Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Lavendel – der Traum vom Süden

Mit Lavendel verbindet man häufig große Felder im Süden Frankreichs oder in mediterranen Urlaubsorten. Aber auch in englischen Gärten gehört Lavendel dazu. Der lieblich würzige Duft erinnert stets an Sommer. „Die Pflanze fühlt sich besonders in den warmen und niederschlagsarmen Gegenden wohl“, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Lavendel mit seiner Blütezeit von Juni bis August ist als Gartenpflanze sehr beliebt. Am richtigen Standort ist der Halbstrauch pflegeleicht und erfreut uns und unterschiedliche Insekten über viele Jahre.

Lavendel-Vielfalt

Die Blütenfarbe des Lavendel ist nicht nur lila. Selbst dieses variiert von einem blassen Fliederton bis zu einer intensiv dunklen Blauviolett. Doch es gibt auch Sorten mit rosa oder weißen Blüten. Die Blütenstände selbst können sehr lang, schmal und locker sein oder auch kurz und kompakt. Und auch die mehr oder weniger grau-grünen Blätter zeigen verschiedene Formen und Ausprägungen.

Am bekanntesten ist sicherlich der Garten-Lavendel Lavandula angustifolia mit einer Vielzahl verschiedener Sorten. Diese zeigen nicht nur unterschiedliche Blütenfarben (verschiedene blau-lila Töne, weiß und rosa), sondern auch die Wuchshöhen, die zwischen 25 und 90 Zentimetern liegen. Besonders lange Blütenrispen besitzt der etwa zwei Wochen später blühende Provence-Lavendel Lavandula x intermedia, dessen Farbspektrum ebenfalls verschiedene blau/lila Farbtöne sowie weiß aufweist. Während die beiden vorher genannten Lavendel-Arten den Winter im Gartenbeet überstehen, müssen Schopf-Lavendel (Lavendula stoechas) und Kanarischer Lavendel (Lavandula pinnata) frostfrei überwintert werden.

 

Lavendel im Garten

Lavendel liebt einen durchlässigen, kalkhaltigen Boden in voller Sonne. Zu viel Bodenfeuchte, vor allem im Winter verträgt er nicht. Deshalb ist ein gut dränierter Boden wichtig, dass sich keine Staunässe bilden kann. In Kiesbeeten fühlt er sich deshalb besonders wohl. Kombinationspflanzungen mit anderen trockenheitsverträglichen Stauden, aber auch manchen Rosen sind möglich. Karge Böden verbessern die Winterhärte und intensivieren den Duft. Garten- und viele Provence-Lavendel sind ausreichend winterhart, wobei ein Schutz vor intensiver Wintersonne mit Vlies oder Reisig, zumindest zeitweise ratsam ist. Jährlich geschnitten ist Lavendel auch als Beeteinfassung und blühender insektenfreundlicher Buchsersatz geeignet.

Lavendel zählt zu den Halbsträuchern. Er zieht nicht wie eine Staude komplett ein, sondern es verbleiben oberirdisch holzige und krautige Pflanzenteile. Jedes Jahr im Frühjahr wird die Pflanze stark, das heißt nur wenig über den verholzten Stellen, zurückgeschnitten. Nach der Blüte, oder auch zur Blütenernte schneiden Sie den Blütenstängel komplett und dabei ein bisschen tiefer ab.

Lavendel(blüten) füllen Duftsäckchen gegen Motten, wirken beruhigend auf uns. Sie lassen sich gut trocknen und damit auch lange Zeit verwenden und für Trockensträußchen und andere duftende Dinge nutzen. Die graulaubigen Zweige fügen sich zierlich in Wintergestecke ein.

Bis auf den Schopflavendel sind Lavendelpflanzen wahre Insektenmagnete. Gerne besuchen Bienen die Blüten und sammeln Pollen und Nektar. Da vor allem Zwergsorten des Lavendel auch in Gefäßen wachsen, verschönern sie auch Balkone und Terrassen. Sie lassen sich auch mit anderen mediterranen Kräutern oder trockenheitsverträglichen Stauden gut kombinieren und wandeln den „Blumenkasten“ in eine Insektenparadies.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Blätter zeigen Blasen

Jetzt wenden sich immer häufiger aufgeregte Freizeitgärtner an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, wenn Johannisbeere und Pfirsich blasige Blätter aufweisen. Die Veränderungen fallen besonders auf, da sie zusätzlich rot verfärbt sind.

Auch wenn das Erscheinungsbild an den unterschiedlichen Obstgehölzen recht ähnlich ist, sind die Verursacher ganz verschieden. Blattläuse bzw. Milben und ein Pilz sind die Schaderreger.

Blasen an den Johannisbeerblättern

 

An den Sträuchern roter Johannisbeersorten fallen die blasigen und rot gefärbten Aufwölbungen an den grünen Laubblättern besonders auf. Dreht man das Blatt um, so befinden sich auf der Blattunterseite häufig grünliche Blattläuse: Johannisbeerblasenläuse. Durch die Saugtätigkeit der Läuse an den ganz jungen Blättern entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum vitaler Sträucher ist nicht eingeschränkt. Wiederholter Starkbefall, besonders bei jungen Pflanzen jedoch könnte zu Blattfall führen und somit die Pflanze schwächen. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen deshalb bereits zum Austrieb und zerdrücken Sie einfach die ersten Läuse oder entfernen Sie die Blättchen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger. Deshalb sind die Schädlinge oft schon gefressen, bevor die roten Schädigungen auffallen. Die Läuse können auch auf ihre Sommerwirte, das sind andere krautige Pflanzen gewandert sein. Im Herbst kommen sie dann zurück an die Johannisbeere, wo die Johannisbeerblasenlaus an den Trieben Eier ablegt, aus denen dann, mit dem Entfalten der jungen Blätter, wieder neue Läuse schlüpfen.

Blasen an den Pfirsichblättern

Viele Pfirsich- und vor allem Nektarinenbäume zeigen nun stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen dick, haben eine fleischfarbige bis dunkelrote Farbe und brechen leicht. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit, einer Pilzkrankheit. Starker Befall über Jahre hinweg und die dadurch geringere Fotosyntheseleistung schwächt die Pflanze. Auch die Früchte können daher zeitweise nicht mehr richtig ernährt werden und fallen zum Teil auch ab. Gegen diesen Pilz lässt sich nur bei Knospenschwellen angehen. Bei feuchter Witterung werden die Pilzsporen zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie dann auskeimen. Nur denkt man in den Wintermonaten nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen und das Knospenschwellen ist sehr witterungsabhängig. Sind die Symptome sichtbar, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich. Dann können Sie nur noch versuchen die befallenen Blättchen schnell zu entfernen, damit sich keine neuen Pilzsporen bilden, die dann an den Zweigen überwintern. Ein Rückschnitt der Pflanze im Herbst verringert ebenfalls den Befallsdruck. Es zeigt sich, dass gelbfleischige Sorten besonders anfällig sind, während die weißfleischigen Pfirsichsorten ‘Benedicte‘ und ‘Fruteria‘ nicht so stark betroffen sind.

Blasen an den Wein- und Birnenblättern

Auch an den Blättern des Weinstocks und der Birne können pockenartige, oft rötlich gefärbte Erhebungen auftreten. Bei beiden sind es Milben, die das Schadbild hervorrufen: die Rebenpockenmilbe und die Birnenpockenmilbe. Da sich mehrere Generationen im Jahr bilden, reduzieren Sie den nächsten Befall, wenn Sie die geschädigten Blätter schnell entfernen. Im Herbst wandern die kleinen Tiere zurück in die Knospen zum Überwintern. Bei starkem Milbenbefall können für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Gallmilben (verschiedene Rapsölprodukte) rechtzeitig beim Austrieb im Frühjahr eingesetzt werden.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

 

Gestalte den Gemüsegarten insektenfreundlich

 

Die Beete im Gemüsegarten sind nun weitgehend bestückt. Da denkt kaum einer an Bienen und andere Insekten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen Möglichkeiten auf, wie Sie auf die Bedürfnisse verschiedener Tiere eingehen können.

 

Honig-Bienen, Wildbienenarten und andere Insekten sind wichtige Bestäuber und sichern somit die Obst- und Gemüseernte. Ein vielfältiger und gut geplanter Gemüsegarten kann ihnen viele Nahrungsquellen bieten.

Bunte Lückenfüller

 

Tomaten, Zucchini, Gurken und andere wärmeliebende Gemüsearten sitzen auf ihren Platz im Beet. Erste Salate und Radieschen werden schon geerntet. Da gibt es Lücken. Noch mehr Gemüse? Wer den Platz dafür nicht benötigt, pflanzt jetzt bunte Sommerblumen. Einjährige wie Zinnien, Astern, Schmuckkörbchen, Ringelblume, Löwenmäulchen und viele mehr bringen mit ihren bunten Blüten nicht nur Farbe in den Gemüsegarten, sie liefern auch Nahrung für viele Insekten. Entfernt man regelmäßig Verblühtes, bilden sich bis zum Frost stetig neue Blüten,

 

 

Größere Lücken können Sie mit einer Gründüngung einsäen. Nicht nur, dass der

Bewuchs dem Boden gut tut, die Blüten bieten Nahrung. Gerne besuchen verschiedene Insekten die Blüten von Phacelia, dem Bienenfreund, und von Buchweizen. Beide Pflanzen sind mit keiner relevanten Gemüseart verwandt und eignen sich deshalb besonders gut als Zwischenfrucht. Die Ansaat eines Beetes oder eines Teilstückes mit einer einjährigen Blumenmischung ist ebenfalls denkbar. Im Handel finden Sie spezielle Mischungen für (Wild-)Bienen, Schmetterlinge und Singvögel mit Dill, Ringelblume, Lein, Schmuckkörbchen, Studentenblume, Kornblume, Klatschmohn und vielem mehr.

 

Gib den Beeten einen Rahmen

 

Während früher Beete in vielen Gemüsegärten mit niedrigen Buchshecken umsäumt waren, sucht man jetzt nach Alternativen. Für niedrige mehrjährige Beeteinfassungen, ganz nach dem Vorbild von Bauerngärten, eignen sich schnittverträgliche Kräuter, Stauden und Kleinsträucher wie beispielweise Thymian, Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos zurück- und in Form schneiden. Wie wäre eine Umrandung mit Monatserdbeeren? Neben der Nahrung für die Bienen über viele Wochen freuen wir uns über kleine, dafür leckere rote Früchtchen. Bunte Beet-Rahmen sind aber auch mit verschiedenen einjährigen Blumen möglich wie Kapuzinerkresse, Ringelblume oder auch mit der niedrigbleibenden Feuerbohne ‘Hestia‘ mit ihren rot-weiß schmückenden Blüten.

 

 

Kräuter gehören dazu

 

Wichtige Nahrungsquellen für Insekten sind unsere Kräuter. Mediterrane wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel benötigen einen eher trockenen Standort, um ihr Aroma zu entfalten. Weinraute (Achtung: starke Hautreaktionen bei Sonnenlicht!), Gewürzfenchel, Schnittlauch, Zitronenmelisse und besonders Minzen brauchen etwas mehr Wasser. Während fast alle Kräuter einen sonnigenPlatz beanspruchen, gedeiht Bärlauch auch im Halbschatten und Schatten.

 

Denken Sie bei der Kräuterernte immer auch an Bienen und andere Insekten. Lassen Sie deshalb einen Teil der Pflanzen zum Blühen kommen und schneiden Sie erst anschließend zurück. Bei den einjährigen Kräutern besuchen die Bienen besonders gerne Borretsch, aber auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Liebstöckel, Gartenfenchel und Petersilie, die im zweiten Jahr blüht.

 

Nahrung für Nützlinge

 

Auch Gemüsepflanzen sind von Schädlingen nicht ganz verschont. Blattläuse können junges Gemüse schädigen. Mit verschiedenen Blütenpflanzen, die zwischen dem Gemüse sitzen und den verschiedenen Insekten Nahrung bieten, locken Sie auch Nützlinge an. So legen erwachsene Schweb- und Florfliegen ihre Eier zu den Blattlauskolonien und die gefräßigen Larven halten die Schädlinge in Schach.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

 Brigitte Gross,Bayerische Gartenakademie 10

<Beliebtes Sommergemüse - Zucchini

Grße Zucchinivielfalt walzenförmig und rund,grün-gelb. Gsstreift.

 

Was wäre ein Sommer ohne Zucchini? Reiche Ernte, vielseitig verwendbar und kräftig im Wachstum macht der eigene Anbau auch „Garten-Neulingen“ Spaß. Nach den Eisheiligen finden wärmeliebende Fruchtgemüsearten ihren Platz im Freien, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auffallend große gelbe Blüten schmücken die Pflanzen, bevor sich die typischen Zucchinifrüchte bilden. Oft reichen schon ein oder zwei Pflanzen, um eine (kleine) Familie den Sommer über mit.

Nach den Eisheiligen gehts es raus auf das Beet

Zucchini im Garten

Zucchini sind kälteempfindlich und erhalten erst dann ihren Platz im Freien, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. In der Regel ist dies ab Mitte Mai. Sie brauchen einen lockeren, nährstoffreichen und humosen Gartenboden. Das Einarbeiten von Kompost und Hornmehl bei der Pflanzung ist sinnvoll. Während des Sommers braucht das Gemüse ausreichend Wasser. Um die Verdunstung aus dem Boden zu reduzieren hat es sich bewährt mit Grasschnitt oder anderem frischen organischen Material zu Mulchen. Dies fördert außerdem das Bodenleben und garantiert die Nährstoffnachlieferung.

Üppiges Wachstum der Zucchinipflanzen.Da braucht man im Garten 

Die Zucchini-Vielfalt ist groß. Neben walzenförmigen Früchten in grün, gelb und gestreift gibt es auch die Kugelform. Während die meisten Zucchini kompakt und buschig wachsen, bildet die Kletterzucchini lange Triebe, die am Zaun oder an einem Pfahl angebunden werden. Für die meisten Zucchinisorten planen Sie etwa einen Quadratmeter je Pflanze ein. Einjährige Sommerblumen im Randbereich locken Insekten an und machen den Gemüsegarten

Knallgelb leuchten die großen Blüten der Zucchini,Auch Bienen finden Gefallen daran.

 

Gelb leuchten die großen Trichter-Blüten der Zucchini, in denen auch häufig Bienen zu finden sind. Weibliche Blüten besitzen gleich einen kleinen Fruchtansatz, während die männlichen auf dünnen Stielen sitzen. Oft bilden sich erst nur männliche Blüten, bevor später bei wärmeren Temperaturen verstärkt weibliche Blüten erscheinen. Lassen Sie jedoch immer auch wenige männliche Blüten stehen.

Zucchini müssen nicht walzenförmig sein.Es gibt auch runde Sorten.

 

Zucchini auch ohne großen Garten

 

Zucchinifrüchte müssen nicht einfarbig sein,Mansche Sorten sind gestreift.

 

Das beliebte Fruchtgemüse lässt sich auch anbauen, wo wenig Platz zur Verfügung steht. Selbst im Hochbeet, Kistengarten oder großem Kübel wachsen die Pflanzen und bilden ihre Früchte. Achten Sie auf ausreichend große Pflanzgefäße und nutzen Sie hochwertige Substrate. Es eignen sich besonders Sorten, die kleiner und kompakt bleiben. In Bayern wurden eine grüne und eine gelbe Sorte zum „Gemüse des Jahres 2021“ gekürt. Mitgliedsbetriebe des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes und der Initiative „Ihre RegionalGärtnerei“ bieten „Fred“ und Wilma“ exklusiv an. Beide Sorten haben einen kompakten Wuchs und auch die Früchte werden nicht allzu groß.

So mansche Zucchini möchte hoch hinaus .Die Kletterzucchini muss an einen Pfahl gebunden werden.

 

Zucchini kulinarisch

Zucchini anbauen auch ohne Gartenbeet.Zuccini jungpflanze im Kistengarten

Gegen eine Schwemme an Zucchinifrüchten hilft am besten eine frühzeitige Ernte. Die optimale Fruchtgröße liegt bei etwa 12 bis 25 Zentimetern. So erntet man dann zwar vielleicht weniger an Masse, dafür aber nur schmackhafte und besonders zarte Früchte. Diese schmecken auch roh in dünnen Scheiben oder geraspelt im Salat. Gebraten, gekocht, gedünstet, gegrillt – leckere Rezepte mit Zucchini findet man schnell. Groß gewordene Früchte eignen sich auch noch für Suppen, Chutneys oder für Kuchen. Durch die härtere Schale der großen Früchte sind diese auch ein paar Tage länger haltbar.

je größer die Pflanzgefäße umso besser wachsen die Zuccicni.Greifen Sie trotzdem auf kompakte Sorten zurück.

 

Zucchini-Blüten, vorzugsweise männliche, können Sie braten, frittieren und füllen und werden so eine leckere Vorspeise.

Kompakte ZUcchinisorten eignen sich auch besonders für Hochbeet,da noch Platz ist für andere Pflanzen bleibt.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Blütenmeer beim Wildobst – die Felsenbirne

Die kühlen Temperaturen der letzten Wochen haben die Vegetation verzögert. Doch können wir uns lange an den blühenden Frühjahrsblühern erfreuen. Auffallend weiße Blütenwolken zieren nun Parks und Hausgärten, Klein- und Vorgärten während noch Tulpen und Traubenhyazinthen üppige Farbkleckse zaubern. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen den blütenreichen Strauch oder Kleinbaum vor.

Als eine „Vier-Jahreszeiten-Pflanze“ bietet die Felsenbirne (Amelanchier) zu jeder Zeit Attraktives: Blüte, Frucht, Herbstfärbung und Wuchsform. Zudem trägt dieses robuste Gehölz zur Biodiversität bei und bereichert einen naturnahen Garten.

Die sternvörmigen Blüten der Felsenbirne locken auch Insekten an 


Aus Blüten werden Früchte


Die Felsenbirne ziert mit auffällig weißen sternförmigen Blüten, die im April und Mai, meist in Trauben von fünf bis acht Einzelblüten endständig an den Zweigen sitzen. Die Blütenfülle sticht besonders hervor, weil die Blüten schon vor dem Laubaustrieb erscheinen. Dieser ist bronze- oder kupferfarben und leicht behaart, bevor sich dann die sattgrünen rundlichen Laubblätter bilden. Die Blüten sind selbstfruchtbar. Deshalb bringt auch ein einzelner Strauch im Garten Früchte hervor. Wie auch viele andere Rosengewächse ist die Felsenbirne ein Nährgehölz für (Wild-)Bienen und Hummeln.

Von Juni bis in den August hinein reifen schließlich erbsengroße runde Früchte. Zunächst sind sie hellrot und färben sich bis zu Reife blauschwarz mit bläulicher Bereifung. Vollreif schmecken sie süß, ein bisschen wie Heidelbeeren. Die Früchte reifen jedoch nicht alle gleichzeitig und müssen daher immer wieder durchgepflückt werden. Deswegen eignen sich sie sich wunderbar als ständige Naschfrucht zum Rohverzehr oder im Müsli, aber auch als Kompott, Mus oder in Mischung als Fruchtaufstrich. Wer die kleinen Früchte lieber trocknet, verwendet sie als Korinthenersatz. Doch auch Vögel, vor allem Amseln, lieben die „schnabelgerechten“ Früchte. Wo die gefiederten Tiere jedoch anderes Obst bevorzugen, trocknen die Früchte sogar am Strauch ein und können dann als „Trockenfrüchte“ gepflückt werden.

Größere Früchte bringen spezielle Fruchtsorten wie ‘Prince William‘, ‘Northline‘, ‘Smoky‘ und ‘Ballerina‘ hervor, die zudem kompakter wachsen. Als „Wildobst“ sind in gut sortierten Baumschulen erhältlich.

unterschiedlich reifende Früchte der Felsenbirne perfektes Naschobst

Attraktiv das ganze Jahr

Weiße Blüten im Frühjahr, süße Früchte im Sommer - der Herbst bietet ein weiteres Highlight: Goldgelb, orangerot bis scharlachrot leuchten die Blätter schon von weitem: Indian Summer im eigenen Garten! Schließlich laublos im Winter erkennt man den Wuchscharakter der Pflanze. Entweder wächst die Felsenbirne als locker aufgebauter vielstämmiger Strauch oder als kleinkroniger Baum mit gut verzweigten, dünnen Ästen.

Die Felsenbirne passt in viele Gärten, denn mit dem Standort ist sie recht genügsam. Während trockene Böden toleriert werden, eignen sich dauerfeuchte und verdichtete Böden nicht. Ein sonniger Platz bringt mehr Fruchtertrag als im Halbschatten. Fröste schaden der Pflanze in der Regel nicht und selbst die Blüten erleben kaum Spätfrostschäden.

Die Felsenbirne ist pflegeleicht. Durch gelegentliches Auslichten (Herausschneiden der ältesten Triebe) wird die Pflanze verjüngt. So fördert man das Wachstum und den Blütenansatz. Zu hohe Äste lassen sich durch Ableiten im Wuchs reduzieren.

Fast reife dunkel-violette Früchte schmecken ein bisschen wie Heidelbeeren.

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10 

 

Rhabarber – fruchtiges Saison-Gemüse

Auf dem Wochenmarkt und in den Lebensmittelgeschäften liegen nun die saftigen Rhabarberstangen – ein Zeichen von Frühling. Da steigt die Lust auf Kuchen mit frischen Früchten. Rhabarber schmeckt nach Obst und wird auch wie Obst verwendet und trotzdem ist der Rhabarber Rheum rhabarbarum ein Gemüse, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Rhabarber wird oft als Kompott, als Fruchtgrütze, als Kuchenbelag und zur Herstellung von Fruchtaufstrichen verwendet. Beliebt ist sein Saft auch bei Getränken z. B. als Schorle oder Limonade.

Rhabarber lässt sich gut verfrühen. Dies kann mit VLies geschehen oder mit speziellen Tonhauben,Die Ernte wird dann vorgezogen.


Rhabarberernte

Geerntet werden nur dickere und mittelstarke Rhabarberstiele. Die Blätter sind zum Erntezeitpunkt nicht mehr wellig, sondern schon ziemlich glatt ausgebreitet. Mit einem kräftigen Drehen des Stängels an seiner Basis löst man ihn von der Pflanze. Auf Schneiden verzichtet man besser, da das verbleibende Stängelstück oft zu Faulen beginnt. Bei jedem Erntegang entfernt man etwa fünf Stiele je Pflanze. Die Anzahl ist von der Pflanzengröße abhängig. Doch bleiben besser noch zwei Drittel der Rhabarberstiele stehen. So kann sich die Pflanze erholen und weitere neue Erntestangen bilden. Entfernen Sie gleich nach der Ernte die großen Blätter vom Stiel, damit die Stängel knackig und frisch bleiben. Die zerkleinerten Blätter können auf den Kompost, oder aber auch als Mulchmaterial auf Beet oder unter Sträuchern verteilt werden.

Die Rhabarberernte im Garten beginnt meist im Mai. Warme Tage und ausreichend Bodenfeuchte lassen das Gemüse kräftig sprießen. Verzögern kalte Temperaturen die Ernte, so kann man auch im Garten die Ernte verfrühen. Ganz klassisch geht das mit sogenannten Rhabarbertöpfen aus Ton. Die Stangen erscheinen dann ganz hell und zart. Auch Vlies schützt vor Frost und Kälte und wird fest verankert aufgelegt, dass sich die Blätter entfalten können. Schon ab Februar könnte man diese Maßnahmen durchführen, um schon im April frischen Rhabarber zu ernten. Als typisches Saisongemüse endet die Ernte fristgerecht. Dies ist nach dem 24. Juni. Dann braucht die Pflanze die Zeit zum Kräftesammeln, um im nächsten Jahr wieder üppig und mit starken Stangen auszutreiben.junger und kräftiger Neuaustrieb des Rabarbers durch aisreuíchend Wasser

und Wärme enstehen kräftige Stängel

Rhabarber im Garten

Die zu den Knöterichgewächsen gehörende ausdauernde Pflanze ist eine Staude. Sie besitzt ein unteririsches dickes und frosthartes Rhizom mit fleischigen Wurzeln. Im Herbst ziehen die Blätter des Rhabarbers ein. Nach einer Ruhepause treibt die Pflanze bei steigenden Temperaturen wieder aus. Sie benötigt relativ viel Wasser und für die Nährstoffversorgung wird zum Austrieb z.B. mit Kompost und etwas Hornmehl gedüngt.

Rhabarber ist ein sehr einfach zu kultivierendes und robustes Gemüse, wenn einige Regeln beachtet werden. Als Tiefwurzler benötigt er bei einer Neupflanzung eine gründliche und tiefe Bodenbearbeitung. Mittlere bis schwere, gut mit organischer Substanz versorgte und wasserhaltende Böden eignen sich besonders. Auch wenn die Pflanze viel Wasser benötigt, werden undurchlässige und staunasse Böden nicht vertragen. Die beste Zeit einer Pflanzung oder das Teilen vorhandener Rhabarberstauden ist im Oktober. So können sich bis zum Winter noch ausreichend Wurzeln bilden. Jedes Pflanzstück hat ein Gewicht von mindestens 500 Gramm sowie wenigstens eine Knospe. Planen Sie im Halbschatten oder in der Sonne pro Pflanze einen Platzbedarf von einem Quadratmeter ein. Für eine Familie reichen zwei bis vier Pflanzen.

Immer wieder bilden sich mächtige Blütenstände mit weißen Einzelblütchen. Damit die Pflanze nicht viel Kraft verliert ist es besser die Blüten wegzuschneiden, besonders während der Erntezeit. Allerdings tummeln sich verschiedene Insekten an der Blüte, die man nun in Ruhe beobachten kann.

Rhabarberernte

Geerntet werden nur dickere und mittelstarke Rhabarberstiele. Die Blätter sind zum Erntezeitpunkt nicht mehr wellig, sondern schon ziemlich glatt ausgebreitet. Mit einem kräftigen Drehen des Stängels an seiner Basis löst man ihn von der Pflanze. Auf Schneiden verzichtet man besser, da das verbleibende Stängelstück oft zu Faulen beginnt. Bei jedem Erntegang entfernt man etwa fünf Stiele je Pflanze. Die Anzahl ist von der Pflanzengröße abhängig. Doch bleiben besser noch zwei Drittel der Rhabarberstiele stehen. So kann sich die Pflanze erholen und weitere neue Erntestangen bilden. Entfernen Sie gleich nach der Ernte die großen Blätter vom Stiel, damit die Stängel knackig und frisch bleiben. Die zerkleinerten Blätter können auf den Kompost, oder aber auch als Mulchmaterial auf Beet oder unter Sträuchern verteilt werden.

Die Rhabarberernte im Garten beginnt meist im Mai. Warme Tage und ausreichend Bodenfeuchte lassen das Gemüse kräftig sprießen. Verzögern kalte Temperaturen die Ernte, so kann man auch im Garten die Ernte verfrühen. Ganz klassisch geht das mit sogenannten Rhabarbertöpfen aus Ton. Die Stangen erscheinen dann ganz hell und zart. Auch Vlies schützt vor Frost und Kälte und wird fest verankert aufgelegt, dass sich die Blätter entfalten können. Schon ab Februar könnte man diese Maßnahmen durchführen, um schon im April frischen Rhabarber zu ernten. Als typisches Saisongemüse endet die Ernte fristgerecht. Dies ist nach dem 24. Juni. Dann braucht die Pflanze die Zeit zum Kräftesammeln, um im nächsten Jahr wieder üppig und mit starken Stangen auszutreiben.

Die Mischung mschts Rhabarberblätter sind dekorativ.Die Pflanze lässt sich auch im Ziergarten intrgieren

Rhabarber im Garten

Die zu den Knöterichgewächsen gehörende ausdauernde Pflanze ist eine Staude. Sie besitzt ein unteririsches dickes und frosthartes Rhizom mit fleischigen Wurzeln. Im Herbst ziehen die Blätter des Rhabarbers ein. Nach einer Ruhepause treibt die Pflanze bei steigenden Temperaturen wieder aus. Sie benötigt relativ viel Wasser und für die Nährstoffversorgung wird zum Austrieb z.B. mit Kompost und etwas Hornmehl gedüngt.

Rhabarber ist ein sehr einfach zu kultivierendes und robustes Gemüse, wenn einige Regeln beachtet werden. Als Tiefwurzler benötigt er bei einer Neupflanzung eine gründliche und tiefe Bodenbearbeitung. Mittlere bis schwere, gut mit organischer Substanz versorgte und wasserhaltende Böden eignen sich besonders. Auch wenn die Pflanze viel Wasser benötigt, werden undurchlässige und staunasse Böden nicht vertragen. Die beste Zeit einer Pflanzung oder das Teilen vorhandener Rhabarberstauden ist im Oktober. So können sich bis zum Winter noch ausreichend Wurzeln bilden. Jedes Pflanzstück hat ein Gewicht von mindestens 500 Gramm sowie wenigstens eine Knospe. Planen Sie im Halbschatten oder in der Sonne pro Pflanze einen Platzbedarf von einem Quadratmeter ein. Für eine Familie reichen zwei bis vier Pflanzen.

Immer wieder bilden sich mächtige Blütenstände mit weißen Einzelblütchen. Damit die Pflanze nicht viel Kraft verliert ist es besser die Blüten wegzuschneiden, besonders während der Erntezeit. Allerdings tummeln sich verschiedene Insekten an der Blüte, die man nun in Ruhe beobachten kann.

Rhabarber vorbereiten von den Stangen die Haut abziehen und in Stücke schneiden

Rhabarberkuchen bereit zum Backen.Es fehlt nur noch die Baiser-Haube

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Kisten-Kartoffeln oder „tolle Knolle“ im Kübel

Kartoffeln lassen sich problemlos in einer Kiste kultivieren

 

Normalerweise wachsen Kartoffeln auf dem Acker oder im Gartenboden. Doch auch in einem Kübel oder einer Kiste kann man das Knollengemüse anpflanzen. Wie das geht und was zu beachten ist, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Kartoffeln - ein gesundes und vielseitig verwendbares Gemüse. Mit einfachen Tricks ist die Ernte auf Balkon, Terrasse oder im Innenhof möglich.

Wenn die Saatkartoffeln schon angekeimt sind treibensie schnell durch


Vorbereitungen treffen

Zunächst benötigen Sie ein passendes Gefäß. Kübel, Plastikeimer, Kisten oder Säcke sollten mindestens 15 Liter oder besser noch mehr fassen. Als Kartoffelpflanztopf, Kartoffelpflanzturm oder Kartoffelsack werden geeignete Gefäße im Handel angeboten. Hier wachsen dann kleine Mengen der schmackhaften Knollen heran. Zu empfehlen sind große, dunkelwandige Kunststoffgefäße, weil sie sich schnell erwärmen. In der prallen Sonne dürfen sie aber nicht stehen, da sonst die Pflanzenwurzeln an der aufgeheizten Topfwand Schaden nehmen. Staunässe schädigt ebenfalls. Durch Löcher im Boden kann das Wasser ablaufen.

Verwenden Sie Saatkartoffeln zum Pflanzen. Sie eignen sich besser als Speisekartoffeln. Sie sind sortenrein, weniger krankheitsanfällig und wuchsfreudiger. Probieren Sie doch auch blaue oder rote Kartoffeln oder regionale Spezialitäten.

Kartoffelkäferkönnen als Schädlinge auftreten und ganze Pflanzen aufressen,Rechtzeitiges Absammeln hielft.

Und los geht‘s


Zunächst kommt eine Drainageschicht aus Tonscherben, Kies oder Blähton von etwa fünf Zentimeter in das Gefäß. Anschließend füllen Sie eine Erdschicht von 15 Zentimeter auf. Verwenden Sie dafür am besten ein nährstoffreiches Substrat, zum Beispiel hochwertige Kübelpflanzen- oder Blumenerde. Legen Sie nun die Pflanzkartoffeln ein und bedecken sie mit weiteren fünf Zentimeter Erde. Dann wird angegossen. Für einen Zehn-Liter-Eimer benötigt man etwa drei bis vier Knollen. Von Vorteil sind Kartoffeln, die an einem hellen Platz schon etwas vorgekeimt sind und kleine Austriebe besitzen. Sie wachsen dann zügig weiter.

reiche Kartoffelnernte aus der Kiste

Pflegemaßnahmen während des Wachstums


 

Spitzen die ersten Kartoffeltriebe etwa fünf Zentimeter aus der Erde, füllen Sie Erde seitlich bei, bis kein Grün mehr zu sehen ist. Diesen Vorgang wird wiederholt, bis die Erde den Gefäßrand erreicht. So fördern Sie die Knollenbildung.

Anders als in den Beeten trocknen die durstigen Kartoffelpflanzen in den Gefäßen schnell aus. Gießen Sie deshalb regelmäßig, besonders bei warmem, trockenem Wetter. Zuviel Nässe jedoch fördert Pilzkrankheiten; das gilt es zu vermeiden.

Gibt es nochmal frostige Nächte, schützen Sie die Kartoffeltöpfe mit Vlies, damit das Laub nicht erfriert. Sollten Sie Kartoffelkäfer an den Pflanzen finden, dann heißt es: Absammeln.

Kartoffeln der Sorte Rosa Tannenzapfen


Kartoffelernte

Zu Zeit der Blütenbildung entwickeln sich die schmackhaften Knollen. Übrigens sind die entstehenden grünen Früchte giftig! 

Nach 90 bis 100 Tagen können Sie Frühkartoffeln ernten. Spätere Kartoffel-Sorten eigen sich auch für die Lagerung. Sie sind erst nach etwa 140 Tagen erntereif. Solange die Pflanzen grün sind und wachsen, lagern die Knollen noch Stärke ein. Erst wenn das Laub verdorrt, wird es Zeit für die Ernte der Powerknollen. Dafür ziehen Sie die Pflanzen einfach heraus und graben am besten mit den Händen nach den Knollen, um diese nicht zu verletzen.

Späte Kartoffeln lassen sich auch gut lagern.


 


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Tomaten selbst anziehen

Wir träumen von saftigen, fruchtigen und nicht nur roten Tomaten aus dem eigenen Garten. „Jetzt ist die Zeit zum Aussäen, damit der Traum der Tomatenvielfalt wahr wird“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Möchte man spezielle Tomatensorten, so bleibt nur die Selbstaussaat. Bis zur Pflanzung im Mai sollen sich kräftige Jungpflanzen entwickeln. Deshalb ist einiges zu beachten.

Aussaat erst Mitte März

Ungeduldige haben schon ausgesät. Doch die Freude hält sich oft in Grenzen, denn die Pflänzchen sind weich, dünn und hochgeschossen. Dies ist die Folge von zu früher Aussaat, denn Januar und Februar bieten selbst am Fensterbrett noch kein ausreichendes Lichtangebot. Das Ziel sollten jedoch kräftige und kompakte Pflänzchen sein. Das Aussäen erfolgt Mitte bis Ende März. Durch gute Lichtverhältnisse wachsen nun starke Pflanzen heran, die je nach Witterungsverhältnissen ab Mitte Mai ins Freie gepflanzt werden. Kleinere und kompaktere Pflanzen wachsen oft besser an und holen mögliche Wuchsdefizite schnell nach.

<Tomatensämlinge in Anzuchtkisten mit dem Pikieren bekommen die jungen Pfänzchen mehr Platz

 

Das brauche ich für die Aussaat

Neben den gewählten Tomatensorten benötigt man Aussaatgefäße und ein spezielles Anzuchtsubstrat. Aussaatgefäße können sehr unterschiedlich sein. Es eignen sich flache Kisten, Blumentöpfe, Joghurtbecher, Multitopfplatten , Gemüseschalen und vieles mehr. Wichtig sind Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Bliebt die Erde grundsätzlich weniger nass, bilden sich stärkere Wurzeln. Nutzen Sie spezielle Aussaaterden. Sie sind nährstoffarm, feinkrümelig, luftig und besitzen weitere gute Voraussetzungen für die jungen Keimlinge. Ganz wichtig sind Etiketten. Besonders bei der Aussaat mehrerer Tomatensorten ist eine sorgfältige Beschriftung wichtig, da beispielsweise nicht alle Sorten ausgegeizt werden müssen oder sie sehr unterschiedlich vom Wuchs sind. Außerdem lässt sich dann die einzelne Sorte besser beurteilen.


 

Nach den Eisheiligen werden wärmeliebende Sommergemüse wie Tomaten und Zuchini ausgepflantz. 

So geht die Aussaat

Füllen Sie das Substrat in die Aussaatgefäße bis knapp unter den Rand. Dann legen Sie die Samen einzeln ab und drücken sie leicht an bevor sie mit etwas Erde abgedeckt werden. Dann gießen Sie vorsichtig, aber durchdringend mit einem feinen Wasserstrahl. Jetzt kann das Samenkorn quellen. Tomaten besitzen relativ große Samen. Entweder legen Sie das Samenkorn einzeln in Töpfchen oder auch mehrere Samen in ein größeres Gefäß. Wichtig ist ausreichender Platz beim Keimen. Später pikiert man dann die jungen Pflänzchen in einen kleinen Topf.

Tomaten möchten es von Beginn an kuschelig warm. Optimal zur Keimung sind Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Ist die Saat aufgegangen, dienen leicht abgesenkte Temperaturen um 16 bis 18 Grad Celsius dazu, dass sich kurze und kräftige Jungpflanzen entwickeln können.

Licht ist zum Wachsen ganz wichtig. Nach der Keimung, sobald sich grüne Blättchen bilden, benötigen die Pflänzchen einen hellen Platz am Fenster. Mangelndes Licht führt zu dünnen und langen Trieben. Stellen Sie die Pflanzen eventuell auch auf eine Erhöhung und lassen Sie die Gardine weg. Sind die jungen Pflanzen pikiert und bereits gut angewachsen, können sie tagsüber bei warmen Temperaturen und vor praller Sonne geschützt auch ins Freie.

Haben Sie den Aussaatzeitpunkt verpasst oder fehlen die geeigneten Aussaatbedingungen, können Sie im Mai immer noch gesunde und kräftige Pflanzen beim Gärtner kaufen.

Die Tomatenernte ist in vollem Gange .Unteschiedliche Formen und Farben bereichern den Tisch


 


 


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Gehölzschnitt – jetzt ist die optimale Zeit dafür!

Im laublosen Zustand lässt sich der Wuchs der Obst- und Ziergehölze gut erkennen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum der Spätwinter eine gute Zeit für den Baum- und Strauchschnitt ist.

Schnittmaßnahmen sind wichtige Pflegemaßnahmen für die Pflanzengesundheit. Sie halten die Gewächse vital und fördern den Austrieb.

 

Warum ein Gehölzschnitt?

Dieser Hartriegel wurde gekappt.Er treibt viele dünne Äste.Es muss ausgelichtet werden

Zier- und Beerenobststräucher bilden ohne Schnitt vergreiste, verkahlende Triebe, dichte Stöcke und weniger Blüten. Bei jährlichem Schnitt erfolgen die Eingriffe moderat. Das Gehölz behält eine günstige Struktur, üppige Blütenpracht und verbesserte Fruchtqualitäten.

Für einen locker aufgebauten Strauch lichtet man vor allem im Inneren aus. Dabei werden ältere, dicke, aber auch kranke, hoch geschossene und zu schwache Triebe direkt über dem Boden abgeschnitten. Zu lange, bogig überhängende Teile werden am besten über einer tiefer liegenden Verzweigung zurückgenommen. Generelles Einkürzen aller oder zu langer Triebe würde eine starke Neutriebbildung und eine dichte Verzweigung an den Strauchspitzen auslösen. Früchte mit guter Größe und Qualität erhält man beim Beerenobst, wenn die Sträucher noch vor der Blüte gut ausgelichtet sind, dafür jedoch kräftige ein- bis dreijährige Triebe besitzen.

Gehölzschnitt nicht früher

locker aufgebaute freiwachsende Hecke mit Hartriegel und Haselnuss älteste Triebe werden herausgenommen

Viele Sträucher besitzen einen schönen Fruchtschmuck, der auch über den Winter an den Pflanzen verbleibt. Die oft farbigen Beeren zieren die kahlen Zweige. Die Früchte dienen aber auch den heimischen Vögeln als wichtige Nahrungsquelle in der kargen Zeit. In einem Naturgarten findet man häufig mehrere fruchtragende Gehölze.

Größere Schnittwunden an Bäumen können Eintrittspforten für Pilze und Bakterien (z.B. Obstbaumkrebs, Bakterienbrand, Rotpustelkrankheit). Findet der Schnitt bereits von November bis Januar statt, steigt die Befallsgefahr, da die Wunden über den Winter, also mehrere Monate, nicht heilen. Auch Frost wirkt auf die Wunden ein und kann diese stärker schädigen. Zudem können der Knospen nahe der Schnittstelle erfrieren oder austrocknen. Bei späteren Schnittzeitpunkten stehen die Gehölze bereits „im Saft“ und können Infektionen besser abwehren. 

Nur wenige Ziersträucher benötigen einen stärkeren Schnitt. Hierbei werden im März die letztjährigen Triebe, die noch Blütenreste enthalten, auf einen Stummel mit drei bis fünf Augen zurückgenommen. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Sommerflieder, Blauraute, Bartblume und Zwergspiere.

Gehölzschnitt im Garten mit geeignetem Wekzeug werden auch Bäume stark geschnitten


Gehölzschnitt nicht zu spät

Starker Rückschnitt dieser Baum treibt wieder neue Triebe.

 

Große Schnitteingriffe an Bäumen, Sträucher und vor allem Hecken dürfen nach dem 28. Februar nicht mehr durchgeführt werden. Dies gilt für das „auf Stock setzen“ sowie das komplette Entfernen der Pflanzen. Das Auslichten, der fachgerechte Rückschnitt oder der Formschnittschnitt sind hingegen erlaubt. In diesem Fall sollten Sie Hecken und Ziersträucher bis Mitte März schneiden, bevor Vögel ihre Nester bauen. Sie werden sonst auf der Suche nach Nistmöglichkeiten oder beim Nestbau in Hecken, Bäumen und Sträuchern gestört.

Sie wollen veredeln? Jetzt ist der allerletzte Zeitpunkt für das Schneiden der Edelreiser gekommen, da bald der Saftanstieg und Austrieb der Gehölze erfolgt.

Auch Buchskugeln vertrageb starke Rückschnitte.Dies ist auch sinnvoll wenn der Buchsbaumzünsler gewütet hat.

Zeit für den Rebschnitt

Ein Rebstock zur Bergrünung einer Pergola.Dann braucht man mal die Leiter für den Rebschnitt.

 

 

 

 

 

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Wir warten auf das Frühjahr Gartenarbeiten im Februar

Noch mitten im Winter können wir den Frühling kaum erwarten. Gerade weil der Lockdown uns immer noch fest in Griff hat, wünschen wir uns Betätigung draußen im Garten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Gartenarbeiten im Februar.

Witterungsbedingt sollte klar sein, dass nicht alle Arbeiten zu jeder Zeit durchführbar sind. Und doch kann man sich auch bei widrigen Zeiten gut mit dem Garten beschäftigen.

Der Garten im Februar

Die Blüten der Chinesische Winterblüte duften stark nach Vanille


Nicht überall ist es grau und trist. Gehen Sie mit offenen Augen durch den Garten. Erste Winter- und Vorfrühlingsblüher zeigen ihre Knospen und Blüten. Ganz unten in Bodennähe blühen Winterling, Schneeglöckchen und Vorfrühlings-Alpenveilchen. Und auch Duft liegt in der Luft: zitronenartig riechen die cremeweißen Blüten der Winter-Heckenkirsche Lonicera purpusii. Ebenfalls duftende Blüten besitzen die Chinesische Winterblüte Chimonanthus praecox, der Winterschneeball Viburnum x bodnantense‘Dawn‘ und der Duftschneeball Viburnum farreri. Und das war noch nicht alles. Welche Blüten entdecken Sie in Ihrem Garten? Gehölze und Gräser zeigen in der laublosen Zeit ihre Wuchsstruktur. Bei Schnee kommt diese stärker zu Geltung.

Der versierte Gemüsegärtner erntet auch im Winter noch. So steht ganz hoch im Kurs der Feldsalat. Ihn können Sie nach Bedarf schneiden. Unter Vlies stehen oft noch Zuckerhut und Radiccio. Sind die unansehnlichen Blätter entfernt, hat man noch feste kleine Köpfe. Auch Lauch, Rosen- und Grünkohl bereichern den Speiseplan. Brauchen Sie Lagergemüse wie Möhren, Rote Bete und Kürbis auf.

rosa Blüten des Schneeballs Viburnum bodnantense

 

Wenn es das Wetter zulässt……

Bei trockener Witterung und die Temperaturen nicht unter minus fünf Grad liegen können Sie mit dem Rückschnitt beginnen. Herbsthimbeeren schneiden sie bis zum Boden ab. Damit besteht keine Gefahr der Ansteckung durch die Himbeerrutenkrankheit. Schneiden Sie wenige Zentimeter über der Erde, treiben verbliebene Augen bald aus und blühen für die Ernte ab August bereits im Juli. Auch Kernobst- und Beerenobst, falls nicht gleich nach der Ernte geschehen, bekommen nun ihren Rückschnitt. Für eine reiche Traubenernte ist der jährliche Rebschnitt jetzt wichtig. Entfernen Sie immer auch Fruchtmumien an den Obstgehölzen. So reduzieren Sie den pilzlichen Infektionsdruck für die neue Saison.

Auch wenn der eigentliche Rosenschnitt erst im März oder April erfolgt, können Sie jetzt dicke vergreiste Triebe von Strauchrosen, die mit Moos oder Flechten bewachsen sind, komplett oder bis auf wenige Zentimeter entfernen. Schlafende Augen werden schon zum Austrieb angeregt. Starke Schnittmaßnahmen und „auf Stock setzen“ von Hecken und anderen starkwachsenden Gehölzen sollten aus Naturschutzgründen bis Ende Februar beendet sein.

dekorative Gräser im Winter

 

Beginnen Sie langsam den Rückschnitt von Stauden und Gräsern, wenn milde Temperaturen angesagt sind. Lassen Sie jedoch Schnitt-Material in Reichweite liegen, das eventuell als Kälteschutz für die Neuaustriebe dienen kann.

Schützen Sie Immergrüne vor Wintersonne und kalten Winden mit Strohmatten oder ähnlichem. Gießen Sie bei Trockenheit und nicht gefrorenem Boden. Die grünen Blätter und Nadeln verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser.

Sobald der Boden abgetrocknet ist, können Umpflanzaktionen von Gehölzen und Stauden sowie Neupflanzungen erfolgen. Baumscheiben werden aufgehackt und von Bewuchs befreit. Moose und Flechten können von alten Baumstämmen abgebürstet werden. Nistkästen werden spätestens jetzt gereinigt bzw. zusammen mit Insektenhotels neu aufgehängt.

Rebschnitt im Winter auf kurze Zapfen mit bis zu ein bis zwei Augen

Und was sonst noch?

Begutachten Sie Ihre Kübelpflanzen und achten Sie auf Schädlinge. Der Rückschnitt sowie das Umtopfen in neue Kübelpflanzenerde fördern zusammen mit einem helleren Standort ein kräftiges Austreiben.

Paprika und Chili sowie Aubergine und Artischocke haben eine lange Anzuchtdauer, weshalb die Aussaat an der Fensterbank schon im Februar beginnt. Tomaten sät man erst Mitte März, Zucchini, Kürbis und Gurken noch viel später.

Eigene jungpflanzenanzucht Paprika-Sämlinge

 

Lust auf frisches Grün? Ganz schnell geht es mit der Aussaat von Kresse auf der Fensterbank. Nach einer Woche lassen sich die würzigen grünen Blättchen verwenden. 

Nutzen Sie außerdem die ruhige Zeit, um in Zeitschriften, Saatgutkatalogen und Gartenbüchern zu schmökern, um sich Ideen für die neue Saison zu holen. Machen Sie den Aussaat- und Pflanzplan für den Gemüsegarten und besorgen Sie sich das Saatgut.

Kresse in verschiedenen Entwicklungsstadien frisch gesät nach drei Tagen und Erntereif

 

 

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Die Stechpalme - zauberhaft den ganzen Winter

Stechpalme

Erinnern Sie sich noch an die roten Weihnachtskugeln am Baum? Die Zweige der Stechpalme mit den derben grünen Blättern und roten Früchten bieten diese Zierde in kleiner Form den ganzen Winter. Immergrüne Pflanzen sind in der laublosen Zeit besonders reizvoll.

Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Stechpalme vor, denn die heimische Stechpalmen-Art Ilex aqulifolium wurde zum Baum des Jahres 2021 ernannt. Schon fast verschwunden, haben sich die Wildvorkommen in Deutschland wieder etwas erholt.

Porträt der Stechpalme

Ilex aquifolium ist die in Mitteleuropa heimische Art. Man findet sie als schwächer wachsenden Waldbaum auf leicht sauren bis neutralen und nicht zu trockenen Böden. Durch die Bildung von Wurzelschossen breitet sich die Pflanze im Unterholz von Buchenwäldern aus. Somit eignet sich die Stechpalme, auch Hülse genannt, besonders für halbschattige und schattige Bereiche.

In sehr kalten Gebieten kommt die sie nicht vor, da die Pflanze besonders in ihrer Jugendzeit frostempfindlich reagiert. Optimal für das Wachstum sind milde Winter und ausreichend hohe (Sommer-)Niederschläge. Man könnte meinen, dass der Klimawandel dem zähen Ilex zugute kommt. Doch die für die Stechpalme gefährlichen Spätfröste nehmen zu. Und ganz oft ist die lange Sommertrockenheit in vielen Gebieten ein großes Problem.

Dunkelgrüne, ledrige und stechende Blätter, die das ganze Jahr an der Pflanze verbleiben sind ein wesentliches Merkmal. Die ganze Pflanze ist giftig, doch nicht für Vögel. Die (meist) roten Früchte an den weiblichen Pflanzen sind ein willkommenes Futter im Winter. Bienen erfreuen sich an den recht unscheinbaren weißlichen Blüten im Mai. Besonders viel Pollen besitzen die Blüten der männlichen Pflanzen.

Stechpalmen im Garten

 

In Parks und Gärten findet man Ilex als Ziergehölz. Doch dort ist stehen weniger die heimische Art, vielmehr andere immergrüne Arten mit unterschiedlichen Blattformen, Wuchsgrößen und Wuchsformen. Mal ist die Stechhülse ein prägendes Solitärgehölz, mal kann sie als Heckengehölz verwendet werden. Sorten des stadtklimafesten Ilex crenata (Japanische Hülse) können Sie an geeigneten Standorten als Buchsersatz pflanzen. Diese besitzen kleinere Blätter und vertragen auch einen Formschnitt gut.

Neben den Sorten mit dunkelgrünen Blättern zieren andere mit goldgelben oder weißen Panaschierungen (Färbungen). Auch sind die Blätter der Stechhülsen nicht immer dornig. Viele Arten bzw. Sorten besitzen glattrandiges Laub. 

Wünschen Sie üppigen Fruchtschmuck als Zierde im Garten? Dann bedenken Sie beim Einkaufen der Pflanzen, dass Ilex zweihäusig ist. Nur weibliche Pflanzen bilden die Früchte in rot, braun oder schwarz, wozu aber eine männliche Pflanze als Bestäuber erforderlich ist.

Nicht nur das Klima mit Frösten und Trockenheit schränkt die Pflanzungen im Garten ein, entscheidend ist auch der Boden. Dieser sollte leicht sauer sowie humos, nährstoffreich und durchlässig sein. Weißt er einen hohen pH-Wert auf, entstehen Chlorosen (Blattaufhellungen). Bei Einzelpflanzungen sind Bodenverbesserungen möglich.

 

 

 

 

 

 

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Winterportulak – frisches Grün im Winter

Frisches Grün zum Genießen im Winter Winterportulak

 

Frisches vitaminreiches Grün auf dem Teller auch in der kalten Jahreszeit? Das geht mit dem Winterportulak. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das wenig bekannte Blattgemüse vor.

Während viele Wintergemüse wie Kohl und Möhren aus dem Lager kommen, werden die grünen Blätter des Winterportulak stets frisch geerntet. Noch frischer kommen sie aus dem eigenen Garten.

Ein Blattgemüse mit vielen Namen

Als Postelein, Kuba-Spinat und Tellerkraut tritt der Winterportulak ebenfalls in Erscheinung. Sein botanischer Name lautet Claytonia perfoliata (oder auch Montia perfoliata). Der Winterportulak gehört zur Familie der Quellkrautgewächse. Zum Namensvetter Sommer-Portulak, der ebenfalls als Blattgemüse verwendet werden kann, besteht übrigens keine Verwandtschaft.

Der Geschmack der Blätter ist eher etwas nussig und säuerlich. Sie lassen sich, ebenso wie die zerkleinerten dünnen Blattstiele, als Salat oder Komponente in Mischsalaten, beispielsweise mit Feldsalat verwenden. Aber auch pur auf dem Butterbrot oder im Quark findet Postelein Liebhaber. Salat gedünstet? Mit dem Kuba-Spinat ist es möglich. Er lässt sich dann wie richtiger Spinat verwerten. Und zu Smoothies können Sie das frische Grün ebenfalls beifügen.

Da es sich beim Winterportulak um ein Blattgemüse handelt, ist eine Lagerung nur kurzzeitig möglich. Frisch geschnittene Blätter bleiben nur wenige Tage im Kühlschrank frisch. Wer aber auf den Geschmack gekommen ist, schätzt künftig den eigenen Anbau im Garten - an Frische nicht zu übertreffen.

 

Die grünen fäscherförmigen Blätter des Winterportulaks können nun geerntet werden

 

Winterportulak aus dem Garten

Die Anbaumöglichkeiten des Winterportulaks sind vielfältig: sei es im Gartenbeet, im Kleingewächshaus oder in Hochbeeten und größeren Gefäßen/Kisten. Voraussetzung ist ein feinkrümeliger Boden, denn die Samen sind sehr fein. Sie werden mit einem Reihenabstand von etwa 10 bis 20 und einer Reihentiefe von etwa einem halben Zentimeter gesät. Die Aussaat erfolgt im September und Anfang Oktober. Eine Einsaat im Gewächshaus ist noch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Somit eignet sich der Winterportulak wunderbar als Nachnutzung auf freien Beeten. In Kombination mit Feldsalatanbau im Gewächshaus haben Sie über die kalte Jahreszeit hinweg stets frisches Grün.


Die Ernte beginnt, je nach Aussaat, ab November. Schneiden Sie die fächerförmigen Blättchen auf den langen Stielen etwa einen Zentimeter über der Erde ab. Schon bald treibt die Pflanze aus dem „Herz“ nach. Bis zu viermal ist eine Ernte vor der Blüte möglich.

Auch wenn der Winterportulak Kälte gut verträgt, decken Sie die Pflanzen bei Kahlfrösten besser mit Vlies ab. Bei stärkeren Minusgraden färben sich die Blätter rötlich und verhärten. Bei Temperaturen um fünf Grad beginnt erneutes Wachstum des Kuba-Spinates. 

Ab März bilden sich Blüten. Dann heißt es schnell nochmals ernten oder Samen gewinnen. Lässt man die Samen reifen, säen sie sich leicht selbst aus. Dies könnte schnell zu einem unkontrollierten „Unkraut“ werden. Sie können die 


Samen aber auch gezielt ernten. Färben sich die ersten Samen dunkel, schneiden Sie die ganze Pflanze ab und hängen Sie diese luftig in einem Netzchen auf. Die Samen reifen nach und fallen in das feine Netz. So erhalten Sie eigenes Saatgut für den nächsten Herbst.

 

 

Blühender Winterporlak im Frühjahr die reifen Samen können gesammelt und im Herbst neu gesät werden 


 


 

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