Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Auffallende Insekten im Garten

Immer wieder wenden sich interessierte und auch besorgte Freizeitgärtner an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Was ist das für ein Tier? Schädigt es meine Pflanzen? Viele Insekten treten nur in bestimmten Zeiträumen verstärkt in Erscheinung.

Schwarze Fliegen, schillernde Käfer und große Wespen gehören zu den Tieren, die nun in den Gärten besonders auffallen. Gehen Sie aufmerksam durch Ihr grünes Paradies und entdecken Sie die vielfältige Insektenwelt.

Schwarze Haarmücken fallen jetzt auf bedingt durch ihre Größe und die tiefschwarze Farbe

 

 

 

Schwärme schwarzer Mücken

Pechschwarze, pelzig behaarte Mücken fliegen träge durch die Luft oder rasten an Blüten, Gehölzen oder Gebäuden. Es ist eine Haarmücke, auch als Märzfliege, Markushaarmücke oder Markusmücke bekannt, die von März bis Mai auftritt. Bei warmer Witterung treten die Tiere manchmal massenhaft auf, leben jedoch nur wenige Wochen. Die behaarten schwarzen Mücken wirken recht plump und lassen ihre Beine beim Fliegen oft hängen. Sie ernähren sich von Honigtau, Nektar und Pollen. Gleichzeitig tragen sie zur Bestäubung der Obstblüten bei und verbessern somit die Befruchtung bei vielen Fruchtgehölzen.

Die Weibchen legen bis zu hundert Eier gruppenweise in humose, leicht feuchte Böden. Die beinlosen raupenähnlichen und graubraunen Larven fressen den Sommer über verrottendes organisches Material. Nur bei Nahrungsmangel kann es eventuell vorkommen, dass die älteren Larven Wurzeln anfressen. Nach starken Regenperioden im Herbst treten die raupenähnlichen Tiere in Massen im Bereich von Steinplatten oder gelagerten Hölzern auf. Die Überwinterung erfolgt schließlich in Bodentiefen von etwa fünf bis zehn Zentimetern. Besonders groß sind die Larven der Gartenhaarmücke (etwa 16 Millimeter), weshalb sie auch auffallen.

Der Goldglänzende Rosenkäfer besucht gerne die Blüten von Rosen hier Rosa hugonis


Dicke Käfer in den Blüten

Große glänzende Käfer fallen besonders in den Blüten von Rosen, Apfel- und Quittenbäumen und anderen Rosengewächsen auf. Sie sitzen an warmen Tagen oft stundenlang in den Blüten und fressen Pollen oder ernähren sich von süßen Pflanzensäften. Meist ist es der Goldglänzende Rosenkäfer, dessen grün schillernder Chitinpanzer Aufmerksamkeit erregt. Er gehört wie der Maikäfer und Gartenlaubkäfer zu den Blatthornkäfern. Die Larven des Rosenkäfers (Engerlinge) findet man vor allem in Komposten, die auch mit holzigem Material gefüllt sind oder auch in Rindenmulch.

Etwas kleiner, schwarz mit kleinen weißen Flecken kommt der Trauer-Rosenkäfer daher. Auch diese Käfer ernähren sich von Pollen und verursachen ebenfalls keine Schäden.

Blühende Zwiebelgemüse locken verschiedene Insekten an hier der Trauer-Rosenkäfer


Wespe, Wildbiene und Co.

Sitzt man ruhig im Garten, kann man es hören: das Abraspeln von Holz durch die große Wespenkönigin. Für den Aufbau ihres Nestes benötigt sie Cellulose. Dieses holt sie sich von abgestorbenem Holz oder auch unbehandelten Holzbrettern.

Schwarzblau und tief brummend, fliegt die Blauschwarze Holzbiene, die größte heimische Wildbienenart, durch Gärten in warmer Lage. Ihre Nachkommen entwickeln sich in kleinen Höhlen in altem und fast morschem Holz. Dies können neben abgestorbenen Baumstämmen auch Zaunpfähle, Holzbalken oder Lagerholz sein. Erkennbar sind die Brutplätze an den etwa ein Zentimeter großen Löchern. Mit den kräftigen Kauwerkzeugen produziert die Holzbiene regelrechte Späne.

Interessant ist es auch zu beobachten, ob Wildbienen die Röhren von Stängeln oder die Bohrlöcher in Hölzern verschließen. Manchmal findet man auch sehr ungewöhnliche Brutplätze. Haben Sie welche entdeckt?


Ähnlich pelzig wie eine Hummel, aber mit dem Schwirrflug einer Schwebfliege, erscheint der Wollschweber. Auffallend ist der lange Rüssel, der dem Aufsaugen von Nektar dient.

Holzbiene sind schon in den ersten Frühlingswochen unterwegs auf Nahrungssuche. An warmen Wänden wärmensie sich auf

Entdeckungsreise durch den Garten

Welche Tiere können Sie in Ihrem Garten finden? Begeben Sie sich auf Entdeckungsreise. Vielleicht sind am Teich die ersten Libellen geschlüpft und die Larvenhäute hängen am Schilf oder anderen Blättern. Raupen (Schmetterlingslarven) an Brennnesseln? Dann mähen Sie diese nicht ab. Verschiedene Marienkäfer drehen ihre Runden auf der Suche nach Nahrung. Sie kennen die Insekten nicht? Verschiedene Apps können Ihnen Hilfestellung geben.

Wie viele Löcher sind verklept? Da haben sich bestimmte Wildbienen eingenistet


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

 

Pflanzen- und Pflegetipps für Blumenzwiebel 

 

Tulpen und Traubenhyazinthen als winterharte frühlingsblühende Zwiebelblumen stehen in voller Blüte, während Narzissen oft schon ihre Schönheit verloren haben. Sommerblühende Zwiebel- und Knollenpflanzen wie Dahlien und Gladiolen sind nicht winterhart und werden deshalb Ende April in den Gartenboden gepflanzt, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Während sich die Blätter der Frühlingsblüher gelb verfärben, wird es Zeit Sommerblumenzwiebeln in den Gartenboden zu setzen. Diese sind nicht winterhart und werden daher jedes Jahr neu gepflanzt, oft mit frostfreier Überwinterung.

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Der richtige Standort

 

Wie auch die frühlingsblühenden Zwiebelpflanzen benötigen die Sommerblühenden wie Dahlie, Gladiole, Freesie und Montbretie durchlässige Böden in sonniger Lage. Da diese Blütenpflanzen stark wachsen und innerhalb kurzer Zeit zur Blüte kommen sollen, brauchen sie auch ausreichend Nährstoffe. Auf schweren Böden empfiehlt es sich den Boden tief zu lockern und mit Kies oder Schotter eine Drainageschicht einzubringen, um Nässe vorzubeugen. Auf sandigen, aber auch auf lehmigen Böden, sollten Sie den Wachstumsstart erleichtern, indem Sie die Erde im Pflanzloch mit einer großzügigen Gabe Blumen- oder Pflanzerde

verbessern. Das Vermischen der Erde im Pflanzloch mit Kompost oder etwas organischem Dünger liefert Nährstoffe.

 

Der richtige Standort

 

Wie auch die frühlingsblühenden Zwiebelpflanzen benötigen die Sommerblühenden wie Dahlie, Gladiole, Freesie und Montbretie durchlässige Böden in sonniger Lage. Da diese Blütenpflanzen stark wachsen und innerhalb kurzer Zeit zur Blüte kommen sollen, brauchen sie auch ausreichend Nährstoffe. Auf schweren Böden empfiehlt es sich den Boden tief zu lockern und mit Kies oder Schotter eine Drainageschicht einzubringen, um Nässe vorzubeugen. Auf sandigen, aber auch auf lehmigen Böden, sollten Sie den Wachstumsstart erleichtern, indem Sie die Erde im Pflanzloch mit einer großzügigen Gabe Blumen- oder Pflanzerde

verbessern. Das Vermischen der Erde im Pflanzloch mit Kompost oder etwas organischem Dünger liefert Nährstoffe.

 

So pflanze ich die Sommerblüher richtig

Nicht selten sehen Wurzelknollen und Zwiebeln oft wie undefinierbare Erdklumpen aus. Kaum vorzustellen, dass daraus eine schöne blühende Pflanze wachsen kann. Sie können jedoch nicht beliebig in die Erde gelegt werden. Zwiebeln kommen immer mit der Spitze nach oben in die Erde. Bei den Wurzelknollen wird es schon schwieriger. Vielleicht entdecken Sie eine kleine Triebspitze oder Wurzelreste vom vergangenen Jahr, woran Sie sich orientieren können. Meist liegt die Pflanztiefe bei fünf bis zehn Zentimetern bzw. sollten etwa fünf Zentimeter der Knolle oder Zwiebel mit Erde bedeckt sein. Sollte doch noch Frost kommen, so liegen die Speicherorgane geschützt unter der Erdoberfläche. Haben sich schon grüne Triebe gebildet hilft das Abdecken mit Vlies.

 

Pflege von Tulpen, Narzissen und Co. nach der Blüte

So pflanze ich die Sommerblüher richtig

 

Nicht selten sehen Wurzelknollen und Zwiebeln oft wie undefinierbare Erdklumpen aus. Kaum vorzustellen, dassz daraus eine schöne blühende Pflanze wachsen kann. Sie können jedoch nicht beliebig in die Erde gelegt werden. Zwiebeln kommen immer mit der Spitze nach oben in die Erde. Bei den Wurzelknollen wird es sch8on schwieriger. Vielleicht entdecken Sie eine kleine Triebspitze oder Wurzelreste vom vergangenen Jahr, woran Sie sich orientieren können. Meist liegt die Pflanztiefe bei fünf bis zehn Zentimetern bzw. sollten etwa fünf Zentimeter der Knolle oder Zwiebel mit Erde bedeckt sein. Sollte doch noch Frost kommen, so liegen die Speicherorgane geschützt unter der Erdoberfläche. Haben sich schon grüne Triebe gebildet hilft das Abdecken mit Vlies.

 

Die Blütenblätter der Frühlingsblüher trocknen nach der Blüte ein und fallen häufig ab. Gelegentlich bleiben sie an den Laubblättern kleben. Allerdings können sie zu faulen beginnen, wenn es viel regnet. Ein großzügiges Entfernen ist daher sinnvoll. Schneiden Sie die Blütenstängel ab, denn so verbrauchen die Pflanzen keine Kraft für die Samenbildung. Die Laubblätter jedoch verbleiben an der Pflanze bis sie ganz gelb oder gar braun eintrocknen. Grüne Laubblätter sind die Kraftquellen der Pflanze, mit deren Hilfe Reservestoffe in die Zwiebel eingelagert werden. Dies fördert das Wachstum der Knollen und die Blütenbildung im nächsten Jahr.

Wenn das gelbe Laub in der Pflanzung stört, kann man die abgeblühten Zwiebelblumen auch komplett aus dem Boden nehmen und an einem schattigen Ort einziehen lassen. Setzt man sie in ein Kistchen mit wenig Erde, trocknen die Zwiebeln nicht aus. Sind die Blätter schließlich komplett dürr, kann man die Zwiebeln an einem trockenen kühlen Ort bis zum Herbst in luftigen Säckchen lagern, bevor sie im September bis November wieder ihren Platz im Garten bekommen.

 

In den Garten - fertig, los!

 

Schon wieder einer der kuriosen Feiertage: am 14. April ist „Tag des Gärtnerns“. Möglicherweise wahllos terminiert., doch passend für das Frühjahr, finden die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Gerade nach dem Wintereinbruch mit Schnee und frostigen Temperaturen Anfang April zieht es uns in den Garten. Es ist Zeit für restliche Schnittarbeiten, Beetvorbereitungen sowie Aussaaten und Pflanzungen.

 

Tag des Gärtnerns


Seit 2008 feiert man am 14. April in den USA den Tag des Gärtnerns. Im Frühjahr fallen viele Arbeiten an, die den Garten auf die Saison vorbereiten. Seien es nun Freizeitgärtnernde, welche die Gartenarbeit als Hobby und Freizeitgestaltung sehen, wo Ausgleich und Spaß beim Gärtnern wichtiger ist als der Ertrag. Auch für den Gartenbauprofi spielt das Frühjahr eine wichtige Rolle, da hier oft schon die Grundlage für eine erfolgreiche Ernte gelegt wird, vor allem im Obst- und Gemüsebau.

Im Nutzgarten werden Pflanzen für die Ernährung angebaut. Hier stehen Obst, Gemüse, Kräuter und gelegentlich auch ein Gewächshaus. Im Ziergarten ist der ästhetische Aspekt wichtiger. Die Pflanzen dienen zur Gestaltung des Gartens. In vielen Privatgärten sind die Übergänge fließend oder ganz aufgehoben, gerade auch deshalb, weil die Gärten kleiner werden. Nutzen und Ästhetik werden zusammengeführt. Beispielsweise stehen Beerenobststämmchen oder Säulenbäume mit ihrem aufstrebenden Wuchs inmitten blühender niedriger Stauden und buntstieliger Mangold wird zur Blattschmuckpflanze.

Wer keinen Garten besitzt, kann auf dem Balkon oder im Hinterhof gärtnern. Urban Gardening erlebt einen großen Zuspruch. Städtische Räume werden grün und dienen auch zur Produktion von Nahrungsmitteln. Nicht nur durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine mit den vielfältigen Auswirkungen rücken den Anbau eigenen Obstes und Gemüses in den Fokus. Das Gärtnern betrachten viele auch als „Erdung“, als Ausgleich zur hektischen und schnelllebigen Zeit. Beim Gärtnern lernt man, dass es Geduld braucht bis aus einem Samenkorn Ernte zu erwarten ist, dass Jahreszeit, Boden, Temperatur, Wasser und viele andere Dinge die Pflanze beeinflussen. Stetig lernt man mehr über die Beziehungen zwischen Pflanze und Umwelt und lässt dies in die Arbeit des Gärtnerns einfließenden . Man erlebt die Jahreszeiten zudem bewusster.

 

Auf geht’s in den Garten!

Für einen Anbauplan wird es nun höchste Zeit. Die ersten Beete werden mit verschiedenen Salaten und Kohlrabi bepflanzt, Möhren und Radieschen gesät. Mitte Mai kommen dann die vielen kälteempfindlichen Fruchtgemüse wie Tomaten, Gurken, Zucchini und Bohnen dazu. Nutzen Sie den Rat von Fachleuten, wenn Sie unsicher bei der Pflanzenwahl sind. Besuchen Sie den Gartenfachhandel oder Gartencenter.

Wie wäre es mit einem Osterspaziergang durch den eigenen Garten? Strahlende Frühlingsfarben durch blühende Narzissen, erste Tulpen, Traubenhyazinthen, die Blüten des Pfirsichs und der Zierkirschen sorgen für eine fröhliche Stimmung. Was summt und fliegt denn da? Unterschiedliche Wildbienenarten, Honigbienen, Schmetterlinge (Tagpfauenauge, Zitronenfalter) besuchen die verschiedenen Blüten, und so manche Vögel bauen ihre Nester und ziehen schon die ersten Jungen auf. Möchten Sie Ihren Garten bienenfreundlich gestalten?

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Mit Vliesen schützen

Vliese schützen vor Kälte und eignenDer Ernte sich zum Verfrühen 

 

 

Salate und Kohlrabi, Radies und Möhren gehören zu den ersten Gemüsearten im Garten, die gepflanzt bzw. direkt ins Beet gesät werden. Das Abdecken mit Vlies erleichtert den Start, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Vlies dient zum Schutz vor Kälte und eignet sich zum Verfrühen oder Verlängern der Gemüseernte. Es lässt sich bei Gemüsearten, aber auch bei verschiedenen kleinwüchsigen Obstarten einsetzen.

Wichtiges Hilfsmittel im Garten

Vliese sind wie Lochfolien eine Flachabdeckung auf dem Beet. Sie schützen vor kalter Witterung – besonders in Frostnächten. Tagsüber wird die in den Boden eingestrahlte Sonnenenergie gespeichert. Auf diese Weise erwärmt sich der Boden und die bodennahe Luftschicht. Vlies ist ein dünnes Kunststoffgewebe und daher oft nicht gerne gesehen, aber es bringt doch viele Vorteile mit sich. Und bei richtiger Anwendung und Lagerung hält ein Vlies mehrere Jahre.

Vliese sind spinnwebenartig verwobene Kunststofffäden mit einem sehr geringen Eigengewicht (z. B. 17 g/m² oder dicker mit 30 g/m²). Vlies lässt flächig ausreichend Wasser und Luft durch. Die Lichtdurchlässigkeit ist jedoch geringer als bei Folien. Bei starker Abkühlung der Luft bildet sich durch die aufsteigende Bodenfeuchtigkeit eine dünne Eisschicht direkt unter dem Vlies. Diese verhindert die Abstrahlung von Bodenwärme und schützt dadurch die Pflanzen noch bei minus fünf Grad Celsius Außentemperatur. Vliese werden in Gartencentern, in den Gartenabteilungen der Baumärkte oder über das Internet angeboten.

 

Vliese schützen vor Kälte und eignenDer Ernte sich zum Verfrühen 

Vliese im Gemüsebeet

Achten Sie auf die Abmessungen von mindestens 1,80 Meter Breite, damit Sie auch ganze Beete bedecken können. Gleich nach der Aussaat oder der Pflanzung wird das Gewebe locker aufgelegt. Anschließend fixiert man es am Rand mit Stangen oder Steinen auf der Erde, damit es nicht wegweht. Außerdem kann so das schützende Material leicht entfernt bzw. aufgedeckt werden, wenn Pflegemaßnahmen wie Hacken oder Unkrautentfernen nötig werden. Dabei kann die Auflage nachgelockert werden, um die wachsenden Pflanzen nicht zu drücken. Bleiben die Tage und Nächte mild und steigen die Temperaturen, entfernen Sie spätestens Mitte Mai das Vlies vom Beet. Sonst wird es den Pflanzen darunter zu warm und sie schießen auf bzw. werden sehr weich. Das Abnehmen des Vlieses sollte möglichst an einem trüben und regnerischen sowie windstillen Tag geschehen, damit die Pflanzen keine Blattflecken durch Sonnenbrand erleiden. Vorsichtshalber bleibt das Vlies noch einige Zeit in Griffnähe, um die Pflanzen ganz schnell bei angesagten Frostnächten zu schützen.

Kohlrabi gehören zu den ersten Jungpflanzen im Frühjahr 

 

 

 

Vliese auch beim Obst

Der Klimawandel lässt viele Obstgehölze früher austreiben. Fröste können dann größere Schäden anrichten. Vlies lässt sich auch als Schutzmaterial über kleinwüchsige Obstgehölze legen. Wäscheklammern fixieren das Gewebe am und über dem Gehölz. So manch einer konnte mit diesen einfachen Möglichkeiten seine Ernte vor (Spät-)Frost retten. Vlies eignet sich als besonders gutes Schutzmaterial bei Spalierobst. Leicht lässt es sich an den Spalierdrähten befestigen. Die jungen Austriebe von Tafeltrauben und Kiwibeeren sind so vor schädigenden Spätfrösten gut geschützt. Achten Sie darauf das Schutzmaterial nur kurzzeitig zu nutzen, um die Pflanze nicht zu „verweichlichen“. Außerdem benötigen Blüten Insekten zur Bestäubung und sollten deshalb nicht tagelang abgedeckt werden.

Wer jetzt das Vlies über Erdbeerpflanzen legt, fördert das Wachstum und verfrüht die Ernte. Während der Blütezeit wird es, zumindest tagsüber, entfernt, um eine ausreichende Bestäubung und Befruchtung zu gewährleisten. Bienen und andere Insekten freuen sich über das reiche Angebot von Pollen und Nektar. Bei Frostnächten ist der Schutz durch Vlies besonders wichtig, da die Blüten erfrieren würden. Das zeigt sich durch die Schwarzfärbung der Blütenmitte. Hier entwickeln sich keine Früchte mehr. Durch die Vliesauflage können Frühsorten schließlich bis zu sieben Tage früher geerntet werden.

Liegt Vlies parat können die empfindlichen Erdbeerpflanzen bei Gefahr von Frostnächte abgedeckt erden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Jungpflanzen – selbst anziehen oder kaufen?

Im zeitigen Frühjahr steigt die Lust aufs Gärtnern. Häufig stellt man sich die Frage, ob man selbst aussät oder gleich Jungpflanzen kauft. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

Die Selbstaussaat ermöglicht ein breites Sortenspektrum. Der Jungpflanzenkauf erspart jedoch so manche Enttäuschung.

Aussaat auf der Fensterbank für Pflanzung in den Garten


Aussaaten im Januar und oft auch noch im Februar führen zu langen, dünnen und weichen Trieben. Die Tage sind nicht nur kurz, sondern oft auch trüb und grau. Durch den Lichtmangel, häufig kombiniert mit hohen Zimmertemperaturen entwickeln sich vergeilte Pflänzchen.

Lediglich Paprika und Chili, Artischocke, Aubergine und andere mit einer sehr lange Anzuchtphase werden schon im Februar ausgesät. Für die meisten Pflanzen reicht jedoch eine Anzucht im März und auch noch im April. Durch das große Lichtangebot entwickeln sich kräftige Sämlinge. Meist erfolgt das Auspflanzen im Freien sowieso erst nach den Eisheiligen, Mitte Mai.

Die Tomatenaussaat beginnt ab Mitte März. Anzuchttemperaturen von etwa 22 Grad Celsius sowie später um die 16 Grad Celsius kombiniert mit den länger werdenden Tagen sind optimale Voraussetzungen für kurze und kräftige Pflanzen. Im Laufe des Sommers holen sie Tomatenpflanzen in Wuchs und Entwicklung ein, die früher gesät wurden.

Bei Zucchini und Kürbis hat man noch länger Zeit: Hier sät man etwa vier bis sechs Wochen vor der Pflanzung in den Garten, also Anfang bis Mitte April. Bei Gurken geht es besonders schnell, hier reichen zwei bis drei Wochen vor dem Pflanzen ins Beet. Auch für die verschiedenen Sommerblumen eignen sich März und April für die Aussaat und Voranzucht auf der Fensterbank. 

Die länger werdenden Tage mit den höheren Lichtintensitäten sind optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Anzucht aus Samen. Passt dann noch die Temperatur, keimen und wachsen die Sämlinge zügig. Zu kühle Temperaturen verzögern das Keimen und es besteht die Gefahr von Fäulnis. Auf den Samenpäckchen finden Sie genauere Hinweise für die Anzuchtdauer und den Zeitpunkt für das Auspflanzen.

Fruchtgemüse benötigen zum Keimen Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Nach dem Pikieren (Vereinzeln) oder wenn die Pflänzchen eine Höhe von etwa zwei Zentimetern erreicht haben, verringert man auf 16 bis 20 Grad Celsius. Bleibt es zu warm an der Fensterbank, wachsen die Jungpflanzen lang und dünn. So kann man sie bei warmem Wetter tagsüber nach draußen stellen, jedoch nicht in die pralle Sonne. Dann wachsen sie kompakter.

Fällt die Anzuchttemperatur bei Sellerie, Kohlrabi, Blumenkohl oder Frühkohl unter 14 Grad Celsius reagieren sie mit Schossen, das heißt sie bilden vorzeitig Blütenstände aus. Salate dagegen benötigen zum Keimen Temperaturen unter 16 Grad Celsius.

Durch eigenes Aussäen kann man in der Sortenvielfalt schwelgen und Raritäten ausprobieren. Den Vorlieben sind keine Grenzen gesetzt. Beim Kauf von fertigen Jungpflanzen beschränkt man sich auf das vorhandene Angebot der Gartenfachbetriebes.

Gurkenjungpflanzen-Anzucht zwei bis drei Wochen vor dem Aispflanzen werden die Samen gelegt.


 

Jungpflanzenkauf beim Gärtner

Können Sie den Sämlingen keine optimalen Bedingungen für die Entwicklung bieten, überwiegen die Vorteile, kräftige und gesunde Jungpflanzen beim Gärtner zu kaufen. In geheizten Glashäusern kann der Fachmann Licht und Temperatur nach Bedarf regulieren.

Gekaufte kräftige Salatjungpflanzen für die erste, frühe Kultur, Paprika und Auberginen mit langer Entwicklungsdauer oder zusätzliche Tomatenpflanzen mit sichtbarem Entwicklungsvorsprung gegenüber der eigenen Anzucht hat bestimmt noch keiner bereuen müssen. Außerdem wachsen die vom Profigärtner in Erdpresstöpfen gezogenen Jungpflanzen gut an.

Nach der Aussat wird pikiert

Tomaten-Sämlinge in Anzuchtkisten

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Dahlien vorziehen

Dahlien sind beliebte Sommerblumen im Garten. Allerdings sind sie frostempfindlich und so müssen die Knollen jedes Jahr im Herbst ausgegraben und im Frühjahr wieder gepflanzt werden. Um den Pflanzen einen Wachstumsvorsprung zu bieten, empfehlen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie das Vortreiben der Dahlien.

Wer die Möglichkeit zum Überwintern der Knollen hat, wird bei der Fülle der Dahliensorten seine Lieblingspflanzen finden. Momentan sind die Auswahl und das Angebot bei den Händlern noch groß.

 


 

Großes Dahlien-Sortiment

Lange Zeit galten Dahlien als Pflanzen der älteren Generation. Doch nun sind sie in Bauerngärten und auch im Stadtgarten wieder ein fester Bestandteil und präsentieren eine große Sortenvielfalt mit vielen unterschiedlichen Blütenformen und Farben. Kompakt wachsende Sorten eignen sich auch für Kübel und Balkonkästen. Die Blüten schmücken dann im Spätsommer und Herbst. Auch als Vasenschmuck eignen sich die recht lange haltbaren Blumen. Vor allem ungefüllt oder halbgefüllt blühende Sorten rücken in den Focus, da sie wahre Bienenmagnete sind und den Insekten Pollen und Nektar bieten.

Dahlienblüten bringen nict nur Farbe in den Garten sie locken auch verschiedene Insekten an

 

Wachstumsvorsprung durch Vorziehen

Normalerweise werden die frostempfindlichen Knollen der Dahlien etwa Ende April, in kalten Regionen gar erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, in den Gartenboden gesteckt. Stärkere Fröste sollten dann nicht mehr zu erwarten sein. Die ersten grünen Spitzen schieben sich einige Wochen später aus dem Boden. Leider sind sie willkommenes Schneckenfutter und benötigen rechtzeitig Schutz.

Überwinterte Dahlienknollen werden in einem Tpf mit frischen Substrat an einenkühlen und hellen Platz vorgezogen

 

 

Um das Ganze zu Umgehen und den Pflanzen Vorsprung zu bieten, eignet sich das Vorziehen ab Mitte Februar in Töpfen. Außerdem erfreut uns die Dahlienblüte schon ein paar Wochen früher im Sommer. Somit verlängern Sie die Blütezeit bis zum ersten Frost im Herbst. Möchten Sie die Dahlien auch den Sommer über in Gefäßen kultivieren, verwenden Sie gleich die richtige Topfgröße. Ansonsten benötigen Sie Blumenerde und eine Topfgröße in der die schrumpeligen Knollen gerade hineinpassen. Großes Knollengewirr können Sie auch teilen. Die verdickten Knollen weisen nach unten und der abgeschnittene Stängel nach oben. Die Knollen werden wenige Zentimeter mit Erde bedeckt. Dann gießen Sie den Topf und stellen ihn hell auf eine kühle Fensterbank, in ein frostfreies Frühbeet oder Gewächshaus. Bis zum Auspflanzen im Mai haben sich kräftige grüne Triebe entwickelt, die den Schnecken nicht mehr schmecken. Wenn Sie die Triebspitzen entfernen, bleiben die Pflanzen etwas kompakter und sie entwickeln gut verzweigte Triebe.

Nach der Überwinterung im Keller wird es Zeit Knollenbegonien und Glücksklee neu zu topfen

 


Ähnlich wie bei den Dahlien gelingt das Vorziehen auch bei Knollenbegonien. Die überwinterten Knollen zeigen schon kleine Austriebe. Legen Sie die Knollen in Töpfe mit frischem Balkonpflanzen- oder Kübelpflanzensubstrat, so dass nur maximal die Hälfte mit Erde bedeckt ist. Dann gießen Sie vorsichtig an und stellen die Pflanzentöpfe bei etwa 15 Grad Celsius auf. Sind die Tage im März und April mild, können Sie die Begonien-Töpfe im Freien langsam abhärten. Wie auch am späteren Standort bevorzugen Knollenbegonien einen halbschattigen bis schattigen Platz.

In neue Erde getopft jetzt können die Knolenbegonien wachsen und haben einen Wachstumsvorsprung im Sommer


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10 


 

Schneckenjagd im Winter


 

Im Winter hält man sich mehr im Warmen auf. Der Garten scheint zu schlafen. Wer m jetzt noch Gemüse erntet, wird sehen, was sich alles munter bewegt. Nacktschnecken verstecken sich unter Blättern und Gemüseresten oder in Bodenspalten und Fallobst, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Ein feuchtes Jahr und milde Winter sind ideale Bedingungen für Nacktschnecken. Leider schädigen die Tiere auch in der kalten Jahreszeit. Schneckenjagd - also auch jetzt!

Späte Gemüseernte

Zuckerhut und Chinakohl unter Vlies sowie Feldsalat sind typische Wintersalate, die auch jetzt noch ebenso frisch vom Beet geerntet werden können wie Mangold und Grünkohl. Doch leider findet man oft auch „Mitesser“. Wenige Zentimeter kleine dunkle Nacktschnecken sitzen teilweise mitten im Salat. Diese Jungtiere fühlen sich inmitten von saftigem Grün, schon angefaulten, verrottenden oder welken Pflanzenteilen wohl. Bei frostigen Temperaturen verkriechen sich die Schnecken, um bei wenigen Grad über Null schon wieder hervorzukommen und zu fressen.


Schnecken absammeln

Jetzt findet man kleine, schwarze, an den Flanken und an der Sohle hellbraune Tiere. Das sind die Jungtiere der Wegschnecken, die wir im Sommer übersehen haben, oder die inzwischen von außen zugewandert sind. Solche Winzlinge überstehen meistens auch kalte Winter. Wehret den Anfängen! Sind die Schnecken nun noch klein, entwickeln sie aber bei wärmeren Temperaturen steigenden Hunger. Außerdem werden sie schon bald geschlechtsreif und vermehren sich munter weiter. Gehen Sie deshalb auch jetzt schon gegen Schnecken vor. Leben in Ihrem Bekanntenkreis Laufenten, so sammeln Sie die schleimigen Gesellen in einem Schraubglas. Sie freuen sich über den Leckerbissen. Auch so manche Hühner fressen einzelne kleine Nacktschnecken sowie Schneckeneier.

Lässt man Hüllblätter von Salaten oder andere grüne Pflanzenteile auf den Beeten liegen, kann man die Tiere anlocken und gezielt absammeln. Unter der Pflanzenmasse wird es auch nicht so kalt, dass die Tiere gut geschützt sind und sich nicht tiefer in die Erde verkriechen. Auch Fallobst mögen die Schnecken gerne, weshalb sich auch dies zum Abfangen eignet.


 

 

Kompost im Garten: Dünger durch Recycling

Wird es herbstlich, werden Gemüsebeete geräumt, manches im Staudengarten zurückgeschnitten und das Laub fällt von den Bäumen. Doch wohin mit dem vielen organischen Material? Für Wertstoffhof und Biotonne zu schade, finden die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und raten zum Kompostieren.

„Gold des Gärtners“ wird fertiger Kompost auch genannt, denn er ist wertvoller Dünger und Bodenverbesserer. Doch oft gibt es Unsicherheiten bezüglich des Pflanzenmaterials, das einen Komposthaufen füllt.

Gutes Kompostieren

Verschiedene Klein- und Kleinstlebewesen setzen das organische Material zu gutem Humus um. Sie benötigen für ihre Arbeit ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, aber auch eine gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Nährstoffe aus dem zugeführten organischen Material. Eine ausgewogene Mischung im Komposthaufen ist deshalb wichtig. Rasenschnitt wird beispielsweise mit lockerem und trockenem Material gemischt, feuchte Materialien nur in dünnen Schichten eingeräumt.

 

Auf dem Kompost kann organisches Material das im Garten anfällt auch giftigr Pflazenteile.

Kompostieren von giftigen Pflanzenteilen

Können giftige Pflanzenteile auf den Kompost? Hier herrscht oft große Unsicherheit. In der Natur gibt Pflanzenarten, die für Mensch und Tier giftige Stoffe enthalten. Einige werden in unseren Gärten als Zier- oder Nutzpflanzen angebaut. Manchmal finden sich die natürlichen Gifte nur in bestimmten Teilen einer Pflanzenart wie Blättern oder Früchten, in anderen Fällen ist die ganze Pflanze giftig. Giftige Pflanzen verrotten nach dem Absterben ebenso wie alle anderen. Sie werden von Mikroorganismen zersetzt, die ursprünglichen Inhaltsstoffe verändern sich und werden nach und nach abgebaut, so dass von den Giften nichts mehr übrig bleibt. Beispiel: Thuja- oder Eibenschnitt kann zerkleinert in dünnen Schichten dem Kompost zugeführt werde

Passt nicht alles Laub gleich in den Garten als Mulch so kann der Rest in Schichten auf den Kompost.

 

 

Kompostieren von Laubblättern

Jäten Sie Samenunkräuter rechtzeitig bevor sie Blütenknospen angesetzt haben, können Sie getrost auf den Kompost. Ist der Zeitpunkt jedoch verpasst, dann zwicken Sie entweder die Blütenstände ab oder entsorgen Sie die Pflanzen über die Biotonne, um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern.
Auch Wurzelunkräuter könnten auf den Komposthaufen. Allerdings müssen sie ausgetrocknet sein, was bei heißen Sommertemperaturen leichter passiert. Jetzt im Herbst ist die Entsorgung über die Biotonne sinnvoller.

Grße Kompostmiete befahrbar mit dem Schukarren

 

Für den Kompost ungeeignet

Doch nicht alles aus dem Garten eignet sich zum Kompostieren. Manche Schaderreger können auf dem Kompost im Garten überdauern, da die Rottetemperatur nicht ausreichend hoch ist. Mit der späteren Ausbringung von Kompost im Frühjahr besteht die Möglichkeit die Schaderreger im Garten zu verbreiten und Pflanzen erneut zu infizieren. Vom Kompostieren von Pflanzenteilen mit Maden, Kohlhernie, Welke- und Fäulniskrankheiten sowie anderen Pilzen, Viren und tierischen Schädlingen, die Stängel oder Wurzel schädigen, ist daher abzusehen. Nutzen Sie hierfür die Biotonne, Restmülltonne oder die Grüngutannahmestellen.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Naturgärten: die Alternative zu Schotterflächen

Bunte Blüten als Kontrast zu reinen Kiesgärten.

 

 In den letzten Jahren nahmen Schotter- und Kiesgärten zu. Sie gelten als pflegeleicht - zumindest kurzfristig gesehen. Allerdings tragen sie weder zur Biodiversität noch zur Verbesserung des Kleinklimas bei. Ganz anders - und seit Jahren im Trend - sind naturnahe Gärten, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Rasen hat im Hausgarten auch seine Berechtigung.Er ist aber pflegeintensiv

 

Gründe für naturnahe Gärten

Die mit vielfältigen Lebensräumen ausgestatteten und ökologisch bewirtschafteten Gärten setzen ein Zeichen gegen die zunehmende Versiegelung und Aufheizung unserer Siedlungsflächen mit Pflaster, Kies und Schotterflächen. Dort stehen oft nur vereinzelte bzw. exotische Pflanzen oder fremd wirkende Formgehölze.
Ein naturnaher, vielseitig gestalteter Garten leistet einen Beitrag gegen den Rückgang von Bienen, Pflanzen- und Tierarten. Ein Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, synthetische Dünger und Torf unterstützt dieses Vorhaben.

 

Am besten mehrere Sitzplätze im Garten! Hier ein gemütliches Schattenplätzchen.

 

 

Elemente naturnaher Gärten

Ein bestehender Intensivrasen kann durch Verzicht auf Düngung, Rasenherbizide und Bewässerung sowie durch reduzierte Mähgänge ganz oder teilweise in kräuterreiche Wiesenflächen umgewandelt werden. Bei Neuanlagen kommen Wiesenblumen-ansaaten zum Zuge. In großen Gartenflächen erleichtern pflegeleichte Blühstauden für sonnige oder schattige Stellen die Arbeit. Zugleich sorgen sie für Abwechslung im Garten und bieten Insekten Nahrung und Unterschlupf. Das gilt auch für freiwachsende, gemischte Hecken. Ein Übergang zu den Rasen- oder Gartenflächen kann ein Wildstauden- oder Wiesensaum sein.

Anstelle von Nadelgehölzen stehen Laubbäume im Garten. Dabei eignen sich für kleine Gärten Arten, die im Wuchs kleiner bleiben wie Zieräpfel oder Großsträucher wie Kornelkirsche oder Haselnuss. Zwiebelblumen für Frühjahr und Sommer, ungefüllte Einjahresblumen ergänzen das Angebot. Wasserstellen bzw. kleine Teiche sind Voraussetzung für Tiere, die an feuchten Stellen bzw. im Wasser leben.

Ein Teich ist voller Leben Rückenschwimmwe,Wasserläufer,Libellenlarven und vieles mehr. Auch unterschiedliche Pflanzen bereichern den Teich.

Der Nutzgarten wird integriert

Gemüse- und Kräuterbeete haben im Naturgarten ebenso ihren Platz wie Beerensträucher und - zumindest schwachwüchsige – Obstbäume. Obstspaliere können zugleich Abgrenzung von Beeten und Zäunen sein. An Wänden und Pergola ranken Wein, Brombeeren oder Kiwis. In den Nutzflächen ist Mischkultur angesagt. Es dürfen auch Ringel-, Kornblumen, Malven, Kräuter blühen. So zeigen Schnittlauch und überwinterte Petersilie hübsche Blüten, welche die Insekten anlocken.

Die große Blätter der Seerosen sind willkomme Landebahnen für Insekten,die Wasser aufnehmen wollen hier die Feldwespe

 

Förderung von Bienen, Insekten und Nützlingen

Durch eine Kombination aus den richtigen Pflanzen, durch Anlegen verschiedener Gartenbereiche, dem Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und dem Angebot an Unterkünften können sich Tiere im Garten ansiedeln. Sie finden Unterschlupf in Stein-, Reisig- und Totholzhaufen, Trockenmauern, Wasserflächen, „wilden“ Gartenecken, über Winter auch in Laubhaufen bzw. nicht abgeschnittenen Stauden.

Vogelhäuser, Schilfrohrbündel, Stängel und Insektenhotels fördern Tiere, wenn sie zweckmäßig sind und an den richtigen Stellen platziert werden. Für Pollen- und Nektar-suchende Insekten sind ungefüllt blühende Pflanzen ganzjährig erforderlich.

 

Ressourcen schonen

Eigener Kompost ist „Gold“ wert. Als wichtiger Bodenverbesserer liefert er Nährstoffe in organischer Form und sorgt für die Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten. 
Auch eine extensive Gartenbewirtschaftung hilft Ressourcen zu sparen, z.B. Staudenpflanzungen bzw. Blumenwiesen oder Kräuterrasen anstelle von pflegeintensiven englischen Zierrasenflächen.

Regenwasser wird in verschiedenen Behältern oder der Zisterne gesammelt und wassersparend, am besten am kühlen Morgen, ausgebracht. Heimische Holz- oder Weidenzäune bzw. Steine für Mauern und Platten aus der Region wirken natürlich. Durch kurze Transportwege sind sie umweltfreundlich.

Sonnenblumen bieten Vogelfutter

 

Naturgarten bedeutet nicht Wildwuchs

Unordnung und Wildnis wird durch behutsame, korrigierende Pflegeeingriffe vermieden. Ist der Garten richtig angelegt und eingewachsen, sind die Arbeiten überschaubar. Früher waren die Gärten zu sehr gepflegt. Dabei wurde vielfach Torf und „Kunstdünger“ eingesetzt, sowie Wege mit Herbiziden abgespritzt. 
Die heutigen Gartenflächen sind kleiner, parzelliert, abgegrenzt, neuerdings verschottert oder zugepflastert. Daher müssen wir aktiv für Grün und Biodiversität sorgen.

 

Bedeutung des Gartens steigt

Der eigene Anbau von Obst und Gemüse hat zugenommen. Durch die Corona-Pandemie hat der Garten generell an Bedeutung gewonnen, auch zur Erholung und Entspannung. Freude stellt sich ein, wenn wir Schmetterlinge, Libellen, Hummel, Bienen inklusive Wildbienen erleben, die Vögel ihre Junge füttern, ein Igel durch den Garten streift, Eidechsen die warmen Steine der Gartenmauern oder sonnigen Steinhaufen aufsuchen. Dies alles ist im Naturgarten möglich, nicht jedoch auf Schotter- und Kiesbeeten, die zusätzlich noch mit Schutzfolien unterlegt sind. Sie sehen monoton aus und erhitzen sich stark. Hier fehlen schattenspendende Bäume und das gesamte Grün, welches der CO2-erhöhung entgegenwirkt.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Herbstlaub: wertvoll im Garten

Zu schade für die braune Tonne - und unter dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft im Garten sollten wir das Laub nutzen, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Beim Abbau des Laubes durch Regenwürmer, Käfer, Asseln, Pilze und Mikroorganismen entsteht organische Substanz, deren Nährstoffe den Pflanzen im nächsten Jahr wieder zur Verfügung stehen.

Hier muss Laub entfernt werden


Falllaub auf intensiven wie auch extensiven, kräuterreichen Rasenflächen muss entfernt werden, damit die Gräser über Winter Licht und Luft bekommen und weder ersticken noch faulen. Neben dem wöchentlichen Wegrechen können Ende Oktober mit der letzten Mahd durch hoch eingestellte Rasenmäher zugleich die aufliegenden Blätter mit entfernt werden. Das hat den Vorteil, dass das Laub zugleich zerkleinert und mit dem Rasenschnitt vermischt wird. So setzt es sich schneller um.

In Teichen wird eingewehtes Laub herausgenommen. So kommt es nicht zu einer unerwünschten Nährstoffzufuhr mit folglich verstärktem Algenwuchs im kommenden Jahr.
Auch Gehwege werden von Blättern befreit, um Rutschparteien auf feuchtem oder gefrorenem Laub zu vermeiden.

Hier wird Laub ausgebracht


Auf die Kompostmiete(n) kommt eine dünne Schicht Blätter bzw. des Rasen-Laubgemisches. Neben dem Kompostplatz kann ein Laubhaufen angelegt werden. So können während des Winters auf der Kompostmiete immer wieder Schichten von Laub über andere Garten- bzw. kompostierbare Küchenabfälle bzw. Holzhäcksel von Gehölzschnitt gestreut werden können.


Laubhaufen werden an verschiedenen Stellen im Garten angelegt als Rückzugsort für Insekten und Igel – am besten in Nähe von Hecken und Stauden und sowohl an schattigen wie sonnigen Stellen.

Haben Sie immer noch Laub übrig, lässt es sich in dünnen Lagen zwischen Stauden, deren Blätter und Stängel nicht abgeschnitten werden, oder auf abgeräumten Gemüsebeeten verteilen. Nun schützt es den Boden vor starkem Frost, aufkeimendem Unkraut und Austrocknen im Frühjahr.

Im Freien überwinternde Containerpflanzen oder frostsensible Gehölze wie Feige, Kaki lassen sich mit diesem natürlichen Rohstoff vor Frost schützen. Die Basis dieser Pflanzen wird mit trockenem Laub eingepackt. Dem Verwehen beugen aufgelegte Tannenreisig bzw. andere Zweige aus dem Garten vor.

Weitere Hinweise


Krankes Falllaub, z.B. Sternrußtau an Rosen oder Blattbräune am Buchs gilt es zu entfernen, um Neuinfektionen im nächsten Jahr einzudämmen.


Laub, aber auch Bewuchs und Fallobst an Baumscheiben von Apfelbäumen beseitigen, um Mäusen, die über Winter an jungen Wurzeln nagen, weder Deckung noch Nahrung zu geben.

Bei der Überwinterung von Kübelpflanzen auf dem Balkon besteht die Möglichkeit, diese in einen größeren Karton oder Container zu stellen und die Zwischenräume mit trockenem Laub als Isoliermaterial zu füllen.

Verzichten Sie auf Laubsauger, da sie Nützlinge mechanisch schädigen können. Sofern das aufgesammelte Laub auch noch aus dem Garten entfernt wird, verringern Sie die Population dieser wichtigen Gartenhelfer erheblich.

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Feldsalat – beliebt im Herbst und Winter

Feldsalatjungpflanzen in Erdpresstöpfen lassen sich schnell pflanzen und später mindestens genauso schnell ernten.

Sommergemüse haben ihren Dienst im Garten getan. Herbstliche Temperaturen sorgen dafür, dass die Kultur zu Ende geht und keine Ernte mehr zu erwarten ist. „Nun gibt es freie Plätze im Gemüsebeet“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und empfehlen Feldsalat als Nachfolgekultur.

Feldsalat ist mit seinem leicht nussigen Geschmack ein typischer Herbst- und Wintersalat. Schnell werden leere Plätze im Garten wieder begrünt, was auch noch dem Boden nützt.

Feidsalatjungpflanzen lassen sich bequem ins Beepflanzen entweder im Erdtopf oder in Multitopfplatten 

 

Minisalate im Garten anbauen

Von jetzt an können Sie Feldsalat säen oder pflanzen. Während des ganzen Septembers können Sie noch aussäen, bevor es für die Keimung zu kalt wird. Die Aussaat erfolgt in der Regel in Reihen. Dann bleibt dazwischen Platz zum Hacken und Unkrautentfernen. Alternativ können Sie Feldsalat bis Mitte Oktober im Freiland und danach noch im Gewächshaus pflanzen. Dort ist in milden Wintern der Anbau sogar durchgängig bis ins Frühjahr möglich. Wird es draußen kalt, schützen Sie den Feldsalat im Beet und im Gewächshaus mit einer Vliesabdeckung. Somit stockt er nicht zu stark im Wachstum. Übrigens: Wer keinen Garten hat, kann Feldsalat auch problemlos im Blumenkasten anziehen.

Feldsalat wird in vielen Gärtnereien und manchen Gartencentern in Erdpresstöpfchen angeboten. Hierbei sind mehrere Samenkörner in einem gepressten Erdwürfel gekeimt. Wie auch bei anderem Salat setzen Sie die Presswürfel mit den Jungpflänzchen so ins Beet, dass nur etwa die Hälfte der Erdwürfel bedeckt ist. Die Salatpflänzchen liegen so auch während des Wachstums nicht auf der Erde auf. Dies beugt Fäulnis vor.

Feldsalatpflanzen in Erdpresstöpfchen lassen sich leicht pflanzen

 

Sie möchten selbst in kleinen Töpfchen anziehen? Nehmen Sie eine Multitopfplatte mit drei Zentimeter Topfgröße (oder ähnliche Gefäße), füllen diese mit Aussaaterde und legen jeweils bis zu sieben Samen hinein. Drei Wochen später lassen sich die kleinen Pflanzenbüschel auspflanzen. Unschlagbar bei gepflanztem Feldsalat ist die schnelle und saubere Ernte. Mit einem Messer schneidet man die fertigen Salatbüschel einfach weg. Die Mini-Salate bleiben kompakt und fallen nicht auseinander. Erd- und Sandkörnchen im Salat sind auf ein Minimum reduziert, was Sie beim Waschen bemerken werden.

Beim Feldsalat dauert es von der Aussaat bis zur Ernte nicht sehr lange - bei milder Witterung nur wenige Wochen. Deshalb ist ein satzweiser Anbau ratsam. Dann können Sie regelmäßig ernten und werden nicht von Feldsalatmassen überhäuft. Selbst kleine Leerstellen im Gartenbeet können so genutzt werden. Eine Vliesauflage nach der Aussaat beschleunigt das Keimen.

Leider kann der Echte Mehltau Probleme bereiten und den Feldsalat schädigen. Achten Sie deshalb auf einen luftigen, nicht ganz vollsonnigen Standort und säen bzw. pflanzen Sie nicht zu dicht, damit eine schnelle Abtrocknung der Blätter gewährleistet ist. Kaufen Sie nur Saatgut mit toleranten Sorten.

Unterschiedlicher Wuchs bei gesäten Feldsalat gepflsnzter Feldsalat wächhst gleichmäßiger

Feldsalat im Herbst und Winter

Feldsalat besteht aus kleinen einzelnen Blattrosetten. Er eignet sich daher gut für Einzelpersonen oder für Mischungen mit anderen Salaten oder Salat-Gemüsen, denn es können auch nur wenige (und daher immer frische) Feldsalate geschnitten werden. Durch den Anbau ab Spätsommer und durch die kalte Jahreszeit hinweg sind die Blätter meist etwas härter als Kopfsalat. Auch schmecken sie meist kräftiger und lassen sich daher gut mit Nüssen, aber auch Apfel, Birne und Möhre kombinieren.

Einfachen Ernten von Feldsalat im Hochbeet

Bis zu Ernte tut der Feldsalat einen wichtigen Dienst für den Gartenboden. Noch vorhandener Stickstoff im Boden wird zum Wachstum der Pflanze genutzt und über den Winter nicht ausgewaschen. Feldsalat eignet sich deshalb auch als Gründüngung. Er bedeckt die Erde und verhindert Bodenerosion durch seine verzweigten Wurzeln. Feldsalat in Reihe gepflanzt ist pflegeleichter. Möchte man ihn gezielt als Gründüngung nutzen, ist auch eine breitwürfige Aussaat denkbar. Dann schneidet man zum Ernten immer wieder die größten Röschen heraus. Überwinterte Pflanzen blühen im Frühjahr und samen aus oder man sammelt die Samen für den nächsten Herbst.

Im milden Winter kann im Kleingewächshaus Feldsalat durcggängig angebaut werden

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

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Dunkle Beeren im Trend

 

Dunkle Beeren besitzen durch ihre Inhaltsstoffe einen hohen Gesundheitswert. Jetzt reifen viele dieser Früchte im Garten, die roh oder verarbeitet genutzt werden können, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Auch wenn manche recht herb schmecken, in Kombination mit milden Früchten wie Apfel, Birne und ,Zwetschge

Reife Brombeeren lassen sich leicht von der Pflanze lösen

 

 

Brombeeren

 

Die ersten blauschwarzen Früchte der Himbeer-Verwandten sind schon erntereif. Doch die dunkle Farbe allein sagt nichts über die Reife. Erst wenn sich die Beere ganz leicht, ohne zu reißen, von der Pflanze lösen lässt ist die schmackhafte Süße erreicht. Deshalb ist ein mehrmaliges Durchpflücken wichtig. Auch eine einzelne Pflanze liefert über mehrere Wochen ständig frische Früchte zum Naschen. Benötigt man für die Verwertung mehr Früchte, so lassen sie sich gut einfrieren.

Manche, vor allem ältere Brombeer-Sorten, besitzen teilweise sehr starke Stacheln, die das Ernten erschweren und deshalb nicht sonderlich beliebt sind. Doch längst auch sogenannte „dornenlose“, bei denen neuerer Sorten auch mit gutem Geschmack überzeugen. Es sind dies z.B. die frühreifende ‘Loch Tay‘ sowie ‘Loch Ness‘, ‘Asterina‘ und ‘Navaho‘. Alle bilden keine langen Ranken und lassen sich gut als Fächer am Spalier ziehen. Somit finden sie auch in einem kleineren Garten einen Platz.

Trauben


Tafeltrauben aus dem eigenen Garten

 

Ebenfalls an einem Spalier lassen sich Tafeltrauben ziehen. Mit einem kräftigen Schnitt im zeitigen Frühling, Pflegemaßnahmen während des Sommers und einer geeigneten Sorte lassen sich wohlschmeckende Trauben mit dunklen Beeren erzielen. Achten Sie auf die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Die bekannte Sorte ‘Muskat Bleu‘ zeigt selbst in Jahren mit hohem Befallsdruck kaum Schädigungen durch Echten und Falschen Mehltau. Außerdem ist sie allgemein sehr robust und eignet sich auch für Standorte, die kein Weinbauklima aufweisen. Eine blaue kernlose Alternative ist ‘Venus‘.

 

Organzasäckchen schützen die Tafeltrauben vor Vogel und Wespenfraß,aber auch vor der Kirschessigfliege .

 

 

Wildobst mit dunklen Früchten

 

In kleineren Gärten oder sogar in großen Kübeln findet man die Schwarze w oder Aronia. Die Früchte besitzen ein hohes Maß an sekundären Inhaltsstoffen, wodurch oft von ihr als „Superfood“ gesprochen. Erntet man die kleinen, fast schwarzen, kugeligen Beeren zu früh schmecken sie nicht sehr ansprechend (fad, sauer). Da jedoch kein Pilzbefall auftritt, kann man die Früchte noch hängen lassen bis sie beginnen leicht einzutrocknen. Dann nimmt der Zuckergehalt zu. Ein Rohgenuss der herben Früchte ist möglich, doch oft werden die Früchte zur Verwendung zu Fruchtaufstrichen und Säften mit milden Obstarten gemischt. Getrocknet eignen sich die stark färbenden Früchte auch im Müsli.

 

Dieses Jahr die Reife zwei Wochen später: Aroniabeeren am Strauch.

 

In großen Dolden hängen die Früchte des Schwarzen Holunders am Großstrauch oder kleinem Baum. Doch die Beeren dürfen nicht roh verzehrt werden. Vor allem als Saft oder Fruchtaufstrich finden sie Verwendung und in Mischung mit anderem Obst wird der Geschmack milder.

Aroniabeeren für Fruchtaufstriche oder getrocknet für Müsli.

Ernte nicht ganz ungetrübt

 

Dunkle Früchte ziehen leider die Kirschessigfliege an und die Witterung tut das Übrige. Bei kühlen Temperaturen und hoher Luftfeuchte fühlt sich das Tier besonders wohl und schädigt durch die Eiablage sowie später durch den Larvenfraß reife und zunächst gesunde Früchte.

Manchmal werden auch Aroniabeeren von der Kirschessigfliege befallen. Feinmaschige Organzasäckchen bieten Schutz.

Reife Holunderbeeren für Saft und Aufstriche, doch vom Rohverzehr wird abgeraten.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, 

 

 Leere Beete wieder grün – Gründüngung

 

Ziel ach im Gemüsegarten immer bedeckte Beete. Gründünnung eignet sich, wenn die Gemüse schon abgeerntet sind.

 

So langsam endet der Sommer. Manche Gemüse sind abgeerntet und hinterlassen leere Beetflächen. „Doch der Boden sollte nicht kahl und unbedeckt bleiben“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Bewährt hat sich die Pflanzung bzw. Aussaat von Herbstsalaten, Spinat, Feldsalat und Radieschen. Für größere Flächen eignet sich aber auch die Einsaat einer Gründüngung, die im Herbst und Winter die Beete bedeckt

 

Blühender Buchweizen ist ein willkommen Bienenweide

 

Die Gründüngung bringt Vorteile

 

Die Pflanzen begrünen die Beete und verbessern gleichzeitig den Boden. Sie beschatten ihn, schützen vor Erosion, Verschlämmung und Verkrustung. Durch den Bewuchs unterdrücken sie außerdem das starke Auftreten verschiedener Unkräuter. Noch im Boden vorhandene Nährstoffe werden durch die Gründüngungspflanzen gebunden und vor Auswaschung bewahrt. Tiefwurzelnde Pflanzenarten bewirken langfristig eine tiefgründige Bodenlockerung. Mit einer Gründüngung können Sie zugleich Humusgehalt und Bodenfruchtbarkeit erhöhen, Krümelstruktur und Wasserhaltefähigkeit verbessern sowie Bodenleben fördern

 

Gelbsenf wächst sehr rasch.Er kann als Gründüngung eingesetzt werden wo wenig Kohl angepflanzt wurde.

 

 

Gründüngung im Spätsommer und Herbst

 

Säen Sie noch Ende August oder Anfang September Phacelia, Buchweizen, Gelbsenf, Ringelblumen und andere blühende Gründüngungsarten, so erfreuen sie uns bei einem langen und milden Herbst mit bunter Fröhlichkeit. Die Blüten sind zudem noch eine wichtige Nahrungsquelle in den letzten Monaten des Jahres für verschiedene Insekten.

 

Die Winterackerbone kann noch spät im Oktober gesät werden.

 

Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee eignen sich ebenfalls zur Aussaat im September. Winterroggen, der besonders günstig für die Einsaat im Gemüsegarten ist, lässt sich sogar noch Anfang Oktober in den Boden bringen. Achten Sie im Gemüsegarten bei der Wahl der Grüneinsaat auf die Fruchtfolge. Verwenden Sie möglichst keinen Senf, Ölrettich und Raps, wenn Sie viel Kohl, Rettich oder Radies im Garten anbauen. Sie gehören zur selben Familie der Kreuzblütler.

 

Winterroggen gehört zu den Gründüngungspflanzen,die noch im späten Herbst gesät werden können.

 

Allgemein können winterharte Gründüngungspflanzen noch bis in den Oktober ausgesät werden. Sie bilden und teilweise verholzende Teile, die den Boden über den Winter schützen. Das Einarbeiten im Frühjahr ist dann jedoch oft schwierig. Die Pflanzenreste werden deshalb herausgerissen und kompostiert. Alternativ mähen Sie sie ab und graben die Flächen mit einem flach gehaltenen Spaten wenige Wochen vor der Beetnutzung um. Übrigens eignen sich Feldsalat, Winterportulak und Spinat auch als Gründünger. Säen Sie besser in Reihe und nicht breitwürfig, um noch Hacken und Jäten zu können. Je nach Bedarf können Sie Ihr Gemüse ernten. Nehmen Sie dazu immer wieder die größten Pflanzen, damit sie nicht zu dicht stehen. Der Rest wird im Frühjahr vom Beet entfernt oder flach eingearbeitet

 

Mit Winterroggen bleiben die Beete auch im Winter grün.

 

Frostempfindliche Gründüngungspflanzen, die durch die Kälte vertrocknet bzw. abgestorben sind, bleiben noch als Mulch auf dem Boden liegen. Pflanzenreste werden im Frühjahr eventuell abgerecht und kompostiert oder auch flach untergegraben.

Roggen durchwurzelt den Boden gut, er kann noch spät im Jahr eingesät werden.

Die Roggenpflanzen werden im zeitigen Frühjahr flach unter den Boden eingearbeitet.

 

Im Frühherbst arbeitet man Pflanzen grundsätzlich nicht ein. Die Verrottung setzt wertvolle Nährstoffe frei, die ausgewaschen werden könnten. Lediglich bei schweren Böden ist noch ein Umgraben im Dezember kurz vor dem Durchfrieren des Bodens möglich. Oder man lässt die Gründüngung einfach bis zum Frühjahr stehen.

Einarbeiten der Gründüngung im Frühjahr. Dies fördert das Bodenleben und setzt schließlich Nährstoffe frei.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbäau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie1