Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.

Gehölzschnitt – jetzt ist die optimale Zeit dafür!

Im laublosen Zustand lässt sich der Wuchs der Obst- und Ziergehölze gut erkennen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum der Spätwinter eine gute Zeit für den Baum- und Strauchschnitt ist.

Schnittmaßnahmen sind wichtige Pflegemaßnahmen für die Pflanzengesundheit. Sie halten die Gewächse vital und fördern den Austrieb.

 

Warum ein Gehölzschnitt?

Dieser Hartriegel wurde gekappt.Er treibt viele dünne Äste.Es muss ausgelichtet werden

Zier- und Beerenobststräucher bilden ohne Schnitt vergreiste, verkahlende Triebe, dichte Stöcke und weniger Blüten. Bei jährlichem Schnitt erfolgen die Eingriffe moderat. Das Gehölz behält eine günstige Struktur, üppige Blütenpracht und verbesserte Fruchtqualitäten.

Für einen locker aufgebauten Strauch lichtet man vor allem im Inneren aus. Dabei werden ältere, dicke, aber auch kranke, hoch geschossene und zu schwache Triebe direkt über dem Boden abgeschnitten. Zu lange, bogig überhängende Teile werden am besten über einer tiefer liegenden Verzweigung zurückgenommen. Generelles Einkürzen aller oder zu langer Triebe würde eine starke Neutriebbildung und eine dichte Verzweigung an den Strauchspitzen auslösen. Früchte mit guter Größe und Qualität erhält man beim Beerenobst, wenn die Sträucher noch vor der Blüte gut ausgelichtet sind, dafür jedoch kräftige ein- bis dreijährige Triebe besitzen.

Gehölzschnitt nicht früher

locker aufgebaute freiwachsende Hecke mit Hartriegel und Haselnuss älteste Triebe werden herausgenommen

Viele Sträucher besitzen einen schönen Fruchtschmuck, der auch über den Winter an den Pflanzen verbleibt. Die oft farbigen Beeren zieren die kahlen Zweige. Die Früchte dienen aber auch den heimischen Vögeln als wichtige Nahrungsquelle in der kargen Zeit. In einem Naturgarten findet man häufig mehrere fruchtragende Gehölze.

Größere Schnittwunden an Bäumen können Eintrittspforten für Pilze und Bakterien (z.B. Obstbaumkrebs, Bakterienbrand, Rotpustelkrankheit). Findet der Schnitt bereits von November bis Januar statt, steigt die Befallsgefahr, da die Wunden über den Winter, also mehrere Monate, nicht heilen. Auch Frost wirkt auf die Wunden ein und kann diese stärker schädigen. Zudem können der Knospen nahe der Schnittstelle erfrieren oder austrocknen. Bei späteren Schnittzeitpunkten stehen die Gehölze bereits „im Saft“ und können Infektionen besser abwehren. 

Nur wenige Ziersträucher benötigen einen stärkeren Schnitt. Hierbei werden im März die letztjährigen Triebe, die noch Blütenreste enthalten, auf einen Stummel mit drei bis fünf Augen zurückgenommen. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Sommerflieder, Blauraute, Bartblume und Zwergspiere.

Gehölzschnitt im Garten mit geeignetem Wekzeug werden auch Bäume stark geschnitten


Gehölzschnitt nicht zu spät

Starker Rückschnitt dieser Baum treibt wieder neue Triebe.

 

Große Schnitteingriffe an Bäumen, Sträucher und vor allem Hecken dürfen nach dem 28. Februar nicht mehr durchgeführt werden. Dies gilt für das „auf Stock setzen“ sowie das komplette Entfernen der Pflanzen. Das Auslichten, der fachgerechte Rückschnitt oder der Formschnittschnitt sind hingegen erlaubt. In diesem Fall sollten Sie Hecken und Ziersträucher bis Mitte März schneiden, bevor Vögel ihre Nester bauen. Sie werden sonst auf der Suche nach Nistmöglichkeiten oder beim Nestbau in Hecken, Bäumen und Sträuchern gestört.

Sie wollen veredeln? Jetzt ist der allerletzte Zeitpunkt für das Schneiden der Edelreiser gekommen, da bald der Saftanstieg und Austrieb der Gehölze erfolgt.

Auch Buchskugeln vertrageb starke Rückschnitte.Dies ist auch sinnvoll wenn der Buchsbaumzünsler gewütet hat.

Zeit für den Rebschnitt

Ein Rebstock zur Bergrünung einer Pergola.Dann braucht man mal die Leiter für den Rebschnitt.

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Wir warten auf das Frühjahr Gartenarbeiten im Februar

Noch mitten im Winter können wir den Frühling kaum erwarten. Gerade weil der Lockdown uns immer noch fest in Griff hat, wünschen wir uns Betätigung draußen im Garten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Gartenarbeiten im Februar.

Witterungsbedingt sollte klar sein, dass nicht alle Arbeiten zu jeder Zeit durchführbar sind. Und doch kann man sich auch bei widrigen Zeiten gut mit dem Garten beschäftigen.

Der Garten im Februar

Die Blüten der Chinesische Winterblüte duften stark nach Vanille


Nicht überall ist es grau und trist. Gehen Sie mit offenen Augen durch den Garten. Erste Winter- und Vorfrühlingsblüher zeigen ihre Knospen und Blüten. Ganz unten in Bodennähe blühen Winterling, Schneeglöckchen und Vorfrühlings-Alpenveilchen. Und auch Duft liegt in der Luft: zitronenartig riechen die cremeweißen Blüten der Winter-Heckenkirsche Lonicera purpusii. Ebenfalls duftende Blüten besitzen die Chinesische Winterblüte Chimonanthus praecox, der Winterschneeball Viburnum x bodnantense‘Dawn‘ und der Duftschneeball Viburnum farreri. Und das war noch nicht alles. Welche Blüten entdecken Sie in Ihrem Garten? Gehölze und Gräser zeigen in der laublosen Zeit ihre Wuchsstruktur. Bei Schnee kommt diese stärker zu Geltung.

Der versierte Gemüsegärtner erntet auch im Winter noch. So steht ganz hoch im Kurs der Feldsalat. Ihn können Sie nach Bedarf schneiden. Unter Vlies stehen oft noch Zuckerhut und Radiccio. Sind die unansehnlichen Blätter entfernt, hat man noch feste kleine Köpfe. Auch Lauch, Rosen- und Grünkohl bereichern den Speiseplan. Brauchen Sie Lagergemüse wie Möhren, Rote Bete und Kürbis auf.

rosa Blüten des Schneeballs Viburnum bodnantense

 

Wenn es das Wetter zulässt……

Bei trockener Witterung und die Temperaturen nicht unter minus fünf Grad liegen können Sie mit dem Rückschnitt beginnen. Herbsthimbeeren schneiden sie bis zum Boden ab. Damit besteht keine Gefahr der Ansteckung durch die Himbeerrutenkrankheit. Schneiden Sie wenige Zentimeter über der Erde, treiben verbliebene Augen bald aus und blühen für die Ernte ab August bereits im Juli. Auch Kernobst- und Beerenobst, falls nicht gleich nach der Ernte geschehen, bekommen nun ihren Rückschnitt. Für eine reiche Traubenernte ist der jährliche Rebschnitt jetzt wichtig. Entfernen Sie immer auch Fruchtmumien an den Obstgehölzen. So reduzieren Sie den pilzlichen Infektionsdruck für die neue Saison.

Auch wenn der eigentliche Rosenschnitt erst im März oder April erfolgt, können Sie jetzt dicke vergreiste Triebe von Strauchrosen, die mit Moos oder Flechten bewachsen sind, komplett oder bis auf wenige Zentimeter entfernen. Schlafende Augen werden schon zum Austrieb angeregt. Starke Schnittmaßnahmen und „auf Stock setzen“ von Hecken und anderen starkwachsenden Gehölzen sollten aus Naturschutzgründen bis Ende Februar beendet sein.

dekorative Gräser im Winter

 

Beginnen Sie langsam den Rückschnitt von Stauden und Gräsern, wenn milde Temperaturen angesagt sind. Lassen Sie jedoch Schnitt-Material in Reichweite liegen, das eventuell als Kälteschutz für die Neuaustriebe dienen kann.

Schützen Sie Immergrüne vor Wintersonne und kalten Winden mit Strohmatten oder ähnlichem. Gießen Sie bei Trockenheit und nicht gefrorenem Boden. Die grünen Blätter und Nadeln verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser.

Sobald der Boden abgetrocknet ist, können Umpflanzaktionen von Gehölzen und Stauden sowie Neupflanzungen erfolgen. Baumscheiben werden aufgehackt und von Bewuchs befreit. Moose und Flechten können von alten Baumstämmen abgebürstet werden. Nistkästen werden spätestens jetzt gereinigt bzw. zusammen mit Insektenhotels neu aufgehängt.

Rebschnitt im Winter auf kurze Zapfen mit bis zu ein bis zwei Augen

Und was sonst noch?

Begutachten Sie Ihre Kübelpflanzen und achten Sie auf Schädlinge. Der Rückschnitt sowie das Umtopfen in neue Kübelpflanzenerde fördern zusammen mit einem helleren Standort ein kräftiges Austreiben.

Paprika und Chili sowie Aubergine und Artischocke haben eine lange Anzuchtdauer, weshalb die Aussaat an der Fensterbank schon im Februar beginnt. Tomaten sät man erst Mitte März, Zucchini, Kürbis und Gurken noch viel später.

Eigene jungpflanzenanzucht Paprika-Sämlinge

 

Lust auf frisches Grün? Ganz schnell geht es mit der Aussaat von Kresse auf der Fensterbank. Nach einer Woche lassen sich die würzigen grünen Blättchen verwenden. 

Nutzen Sie außerdem die ruhige Zeit, um in Zeitschriften, Saatgutkatalogen und Gartenbüchern zu schmökern, um sich Ideen für die neue Saison zu holen. Machen Sie den Aussaat- und Pflanzplan für den Gemüsegarten und besorgen Sie sich das Saatgut.

Kresse in verschiedenen Entwicklungsstadien frisch gesät nach drei Tagen und Erntereif

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Die Stechpalme - zauberhaft den ganzen Winter

Stechpalme

Erinnern Sie sich noch an die roten Weihnachtskugeln am Baum? Die Zweige der Stechpalme mit den derben grünen Blättern und roten Früchten bieten diese Zierde in kleiner Form den ganzen Winter. Immergrüne Pflanzen sind in der laublosen Zeit besonders reizvoll.

Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Stechpalme vor, denn die heimische Stechpalmen-Art Ilex aqulifolium wurde zum Baum des Jahres 2021 ernannt. Schon fast verschwunden, haben sich die Wildvorkommen in Deutschland wieder etwas erholt.

Porträt der Stechpalme

Ilex aquifolium ist die in Mitteleuropa heimische Art. Man findet sie als schwächer wachsenden Waldbaum auf leicht sauren bis neutralen und nicht zu trockenen Böden. Durch die Bildung von Wurzelschossen breitet sich die Pflanze im Unterholz von Buchenwäldern aus. Somit eignet sich die Stechpalme, auch Hülse genannt, besonders für halbschattige und schattige Bereiche.

In sehr kalten Gebieten kommt die sie nicht vor, da die Pflanze besonders in ihrer Jugendzeit frostempfindlich reagiert. Optimal für das Wachstum sind milde Winter und ausreichend hohe (Sommer-)Niederschläge. Man könnte meinen, dass der Klimawandel dem zähen Ilex zugute kommt. Doch die für die Stechpalme gefährlichen Spätfröste nehmen zu. Und ganz oft ist die lange Sommertrockenheit in vielen Gebieten ein großes Problem.

Dunkelgrüne, ledrige und stechende Blätter, die das ganze Jahr an der Pflanze verbleiben sind ein wesentliches Merkmal. Die ganze Pflanze ist giftig, doch nicht für Vögel. Die (meist) roten Früchte an den weiblichen Pflanzen sind ein willkommenes Futter im Winter. Bienen erfreuen sich an den recht unscheinbaren weißlichen Blüten im Mai. Besonders viel Pollen besitzen die Blüten der männlichen Pflanzen.

Stechpalmen im Garten

 

In Parks und Gärten findet man Ilex als Ziergehölz. Doch dort ist stehen weniger die heimische Art, vielmehr andere immergrüne Arten mit unterschiedlichen Blattformen, Wuchsgrößen und Wuchsformen. Mal ist die Stechhülse ein prägendes Solitärgehölz, mal kann sie als Heckengehölz verwendet werden. Sorten des stadtklimafesten Ilex crenata (Japanische Hülse) können Sie an geeigneten Standorten als Buchsersatz pflanzen. Diese besitzen kleinere Blätter und vertragen auch einen Formschnitt gut.

Neben den Sorten mit dunkelgrünen Blättern zieren andere mit goldgelben oder weißen Panaschierungen (Färbungen). Auch sind die Blätter der Stechhülsen nicht immer dornig. Viele Arten bzw. Sorten besitzen glattrandiges Laub. 

Wünschen Sie üppigen Fruchtschmuck als Zierde im Garten? Dann bedenken Sie beim Einkaufen der Pflanzen, dass Ilex zweihäusig ist. Nur weibliche Pflanzen bilden die Früchte in rot, braun oder schwarz, wozu aber eine männliche Pflanze als Bestäuber erforderlich ist.

Nicht nur das Klima mit Frösten und Trockenheit schränkt die Pflanzungen im Garten ein, entscheidend ist auch der Boden. Dieser sollte leicht sauer sowie humos, nährstoffreich und durchlässig sein. Weißt er einen hohen pH-Wert auf, entstehen Chlorosen (Blattaufhellungen). Bei Einzelpflanzungen sind Bodenverbesserungen möglich.

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Winterportulak – frisches Grün im Winter

Frisches Grün zum Genießen im Winter Winterportulak

 

Frisches vitaminreiches Grün auf dem Teller auch in der kalten Jahreszeit? Das geht mit dem Winterportulak. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das wenig bekannte Blattgemüse vor.

Während viele Wintergemüse wie Kohl und Möhren aus dem Lager kommen, werden die grünen Blätter des Winterportulak stets frisch geerntet. Noch frischer kommen sie aus dem eigenen Garten.

Ein Blattgemüse mit vielen Namen

Als Postelein, Kuba-Spinat und Tellerkraut tritt der Winterportulak ebenfalls in Erscheinung. Sein botanischer Name lautet Claytonia perfoliata (oder auch Montia perfoliata). Der Winterportulak gehört zur Familie der Quellkrautgewächse. Zum Namensvetter Sommer-Portulak, der ebenfalls als Blattgemüse verwendet werden kann, besteht übrigens keine Verwandtschaft.

Der Geschmack der Blätter ist eher etwas nussig und säuerlich. Sie lassen sich, ebenso wie die zerkleinerten dünnen Blattstiele, als Salat oder Komponente in Mischsalaten, beispielsweise mit Feldsalat verwenden. Aber auch pur auf dem Butterbrot oder im Quark findet Postelein Liebhaber. Salat gedünstet? Mit dem Kuba-Spinat ist es möglich. Er lässt sich dann wie richtiger Spinat verwerten. Und zu Smoothies können Sie das frische Grün ebenfalls beifügen.

Da es sich beim Winterportulak um ein Blattgemüse handelt, ist eine Lagerung nur kurzzeitig möglich. Frisch geschnittene Blätter bleiben nur wenige Tage im Kühlschrank frisch. Wer aber auf den Geschmack gekommen ist, schätzt künftig den eigenen Anbau im Garten - an Frische nicht zu übertreffen.

 

Die grünen fäscherförmigen Blätter des Winterportulaks können nun geerntet werden

 

Winterportulak aus dem Garten

Die Anbaumöglichkeiten des Winterportulaks sind vielfältig: sei es im Gartenbeet, im Kleingewächshaus oder in Hochbeeten und größeren Gefäßen/Kisten. Voraussetzung ist ein feinkrümeliger Boden, denn die Samen sind sehr fein. Sie werden mit einem Reihenabstand von etwa 10 bis 20 und einer Reihentiefe von etwa einem halben Zentimeter gesät. Die Aussaat erfolgt im September und Anfang Oktober. Eine Einsaat im Gewächshaus ist noch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Somit eignet sich der Winterportulak wunderbar als Nachnutzung auf freien Beeten. In Kombination mit Feldsalatanbau im Gewächshaus haben Sie über die kalte Jahreszeit hinweg stets frisches Grün.


Die Ernte beginnt, je nach Aussaat, ab November. Schneiden Sie die fächerförmigen Blättchen auf den langen Stielen etwa einen Zentimeter über der Erde ab. Schon bald treibt die Pflanze aus dem „Herz“ nach. Bis zu viermal ist eine Ernte vor der Blüte möglich.

Auch wenn der Winterportulak Kälte gut verträgt, decken Sie die Pflanzen bei Kahlfrösten besser mit Vlies ab. Bei stärkeren Minusgraden färben sich die Blätter rötlich und verhärten. Bei Temperaturen um fünf Grad beginnt erneutes Wachstum des Kuba-Spinates. 

Ab März bilden sich Blüten. Dann heißt es schnell nochmals ernten oder Samen gewinnen. Lässt man die Samen reifen, säen sie sich leicht selbst aus. Dies könnte schnell zu einem unkontrollierten „Unkraut“ werden. Sie können die 


Samen aber auch gezielt ernten. Färben sich die ersten Samen dunkel, schneiden Sie die ganze Pflanze ab und hängen Sie diese luftig in einem Netzchen auf. Die Samen reifen nach und fallen in das feine Netz. So erhalten Sie eigenes Saatgut für den nächsten Herbst.

 

 

Blühender Winterporlak im Frühjahr die reifen Samen können gesammelt und im Herbst neu gesät werden 


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10 


 

Rosen im Winter schützen

Die Rosenvielfalt ist riesengroß. Deshalb findet man auch in fast allen Gärten ein oder mehrere Exemplare. Eigentlich sind Rosen recht robust. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Ratschläge, warum ein Winterschutz trotzdem sinnvoll sein kann.

Rosenschutz im Winter kann auch dekorativ sein. So mancher wird zum Verpackungskünstler, speziell bei Hochstammrosen. Übrigens lassen sich auch gut die Zweige des Weihnachtsbaumes verwenden. Fichtenreisig eignet sich jedoch nicht, denn die Nadeln fallen schnell ab.

Warum Rosen im Winter schützen?

Ältere, eingewachsene Strauch- und Beetrosen vor allem auch die robusten und wüchsigen Kleinstrauchrosen benötigen in wintermilden Gebieten in der Regel keinen Winterschutz mehr. Anders verhält es sich bei Neupflanzungen und Rosenhochstämmchen. „Winterschutz“ bedeutet Schutz im Winter. Das heißt, dass Schutzmaßnahmen nicht zu früh erfolgen sollten. Erst wenn eine längere Kälteperiode oder stärkere Fröste zu erwarten sind, werden die Pflanzen geschützt.

Das Anhäufeln der Rosr mit Erde iost besonders für Neupflanzungen Winter und Verdustungsschutz

Schutz benötigt die empfindliche Veredlungstelle. Bei einer fachgerechten Pflanzung der Rosen liegt die Veredlungsstelle etwa fünf bis acht Zentimeter unter der Erde und ist somit schon geschützt. Zusätzliches Anhäufeln mit Erde, aber auch mit Laub sowie Abdecken mit Nadelreisig ist möglich. Es schützt, nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Verdunstung und Wintersonne. Das Anhäufeln der Rosen mit Erde als Winterschutz ist in den ersten Jahren zu empfehlen. Bei älteren, unempfindlichen Rosensorten reicht dann ein Abdecken mit Koniferenzweigen.

Auch das Anhäufeln mit Laub schützt zusätslich die Veredelungstelle der Rose


Ist die kalte Zeit im zeitigen Frühjahr vorbei, wird der erste Schutz entfernt, damit die Pflanzen nicht zu bald austreiben und Spätfröste Schäden anrichten. Das Nadelreisig bleibt aber für Kälteeinbrüche in Reichweite liegen.

 

Stammrosen mit Winterschutz

Rosenhochstamm mit Jute umwickeln schützt vor Frostschäden

Komplizierter ist der Winterschutz bei Stammrosen. Die empfindliche Veredlungstelle liegt nämlich in luftiger Höhe, direkt unterhalb der Krone. Die Verdickung am Stammfuß ist keine Veredlung und bleibt bei einer Pflanzung etwa zehn Zentimeter über der Erdoberfläche.

Winterschutz bei Hochstammrosen

Als Winterschutz wird die Krone mit Vlies eingepackt, wobei das Vlies unterhalb der Veredelungsstelle zusammengebunden wird. Es eignet sich auch Jutegewebe oder anderes luftdurchlässige Material. Eventuell können im Kronenbereich zusätzlich Nadelzweige eingesteckt werden. Keinesfalls sollten Sie Folien verwenden, da diese keinen Luftaustausch zulassen und Fäulnis und Schimmel fördern. Oft sind die Kronen über den Sommer groß gewachsen, was eine optimale Verpackung verhindert. Ein leichter Rückschnitt zur Formgebung für ein einfacheres Einpacken der Krone ist möglich. Der richtige Rosenschnitt erfolgt wie bei anderen Rosen erst im Frühjahr.

Kletterrosen sind mit Schilfmatten vor Kälte und Wintersonne geschützt.

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Herbstliche Gärten mit Gräsern

Nackt sehen die Bäume und Sträucher aus, wenn ihr buntes Laub zu Boden gefallen ist. Doch ein Garten sieht auch im Spätherbst und Winter malerisch aus, wenn Gräser integriert sind, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Gräser sind sehr verschiedenartig. Durch ihre filigranen Strukturen verbinden sie andere Gartengewächse harmonisch zu einem Bild. In der Herbstsonne leuchten Tautropfen an den Halmen und Blütenständen. Spinnennetze, die zwischen den Halmen gesponnen wurden, sind mit Raureif bedeckt.

Gräser geben Struktur.Straff aufrecht schmücken sie den herbstlichen Garten

 

Gräser für Jeden

Die Gräservielfalt ist riesengroß. Selbst in kleinen Reihenhausgärten lassen sich bestimmte Arten und Sorten verwenden, genauso wie in großen, parkähnlichen Grundstücken. Sie können Mittelpunkt sein oder zarte Begleiter zu Stauden und Gehölzen. Abhängig von ihrer Art eignen sich Gräser für sonnige Rabatten, als Begleiter für Rosen, in Steppengärten und für Steingärten. Andere gedeihen auch im Halbschatten oder Schatten. Gräser treiben im Frühjahr oft spät aus. Erst im Sommer und Frühherbst erreichen sie ihre Pracht durch ihre Wuchsgröße und die Blütenstände. Horstbildende Gräser können je nach Wuchshöhe im Hintergrund, in der Mitte des Beetes oder auch im Vordergrund stehen. Sie setzen Akzente oder kaschieren manche Lücken.

Wunderschöner Herbst.Gras mit Regentropfen


Bunte Gräser

Manche Zierformen besitzen eine attraktive Blattfärbungen deren Farbpalette von Gelb über Rot zu Kupfer und Bronze reicht. Auch blaue, silberblaue und graue Farbtöne findet man. Andere Gräser bekommen eine regelrechte Herbstfärbung, wenn die Farben im Spätsommer und Frühherbst intensiv werden. Es gibt Sorten mit längsgestreiften oder quergestreiften, weißen oder gelben Bändern in den grünen Blättern.

Die Halme sommergrüner Gräser färben im Herbst oft gelb bevor sie verbräunen. Immergrüne wie Segge und Marbel zieren auch noch im Winter mit grünen Trieben. Beide Gras-Arten bleiben niedrig und vertragen Halbschatten und Schatten gut.

herbstliche Stimmung mit Gräsern


Bewegte oder ruhende Gräser

Gräser wie Chinaschilf, Ruten-Hirse und Diamantgras wachsen straff aufrecht. Sie schaffen einen formalen Charakter, wenn sie in Reihe gepflanzt werden. Überhängende, bogig wachsende Gräser dagegen verbinden unterschiedliche Pflanzenhöhen und kaschieren im Herbst unschön gewordene Stellen. Außerdem heben diese Gräser die

straff aufrechten und dunkelbraunen Samenstände der Sonnenhüte hervor. Dazu gehören Pfeifengräser, Lampenputzergras und Federgras.

die Samenstände des Chinaschilfes wehen im Wind


Gräserpflanzung und pflege

Auch wenn jetzt im Herbst Gräser besonders attraktiv sind, pflanzen Sie sie erst im Frühjahr, wenn der Gartenboden erwärmt ist. Auch das Teilen großer Horste und Neupflanzen sollte im Frühjahr geschehen. Es besteht die Gefahr, dass bei einem nassen Winter die Gräser faulen, da sie noch nicht richtig gewurzelt haben. Ausnahme: In Weinbaugebieten und bei durchlässigen Böden können Gräser, außer Pampasgras und Orientalisches Lampenputzergras, auch im Herbst gepflanzt werden. Die Böden sind noch warm, die Vegetationszeit ist durch den Klimawandel länger, bei einer Pflanzung bis Mitte November wurzeln sie noch ein. Wichtig ist dann evtl. Winterschutz mit dünner Laubschicht, wenn es doch sehr kalt werden sollte und Wässern, wenn der Winter trocken bleibt.

Duftig leicht sind die Samenstände des Federborstengrases

 

Noch bevor die neuen Triebe erscheinen schneidet man sommergrüne Gräser im zeitigen Frühjahr bodennah ab. Blätter und Fruchtstände bleiben über den Winter dekorativ und bieten Vögeln Nahrung aus den Samenständen. Bei Immergrünen entfernt man braun gewordenen Halme und Blätter.
Manche Gräser besitzen einen regelrechten Ausbreitungsdrang! Während horstbildende Arten nach einigen Jahren verjüngt werden, da sie von Innen verkahlen, können ausläuferbildende Arten schnell zu einem Problem im Garten werden, wenn man sie nicht aufhält. Andere Gräser samen sich aus und gehen im Garten auf Wanderschaft.

die Samenstände des Chinaschilfes wehen im Wind


 

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Süßkartoffel, Yacon und Topinambur: Tolle Knollen für den Winter

Gemüse aus dem eigenen Garten ist auch in den Wintermonaten beliebt. Dazu gehören Wurzel- und Knollengemüse. Doch es gibt weit mehr als Kartoffel, Sellerie, Möhre und Co. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen weniger bekannte Arten vor.

Wird es nachts kalt und legt sich erster Reif über die Landschaft, dann ist Zeit für die Ernte von Süßkartoffel und Yacon. Topinambur darf noch im Boden bleiben. Winterliche Gerichte mit tollen Knollen aus dem Garten genießt man in der kalten Jahreszeit.

 

Süßkartoffel oder Batate

Immer häufiger bauen Gemüseliebhaber die erstaunlich problemlose Süßkartoffel im Garten, im Hochbeet oder sogar in einem breiten Balkonkasten an. Die Ernte erfolgt meistens in einem Arbeitsgang, eine frische Ernte – vom Beet in den Kochtopf – wie bei der Kartoffel ist nicht möglich. Frisch geerntete Süßkartoffeln sind nämlich zunächst geschmacklos. Den richtigen Erntezeitpunkt bestimmt der erste leichte Raureif. Dann wachsen auch die Knollen nicht mehr weiter. Mit einer Grabgabel hebt man sie vorsichtig aus der Erde. Es ist gut, wenn der Boden nicht zu nass ist, dann klebt nämlich weniger Erde an den Knollen. Notfalls die Erde antrocknen lassen und abschütteln. Durch Mäuse angefressenes oder anders geschädigtes Erntegut wird aussortiert und zuerst verwertet. Bis zum „süßen“ Genuss dauert es nun aber noch ein bisschen. Es folgt das „Curing“, eine zweiwöchige Wärmephase bei gut 24 Grad nach der Ernte: Dies macht die Knollen lagerfähig und wandelt Stärke in Zucker um, was dann den süßlichen Geschmack ausmacht. Dabei härtet die Schale aus, die Knollen werden haltbar. Danach hebt man die Süßkartoffeln bei 12 bis 16 Grad auf - moderne Kellerräume, für Kartoffeln viel zu warm, sind für Süßkartoffeln nahezu ideal. Ist es zu kalt, faulen die Knollen leicht.

Lust zum Ausprobieren? Dann pflanzen Sie im nächsten Jahr ab Ende Mai ein paar Pflänzchen. Schnell bedecken sie das Beet mit langen Blätterranken, während sich im Boden die Knollen entwickeln.

Auch im Kistengarten wachsen Süßkartoffeln gut und bringen reiche Ernte

Yacon

Eher unbekannt ist Yacon. Verwandt mit Topinambur bildet die Pflanze den Sommer über eine imposante Grünpflanze, später erscheinen kleine gelbe Blüten. Diese werden von Bienen gerne besucht. Unterirdisch bildet sich ein verdickter Wurzelstock. Nach den ersten leichten Frösten, wenn sich die Blätter verfärbt haben, wird er vorsichtig aus dem Boden gehoben und geerntet. Anders als Dahlien sitzt in der Mitte eine kompakte Knolle, die ganz ähnlich wie bei Dahlien sehr gut bis ins nächste Jahr lagern kann. Die dicken, strahlenförmig verteilten walzenförmigen Wurzeln werden vorsichtig abgelöst, wie bei Süßkartoffeln gut zwei Wochen bei Zimmertemperatur gelagert und dann gegessen. Von Vorteil ist ein sandiger Boden, da die saftigen Wurzeln leicht brechen. Diese lagert man dann trocken und frostfrei. Verwendet werden die dicken Wurzeln roh, gekocht oder gebraten. Geschmacklich erinnern sie ein bisschen nach Melone und Birne. Wer keine Wurzelknollen hat, kann sich diese über Internetangebote bestellen. Später verwendet man dann seine eigenen für die Weitervermehrung. Nach den Eisheiligen erfolgt die Pflanzung in ein vorbereitetes lockeres Gartenbeet.

Mit der Grabgabel gelingt das Ernten der Süßkartoffeln


Topinambur

Während die zwei vorgenannten Gemüse nicht winterhart sind und rechtzeitig aus dem Boden müssen, ernten viele die Topinambur-Knollen erst zum Ausgang des Winters. Am besten erntet man nach Bedarf, weil die zarten Knollen auch im kühlen Lagerraum sehr schnell austrocknen und dann recht fade schmecken. Verwenden Sie besser die größeren Knollen, auch wenn sie nur gewaschen und nicht zwingend geschält werden müssen. Die Kleinen stecken Sie einfach wieder in die Erde. Dort bilden sie im nächsten Sommer stattliche Pflanzen mit gelben „Sonnenblumen-Blüten“, die im Spätsommer blühen. Wo es Topinambur gefällt vermehrt sich die Pflanze und breitet sich unterirdisch aus. Wer also nicht den ganzen Garten zugewuchert haben möchte, pflanzt die Knollen mit einer Wurzelsperre oder in ein großes Gefäß.

Leider lieben Mäuse die Süßkartoffel

die relativ gelben Blüte der imposanten Yacon-Pflanze werden gerne von Bienen besucht

 

Alle Drei….

…. lassen sich roh, gekocht und gebraten verwenden. Der Trend geht zu ausgefallenerem Gemüse, das im Garten oder in großen Gefäßen angebaut werden kann und den Speiseplan bereichert. In modernen Kochbüchern oder auch auf Kochseiten im Internet findet man eine Vielzahl kreativer Rezeptideen. Durch die Knollenbildung sind die Gemüse recht genügsam, pflegeleicht und auch für Garteneinsteiger geeignet.

Nach ersten leichten Frösten sterben die Blätter von Yacon ab Zeit füt die Ernte

frisch geerntete Yacon Wurzen brechen leicht und Müssen vorsichtig behandelt werden

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Kürbis - ein herbstliches Gemüse

Kürbisse vielfältig in Farbe, Form, Größe und Verwendung

 

Leuchtende und Kürbisse in unterschiedlichen Formen, Größen und Farben laden nun häufig an den Straßenrändern zum Kauf ein. Manch einer nutzt sie lediglich als Dekoration, doch sind viele Kürbisarten und sorten ein willkommenes Herbst- und Wintergemüse. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das vielseitige und pflegeleichte Gemüse vor.

Wer einen größeren Gemüsegarten oder Kompost besitzt, kann versuchen im nächsten Jahr selbst Kürbisse heranzuziehen. Schmackhafte Sorten bereichern den Speiseplan, Zierkürbisse dienen zur Herbstdekoration.

Achten Sie bei der Pflanzung auf ausreichend Abstand.Innerhalb eniger Wochen ist das ganze Beet bedeckt.

 

Kürbisse ernten

Die Kürbispflanze hat ihren Zuwachs nun beendet. Die Blätter verfärben sich gelb und sterben schließlich ab. Spätestens dann treten die herangewachsenen Kürbisfrüchte in den Vordergrund. Es ist Zeit für die Ernte. Färbt sich der Stiel braun und trocknet ein, wächst auch der Kürbis nicht mehr weiter. Die Früchte werden mitsamt einem Stielstück vorsichtig abgeschnitten und am besten ein paar Tage an einem trockenen Ort bei etwa 16 Grad Celsius gelagert. Die Schale reift nach und die Kürbisse bleiben haltbarer.

In der feucht-kalten Jahreszeit sind Kürbisse ein gesundes und wärmendes Gemüse. Besonders gerne werden dann Suppen gegessen. Aber auch als Kürbiskuchen, Kürbisspalten, Mus mit Weihnachtsgewürzen sowie in Fruchtaufstrichen gemischt mit Apfel und süß-sauer eingemacht findet das Herbstgemüse Verwendung.

Kürbisse eignen sich für herbstliche Dekorationen. Man verwendet Speise- oder Zierkürbisse. Große Früchte werden oft ausgehöhlt, die Hülle kunstvoll geschnitzt und schließlich mit einer Kerze zum Leuchten gebracht. Das ausgeschnittene Fruchtfleisch dient dann als Suppengrundlage. Es gibt sogar extra Kürbissorten für Halloween, die sich zwar gut bearbeiten lassen, aber nicht so gut schmecken wie die Speisesorten. Stehen die Kürbisse im Freien, achten Sie auf die Temperaturen. Fallen diese unter den Gefrierpunkt, benötigen die frostempfindlichen Früchte einen Schutz.

Ganz schnell haben die Kürbisranken das Gemüsebeet erobert.Aufkeimende Unkräuter haben keine Chance.

 

Kürbisse im Beet

Im Herbst sterben die Blätter ab und die Kürbisfrüchte liegen zur Ernte bereit.

 

Kürbisbeete sind pflegeleicht. Ab Mitte Mai werden die jungen Pflänzchen mit etwa einem Meter Abstand in das vorbreitete Beet gepflanzt. Sollten es die Temperaturen noch nicht erlauben, warten Sie besser noch ein paar Tage, denn Kürbisse sind wärmebedürftig. Wenn immer wieder eine dünne Schicht Rasenschnitt auf das Kürbisbeet gebracht wird, fördert dies das Bodenleben, schützt den Boden vor Austrocknung und liefert gleichmäßig Nährstoffe für die Pflanze nach. Vor allem während des Hauptwachstums benötigen Kürbisse ausreichend Wasser. Haben die Pflanzen erst einmal Fuß gefasst, überwuchern sie schnell das ganze Beet. Oft bilden sich an den Kürbisranken neue Wurzeln, die es der Pflanze erlauben mehr Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Aufkeimende Unkräuter werden unterdrückt und der Boden trocknet durch die Schattierung der Blätter nicht so schnell aus. Solange die Ranken saftig und die Blätter noch grün sind, bleiben Kürbisse an der Pflanze. Sie erhalten weiterhin Nährstoffe und der Geschmack verbessert sich.

Kürbisse eignen sich gut für Dekorationen im Freien.Bei Kälte muss man jedoch die Früchte schützen

 

Wer selbst Jungpflanzen anziehen möchte, sät ab Mitte April im Haus aus. Zur Keimung braucht der Kürbis Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad. Für Speisekürbisse verwenden Sie vorzugsweise gekauftes Saatgut. Meist sind es F1-Sorten, die bei einem eigenen Nachbau oft die „Kürbisfreude“ trüben, denn die selbstgezogenen Pflanzen aus dem eigenen Saatgut tragen meist Früchte, die nicht der Originalsorte entsprechen. Außerdem kann die Blüte von Zierkürbissen befruchtet werden, sodass die Nachkommen nicht genießbar sind.

dekratves Kürbis Gesicht für Halloween 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Erntefülle im Herbst

Überall da, wo noch kein Raureif die Beete bedeckt hat, steht der Garten in voller Pracht. „Der Herbst ist eine erntereiche und farbige Zeit“, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Der Sommer geht zu Ende und der Herbst durchdringt den Garten.

Die heißen Tage des Sommers sind vorüber. Der Herbst bringt feuchte Luft und kühle Temperaturen, teilweise stärkeren Wind. Bevor der Garten in den Winterschlaf geht, schüttet er noch sein Füllhorn aus.

Herbstobst aus dem Garten

Die Apfelernte steht bevor

Nach dem Sommer freut man sich über die knackigen Äpfel und süßen Birnen, saftigen Zwetschgen und goldgelben aromatischen Quitten. Während Birnen und Zwetschgen abgeerntet und teilweise verwertet sind, hängen manche Apfelsorten noch am Baum. Doch auch hier wird es Zeit für die Ernte des Lagerobstes. Ganz vorsichtig wird es vom Baum gepflückt und einlagig in flache Kisten gesetzt. Gesunde Früchte taugen zur Lagerung an einem sehr kühlen Ort. Andere verzehrt man schnell und verarbeitet sie zu Mus, Kuchen, Aufstrichen etc. bevor Fäulnispilze die Frucht zerstören.

Vor der Verwendung werden den Quitten die feinen Flaumhaare entfernt.Hier z.B. mit einer Bürste

 

Quitten leuchten goldgelb und duften aromatisch. Bleiben sie jedoch zu lange hängen, verstärkt dies die Fleischbräune. Für eine längere Lagerung werden gesunde Früchte verwendet, die von Grün in Gelb färben. Walnüsse gehören ebenfalls zum Herbst. Die Nüsse werden möglichst täglich aufgelesen. Liegen sie längere Zeit im feuchten Gras, beginnen die Kerne zu schimmeln. Trocknen Sie die Nüsse einlagig in Gitterkistchen an trockenen nicht zu kalten Stellen. Zuvor werden die anhaftenden grünen ober braunen Schalen vollständig entfernt. Haften schwarze Schalen hartnäckig an der Nuss, könnte das ein Hinweis auf die Walnussfruchtfliege sein, deren Maden in der grünen Schale fressen.

Leckeres Quittengelee in Gläser

Die Walnüsse ein besonderes leckere Knabberei aus dem Garten


 

Herbstliches Gemüse

Frisch geerntete Möhren vom Beet vetragen kühlere Temperaturen und können nach Bedarf gerentet werden

 

 

Letzte Sommergemüse wie Tomate, Zucchini und Bohnen, stehen noch auf dem Speiseplan. Doch mehr und mehr bereichern Herbstsalate wie Endivien und Feldsalat die Mahlzeiten. Auch Mangold, Möhren und Rote Bete werden nun in die Speisenbereitung mit eingeplant. Sie können lange auf den Beeten stehen, so dass man sie immer frisch erntet. Wärmende Gerichte tun nun in der kühlen und feuchten Jahreszeit gut. Vergessen wir nicht die Kürbisse, die nun in großer Vielfalt erntereif sind. Besonders schmackhaft sind Muskatkürbisse, Butternut- und Hokkaido-Kürbisse. Sie schmecken nicht nur als Suppe……

 

Was wäre der Herbst ohne Kürbisse hier der Hokkaido Kürbis

Typisches Herbst und Wintergemüse Selerie

 

Erntefülle für Tiere

Der Herbst deckt auch den Tisch von Tieren, die eine Speckschicht für den Winter benötigen. Fallobst fressen nicht nur Mäuse. Auch Insekten, Igel und Vögel laben sich daran. Eichhörnchen sammeln Nüsse, Stieglitz und andere Körnerfresser picken die Samen von Schmuckkörbchen, Ringelblume und Sonnenblume. Spätblühendes im Staudengarten nährt Bienen und andere Insekten. Besonders gerne werden Astern besucht, die Pollen und Nektar bieten. Auch die Fette Henne gehört zu den Insektenmagneten im Herbst. Und ein blauer Nahrungstopf ist die Bartblume, die als Kleinstrauch auch in kleinen Gärten einen Platz findet. So sind beispielsweise auch die Früchte von Rosen, Vogelbeere, Efeu, Schlehe, Feuerdorn, Pfaffenhütchen und Berberitze wertvolle Futterquellen für Tiere, die den Winter in den Gärten verbringen.

 

Spätblühende Astern sin wichtige Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten

Rote Hagebutten dekorieren den Garten sind aber Futter für verschiedenen Tiere

Die Früchte des Feuerdorns werden von Tieren gefressen die den Winter über im Garten bleiben

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Pflanzen begeben sich auf (Welt)reise

Immer wieder treten neue Pflanzenschädlinge auf, eingeführte Pflanzen vermehren sich explosionsartig „Sicherlich trägt der Klimawandel dazu bei, dass es den neuen Organismen hier bei uns gefällt. Doch eingeschleppt werden sie oft durch den Pflanzentransport. Seien Sie deshalb wachsam, wenn Pflanzen oder Pflanzenteile aus anderen Ländern kommen“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

2020 ist das Internationale Jahr der Pflanzengesundheit. Ein Grund mehr beim Pflanzenkauf genauer hinzuschauen, informiert das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut JKI).

Unbestellte Pflanzen aus der Samentüte

Plötzlich wird man mit Samenpäckchen im Briefkasten überrascht. Der genaue Absender der unbestellten Ware ist oft nicht erkennbar, doch führt die Spur nach Asien. Das JKI warnt jedoch davor die Pflanzen auszusäen. Auch wenn man es den Samen nicht ansieht, so können sich in oder am Samen schädliche Krankheiterreger befinden, die in Europa zu den Quarantäne-Schadorganismen zählen wie bestimmte Bakterien, Pilze oder Viren. Auch könnte es sein, dass es sich bei den Samen um nichtheimische Pflanzenarten oder Unkräuter handelt, die sich unkontrolliert stark ausbreiten. Deshalb: Entsorgen Sie das Saatgut im Restmüll!

Das Übel aus den Gärten fernhalten

Durch zunehmenden Pflanzenhandel wächst auch die Gefahr Pflanzenkrankheiten und Schädlinge einzuschleppen und zu verbreiten. Das JKI setzt sich dafür ein, Pflanzen und deren Erzeugnisse in Deutschland und der EU vor den Schadorganismen zu schützen, oder zumindest das Auftreten zu verzögern. Regelmäßige Gesundheitssichtungen von Pflanzenfrachtgut an Flughäfen und Häfen dienen zur Kontrolle, um Schaderreger zu entdecken und dann fern zu halten.

Die großflächige Verbreitung der schädigenden Kirschessigfliege geschah über den Im- und Export infizierter Früchte. Durch schadhaftes Beerenobst gelangte sie schließlich auch nach Deutschland. Die milden Winter sorgten dafür, dass sie sich bei uns etabliert hat.

Kennen Sie den Pflanzenpass?

Die Pflanz trägt auf ihrem Topf einen Pflanzenpass


Vielleicht sind Ihnen Aufkleber auf den Töpfen neu gekaufter Pflanzen aufgefallen. Warum jetzt das? Es ist der Pflanzenpass: das Etikett für pflanzliche Waren, die innerhalb der EU gehandelt werden. Er bestätigt, dass die Waren den Pflanzengesundheitsvorschriften entsprechen. Außerdem enthält das Etikett, neben dem botanischen Namen der Pflanze, auch die Registriernummer des Handelsunternehmens bzw. der Gärtnerei, die die Pflanzen angebaut haben.

Manche Pflanzenware bekommt man nur über den Online-Handel. Achten Sie auch hier auf das Pflanzengesundheitszeugnis. Dieses sichert eine nachhaltige Pflanzenproduktion und soll das Einschleppen und Verbreiten von Pflanzenschädlingen verhindern. Somit schützt es die Pflanzen und die Umwelt sowie uns als Verbraucher.

Mit dem Aufkleber erhält jede Pflanze ihren Pflanzenpass


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Schadwanzen erobern die Gärten

Wanzen treten bei warmer Witterung stärker auf. Sie sind somit Gewinner des Klimawandels. „Leider gibt es auch Tiere, die durch ihre Saugtätigkeit starke Schäden an Obst und Gemüse verursachen“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

In der letzten Zeit treten immer wieder neue, eingeschleppte Wanzen auf, die von heißen Sommern mit milden Wintern profitieren. Dazu gehören die schädigende Grüne Reiswanze und die Marmorierte Baumwanze. In warmen Gärten Bayerns wurden die Tiere nun auch gesichtet. Ihnen fehlen die natürlichen Gegenspieler, die dafür sorgen, dass sich die Schädlinge nicht zu arg ausbreiten.

Allgemeines zu Wanzen

Die Wanzenfamilie ist groß. Etwa 3000 Arten leben allein in Europa. Wir finden sie in Hecken, Bäumen, Wiesen oder im Wasser. Typisch für Wanzen ist neben dem eckigen Aussehen der Stechrüssel, denn Mund- und Kauwerkzeuge besitzen sie nicht. Die meisten Tiere saugen Pflanzensaft, manche leben räuberisch. Es gibt nützliche Raubwanzen, die Schädlinge dezimieren, Lästlinge, die oft in großer Menge auftreten wie Feuerwanzen, und auch Schadwanzen. Diese schädigen Obst und Gemüse, was zu teilweise großen Ertragseinbußen führt. Zwischen Ei und erwachsenem Tier liegen meist fünf Larvenstadien. Nach jeder Häutung ähneln sie dem ausgewachsenen Insekt mehr, wobei gerade die ersten Larvenstadien oft noch nicht auf die Gestalt des erwachsenen Tieres hinweisen. Viele Wanzen scheiden bei Gefahr ein stinkendes Sekret aus und werden auch „Stinkwanzen“ genannt.

Eigendlich ganz höbsch eine grüne Reiswanze im 3. Larvenstadium

Die Grüne Reiswanze

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Im 5. Larvenstadium ähnelt die Grüne Reiswanze schon seher dem erwachsenen Tier

Die erwachsene Grüne Reiswanze ist eine komplett grüne Wanze (lediglich drei weiße Punkte am Halsschild) und bleibt deshalb oft unbemerkt im Grün der Pflanzen. Die Larven dagegen ähneln „bunten Marienkäfern“: schwarze, rötliche, gelb-weiße Punkte und später grüne Flecken sowie eine kugelige Form. Oft findet man viele Individuen auf einmal, wodurch sie auffällig werden. Sie sitzen dann zusammen an Früchten oder Blättern und saugen gemeinsam den Pflanzensaft. Leider haben die Tiere ein sehr großes Wirtsspektrum und schädigen Obst, Gemüse besonders Bohne, Paprika und Tomate sowie andere Zierpflanzen und Kräuter. Durch das Einstechen des Saugrüssels bilden sich unter der Schale der Obstfrüchte braune Stellen, die zu Verformungen oder Einschnürungen führen. Bei Tomaten und Paprika sind die Einstichstellen schließlich fast weiß und schwammig. Ab Ende September suchen schließlich die erwachsenen grünen Wanzen einen Überwinterungsplatz, beispielsweise in Ritzen von Gemäuern, unter Rinde oder unter Falllaub, nicht jedoch in Gebäuden

auffallend grün die Reiswanze gehört zu den Stinkwnzen

Die Marmorierte Baumwanze

Die schwarz-grauen Larven der Mamorieten Baumwanze besitzen Dornen im Oberkörperbereich

Eine weitere eingeschleppte schädigende Wanze ist die Marmorierte Baumwanze. Sie besitzt ebenfalls ein sehr großes Wirtsspektrum bei Obst (wie Apfel, Birne, Weintrauben) und Gemüse (vor allem Fruchtgemüse). Die Wanze ist sehr mobil und auch ein guter Flieger, sodass sie sich rasch verbreiten kann. Die älteren Larvenstadien sind schwarz-grau und besitzen kleine Dornen im Brustbereich. Die erwachsenen Tiere sind leicht mit der Grauen Gartenwanze zu verwechseln. Die Marmorierte Baumwanze besitzt jedoch fünf helle Flecken auf dem Rücken und die transparenten Flügelteile besitzen Streifen. Die erwachsenen Tiere überwintern an und in Gebäuden und können daher im städtischen Bereich auch sehr lästig werden.

gelbe Flecken in Tomatenfrüchten sind Saugschäden von Wanzen

Wanzen gesucht!

Haben Sie die Grüne Reiswanze oder/und die Marmorierte Baumwanze in Ihrem Garten entdeckt? Dann unterstützen Sie das LTZ Augustenberg (Landwirtschaftliches Technologiezentrum). In einem Projekt wird die Ausbreitung verschiedener neuer Schadorganismen ermittelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Frühlingsblühende Zwiebeln pflanzen

Im Gartenfachhandel, den Gartencentern und selbst im Supermarkt liegen oder hängen nun eine Vielzahl Tüten, gefüllt mit Zwiebeln der beliebter Frühlingsblüher. „Im Herbst wird es schon Zeit für den Frühling“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und geben Tipps, damit Schneeglöckchen, Tulpen, Narzissen und Co. auch in Ihrem Garten gut gedeihen.

Gesunde Zwiebeln, eine gute Bodenvorbereitung und die richtige Pflanzung sorgen für ein üppiges Blütenmeer im kommenden Jahr.

Blumenzwiebeln einkaufen

Die Vielfalt frühlingsblühender Zwiebelblumen ist riesengroß. Vielfältige Arten und Sorten liegen und hängen in Tüten nun im Gartenfachhandel, in Gartencentern und sogar im Supermarkt. Auch im Internet wird man vor allem bei Spezialfirmen schnell fündig. Diese bieten oft auch besondere Zwiebelblumen an. Die Qualität der Blumenzwiebel entscheidet über den Erfolg im Frühjahr. Kaufen Sie nur gesunde feste Zwiebeln, die weder weiche noch kranke Teile oder Fraßschäden aufweisen. Bevorzugen Sie beim Kauf dicke Zwiebeln. Diese bringen größere Blüten oder mehr Blütenstände hervor.

Tulpenzwiebeln im Netz

Blumenzwiebeln bekommt man auch über den Internetversand, vor allem wenn man speziele Sorten möchte

Tipps für die Pflanzung

Der September ist der optimale Pflanzmonat. Aber auch im Oktober und November ist es noch möglich Zwiebeln im Garten oder auch in Gefäßen zu „verstecken“. Ein früher Pflanztermin jedoch führt bei fast allen Arten zu einem besseren Blühergebnis. Der noch warme Boden fördert die Wurzelbildung. Ein leicht feuchter Boden erleichtert die Gartenarbeit.

Für die Pflanztiefe und den Abstand gilt die Faustregel: zweimal so tief pflanzen wie die Zwiebel hoch ist, zwei bis drei Zwiebelbreiten voneinander entfernt. Größere Zwiebeln werden einzeln mit der Handschaufel oder einem speziellen Pflanzer für Blumenzwiebeln gepflanzt. Bei kleineren Zwiebeln kann man eine kleine flächige Grube ausheben und in größeren Gruppen pflanzen. Alle Zwiebelblumen brauchen einen durchlässigen Boden. Bei zu viel Nässe oder gar Staunässe im Winter faulen die Zwiebeln. Auf schweren Böden sollte deshalb eine Drainageschicht aus Kies oder grobem Sand einbracht sowie die Erde im Pflanzloch mit Sand gemischt werden. Die meisten Zwiebelpflanzen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Einige fühlen sich auch im Schatten oder gar im Rasen wohl, wo manche auch verwildern wie der „Elfenkrokus“. Im Rasen sticht man eine Rasensode in passender Größe ab, steckt die Zwiebeln und deckt das Pflanzloch mit der Sode wieder ab.

Leider mögen auch Wühlmäuse die Blumenzwiebeln. Wer Problem hat, legt die Zwiebeln gruppenweise in spezielle Pflanzschalen aus Kunststoff oder Drahtkörbe und versenkt sie im Gartenboden.

erste Frühlingsblüher gelbe Winterlinge

Bunter Jahresbeginn

Wie schön ist es, wenn schon im Januar oder Februar Winterling und Schneeglöckchen aus der Erde spitzen. Später folgen Krokus, frühe Tulpen, verschiedene Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen und viele mehr, bis ganz späte Tulpen den Abschluss im Mai und Juni bilden. Dann blühen sie mit den meist großen Kugeln des Zierlauchs.

erste Nahrung für Bienen Krokusse

Freifläsche mit Zwiebelbiumen