasen und im Teich wird das Laub entfernt.

Dekorationen mit buntem Laub schmücken Wohnungen, Türen, Aufgänge und vieles mehr. Ein kurzes Farbwunder vor dem tristen Winter.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie