Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Wann sind meine Melonen reif??

Zuckermelonen

Schöne Sommertemperaturen, ein lockerer Boden und ausreichend Wasser, das sind die besten Voraussetzungen für üppiges Blattwachstum bei Zucker- und Wassermelonen im Garten.

Wassermelone Sie braucht noch eine ganze Weile, das Blättchen am Stielgrund ist noch deutlich grün.deutlich gestreift. Erst wenn er vollständig Gelb ist, wird geern


Viel Blattmasse sammelt reichlich Sonnenenergie, und nur so können sich dann große Früchte entwickeln. Stattliche Früchte machen Appetit, und am liebsten würde man sie dann schnell abschneiden. Doch unreife Melonen schmecken fad, manchmal fast nach schlechter Medizin – schade um die viele Vorarbeit. Geduld zahlt sich umso besser aus.

Wassermelone Sie ist noch unreif, der Bodenfleck ist noch deutlich gestreift. Erst wenn er vollständig Gelb ist, wird geerntet.


Zuckermelonen sind erst dann reif, wenn sie am Stielansatz einen leicht verbräunten, korkfarbigen kleinen Einriss-Ring zeigen. Das Blütenende an der anderen Seite der Frucht weitet sich ringartig etwas aus. Die Grundfarbe der zumeist angebauten Cantaloupe-Zuckermelonen soll sich von grünlich auf einen deutlichen Gelbton umgefärbt haben.

Das Blütenende ist bei vollreifen Wassermelonen aufgeweitet.

Wassermelonen haben am Stielgrund jeder Frucht direkt im Blattknoten ein kleines, öhrchenförmiges, gut zwei Zentimeter langes, schmales Blättchen. An reifen Früchten verliert es sein Grün vollständig, es erscheint gelblich. Zudem muss der sogenannte „Bodenfleck“ sattgelb ausgefärbt sein. Das hell-/dunkelgrüne Streifenmuster soll an dieser Auflagefläche nicht mehr unterscheidbar sein.

Zuckermelone noch unreif mit Blüten

Wenn es so weit ist, schneidet man dann Stiel mit einer Gartenschere durch. Ein nachreifen bzw. ein Nachsüßen findet nicht statt. Wassermelonen halten etwa eine Woche, die Cantaloups sollten schneller verbraucht werden.

Reife Zuckermelone Cantaloupe-Typ mit orangefarbenem mit verkorktem Stielansatz und ins gelbliche wechselnde Grundfarbe.Fruchtfleisch


 


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Doppelfrüchte im Obstgarten

 

Doppelfrüchte

 

Ursachen der Doppelfrüchtigkeit

Manchmal findet man zwei verwachsene Früchte an einem Fruchtstiel. Die Früchte sind wie ein einer Naht zusammengesetzt. Beide Fruchtteile entwickeln sich gleich und reifen auch gut aus. Auch bilden sich zwei Kerne. Jedoch sind die Früchte gesund und geschmackvoll. Für die Ernte im Garten haben die Doppelfrüchte keine Nachteile.


Doch was ist passiert? Ursächlich für die Anomalien sind hauptsächlich Hitzesommer des Vorjahres und damit verbundener Stress für die Pflanzen. Schon im Sommer werden Blütenknospen für das kommende Jahr angelegt. Treten zur Zeit der Blütenbildung langanhaltende Trockenheit und Hitze auf, kann es zu den Veränderungen kommen. Dann trennen sich die einzelnen Blüten nicht vollständig. So entstehen Blüten mit zwei Stempeln und zusammengewachsenen Fruchtknoten.

Doppelte Früchte bei verschiedenen Obstarten


Das Phänomen der Doppelfrüchtigkeit tritt bei sehr unterschiedlichen Obstarten auf. Besonders häufig sind Zwetschgen und Kiwi betroffen. Aber auch bei Kirschen, Erdbeeren und Himbeeren und Pfirsichen kann die Veränderung auftreten, gelegentlich auch bei Äpfeln. Auffallend ist auch, dass nicht alle Sorten einer Obstart gleich reagieren. 

Beim Obsteinkauf findet man diese Verformungen sehr selten, da sie nur in geringem Maße vermarktet werden dürfen und deshalb aussortiert werden müssen.

zwei Zwetschgenfrüchte sind fest miteinander verwachsen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Schwebfliege - Fliege im Wespenkostüm

 

Bei sonnigem, warmem Wetter fallen sie auf – Insekten mit wespenähnlicher Zeichnung schwirren in großer Zahl um verschiedene Blüten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Schwebfliege als wichtigen Nützling im Garten vor.

Im Frühjahr hatten wir eine hohe Blattlauspopulation an vielen Pflanzen. Deshalb treten nun nachfolgend viele Nützlinge auf. Dazu gehört auch die vielgestaltige Schwebfliege.

die grünlichen, bräunlichen oder durchsichtigen Larven der Schwebfliege kennt kaum jemand


Unbekanntes Flugobjekt?

 

Schwarz-gelb gestreifte Fluginsekten werden häufig für Wespen gehalten. Doch das ist nur ein Täuschungsmanöver zur Abschreckung vor Fressfeinden. Die Wespenzeichnung der erwachsenen Schwebfliegen dient zur Warnung und zum Schutz. Charakteristisch ist der Flugstil. Durch den schnellen Flügelschlag scheint es, als ob die Tiere an einer Stelle schweben, um im nächsten Moment den Standort zu wechseln. Das Fehlen der Wespentaille, des zweiten Flügelpaares und die kurzen Fühler sind weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen Schwebfliegen und Wespen.

Schwebfliegen lieben Doldenblütenhier die Blüten von Gewürzfenchel


 

Warum brauchen wir dieses Insekt im Garten?


 

Die Nahrung erwachsener Schwebfliegen besteht aus Pollen und Nektar. Deshalb spielen sie bei der Blütenbestäubung eine wichtige Rolle. Im Sommer sind sie häufig auf Dolden- und Korbblütlern sowie auf Hahnenfuß- und Rosengewächsen zu finden.


 

Das eigentlich wichtige Nützlingsstadium ist die grünlich bis gelblich gefärbte, manchmal fast durchsichtig erscheinende, Larve der Schwebfliege, die beim ersten Blick kleinen Nacktschnecken ähnelt. Obwohl Schwebfliegenlarven blind sind und keine Füße besitzen, können sie ganze Pflanzen nach Blattläusen, Blutläusen, Räupchen, kleinen Käferlarven und Spinnmilben absuchen. Während des Larvenstadiums verzehren sie mehrere hundert Stück. Da Schwebfliegenlarven keine Augen haben, kreisen sie mit dem Vorderteil ihres Körpers durch die Luft, um so die Beutetiere zu ertasten. Ist ein Opfer gefunden, wird es mit dem Mundhaken gepackt, hochgehoben und ausgesaugt.

Schwebfliege an hellgelber Taglilie

Entwicklung der Schwebfliege

Die vielgestaltigen Schwebfliegen sind oft schon von Ende März bis zum September in den Gärten anzutreffen. Die Weibchen legen mehrere Hundert Eier am liebsten inmitten von jungen Läusekolonien. Nach etwa acht bis 15 Tagen Entwicklungszeit verpuppen sich die Larven. Diese tropfenförmigen Puppen kleben häufig an Blattunterseiten. Nach weiteren sieben bis 14 Tage schlüpfen schließlich junge Schwebfliegen, von denen die Weibchen bald wieder neue Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ablegen. Jedes Jahr entstehen bis zu fünf Schwebfliegen-Generationen.

Schwebfliege an den orangefarbenen Blüten des Goldmohn


Förderung von Schwebfliegen im Garten

Integrieren Sie in Ihrem Garten Lieblingspflanzen der Schwebfliege: Korbblütler und Doldenblütler. Auch weitere nützliche Insekten werden sich einfinden, um das Gleichgewicht von Schädling zu Nützling zu erhalten. Verzichten Sie auf Bekämpfungsmaßnahmen gegen Blattläuse, denn jeglicher chemischer Pflanzenschutz stört nicht nur die empfindlichen Schwebfliegenlarven, sondern das ganze natürliche Gleichgewicht. Mechanische Maßnahmen wie z. B. das Abstreifen der Schädlinge mit dem Finger oder Rückschnitt stark befallener Pflanzenteile sind meist ausreichend.

Sogar Seerosenblüten werden von Schwebfliegen aufgesucht

Bunte Blüten einer Blumenmischung bieten viel Nahrung für Bienen und andere Insekten

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Sonnenschäden im Garten

Jungtrieb der Heidelbeere wurde durch starke Sonneneinstrahlung geschädigt.

 

Auch wenn die Sommertemperaturen in den letzten Wochen nicht allzu sommerlich waren, rufen doch immer noch aufgeregte Freizeitgärtner am Gartentelefon an. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Auskunft über mögliche Sonnenschäden an Pflanzen und geben Tipps zur Vorbeugung.

Nach angenehmen Sommertemperaturen folgt nun wieder die heiße Zeit über 30 Grad Celsius. Darunter leiden nicht nur wir.


 

Sonnenbrand und Hitzeschäden

Die Hitze hat an manchen Kulturpflanzen zu Verbrennungen geführt. Betroffen sind beim Obst vor allem die Beeren. Aber auch im Gemüsegarten und an Zierpflanzen sind Symptome sichtbar.

Bei sehr hohen Temperaturen um 38 °C und hoher Sonneneinstrahlung stirbt das Pflanzengewebe ab. Verbrennungen zeigen sich meist als hell ockerfarbene bis braune Flecken an Blättern. Geschädigte Früchte verfärben sich ebenfalls hell und das Gewebe wird sehr weich und matschig und somit unbrauchbar. Oft folgt noch ein Befall mit Schimmelpilzen, wenn kein Eintrocknen stattfindet. Die Sonnenschäden treten vor allem auf, wenn wir vor der Hitze feuchtes Wetter hatten; wenn also nach mehreren Tagen trüben Himmels mit vielen Wolken plötzlich ein strahlend blauer Himmel mit intensiver Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen folgen.

Himbeerfrüchte werden oft durch Sonne und Hitze geschädigt. Hellverfärbte matschige Früchte sind die Folge.

 

Schäden beim Obst

Beim Beerenobst leiden bei Hitze nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter.


Beim Beerenobst treten Hitzeschäden besonders an den Früchten von Sommer- und Herbsthimbeeren, roten und schwarzen Johannisbeeren sowie Stachelbeeren auf. Die Früchte werden oft einseitig hell und weich, sie sehen wie gekocht aus. Schließlich fallen sie ab. Geschädigte Früchte sollten Sie entfernen, da Insekten wie Fruchtfliegen angelockt werden und Schadpilze eindringen können. Nicht nur weichfleischige Früchte zeigen Befall, auch Äpfel und Zwetschgen können Symptome zeigen.

Sonnenbeand helle weiche Flecken auf Früchten der Stachelbeere. Später fallend die Früchte ab.

 

Schäden bei Gemüse

Unter den Gemüsearten sind Bohnen besonders empfindlich, da sie auch auf hohe Ozonwerte reagieren. Blattränder rollen ein und vertrocknen schließlich. Blüten werden nicht bestäubt und werden sogar von der Pflanze abgestoßen. Allgemein treten nun verstärkt Wachstumsstörungen, Blütenendfäule bei Tomaten und Zucchini auf.

Selbst junge Walnussfrüchte können Sonnenbrand bekommen.

 

Schäden bei Zierpflanzen

Auffallend ist, dass Blüten mit dunklen Farben besonders geschädigt werden. Bei roten Rosen oder Geranien schrumpfen die Blüten regelrecht ein, färben dunkel und vertrocknen. Allgemein färbt sich geschädigtes Blatt- und Blütengewebe meist hell und vertrocknet. Sogar trockenheits- und hitzeverträgliche Schwert- und Taglilien zeigen Blattschäden. Wenn ein Rückschnitt von Hecken ansteht, sollte dies zu einer kühleren Zeit geschehen und nicht jetzt in der heißen Phase.

Tafeltrauben lieben die Sonne. Doch es kann auch zuviel sein

 

Sonnenmanagement

Empfindliche Pflanzen könnten schattiert werden. Geeignet sind spezielle Schattiergewebe, aber auch weiße Tücher. Die Materialien dürfen jedoch nicht direkt auf den Pflanzen liegen, da sich sonst die Hitze stauen würde. Ein Luftzug muss gewährleistet sein. Stellen Sie doch einen Sonnenschirm auf. Pflanzen in Gefäßen bringen Sie in den Halbschatten.

Starke Sonneneinstrahlung schädigt Bohnen Blätter rollen vom Rand her ein und vertrocknen, Blüten werden nicht bestäubt, sodass sich keine Früchte bilden.


 

Wassermanagement

Ganz wichtig ist das Gießen am frühen Morgen, da die Pflanzen noch kühl von der Nacht sind und keine Schockreaktionen zu erwarten sind. Vielerorts sind die Regentonnen leer und es muss mit kaltem Wasser aus der Leitung gegossen werden. Gießen Sie durchdringend und auf die Erde. Das Bedecken des Bodens der Gartenbeete mit Mulch (Grasschnitt, Stroh…) wirkt sich nicht nur förderlich für die Bodenlebewesen auf, sondern verhindert Verdunstung. Leichtes Hacken zerstört die Kapillaren und tiefen Risse im Boden, durch die das Wasser ungehindert verdunsten könnte.

Im Kleingewächshaus steigen die Temperaturen noch weiter an. Hilfreich ist eine Schattierung, am besten von außen. Das Benetzen des Weges mit Wasser während der heißen Mittagsstunden lässt die Luftfeuchte ansteigen und senkt die Temperaturen zumindest kurzzeitig um ein bis zwei Grad Celsius. Öffnen Sie Türe und Fenster, um eine Zirkulation der Luft im Gewächshaus zu ermöglichen.

 

Besonders Büten mit dunklen Farben bilden Sonnenschäden aus. Die Blüten vertrocknen oder entfalten sich nicht vollständig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Immer der Nase nach – mit allen Sinnen durch den Garten

Der Garten zeigt sich nun von seiner schönsten Seite. Die Blütenfülle ist überwältigend und regt zum Schauen an, und auch die Nase ist nun gefragt. „Begeben Sie sich auf Duft-Tour“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Viele Pflanzen betören nun mit ihrem Blatt- oder/und Blütenduft - egal ob einjährige Sommerblume, Staude oder Gehölz. Ein paar Beispiele finden Sie nachfolgend.

Duft auf Balkon und Terrasse

Natürlich lassen sich auch kleine Gehölze und Stauden in Gefäßen anpflanzen, typischer sind hier jedoch einjährige Blumen oder solche, die nicht ausreichend frostfest sind.

Der Name sagt es schon: die Vanilleblume mit ihren tief lilablauen Blüten duftet nach Vanille und lockt verschiedene Insekten an. Vor allem die Blätter verströmen ihr Aroma, wenn man an Ananas-Salbei und Zitronenverbene reibt. Ganz unterschiedliche Gerüche erlebt man bei den Duftpelargonien sowie verschiedenen Minze- und Melisse-Sorten.

Die Blaue Holzbiene liebt die Blüten des Muskatellersalbei.

Duft im Staudenbeet

Wohlriechende Düfte erlebt man bei sonnigem Wetter im Staudenbeet. Außerdem sind viele der folgenden Pflanzen äußerst pflegeleicht und sogar einigermaßen trockenheitsverträglich. Solche Duftpflanzen sind Katzenminze (Nepeta), Bergminze (Calamintha) und Duftnessel (Agastache) bei denen die Blätter duften. Blütenduft kann man bei Nelken (Dianthus), verschiedenen Taglilien (Hemerocallis citrina und H. flava), Nachtviole und Yucca erleben. Letztere duften vor allem am Abend und in der Nacht wie auch die Nachtkerze (Oenothera).

Da sich die Minzen stark ausbreiten, bietet es sich an, die Pflanzen in Töpfen zu ziehen.

Duft der Gehölze

Ein Garten ohne Rosenduft? Kaum denkbar. Doch Rosen riechen verschieden und unterschiedlich stark. Machen Sie den Test und atmen Sie ein. Achten Sie jedoch darauf, dass keine (Stech-)Insekten in den Blüten sitzen. Lavendel wird oft gemeinsam mit Rosen gepflanzt. Auch er betört durch den Wohlgeruch von der rosa, weißen und blauen Blüte und Blatt. Blaue Blüten besitzt auch die silberlaubige Blauraute (Perovskia), die ebenfalls ein wahrer Insektenmagnet ist. Weitere duftende Gehölze sind Geißblatt, Sommerflieder (Buddleja) sowie Bauernjasmin (Philadelphus coronarius) und kleinblättriger Pfeifenstrauch (Ph. microphyllus).

Lavendelblüten werden gerne von Bienen besucht.Wir lieben den Duft des Stauches.

 

Duft im Gemüsegarten

Sagen Sie nicht, dass Gemüse nicht riecht. Frisch geerntete Gurken besitzen einen typischen Geruch, genauso wie sonnengereifte Tomaten. Natürlich gehören die vielen Kräuter dazu. Selbst wenn nicht alle verwendet werden, so beeinflussen sie doch unsere Sinne und machen gute Laune: diverse Minzen und Thymiane, Oregano, Basilikum, Bohnenkraut, Salbei, Rucola, Schnittlauch und viele, viele mehr. Übrigens besitzen die meisten von ihnen Lippenblüten und bieten Nahrung für Biene und Co.

Weiße duftende Blüten des Bauernjasmin

Und die Duft-Tour ist noch nicht zu Ende

Welche Düfte gibt es in Ihrem Garten? Gehen Sie auf Entdeckertour. Vielleicht erleben Sie den Duft reifer Erdbeeren, Aprikosen oder Pfirsiche sowie den Heugeruch frischgemähter (Blumen-)Wiesen oder kräuterreicher Rasenflächen. Die Blaue Holzbiene fühlt sich beim imposanten Muskatellersalbei wohl, dessen Blätter und Blüten sehr intensiv riechen. Wie wohlriechend sind viele Pflanzendüfte, wenn der Sommer doch sonst von Schwimmbadchlor und Grillkohle geprägt ist.

Geißblatt mit schönen duftenden Blüten

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Gelbe Blätter an Himbeeren

Gelbe Blätter an Himbeeren deuten auf einen Eisenmangel hin. Unter der sog. Chlorose leiden die Pflanzen häufig aufgrund eines falschen pH-Werts.


Himbeeren und auch andere Obstvertreter bekommen leider immer wieder mitten in der Saison gelbe Blätter. Die Bleichsucht oder auch Chlorose genannt, rührt von einem Mangel an Chlorophyll her. Der grüne Farbstoff ist allerdings überlebenswichtig, da sich dort der Ort der Photosynthese befindet. Eine Chlorose, die meist durch Eisenmangel entsteht, sollte also besser behandelt werden.

 

Chlorose bei Himbeeren

Es gibt einige verschiedene Arten von Chlorosen, doch eines haben sie alle gemeinsam: Die Blätter verfärben sich gelb und können nach einiger Zeit auch absterben. Himbeersträucher mit Chlorosen haben in der Regel einen verminderten Ertrag was natürlich sehr unerfreulich ist. Neben einem Eisenmangel ist bei Himbeeren häufig auch ein Magnesiummangel schuld an den gelben Blättern.

Chlorose bei Himbeeren vorbeugen

In den meisten Fällen ist ein falscher Boden pH-Wert für den Mangel an Eisen und Magnesium verantwortlich. Die Nährstoffe sind also eigentlich vorhanden, können von der Pflanze aber nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Zur Kontrolle sollte deswegen der pH-Wert im Boden gemessen werden. Es gibt viele Testsets, die nicht teuer sind und auch die Handhabung gestaltet sich in den meisten Fällen einfach. Liegt der pH-Wert über 6,5 sollte dieser mit Bittersalz oder Rhododendronerde auf 5 – 6 gesenkt werden. Die benötigte Menge an Bittersalz wird immer auf der Verpackung angegeben. Auch eine Einarbeitung von Kompost kann nicht schaden. Dadurch wird der Boden gelockert und Staunässe wird vermieden. Denn auch Staunässe kann verantwortlich für eine Gelbsucht sein.

Chlorose bei Himbeeren behandeln und bekämpfen

In den allerwenigsten Fällen liegt ein tatsächlicher Mangel an Eisen und Magnesium vor. Ist der pH-Wert aber im richtigen Bereich und sind die Blätter trotzdem gelb, ist wirklich ein echter Nährstoffmangel der Übeltäter. Hier schafft eine Düngung Abhilfe. Ein hochwertiger Langzeitdünger in Bio-Qualität wie unser Plantura Bio-Universaldünger ist dafür gut geeignet. Der Dünger sollte auf jeden Fall Magnesium und Eisen in Chelatform enthalten (Hinweis: Für Magnesium gibt es keine Chelatform). Das sogenannte Chelat erleichtert der Himbeere die Eisenaufnahme extrem. Übrigens wird generell von einer Kalkung bei Himbeeren abgeraten, denn dadurch wird das Eisen von den Pflanzen viel schlechter aufgenommen.

 

 

Mit dem Hochbeet Gemüsegenuss auf kleinstem Raum

Hochbeete sind nicht nur nützlich, sie können auch dekorativ sein. Hier ein Hochbeet aus Holz der Firma "Gartenfrosch".

 

Kein Platz im Garten für den Anbau von Gemüse? Lassen Sie sich überraschen, welch kleines Schmuckstück bereits auf wenigen Quadratmetern entstehen kann. Für ein Hochbeet braucht man nur wenig Grundfläche.

Vorteile

  • • Es ermöglicht ein rückenschonendes Arbeiten.

  • • Es erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet.

  • • Es liefert in der Regel hohe Erträge.

  • • Es ermöglicht das Gärtnern auch auf weniger ertragreichen Böden.

  • • Es bietet Schutz vor Schnecken und Wühlmäusen.

Materialien

Hochbeete gibt es in kastenförmiger, nierenförmiger oder sechseckiger Form zu kaufen, aus Holz, Kunststoff, Beton, Stein oder Metall. Am preisgünstigsten ist der Eigenbau mit Holz. Mit etwas handwerklichem Geschick wird ein Hochbeet zum attraktiven Gestaltungselement auch im Ziergarten. Hier kommen vor allem ästhetisch ansprechende Materialien wie Natursteine, bearbeitete Holzbretter oder Weidenrutengeflechte zum Einsatz. Die wichtigste Regel bei einem Hochbeet lautet: Es muss stabil gebaut sein, denn das Gewicht der Erde drückt nach allen Seiten.

Hochbeete aus Holz können auch ganz verschiedenartig sein.

 

Wie wird es gebaut?


Enfach und kostengünstig ist die Verwendung von ungeschälten Fichtenstangen mit einer Stärke von 10 bis 12 cm. Die Stangen werden wechselseitig zwischen zwei eingerammte Pfähle gelegt, bis man die gewünschte Höhe von 70 bis 80 cm erreicht hat. Bei den Stirnseiten verfährt man genauso. Die Breite richtet sich nach der Armlänge des Benutzers. Sie sollte so sein, dass er von beiden Längsseiten aus bequem zur Beetmitte reicht. Man rechnet mit 1,40 bis 1,50 m lichte Breite. Die Länge ist variabel, sollte aber 6 m nicht überschreiten. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von 40 mm starken, mit einem pflanzenfreundlichen Holzimprägniermittel behandelten Kastenbohlen. Um das Ausbiegen der Bohlen zu verhindern, müssen im Abstand von einem Meter stärkere Pfähle in die Erde geschlagen werden.


Als eine Art Dauerlösung bieten sich 60 bis 80 cm hohe und 50 cm breite L-Betonsteine an. Sie werden dicht aneinander mit dem Fuß nach innen gestellt. Für die Stirnseiten gibt es besondere Ecksteine. Empfehlenswert ist es, die L-Betonsteine auf ein frostsicheres Fundament zu stellen und sie mit entsprechenden Dübeln an dem Fundament zu befestigen. Es werden im Handel auch Fertigteile aus Beton angeboten.


Soll das Hochbeet von Rollstuhlfahrern genutzt werden, muss der Weg 75 bis 100 cm breit sein. Für diesen Personenkreis gibt es spezielle Tische, die nur auf Füßen stehen, so dass man besser heranfahren kann.

Verschiedene Hochbeet. Im Vordergrund ein Tischbeet speziell für Rollstuhlfahrer geeignet.


Innenaufbau (Füllung)

 

Als untere Schicht werden 40 cm gut durchlässige, sandige Ackererde ohne Humusanteil eingefüllt. Eine solche Erde ist strukturstabil und gewährleistet eine gute Belüftung. Zum Verfüllen der restlichen 40 cm braucht man gute, lockere, humose Gartenerde. Steht nur Gartenerde in schlechter Qualität zur Verfügung sollte für die oberen 15 cm humusreiche Erde (Erdhandel) zugekauft werden. Einige Wochen nach dem Einfüllen sackt die Erde leicht zusammen. Dieser Verlust wird wieder mit Gartenerde aufgefüllt. Eine andere Möglichkeit zum Innenaufbau des Hochbeetes ist der Schichtaufbau wie beim Hügelbeet.

Sehr stabil und langlebig ist das Hochbeet mit Betonteilen. Innen werden die Seiten mit dickem Vlies ausgekleidet.

 

 

Nutzung

Bis auf den sehr hoch und mächtig wachsenden Mais eignen sich alle Gemüsearten für den Anbau auf dem Hochbeet. Stabtomaten sollten dabei mehrtriebig gezogen werden, um ihre Höhe zu begrenzen. Gemüsearten wie Paprika, Buschtomaten, Gurken und Zucchini gedeihen besonders gut, da sich das Erdreich im Hochbeet schneller erwärmt. Die Erwärmung führt auch zu einem schnelleren Austrocknen der Erde, was aber durch Mulchen zum Beispiel mit Rasenschnitt wieder ausgeglichen werden kann.

Anbauplan für ein Hochbeet

Im März werden Möhren, Rettich oder Kohlrabi und Kresse gesät. Gleichzeitig erfolgt die Pflanzung von Kopfsalat im Reihenabstand laut Zeichnung. Nach der Kresseernte wird eine Reihe Rote Rüben gesät. Mitte Mai, nach der Salaternte, kommen die Tomaten mit einem Pflanzabstand von 50 cm in der Reihe und Gurken mit einem Pflanzabstand von 30 cm in der Reihe aufs Beet. Ab August - nach der Ernte der Roten Rüben - kann Endivien gepflanzt werden. Nach dem Abräumen der Gurken bietet sich die Einsaat von drei Reihen Feldsalat zwischen Endivien und Tomaten an.

 

Düngung

Eine jährliche Gabe von 3 l Kompost/m² sorgt für eine ausreichende Versorgung mit den Grundnährstoffen Phosphor, Kali und Magnesium sowie Humus. Daneben wird die für die jeweilige Gemüsekultur erforderliche Stickstoffmenge gegeben. Wird viel mit Rasenschnitt gemulcht, kann die Stickstoffdüngung reduziert werden.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Kirschessigfliege im Haus- und Kleingarten

Kirschessigfliegen an einer Kirsche. Gut zu erkennen sind die dunklen Flecken auf den Flügeln des Männchens.


Seit 2014 tritt in Süddeutschland vermehrt die Kirschessigfliege (nicht zu verwechseln mit der Kirschfruchtfliege!) auf. Sie befällt über die Fruchtsaison hinweg unterschiedliche Obstarten (z.B. Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, späte Erdbeeren, Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Holunder) und kann große Schäden anrichten.

Die Kirschessigfliege legt ihre Eier in intakte, reifende und reife Früchte. In den Früchten entwickeln sich meist mehrere Larven, die sich in oder an der Frucht verpuppen. Die Fliege ähnelt äußerlich stark den heimischen Frucht- oder Essigfliegen, die jedoch nur überreife und bereits verletzte Früchte befallen. Unter optimalen Bedingungen kann die Kirschessigfliege im Sommer in kurzer Zeit mehrere Generationen durchlaufen. Jede neue Generation befällt dann das aktuell reifende Obst. Sie bevor-zugt warm-feuchtes Klima. Bei anhaltender Trockenheit und Temperaturen über 30 °C kann sie sich nicht mehr vermehren.

 

Schadbild


Befallene Früchte sehen äußerlich zunächst noch normal aus. Die Larve frisst unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch, wodurch sich Eindellungen bilden. Später fallen die Früchte weiter ein und aus der Einstichstelle tritt Saft aus. Die Einstichstelle bietet eine Einfallspforte für Schimmelpilze und Essigbakterien. Durch den gärenden Fruchtsaft wer-den andere Schädlinge angelockt (z.B. Essigfliegen, Wespen) .

Die Intensität des Befalls kann sich zwischen Obstarten und -sorten stark unterscheiden. Sowohl Wildobst als auch Zuchtformen werden befallen. Allgemein sind früh reifende Sorten weniger gefährdet. Einheitlich reifendes Obst kann schnell komplett geerntet werden und ist daher auch nur über einen kürzeren Zeitraum gefährdet.

Gefährdete Obstarten


 

Früh abreifende Sorten sind grundsätzlich weniger gefährdet. Weniger gefährdete Reifezeiten sind bei

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  • Erdbeeren bis Mitte Juni

  • Kirsche bis Mitte Juni

  • Sommertragende Himbeersorten bis Mitte Juni

  • Johannisbeeren und Stachelbeeren bis Ende Juni

  • Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche, Mirabellen, Renekloden bis Ende Juni

Spät reifendes Obst wie Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunder, blaue Tafeltrauben, Kiwibeeren, Goji und Aronia sind generell stark gefährdet.

Maßnahmen im Haus- und Kleingarten


Im Haus- und Kleingarten sind keine Pflanzenschutzmittel gegen die Kirschessigfliege zugelassen. Vorbeuge- und Begleitmaßnahmen sind daher besonders wichtig.

  • Spindelerziehung von Baumobst und Johannis-/Stachelbeeren sorgt für locker aufgebaute, luftige, schnell abtrocknende Strukturen.

  • Auslichten dichter Baumkronen und Sträucher fördert die Durchlüftung der Gehölze.

  • Engmaschige Insektenschutznetze (0,8 mm Maschenweite) können die Eiablage der Kirschessigfliege einschränken. Beachten Sie: rechtzeitige Auflage (3 bis 4 Wochen vor der Pflückreife); dichtes Schließen; nur zur Ernte kurz öffnen.

  • Obst zügig in kurzen Abständen und vollständig ernten. Keine beschädigten oder vertrockneten Früchte an und unter den Bäumen und Sträuchern belassen.

  • Korrektes Entsorgen befallener Früchte hilft die Kirschessigfliegen-Population gering zu halten. Von Kompostieren ist abzuraten, ebenso von der Entsorgung in Restmüll oder Biotonne, da sich die Kirschessigfliege dort ungestört weiterentwickeln kann. Um Eier und Maden abzutöten, sollten befallene Früchte zunächst in einem luftdicht geschlossenen Behälter oder Plastiktüte mehrere Tage der Sonne ausgesetzt werden, in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel mehrere Stunden stehen gelassen oder mit kochendem Wasser überbrüht werden. Danach können die Früchte entsorgt werden. Vergraben (mind. 50 cm tief!) der Früchte ist eine weitere geeignete Methode.

  • Erntegut bis zum Verzehr im Kühlschrank lagern.

Erkennungsmerkmale


Die Kirschessigfliege ist generell leicht mit anderen Essigfliegen zu verwechseln. Ihnen gemeinsam ist die Größe (ca. 3 mm), rote Augen und ein brauner Körper. Der geschulte Beobachter erkennt unter Vergrößerung bei den Männchen die dunklen Flecken auf den Flügelenden und bei den Weibchen den sägeartigen Legeapparat. Gut zu unterscheiden ist sie dagegen von der Kirschfruchtfliege. Diese hat stark gemusterte Flügel und grün-schillernden Augen.

 

 

 

Mit Fallen versucht man den Kirschessigfliegen auf die Spur zu kommen

Schaden durch Kirschessigfliege an roter Traube

Ein umfangreiches Monotoring der Kirschessigfliege gibt Aufschluss über Auftreten und Entwicklung des Schädlings

Gefäß mit Nährmedium zur Anzucht und Erforschung von Kirschessigfliegen

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Juni-Arbeiten an Obstgehölzen

 

Fruchtausdünnung beim Apfel, hier mit der Schere, bringt gute Fruchtqualitäten.

Im Juni reifen die ersten Beeren und wir freuen uns über eine reiche Obsternte. Beim Baumobst heißt es nun Triebe und übermäßigen Fruchtbehang zu regulieren, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Jetzt legt man den Grundstein für eine gute Ernte bei Apfel, Zwetschge und Co. Beerenobststräucher erhalten ihre Pflege gleich nach der Ernte.

Triebwachstum regulieren


 

Jetzt ist der erste, starke Neuaustrieb an Obstgehölzen schon weitgehend erfolgt. So können die unerwünschten krautigen Triebe, die nach innen wachsen, auf einfache Weise ausgerissen werden. Der Riss junger Triebe hat den Vorteil, dass die Wunden über den Sommer gut verheilen können und schlafende Beiknospen mitentfernt werden.

Auch zu hohe und zu lange Neutriebe können direkt über tieferliegenden Verzweigungen abgeschnitten werden. Egal ob Sommerschnitt oder –riss: diese Regulierung bremst das Triebwachstum im Gegensatz zum Winterschnitt. Die zugleich bessere Belichtung und Belüftung fördert die Bildung von Blütenknospen bzw. hilft Schaderregern vorzubeugen.

Übermäßigen Fruchtbehang reduzieren


 

Nun ist auch der Junifruchtfall schon erfolgt. Hängen die Jungfrüchte von Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) und späten Zwetschgen immer noch sehr dicht in Büscheln, so sollten sie vereinzelt werden. Dies fördert die innere und äußere Qualität der verbleibenden Früchte und die Bildung neuer Blütenknospen für das kommende Jahr. Hängen Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume im Juni noch zu stark, so legen sie keine oder nur wenige Blütenknospen für das nächste Jahr an.

Diese Maßnahmen mag vielen Freizeitgärtnern „weh“ tun, aber sie entlastet die Obstgehölze. Optimal ist es, wenn Triebwachstum, Frucht- und Blütenknospenbildung im Gleichgewicht sind. Die Behangregulierung kann vor allem bei kleinkronigen und säulenförmigen Obstbäumen mit wenig Zeitaufwand erfolgen.

Ernten


 

Die Erdbeerernte ist im Gange, die Strauchbeeren stehen an. Pflücken Sie öfter durch und entnehmen Sie ausgereifte Früchte. Da die seit sechs Jahren lästige Kirschessigfliege vor allem Beeren- und Steinobst befällt, sollten Bestände in kurzen Zeitabständen und schließlich komplett abgeerntet werden. Werfen Sie befallene oder qualitativ minderwertige Früchte nicht auf den Boden, sondern sammeln Sie diese in getrennte Behälter.

 

Behandlungen nach der Ernte im Juli


 

Abgeerntete Johannisbeer- und Stachelbeersträucher sowie Kirschbäume können unmittelbar nach der Ernte geschnitten werden. Hier ist Auslichten dichter Triebe aus dem Inneren der Krone bzw. Sträucher angesagt – auf keinen Fall Triebe einkürzen. Dies würde nur einen unerwünschten Neuaustrieb an regen.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

 

Schnitthecken in Formen bringen

Schnitthecken von verschiedenen Gehölzen

 

Immer- und sommergrüne Gehölze haben als Hecken in verschiedenen Höhen ihren Platz im Garten. Auch geschnittene Hecken bieten Vögeln Nist- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Ihnen hilfreiche Tipps zum Schnitt.

Bedingt durch die feuchte Witterung der letzten Wochen erleben wir bei den Pflanzen einen gleichmäßigen und sehr üppigen Austrieb. Es ist an der Zeit die Gehölze in Form zu bringen.

Idealer Rückschnitt


Anfang bis Mitte Juni ist meist der Erstaustrieb der Schnittgehölze abgeschlossen. Das feuchte Frühjahr ließ Hainbuche, Liguster, Buchs, Eibe und Co. üppig wachsen. Wenn es stark regnet oder windet, drohen die Pflanzen auseinander zu fallen. Da die Temperaturen noch nicht so hoch sind, besteht bei einem Rückschnitt kaum Gefahr von Verbrennungsschäden an den zurückgeschnittenen Pflanzen.

Die Schnittwerkzeuge müssen scharf sein, damit das junge Holz glatt abgeschnitten wird und nicht zerfasert. Schneiden Sie nicht ins alte Holz, sondern kürzen Sie die jungen Neuaustriebe ein. Es eignen sich Heckenscheren mit verschieden langen Klingen, je nach Pflanzengröße. Bei größeren Flächen sind Akkuheckenscheren mit einem langen Schwert sinnvoll. Achten Sie auf ein sicheres Arbeiten. Gerade bei höheren Hecken muss die Stehleiter stabil sein.

Formhecken, insbesondere wenn sie höher sind, sollten immer konisch, d.h. unten breiter als oben, aufgebaut und die Heckenkrone idealerweise abgerundet sein. Dies sorgt für eine bessere Belichtung und ein schnelleres Abtrocknen bei Regen, auch im Inneren der Pflanzen. Bei einzelnen Formgehölzen sollten Sie genauso vorgehen.

Vergewissern Sie sich, dass keine Vögel im Gehölz nisten bevor Sie mit dem Schneiden beginnen. Denn der Vogelschutz geht vor! Warten Sie, bis die Jungvögel endgültig ausgeflogen sind.

Heckenschere (elektrisch oder Akku) mit langem Schwert

Mögliche Schäden durch Schnitt beseitigen


Bekannte höhere Schnittheckenpflanzen sind Hainbuche und Eibe. Liguster und Buchs nutzt man eher für niedrige oder mittelhohe Hecken.

Noch immer ist der Buchs ein beliebtes Formgehölz. Beim Schnitt, der durchaus hier auch stärker ausfallen kann, da sich der Buchs gut regeneriert, werden Schäden durch den Buchsbaumzünsler weggeschnitten. Dabei entfernt man auch gleich die Gespinste und die Raupen. Weiße watteartige Ausscheidungen kommen vom Buchsbaumblattfloh, der an den Trieben saugt und die Triebspitzen bevölkert. Durch den Rückschnitt kann man die Schädiger gleich mit entfernen.

Die gewellten, verdickten Blätter an Hainbuchenhecken werden durch die Saugtätigkeit von Hainbuchengallmilben hervorgerufen. Dies ist oft aber nur ein optischer Schaden, der die Pflanze nicht beeinträchtigt. Nach einem Rückschnitt treiben die neuen Blätter oft gesund wieder aus.

Schnitthecken als Nahrungspflanze


Liguster ist sehr robust, lässt sich wunderbar schneiden und in Form bringen. Die Blüten bieten etwas Pollen und Nektar und die Früchte dienen als Vogelnährgehölz. Da Liguster bei regelmäßigem Schnitt sehr dicht wird, hält er Wind gut ab. Ähnlich verhält es sich bei der Kornelkirsche.

Als immergrüne Schnitthecke eignet sich die Eibe. Männliche Pflanzen sind ein Bienennährgehölz und die roten Früchte der weiblichen Pflanzen sind Vogelfutter. Dieses dunkelgrüne Nadelgehölz treibt auch bereitwillig aus altem Holz aus. Große Schnittmaßnahmen werden aber im ausgehenden Winter durchgeführt.

Beim Rückschnitt schneidet man außer den grünen Trieben auch Blüten und somit möglichen Fruchtansatz weg. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass bei einem moderaten Rückschnitt im Inneren noch genügend Blüten und später Früchte vorhanden sind.

Ligusterhecke als Raumteiler

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Die Raupen sind los!

gelbliche Räupchen der Apfelbaumgespinstmotte verlassen ihr Gespinst

 

Alljährlich im Frühjahr treten sie in Erscheinung. Mal mehr und mal weniger auffällig treiben sie ihr Unwesen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie weisen auf einige gefräßige Raupenvertreter hin.

Unterschiedliche Raupen schädigen im Garten: manche an Nutzpflanzen, andere an Zierpflanzen. Wichtig ist ein frühzeitiges Erkennen und Entfernen, damit der Schaden nicht zu groß wird. Handschuhe und Schere sind wichtige Helfer bei der Bekämpfung.

 

Gespinstmotten

Wer jetzt aufmerksam durch den Garten geht kann manchmal an Gehölzen kleine Gespinste entdecken. Im Innern sitzen die Räupchen der Falter dann in Gruppen zusammen und fressen recht rasch die Blätter der Wirtspflanze weg. Mit dem Wachsen der Raupen vergrößern sich die vliesartigen Gespinste sehr schnell. Häufig werden Apfel und Pfaffenhütchen, Schlehe und Traubenkirsche, aber auch andere befallen. Entfernt man die Gespinste mit den Schädlingen nicht, kann es durch jährlichen Befall über mehrere Jahre zur Schwächung der Pflanze beitragen. In eine große Tüte schneiden Sie die befallenen Triebstücke hinein, um sie dann in der Restmülltonne zu entsorgen. Manche Gartenbesitzer zerdrücken auch die Gespinste, damit die Raupen zerquetscht werden.

Gelbliche Pfaffenhütchen-Gespinstmotten tummeln sich im Gespinst.

Diverse Wickler

Zusammengedrehte oder versponnene Blätter an Apfel- und anderen Obstbäumen sowie verschiedenen Ziergehölzen wie Rosen deuten auf Wickler hin. Im Inneren sitzen zunächst noch sehr kleine Räupchen, die dort munter fressen. Auffallend sind auch die dunklen Kotkrümel. Bei Störung schlängeln sich die Tiere schnell rückwärts. Dies ist ein typisches Zeichen für Wicklerraupen. Zu Beginn ihrer Entwicklung werden Knospen und junge Blätter in geselliger Runde verspeist. Später spinnen sich die einzelnen Räupchen in Blätter ein, um dort ungestört weiter zu fressen. Auch hier ist das mechanische Entfernen der Schadtiere der bessere Weg.

Gespinste am Treibe werden mit der Schere abgeschnitten und entsorgt. Oft sind die Räupchen dann auch gleich mit weg.

Frostspanner

Junge Blätter und Knospen sowie junge Früchte von Kirschbäumen, Zierkirschen und anderen Arten aus der „Prunus“-Familie gehören zu den Leibspeisen der Frostspanner. Doch sie sind nicht wählerisch und fressen auch an anderen Obstarten und Ziergehölzen wie Ahorn, Hainbuche, Schlehe und vielen anderen. Man unterscheidet den Großen und den Kleinen Frostspanner. Die gefräßigen Raupen des Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners sind variabel in Brauntönen gemustert. Beide bewegen sich mit dem typischen Katzenbuckel fort. Ab Ende September sollten Sie Leimringe um Ihre befallenen Bäume anbringen. Die Klebefläche hindert die flugunfähigen Weibchen am Erreichen der Krone und der Eiablage. Somit kann der Entwicklungskreislauf unterbrochen werden.

Die grünen Raupen des Buchsbaumzünslers sitzen oft geschützt in leichten Gespinsten.

Buchsbaumzünsler

Auch der gefürchtete Buchsbaumzünsler treibt schon wieder sein Unwesen. Bei Kontrollen findet man jetzt die gefräßigen Raupen. Oft sitzen sie in zusammen gesponnenen Blätter und Triebteilen. Ein deutliches Zeichen für den Befall sind die hellgrünen Kotkrümel. Hier ist das mechanische Entfernen der einzelnen Tiere oder befallener Triebteile die sicherste Methode. Bewährt hat sich das Abbrausen mit einem starken Wasserstrahl. Selbst einen stärkeren Rückschnitt verträgt der Buchs gut. Auf lange Sicht gibt man sich besser auf die Suche nach alternativen Pflanzen.

Tierische Helfer

Wichtig ist vorbeugender Pflanzenschutz. Verschiedenen Tieren dienen die Raupen als Nahrungsquelle. Vögel wie beispielweise Meisen picken die Räupchen der Frostspanner fleißig, besonders im jungen Stadium, aus den Verstecken der Triebe heraus. Da diese nicht so häufig vorkommen wie in den letzten Jahren, suchen die Vogeleltern auch die Raupen des Buchsbaumzünslers in den locker aufgebauten Pflanzen, um ihre Jungen zu füttern. Fördern Sie insektenfressende Vögel, die außerdem auch Falter fangen können. Räuberisch lebende Wanzen machen sich über die Eier und Raupen her. Wespen benötigen für die Aufzucht ihrer Jungtiere Eiweiß und nutzen deshalb Raupen als Nahrungsquelle, besonders in den Sommermonaten.

 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

 

Blattlausinvasion bei schönem Wetter

schwarze Bohnenblattläuse am Bohnenblatt erwachsene und junge Tiere

 

Schöne warme Tage im April und Mai erfreuen des Menschen Herz. Doch bei warmer Witterung vermehren sich Blattläuse schnell und bevölkern die Pflanzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, wie es zu einem solchen Massenauftreten kommen kann.

 

Entwicklung und Massenvermehrung der Blattläuse


 

Zunächst noch unbemerkt schlüpfen aus den Wintereiern im Frühjahr große weibliche Blattläuse, sogenannte „Stammmütter“. Diese bringen täglich etwa fünf weibliche Jungtiere, die wiederum ohne Befruchtung und durch Lebendgeburten eine Vielzahl an weiblichen Nachkommen zur Welt bringen. Die einzelne Blattlaus lebt nur wenige Wochen.

Verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die Blattläuse drastisch, bilden sich neben den ungeflügelten Tieren auch geflügelte, die dann auch andere Wirtspflanzen aufsuchen. Hier werden wieder Nachkommen ohne Flügel produziert.

Die meisten Blattlausarten stellen im Herbst auf eine geschlechtliche Vermehrung um: Geflügelte Weibchen verlassen die krautigen Sommerwirtspflanzen und fliegen auf holzige Winterwirte, um dort befruchtungsfähige Weibchen zu gebären. Währenddessen entstehen auf den Sommerwirten geflügelte Männchen, die zur Paarung ebenfalls zu den Winterwirtspflanzen fliegen. Nach der Paarung legen die Weibchen überwinterungsfähige Eier, aus denen dann im Frühjahr erneut die „Stammmütter“ schlüpfen. So schließt sich der Entwicklungskreislauf.

Blattlausbefall an der Bohne Ameise holen sich den Honigtau.

 

Massenhaftes Auftreten hat Folgen

Blattläuse ernähren sich von Pflanzensaft. Sie saugen ihn mit Hilfe von Stechborsten vor allem aus den zuckerhaltigen Leitungsbahnen von Blättern und zarten Trieben. Sie greifen dort an, wo das Grün am jüngsten und saftigsten ist. Die Folge: Triebspitzen verkrüppeln und verfärben sich, Knospen fallen ab, die Pflanzen schränken ihr Wachstum ein. Auch eine Übertragung von Viren ist durch die Saugtätigkeit möglich. Da die Läuse wesentlich mehr Zucker durch den Pflanzensaft aufnehmen, als sie benötigen, scheiden sie den unverdauten Zucker im klebrigen „Honigtau“ aus. Darauf können sich Rußtaupilze ansiedeln und die Assimilationsleistung der Pflanze herabsetzen. Ameisen nutzen den Honigtau als Nahrung und bauen sich Blattlauskolonien auf, die sie beschützen.

rote Blasen auf den Blättern der Johannisbeere verursacht durch die Johannisbeerblasenlaus


Vorbeugen und Gegenmaßnahmen

 

Weiche Pflanzenzellen sind für Blattläuse besonders attraktiv. Dies ist oft nach der Überwinterung von Kübelpflanzen und Sommerpflanzen der Fall oder wenn die Pflanzen viel gedüngt wurden und dementsprechend stark wachsen. Achten Sie deshalb auf eine optimale Nährstoff-Versorgung.

Gestalten Sie einen vielfältigen Garten mit einfach blühenden Pflanzen und Bienenweiden. Dort fühlen sich auch Nützlinge wohl, die die Blattläuse in Schach halten. Sie legen ihre Eier direkt in Blattlauskolonien ab. Auch Vögel, z.B. Meisen suchen nach Blattläusen, um die Jungen zu füttern.

Frühzeitige und regelmäßige Kontrolle besonders gefährdeter Pflanzen gibt Hinweise zum Aufkommen der Läuse. Ein sofortiges Beseitigen durch Zerdrücken der Stammmütter oder Abschneiden befallener Triebe beugt einer Massenvermehrung vor. Bei einem starken Befall hat es sich vor allem bei großen Pflanzen wie Obstbäumen bewährt die Läusekolonien mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspülen. Ein kräftiger Regen hat die gleiche Wirkung. Dann haben Nützlinge wieder mehr Chancen die Blattläuse zu bekämpfen. gleiche Wirkung. Dann haben Nützlinge wieder mehr Chancen die Blattläuse zu bekämpfen.

massiver Befall mit gelben Oleanderblattläusen am Oleander

Und übrigens

Blattlaus ist nicht gleich Blattlaus. Es gibt etwa 3000 Arten, in Mitteleuropa 850. Pfirsichblattlaus, Hopfenblattlaus und Bohnenblattlaus beispielsweise haben einen großen Wirtspflanzenkreis. Andere Blattlausarten sind wirtsspezifisch z. B. Johannisbeerblasenlaus, die durch ihre Saugtätigkeit rote blasige Aufwölbungen der Blätter hervorruft.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Der bienenfreundliche Gemüsegarten

Bienen besuchen die Blüten von Kürbisgewächsen, hier Zucchini.

 

Bienen gehören zu den beliebtesten Insekten. Momentan wird viel unternommen, damit sie sich bei uns wohlfühlen. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen Ihnen Möglichkeiten, wie Sie sogar einen Gemüsegarten bienenfreundlich gestalten können.

Die Biene gehört zu den wichtigsten Nutztieren. Direkt nutzen wir den Honig und andere Produkte. Bienen und viele Wildbienenarten sind wichtige Bestäuber, ohne die es kaum Obst und weniger Gemüse gäbe. Eine blühende Pflanzenvielfalt, möglichst über das ganze Jahr hinweg, sollte deshalb das Ziel einer sinnvollen Gartenplanung sein. Ein vielfältiger Gemüsegarten kann ebenfalls Nahrungsquellen für Bienen bieten.


 

Gemüsebeete mit Ringelblumen als Einfassungspflanze

 

Beetumrandungen


Für niedrige mehrjährige Beeteinfassungen, ganz nach dem Vorbild von Bauerngärten, eignen sich beispielweise Thymian, Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos zurück- und in Form schneiden. Der erste Schnitt erfolgt im April und dann erst nach dem Verblühen. Eine Umrandung mit Monatserdbeeren ist ebenfalls denkbar. Neben der Nahrung für die Bienen freuen wir uns über leckere rote Früchtchen. Umrandungen sind aber auch mit verschiedenen einjährigen Blumen möglich wie Kapuzinerkresse, Ringelblume oder auch mit der niedrigbleibenden Feuerbohne ‘Hestia‘ mit ihren rot-weiß schmückenden Blüten.

Kräuter

Was wäre ein Gemüsegarten ohne Kräuterbeet. Je nach Standort lassen sich verschiedene Kräuter einsetzen. Mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel benötigen einen eher trockenen Standort, um das Aroma zu entfalten. Weinraute (Achtung: starke Hautreaktionen bei Sonnenlicht!), Gewürzfenchel, Schnittlauch, Zitronenmelisse und besonders Pfefferminzen brauchen etwas mehr Wasser. Während fast alle Kräuter einen sonnigen Platz beanspruchen, gedeiht Bärlauch auch im Halbschatten und Schatten. Er zeigt schon ab April seine Blüten und liefert die erste Bienen-Nahrung im Gemüsegarten. Auch wenn die Empfehlung zur Kräuterernte kurz vor der Blütezeit liegt, sollten Sie immer an die Bienen und anderen Insekten denken. Lassen Sie deshalb einen Teil der Pflanzen zum Blühen kommen und schneiden Sie erst anschließend zurück. Bei den einjährigen Kräutern besuchen die Bienen besonders gerne Borretsch, aber auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Liebstöckel, Gartenfenchel und Petersilie, die im zweiten Jahr blüht. Schließlich gewinnt man eigenes Saatgut.

 

Bienen lieben die blauen Blüten des Lavendel.

 

Blühendes Gemüse

Die Doldenblüten des Gewürzfenchel sind Anziehungspunkt für verschiedenen Insekte wie Bienen und Schwebfliegen.

Die Züchtung hat viele Gemüse-Sorten entwickelt, die nicht mehr auf die Bestäubung angewiesen sind, z.B. parthenocarpe/ jungfernfrüchtige Gurken. Und trotzdem gäbe es ohne Bienen und andere Insekten viel weniger Gemüse. Tomaten werden beispielsweise besonders gut durch Hummeln bestäubt. Während der Haupt-Vegetationszeit im Gemüsegarten, etwa ab Juni/Juli, beobachtet man viele (Wild-)Bienen in den Blüten von Zucchini, Kürbis und Co. Der Pollen liefernde Zuckermais wird während der Blütezeit von Bienen umschwirrt. Auch die frühblühende Ackerbohne und Feuerbohnen benötigen die Hilfe der Bienen, um üppig Früchte anzusetzen. Wer Platz im Garten hat, sollte ein Spargelbeet anlegen. Nach der Ernte der Spargelstangen (bis 24. Juni) lässt man den Spargel wachsen. Bald entwickeln sich an den dünnen grünen Trieben Blüten. Ausdauernde Topinambur mit essbaren Knollen ist ebenfalls eine gute Bienennahrung. Entwickeln Zwiebeln oder Broccoli vorzeitig Blüten, so lassen Sie diese einfach auf dem Beet stehen. Küchenlauch und Zwiebeln bieten attraktive Blütenstände, insbesondere für einige Wildbienenarten.

Gründüngung und bienenfreundliche Lückenfüller

Maßgeblich in einem Gemüsegarten ist der Fruchtwechsel, damit sich keine pflanzenspezifischen Krankheiten entwickeln. Eine blühende Gründüngung lässt sich deshalb gut integrieren. Nicht umsonst heißt Phacelia auch „Bienenfreund“, denn die Pflanzen liefern mit ihren blauen Blüten sehr viel Pollen und Nektar. Auch Buchweizen ist nicht nur für Insekten gut, denn er ist mit keiner Gemüseart verwandt. Neben weiteren Gründüngungspflanzen mit bienenfreundlichen Blüten wie Senf und Inkarnatklee lassen sich auch Sommerblumen gut einbinden. Studentenblume (Tagetes) und Ringelblume (Calendula) können ebenfalls ganze Beete bedecken. Schneidet man regelmäßig Verblühtes weg, gibt es Blüten bis zum Fros

Biene sammelt Pollen in gelber Zucchiniblüte

Säen Sie ein ganzes Beet mit bunten Einjahresblumen. Im Handel gibt es spezielle Mischungen für Bienen und Schmetterlinge mit Dill, Ringelblume, Lein, Schmuckkörbchen, Studentenblume, Kornblume, Klatschmohn und vielen mehr. Auch Sonnenblumen sind geeignet sofern der Pollen für moderne Schnitt-Sorten nicht weggezüchtet wurde. Bunte Blumen kommen in Lücken im Gemüsebeet. Nicht nur Bienen haben ihre Freude an Zinnie, Schmuckkörbchen, Aster und Ringelblume.

Bienen besuchen gerne die Blüten des Zuckermais

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Gras-Grün“ im Garten? (Teil 2)

Bunte Blüten der Blumenmischung

 

Grüner Rasen hat seine Berechtigung im Garten z.B. als Spielrasen oder als Gestaltungselement. Allerdings ist er sehr pflegeintensiv und trägt nur wenig zur Biodiversität bei. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen sinnvolle insektenfreundliche Veränderungsmöglichkeiten auf, wenn Sie Ihre Rasenfläche verkleinern möchten.

 


Stauden als Alternative zum pflegeintensiven Rasen


Stetig grüner Rasen schneidet im Zuge der Biodiversität und der Umweltverträglichkeit eher schlecht ab, da er beispielsweise einen hohen Wasserbedarf hat und keine Nahrung für Insekten bietet. 


Rasen im Schatten wird immer ein Problem sein. Schattenverträgliche Stauden sind eine gute Alternative – pflegeleicht, bieten Unterschlupf für Tiere im Winter und häufig Nahrung für Bienen und anderen Insekten durch die Blüte. Auch für sonnige, heiße und trockenen Stellen gibt es ebenfalls geeignete Stauden. Meist ist bei Staudenpflanzungen nur ein Rückschnitt im ausgehenden Winter erforderlich, so bieten sie ein Überwinterungsquartier für Insekten. Wassergaben sind oft nur zum Anwachsen sowie bei ausgeprägter Trockenheit nötig. Auch der Herbst- und Winteraspekt der Stauden ist zu berücksichtigen, denn manche färben bunt oder bilden schöne Blütenstände, die im Winter mit Raureif bedeckt sind.

Rasen hat im Hausgarten auch seine Berechtigung. Er ist aber pflegeintensiv.

Bunte Blumen im Rasen

Rasen im Schatten ist immer problematisch. Alternativ eignen sich Schattenstauden.


Lust auf eine Blütenwiese? Für eine artenreiche Ansaat ist eine gute Bodenvorbereitung wichtig. Hierfür wird die Grasnarbe abgeschält und der Boden umgebrochen, unerwünschte Unkräuter mehrfach sorgfältig entfernt, um eine Konkurrenz zu den Blumen zu verhindern. Bei starkem Unkrautbesatz muss notfalls der Boden ausgetauscht werden. Saatgut mit einjährigen Blütenpflanzen wird ab Mitte April bis Juni angesät. Handelt es sich nur um mehrjährige Arten, so erfolgt die Aussaat bereits von Februar bis in den August/September. Das Saatgut ist in der Regel sehr fein und die Aussaatmenge so gering, dass es sich nur schwierig ausbringen lässt. Deshalb wird es mit einer Ansaathilfe (.B. Sojaschrot oder auch Sand) vermischt, um ein gleichmäßiges und dünnes Aussäen möglich zu machen. Die Samen drückt man nur an und arbeitet sie nicht ein. Während der Keimphase muss regelmäßig bewässert werden. Günstig ist es auch regnerische und trübe Tage abzuwarte

Bunte Blumen in Blütenmischungen: farbenfroh und nützlich.


Zu viel Arbeit? Dann nutzen Sie Stellen im Rasen, die sowieso schon sehr lückig sind und bereiten den Boden sorgfältig vor. Darauf säen Sie die Blühmischung. So entstehen „Blumeninseln“, die Abwechslung ins Rasengrün bringen. Oder Sie lassen Teilstücke Ihres schon mit Kräutern durchsetzten Rasens länger wachsen und mähen nur etwa nur etwa zweimal im Jahr mit der Sense. Auch ist es möglich immer nur Rasen-Wege häufig zu mähen und das andere wachsen zu lassen. In den nächsten Jahren werden sich verschiedene Kräuter und Blumen neben den Gräsern ansiedeln. Man kann auch etwas nachhelfen, wenn sie ein schmales Band mit mehrjährigen Kräutern einsäen, die sich dann mit der Zeit weiter in der extensiv genutzten Wiese verbreiten.

Schon das Zulassen von Gänseblümchen und anderen Kräutern fördert die Vielfalt im Garten und bringt Nahrung für Insekten.

 

So funktioniert es leider nicht

Oft wird suggeriert, dass es ganz leicht sei, für die Bienen etwas zu tun, indem nur ein paar Samen gestreut werden müssen. Um aber nachhaltig zufrieden zu sein, ist eine gute Bodenbearbeitung der Grundstein für den Erfolg einer insekten- und bienenfreundlichen Blühfläche

Eine Insel mit hohem Gras inmitten eines gemähten Rasens: Rückzugsort für Tiere und Möglichkeit zum Etablieren diverser Wiesenkräuter

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Gras-Grün“ im Garten (Teil 1)

Ein saftig grüner Rasen braucht viel Pflege


 

Jetzt im Frühling freuen wir uns über alles Grüne im Garten. Nur oft macht der Rasen ein trauriges und dürftiges Bild. Jetzt ist der Zeitpunkt über Neuanlage, Nachsaat oder Alternativen nachzudenken und sich zu informieren, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Klimawandel mit heißen und trockenen Sommern, Biodiversität und Pflegeleichtigkeit - all das sind Punkte, die ein „englischer Rasen“ nur bedingt bieten kann.

Grundsatzfragen

Was für ein „Grün“ soll es sein? Wie wird es genutzt – grüne Zierde oder Spielwiese? Denn Rasen ist nicht gleich Rasen. Nicht nur die Ansprüche des Besitzers sollten in die Überlegungen einbezogen werden, sondern auch die Zeit, die man für die Pflege investieren möchte. Rasengräser sind eine mehr oder weniger anspruchsvolle Kultur. Den Pflegeaufwand darf man nicht unterschätzen. Ein reiner Zierrasen mit einer dichten teppichartigen Narbe hat sehr hohe Pflegeansprüche, während ein Gebrauchsrasen, der auch mal ein paar Kräuter beinhalten darf, weit geringere Ansprüche stellt.

Braucht man keinen Bolzplatz mehr und nur eine kleine Fläche für den Liegestuhl, möchte man vielleicht den ehemaligen Rasenbereich verringern oder etwas umgestalten. Durch verschiedene Maßnahmen wird der Bereich dann auch pflegeleichter.

Voraussetzungen für einen grünen Rasen

Bei standortgerechten Rasenmischungen aus verschiedenen Grasarten und Sorten können sich diese gegenseitig ergänzen und der eventuelle Ausfall einer Art oder Sorte macht sich nicht so stark bemerkbar. In sogenannten Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) sind für die verschiedenen Standorte und Nutzungen die richtigen Gräsermischungen zusammengestellt.

Damit der Rasen schon grün und gepflegt bleibt, muss er auch regelmäßig gemäht werden. Dann wird er weich wie ein Teppich.

Rasengräser benötigen sehr viel Licht, bestenfalls im lichten Halbschatten ist die Rasenanlage noch sinnvoll. Als optimale Bodenart für Rasen dient ein humoser, anlehmiger bis lehmiger Sandboden oder ein sandiger Lehmboden. Liegen Verdichtungen vor, muss tiefgründig gelockert werden, um einen ausreichenden Wasserabfluss zu gewährleisten. Steine und vor allem unerwünschte Kräuter müssen im Vorfeld penibel ausgelesen werden.

Es ist ratsam nicht vor Mitte April mit der Aussaat zu beginnen, denn für ein zügiges Wachstum sind Temperaturen zwischen 14 und 25 Grad Celsius nötig. Die Saattiefe beträgt nur etwa einen halben Zentimeter. Dafür arbeitet man das Saatgut mit einem Rechen oberflächlich leicht ein und drückt dann den Boden mit einer Walze an – alternativ mit Brettern, die an beiden Schuhen angebunden werden.

Die Keimlinge und jungen Graspflänzchen sind gegen Austrocknen sehr empfindlich. Bei Trockenheit muss daher mehrmals täglich mit ein bis drei Litern pro Quadratmeter gewässert werden. Wenn die Gräser Wurzeln gebildet haben, wässert man zwei- bis dreimal in der Woche, dann fünf bis zehn Litern je Quadratmeter. Älterer Rasen erhält alle ein bis zwei Wochen die doppelte Menge.

Regelmäßiges Mähen sorgt für eine dichte Rasenfläche. Acht bis zehn Zentimeter hohe Halme werden auf die Hälfte gekürzt. Die Düngung sichert die Versorgung der Rasenpflanzen mit Nährstoffen. Spezielle Rasen-Langzeitdünger ab April haben sich bewährt.

Ein stetig grüner Rasen benötigt regelmäßige Pflege: mähen, düngen und wässern sind Arbeiten während des Sommers. Gegebenenfalls muss vor allem im Frühjahr bei abgetrocknetem Boden vertikutiert und aerifiziert werden, um den Rasengräsern auch künftig gute Bedingungen zu bieten. Das Entfernen des schädlichen Rasenfilzes und kümmerlicher Gräser verhindert Bodennässe und fördert den Luftaustausch im Boden. Gleichzeitig werden auch eventuell vorhandene Moose zum Teil entfernt. Bliebe der Rasenfilz erhalten, bindet er viel Wasser und Nährstoffe. Diese fehlen für die Versorgung der Gräser.

Rasen nach dem Winter mit Kahlstellen
 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie