Verein Licht- Luft Kaiserslautern e.V.
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Winter– frisches Grün im Wintererportulak

Frisches Grün zum Genießen im Winter Winterportulak

 

Frisches vitaminreiches Grün auf dem Teller auch in der kalten Jahreszeit? Das geht mit dem Winterportulak. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das wenig bekannte Blattgemüse vor.

Während viele Wintergemüse wie Kohl und Möhren aus dem Lager kommen, werden die grünen Blätter des Winterportulak stets frisch geerntet. Noch frischer kommen sie aus dem eigenen Garten.

Ein Blattgemüse mit vielen Namen

Als Postelein, Kuba-Spinat und Tellerkraut tritt der Winterportulak ebenfalls in Erscheinung. Sein botanischer Name lautet Claytonia perfoliata (oder auch Montia perfoliata). Der Winterportulak gehört zur Familie der Quellkrautgewächse. Zum Namensvetter Sommer-Portulak, der ebenfalls als Blattgemüse verwendet werden kann, besteht übrigens keine Verwandtschaft.

Der Geschmack der Blätter ist eher etwas nussig und säuerlich. Sie lassen sich, ebenso wie die zerkleinerten dünnen Blattstiele, als Salat oder Komponente in Mischsalaten, beispielsweise mit Feldsalat verwenden. Aber auch pur auf dem Butterbrot oder im Quark findet Postelein Liebhaber. Salat gedünstet? Mit dem Kuba-Spinat ist es möglich. Er lässt sich dann wie richtiger Spinat verwerten. Und zu Smoothies können Sie das frische Grün ebenfalls beifügen.

Da es sich beim Winterportulak um ein Blattgemüse handelt, ist eine Lagerung nur kurzzeitig möglich. Frisch geschnittene Blätter bleiben nur wenige Tage im Kühlschrank frisch. Wer aber auf den Geschmack gekommen ist, schätzt künftig den eigenen Anbau im Garten - an Frische nicht zu übertreffen.

Die grünen fäscherförmigen Blätter des Winterportulaks können nun geerntet werden

Winterportulak aus dem Garten

Die Anbaumöglichkeiten des Winterportulaks sind vielfältig: sei es im Gartenbeet, im Kleingewächshaus oder in Hochbeeten und größeren Gefäßen/Kisten. Voraussetzung ist ein feinkrümeliger Boden, denn die Samen sind sehr fein. Sie werden mit einem Reihenabstand von etwa 10 bis 20 und einer Reihentiefe von etwa einem halben Zentimeter gesät. Die Aussaat erfolgt im September und Anfang Oktober. Eine Einsaat im Gewächshaus ist noch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Somit eignet sich der Winterportulak wunderbar als Nachnutzung auf freien Beeten. In Kombination mit Feldsalatanbau im Gewächshaus haben Sie über die kalte Jahreszeit hinweg stets frisches Grün.


Die Ernte beginnt, je nach Aussaat, ab November. Schneiden Sie die fächerförmigen Blättchen auf den langen Stielen etwa einen Zentimeter über der Erde ab. Schon bald treibt die Pflanze aus dem „Herz“ nach. Bis zu viermal ist eine Ernte vor der Blüte möglich.

Auch wenn der Winterportulak Kälte gut verträgt, decken Sie die Pflanzen bei Kahlfrösten besser mit Vlies ab. Bei stärkeren Minusgraden färben sich die Blätter rötlich und verhärten. Bei Temperaturen um fünf Grad beginnt erneutes Wachstum des Kuba-Spinates. 

Ab März bilden sich Blüten. Dann heißt es schnell nochmals ernten oder Samen gewinnen. Lässt man die Samen reifen, säen sie sich leicht selbst aus. Dies könnte schnell zu einem unkontrollierten „Unkraut“ werden. Sie können die Samen aber auch gezielt ernten. Färben sich die ersten Samen dunkel, schneiden Sie die ganze Pflanze ab und hängen Sie diese luftig in einem Netzchen auf. Die Samen reifen nach und fallen in das feine Netz. So erhalten Sie eigenes Saatgut für den nächsten Herbst.

Blühender Winterporlak im Frühjahr die reifen Samen können gesammelt und im Herbst neu gesät werden 


 


 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10 


 

               Frostspanner – Schäden durch Raupenfraß vorbeugen 

 

 

Der Frostspanner, eine unscheinbare Raupe mit großem Hunger, kann im schlimmsten Fall Obstbäume, aber auch Ziergehölze kahl fressen. Eine vorbeugende Maßnahme sind Leimringe, die bei richtiger Anwendung gegen den Schädling wirken, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Hatten Sie diesen Fraßschaden im Frühjahr, lässt sich nun vorab im Herbst für das nächste Jahr vorbeugen. Beginnen die kalten Nächte, dann wird es Zeit etwas gegen die künftigen Raupen des Kleinen und Großen Frostspanners zu unternehmen.

Der Frostspanner

Anzeichen für den Befall durch den Frostspanner fallen im Frühjahr (April bis Mai) auf. Laubblätter sind ganz bis auf die Rippen oder zumindest aber löchrig zerfressen, oft in Verbindung mit angefressenen Jungfrüchten. Die jungen Blätter und Knospen der Kirschbäume, Zierkirschen und anderen Arten aus der „Prunus“-Familie gehören zu den Leibspeisen der Frostspanner. Doch sie sind nicht wählerisch und fressen auch an anderen Obst- und Ziergehölzen. Man unterscheidet den Großen und den Kleinen Frostspanner. Die gefräßigen Raupen des Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners sind variabel in Brauntönen gemustert. Beide bewegen sich mit dem typischen Katzenbuckel fort. Nach dem großen Fressen im Frühjahr seilen sich die Raupen ab und verpuppen sich etwa zehn Zentimeter tief in der Erde. Etwa bis Mitte September haben sich die Puppen dann in erwachsene Falter verwandelt – flugfähige Männchen und flugunfähige Weibchen.

Leimringe können Frostspannerweibchen stoppen

 

Bei starkem Frühlingsbefall durch Frostspanner können Sie vorbeugen. Rechtzeitig, wenn im Herbst die ersten kalten Nächte auftreten, meist im Oktober, werden Leimringe um den Hauptstamm, unterhalb der Kronenverzweigung, angelegt. Es sind etwa zehn Zentimeter breite Streifen aus Papier, auf denen ein spezieller Leim aufgetragen ist. Dieser verhindert, dass die kleinen, flugunfähigen, aus dem Boden geschlüpften weiblichen Falter über den Stamm in die Baumkrone aufwandern können. Denn erst dort erfolgt die Begattung mit den flugfähigen männlichen, gräulichen unscheinbaren Kleinfaltern und anschließend die Eiablage.

 

Achten Sie außer auf den Zeitpunkt, auf das richtige Anlegen der Barriere. Sehr borkige Rinde, vor allem älterer Bäume, wird vor dem Anbringen des Leimringes geglättet, den man dann mit Schnüren oder Draht am oberen und unteren Ende festzurrt. So können die weiblichen Falter nicht darunter durchkrabbeln. Auch Baumpfähle, die bis zur Krone reichen, bekommen ebenfalls einen Klebering, um auch hier das Aufwandern zu verhindern. Kontrollieren Sie von Zeit zu Zeit, ob Sie trockenen Leim erneuern müssen oder ob Blätter anhaften, die als Brücken dienen können.

 

Entfernen Sie den Leimring spätestens Anfang März! Sonst verenden dort mehr nützliche Insekten als Schädlinge. Leider können Vögel auf dem Leim anhaftende Insekten als Futterquelle nutzen und sich dabei ihre Schnäbel verkleben. Und trotzdem sind Leimringe eine giftfreie, somit umweltfreundliche und dabei sehr effektive Maßnahme bei fachgerechter Anwendung. Denn selbst mit Biomitteln kann eine größere Baumkrone mit einer Rückenspritze im Frühjahr nur äußerst aufwendig und unzureichend behandelt werden.

Bitte beachten Sie: Leimringe helfen NICHT gegen den „Wurm im Apfel“, den Apfelwickler. Außerdem sollten sie über Sommer nicht gegen Ameisen angelegt werden.

 

Erfahrungen aus dem Garten

Wenn Sie Leimringe nach einem Frühjahrsbefall zwei Jahre nacheinander konsequent, d.h. rechtzeitig und richtig einsetzen, werden Raupenbefall und Schaden nur noch minimal sein. Dann kann durchaus wieder eine längere Pause von mehreren Jahren ohne diese „Barriere“ eingelegt werden.

Fördern Sie Vögel in Ihrem Garten. Besonders Meisen picken im Frühjahr Massen an Raupen wie Frostspannerraupen, Blattläusen und anderen Insekten, um damit ihre Jungen zu füttern. Somit reduzieren sie sehr viele Schädlinge innerhalb kurzer Zeit. Hängen Sie deshalb Nistkästen für diese fleißigen Helfer in die Bäume.

Früher wurde empfohlen die Leimringe schon Anfang September anzulegen. Doch durch den Klimawandel hat sich das verändert. So treten die kalten Nächte oft erst im Laufe des Oktober auf.

                   Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

In Bayerns Gärten ist es Zeit für die Ernte wohlschmeckender Früchte, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Tafeltrauben locken jetzt mit Süße und Saftigkeit.

Während in den Weinbergen Keltertrauben für die Weinbereitung geerntet werden, eignen sich die robusten Tafeltrauben vor allem für den Frischverzehr. Mit den richtigen Sorten wird die Ernte aus dem Garten ein Genuss.

 

Keltertraube und Tafeltrauben

 

Keltertrauben aus denen Weine hergestellt werden, besitzen im Verhältnis zu ihrer Beerengröße einen hohen Kernanteil. Die Trauben selbst sind sehr kompakt. Oft sind die Sorten anfällig für Echten und Falschen Mehltau (Oidium und Peronospora), zwei typische Pilz-Krankheiten. Von Tafeltrauben gibt es sogenannte PIWI-Sorten, die eine Widerstandsfähigkeit dagegen besitzen. Sie bleiben bei richtiger Pflege (Schnitt, Laubarbeiten den Sommer über) und optimalem Standort (luftig und sonnig) weitestgehend gesund. Der Fruchtstand der Tafeltrauben ist locker aufgebaut, trocknet deshalb schneller ab.

 

 

Traubenernte über einige Wochen hinweg

 

Bei mehreren Sorten im Garten können Sie frische Trauben über einen langen Zeitraum genießen. Kombinationen mit frühen und mittelspäten bis späten Sorten machen das möglich. Wer mehr Platz hat, kann auch noch mit den Farben der Früchte variieren. Es gibt jedoch auch Sorten, die lange am Rebstock hängen bleiben und somit über einen weiten Zeitraum geerntet werden.

Alle nachfolgend angegebenen Reifezeiten der Sorten beziehen sich auf den Anbau im Weinbauklima und auf ein durchschnittliches Jahr. In anderen Gegenden und bei Wetterextremen kann die Ernte durchaus um zwei Wochen variieren. Durch die warme bis heiße Witterung und die teilweise geringen Niederschlagsmengen beginnt die Ernte der Trauben in diesem Jahr schon früher.

Von ‘Birstaler Muskat‘ und ‘Muskat Bleu‘ können Sie über einen langen Zeitraum ernten. Schon ab Ende August schmecken die mittelgroßen ersten Beeren. Bis in den September hinein und noch länger, lassen sie sich ernten und werden immer süßer. Weitere Sorten mit Muskatton sind ‘Palatina‘ und ‘Garant‘, deren Reife oft erst Mitte September beginnt. ‘Fanny‘ eignet sich wegen der Reifezeit Ende September bis Mitte Oktober nur für den Anbau im Weinbauklima oder an besonders geschützten Standorten. Außer ‘Muskat Bleu‘ besitzt ‘Ontario‘ ebenfalls blaue Beeren, die ab Mitte September reifen.

Die Tafeltraube Kischmich ist mal was Besonderes mit ihren rosa Beeren

 

Wären da nicht die Kerne…..

Während Keltertrauben einen sehr hohen Kernanteil im Gegensatz zu ihrem Fruchtgehalt besitzen, liegt das Verhältnis bei den Tafeltrauben zugunsten des Fruchtfleisches. Doch es gibt auch „kernlose“ Sorten. Ganz ohne Kerne sind sie trotzdem nicht. Die verkümmerten Samenanlagen spürt man nicht mehr. Die einzelnen Beeren an der Traube sind kleiner als bei Sorten mit Kernen.

Empfehlenswerte ist die grün-gelb reifende kernlose Sorte ‘New York‘ oder ‘Lakemont‘ mit der Reifezeit Mitte bis Ende Die etwas kleineren Beeren werden von Kindern gerne gegessen. Sie schmecken süß und sehr mild. Die Frosthärte der Sorte ist gut, jedoch kann bei ungünstigem Wetter durchaus Mehltau auftreten. Ebenfalls kernlos und mit gleicher Reifezeit ist ‘Romulus‘. Die Sorte wächst stark, bringt hohe Erträge und große Trauben. Die blauen mittelgroßen Beeren der kernlosen Tafeltraube ‘Venus‘ schmecken ein bisschen nach Erdbeere. Die sehr robuste Pflanze selbst wächst stark und eignet sich deshalb gut für die Begrünung einer Pergola. Die rosafarbenen Beeren von ‘Vanessa‘ schmecken fruchtig süß und reifen ab Anfang September.

Organzasäckchen schützen schützen Tafeltrauben zuvärlässig vor Fraß.

 

Durch den Klimawandel haben wir ein größeres, vor allem längeres Anbau- und, sodass ein Gemüsegarten bis in den Winter grün bepflanzt ist. Wir können so fast das ganze Jahr für den Gemüseanbau nutzen. Außerdem schützt eine ganzjährige Bedeckung den Boden 

Jetzt noch Salate pflanzen

Feldsalatjungpflanzen lassen sich bequem ins Beetpflanzen entweder im Erdpresstopf oder in Multitopfplatten

 

Besonders beliebt ist Feldsalat, der den ganzen Herbst und Winter hindurch schmackhafte Blattrosetten bildet. Säen Sie im September entweder breitwürfig, oder besser aber in Reihe, was die Pflegemaßnahmen im Beet erleichtert. Praktischer ist das Pflanzen. Hierfür wird der Feldsalat zunächst in kleine Töpfchen oder Erdwürfel gesät. Erscheinen junge Blätter, bekommt er seinen Platz im Beet. In vielen Gärtnereien können Sie mittlerweile schon fertige Erdpresstöpfchen mit Jungpflanzen erwerben. Jede freie Beetlücke kann dann schnell mit jungem Feldsalat bestückt werden. Schon nach wenigen Wochen sind die Blattrosetten erntereif. Bis Mitte Oktober können Sie noch ins Freie pflanzen, im Kleingewächshaus oft auch noch im November. Die Ernte der kleinen Blattrosetten erfolgt dann je nach Aussaat- bzw. Pflanztermin im Winter und im Frühjahr. Feldsalat benötigt wenig Platz, sodass sich auch Blumenkästen oder andere Gefäße zum Anpflanzen eignen. Sollte es strengen Frost im Winter geben, schützt eine Vliesauflage vor Schäden.

letzte Sommergemüse Gurke und Paprika

 

Ausreifen hingegen müssen Tomaten. Dann schmecken sie am besten, haben ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und ihr typisches Aroma. Orange, rot, schwarz oder gelb liegen die Tomaten verzehrfertig im Erntekorb. So unterschiedlich die Farben, so verschieden sind Geschmack, Form und Größe. Dattelförmig, rund oder gebuchtet, winzig klein bis handgroß präsentieren sich die Tomatensorten. Ähnlich vielfältig zeigen sich Paprika-Früchte: spitz, blockig, klein oder faustgroß, in den Farben gelb, orange, rot, braun oder violett. Grün sind sie zunächst alle und färben mit zunehmender Reife um. Ausgereift schmeckt Paprika, vor allem auch die kleinen Früchte der Snack-Paprika, besonders süß. Grün geerntet schmeckt Paprika oft etwas „grasig“ und leicht bitter. Haben Sie Bratpaprika („Pimentos de Padron“) angebaut? Ernten Sie die jungen Früchte bis maximal fünf Zentimeter Größe! Wartet man zu lange, dann bilden sie verstärkt Schärfe. Übrigens nennt man die Bratpaprika nicht ohne Grund auch „Überraschungspaprika“ oder „Roulette-Paprika“, denn die Schärfe variiert von Frucht zu Frucht.

Paprikavielfalt

 

Doch der Gemüsegarten bietet noch mehr: Gurken, Auberginen und Mangold können stetig geerntet werden. Frühkartoffeln kommen aus dem Boden, wenn das Laub abstirbt. In diesem Sommer wachsen sogar (Mini-)Melonen in den Beeten. Erste saftige Früchte sind nun reif und überraschen mit fruchtiger Süße.

 

Große Zucchinivielfalt walzenförmig und rund grün gelb gestreift hier noch mit Gurke da gleiche Familie

Wohin mit dem reichen Erntesegen?

Am besten ist das sofortige Genießen des frischen Obst und Gemüses. Doch manchmal ist es so viel, dass ein Sofortverzehr nicht möglich ist. Bei vielen Gerichten kann man in Gemüse schwelgen. Ein Verzicht auf Fleisch fällt nicht schwer; sei es Gazpacho, Ofen- oder Grillgemüse, bunte Salate oder Smoothies. Kuchen, Chutneys und Aufstriche schmecken herzhaft mit Gemüse oder süß mit Obst. Frisches Erntegut kann oft auch eingefroren und später weiter genutzt und verwertet werden. Kräuter lassen sich durch Trocknen, Tiefgefrieren und als Kräutersalze konservieren. Verschenken Sie Freude und teilen Sie Ihr üppiges Erntegut mit Freunden und Nachbarn.

Plaumenvielfalt in gel blau violett 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Beerenopbst leidet besonders häufig durch hohe Sonneneinstrahlung und Hitze 


 

Bei sehr hohen Temperaturen von 35 Grad Celsius und mehr sowie hoher Sonneneinstrahlung stirbt das Pflanzengewebe ab. An den Blättern und auch anderen Pflanzenteilen (z.B. dunkle Rinde an Bäumen) liegen die Temperaturwerte oft viel höher als das Thermometer anzeigt, so dass leicht Werte bis zu 50 Grad erreicht werden. Verbrennungen zeigen sich meist als hell ockerfarbene bis braune Flecken an Blättern. Geschädigte Früchte verfärben sich ebenfalls hell und das Gewebe wird weich, matschig oder trockenfaul und somit unbrauchbar. Oft folgt noch ein Befall mit Schimmelpilzen, wenn kein Eintrocknen stattfindet. Die Sonnenschäden treten vor allem auf, wenn wir vor der Hitze feuchtes Wetter hatten; wenn also nach mehreren Tagen bewölkter Witterung plötzlich ein strahlend blauer Himmel mit intensiver Strahlung und hohen Temperaturen folgen.

 

Schäden beim Obst, Gemüse und Zierpflanzen

 

Gekochte Stachelbeeren am Strauch

 

Beim Beerenobst treten Hitzeschäden besonders an den Früchten von Sommer- und Herbsthimbeeren, roten und schwarzen Johannisbeeren sowie Stachelbeeren auf. Die Früchte werden oft einseitig hell und weich, sie sehen wie gekocht aus. Schließlich fallen sie ab. Entfernen Sie geschädigte Früchte, da Insekten wie Fruchtfliegen angelockt werden und Schadpilze eindringen können. Nicht nur weichfleischige Früchte zeigen Befall, auch Äpfel, Zwetschgen, Kirschen und Nüsse können Symptome zeigen.

Unter den Gemüsearten sind Bohnen besonders empfindlich, da sie auch auf hohe Ozonwerte reagieren. Blattränder rollen ein und vertrocknen schließlich. Blüten werden nicht bestäubt und werden sogar von der Pflanze abgestoßen. Allgemein treten nun verstärkt Wachstumsstörungen sowie Blütenendfäule bei Tomaten und Zucchini auf.

Es fällt auf, dass Blüten mit dunklen Farben besonders geschädigt werden. Bei roten Rosen oder Geranien schrumpfen die Blüten regelrecht ein, färben sich dunkel und vertrocknen sehr schnell. Allgemein färbt sich geschädigtes Blatt- und Blütengewebe sonst meist hell und vertrocknet. Sogar trockenheits- und hitzeverträgliche Schwert- und Taglilien zeigen Blattschäden. Wenn ein Rückschnitt von Hecken ansteht, sollte dies zu einer kühleren Zeit geschehen und nicht jetzt in der heißen Phase

Geschädigte Apfelfrüchte durch Sonnenbrand

Empfindliche Pflanzen könnten schattiert werden. Geeignet sind spezielle Schattiergewebe, aber auch weiße Tücher. Die Materialien dürfen jedoch nicht direkt auf den Pflanzen liegen, da sich sonst die Hitze stauen würde. Ein Luftzug muss gewährleistet sein. Stellen Sie doch einen Sonnenschirm oder -segel auf. Pflanzen in Gefäßen bringen Sie in den Halbschatten. Der Weißanstrich oder Schattieren mit z.B. Bambusmatten bei Baumstämmen verhindert ein extremes Aufheizen der Rinde, was zu Stammschäden führen kann.

Wassermanagement

Sonnenschäden an Zweschken-Früchten

 

 

Ganz wichtig ist das Gießen am frühen Morgen, da die Pflanzen über Nacht abgekühlt haben und keine Schockreaktionen zu erwarten sind. Vielerorts sind die Regentonnen leer und es muss mit kaltem Wasser aus der Leitung gegossen werden. Gießen Sie durchdringend und auf die Erde. Das Bedecken des Bodens der Gartenbeete mit Mulch (Grasschnitt, Stroh…) wirkt sich nicht nur förderlich für die Bodenlebewesen auf, sondern verhindert Verdunstung und Verkrustung. Leichtes Hacken zerstört die Kapillaren und tiefen Risse im Boden, durch die das Wasser ungehindert verdunsten könnte.

Sonnenbrand an der grünen Nuß


 

im Kleingewächshaus steigen die Temperaturen noch weiter an. Hilfreich ist eine Schattierung, am besten von außen. Das Benetzen des Weges mit Wasser während der heißen Mittagsstunden lässt die Luftfeuchte ansteigen und senkt die Temperaturen zumindest kurzzeitig um ein bis zwei Grad Celsius. Öffnen Sie Türe und Fenster, um eine Zirkulation der Luft im Gewächshaus zu ermöglichen. Auch hier ist das Mulchen hilfreich, um die Verdunstung aus dem Boden zu verringern.

Vor allem dunkel gefärbte Blüten reagieren auf Hitz und trocknen ei

 

 

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Kennen Sie „Zweijährige“? Diese krautigen Gartenpflanzen blühen nicht im gleichen Jahr, in dem sie ausgesät wurden. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, was es damit auf sich hat und welche Pflanzen das sind.

Bei zweijährigen Pflanzen liegt zwischen Aussaat und Blüte fast ein ganzes Jahr, und der Winter. Für ihre Blüte im kommenden Frühjahr und Sommer sät man jetzt

An der Akelei findet man Blüten und reife Samen zu gleichen Zeit.


Anzucht von Zweijährigen

Säen Sie zweijährige Pflanzen am besten gleich nach der Samenreife. Bei den Frühjahrsblühern (z.B. Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Goldlack) wird meist schon im Juni gesät und bei den zweijährigen Sommerblühern im Sommer und Spätsommer. Allen gemeinsam ist, dass sich im Aussaatjahr nur Wurzeln und Blätter bilden, um Nährstoffe speichern zu können. Die jungen kräftigen Pflanzen bleiben kompakt, bilden Blattrosetten und erreichen oft nur eine Höhe von maximal zehn Zentimetern. Die Kälteeinwirkung im Spätherbst und Winter fördert dann die Blütenknospenbildung. Im Folgejahr kommen die Pflanzen zum Blühen, entwickeln Samen und sterben schließlich ab. Die bunten Blüten von Akelei, Muskatellersalbei, Königskerze, Nachtkerze, Fingerhut, Stockrose, Mondviole und vielen mehr tauchen oft plötzlich im Garten auf, während sie zuvor unscheinbar und grün gewachsen sind.

Die Anzucht kann in Aussaatschalen mit Aussaaterde erfolgen. Ganz klein werden sie vereinzelt (pikiert) und schließlich als jungen Pflänzchen im Garten an Ort und Stelle ausgepflanzt. Einfacher geht die Direktsaat: üppig breitwürfig das Saatgut im Beet verstreuen. Überzählige Pflanzen werden später einfach entfernt, wenn sie zu dicht aufgehen

Holzbiene am Mukatellersalbei die grßen Blüten zehen die Holzbiene an.


 

Zweijährige vagabundieren

Zweijährige sind oft Anziehungspunkte für die verschiedenen Insekten. Durch die (Selbst-)Aussaat helfen sie kräftig mit beim Entstehen eines naturnahen Gartens. Was die Standortansprüche betrifft sind die meisten Zweijährigen recht genügsam. Da wächst plötzlich Akelei im Halbschatten üppig, immer wieder erscheinen die gelben Blütenstängel 

der Nachtkerze und wo es ihm gefällt treten die imposanten Blütenstände des Muskatellersalbeis in Erscheinung. Die lila Blüten und später die „Silbertaler“ der Mondviole fügen sich zwischen Stauden ein. Viele der schon erwähnten Pflanzen säen sich selbst aus, wenn sie dürfen. Zweijährige wachsen auch da, wo kein Platz zum Pflanzen ist. Selbst in Mauerritzen und in Wegefugen erscheinen dann Blüten. Man entfernt nur die Pflanzen, die an ungünstigen Orten stehen, stören oder wenn es zu viele sind. Die anderen lässt man blühen, Samen bilden und nimmt sie erst dann weg, wenn sie ausgesamt haben. Allerdings ist es wichtig, die blütenlose Jungpflanze zu kennen. Sonst reißt man sie als „Unkraut“ heraus.

Überwinterte junge Muskatellersalbei-Pfalnzen.Nicht jeder kennt sie.


 

Zweijähriges Gemüse


Auch beim Gemüse findet man Zweijährige. Durch die milden Winter überwintert der Mangold oft gut, so dass man im Frühjahr neu ausgetriebene Blätter ernten kann. Erst bei steigenden Temperaturen bildet er Blüten. Dann verwendet man die Stiele und Blätter nicht mehr, da sie jetzt zäh sind.

Recht bekannt ist die Petersilie, die überwintert, im zweiten Jahr blüht und schließlich Samen bildet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass selbst geerntetes Saatgut oft besser im eigenen Garten keimt und wächst, als gekauftes. Ernten Sie deshalb die eigenen Samen und säen Sie diese aus, um robuste Pflanzen zu erhalten. Übrigens sind die Doldenblüten eine willkommene Nahrungsquelle für verschiedene Insekten.

Imposante gelbe Blütte der Königskerze.

Tomatenfrüchte mit Flecken – Blütenendfäule

Was ist mit meinen Tomatenfrüchten los? Ist es schon wieder die Kraut- und Braunfäule wie im letzten Jahr? Viele Freizeitgärtnerinnen und -gärtner wenden sich besorgt an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, denn sie möchten wissen, was mit dem Lieblingsgemüse nicht stimmt.

Tomaten lieben Sonne und Wärme. Doch sie benötigen alles gleichmäßig. Bei extremen Kulturbedingungen wie Hitze und Trockenheit, aber auch Nässe und Kälte sowie Nährstoffüberschuss oder –unterversorgung, reagieren die Tomaten mit Wachstumsstörungen.

Blütenendfäule – der braune Fleck am Blütenansatz

Derzeit erreichen uns zahlreiche Anfragen zu Tomaten, die an der Spitze der Frucht braune, trockene, zum Teil eingesunkene Flecken aufweisen. Zunächst entsteht an der Blütenansatzstelle der Frucht, genau dem Stielansatz gegenüberliegend, ein wässriger Fleck, der sich rasch vergrößert und grau oder braun verfärbt. Schließlich bildet sich ein schwarzer eingesunkener und harter Fleck. Verwechseln Sie dies nicht mit der Kraut- und Braunfäule, die an der ganzen Frucht auftritt!

Untersucht man solche Früchte im Labor, weisen sie unterdurchschnittliche Kalzium-Werte auf. Ursache für das Schadbild ist Kalziummangel in der Frucht, auch wenn genügend Kalzium im Boden vorhanden ist.

Ursachen der Blütenendfäule

Besonders bei heißem und trockenem Wetter oder auch bei sehr üppiger Blätterausbildung, z.B. durch hohe Stickstoffdüngung, gelangt mit dem Wasserstrom fast die gesamte Menge an aufgenommenem, gelöstem Kalzium auf schnellstem Wege in die Blätter. Dort wird es rasch eingebaut. Auch zu viel Feuchtigkeit (Nässe) im Boden und in der Luft verhindert einen ausreichenden Kalziumtransport in die Tomatenfrucht. Während die Pflanze die meisten anderen Nährstoffe dann nachträglich wieder dorthin verschieben kann, wo sie gebraucht werden, ist dies beim Kalzium nicht möglich.

Stark betroffen sind oft überdüngte Pflanzen. Auch kann ein Übermaß an Kompost zu Blütenendfäule führen. Zudem wird Blütenendfäule verstärkt bei Tomatenpflanzen in Töpfen beobachtet. Hier sind die Pflanzenwurzeln nur auf einen kleinen Raum begrenzt und damit Wasser- und Nährstoffschwankungen besonders ausgesetzt. Schwarze Kunststofftöpfe werden besonders heiß, so dass Wurzeln im Topfrandbereich absterben können und somit die Aufnahme von Wasser zusätzlich erschwert wird.

Blütenendfäule vorbeugen

Für die Erscheinung der Blütenendfäule zeigen die Tomatensorten unterschiedliche Anfälligkeiten. Bei Fleisch- und vor allem Flaschentomaten tritt das Schadbild stärker auf, während kleinfruchtige Tomaten kaum Probleme zeigen. Nach dem großzügigen Entfernen der Schadstelle kann die Frucht problemlos verzehrt werden, da es sich um eine „Trockenfäule“ handelt, die nicht weiter in die Frucht vordringt und nicht von Schaderregern ausgelöst wird. Oftmals betrifft die Blütenendfäule nur einzelne Früchte. Bei besseren Kulturbedingungen im weiteren Verlauf der Gartensaison klappt auch der Kalziumtransport in die Frucht wieder besser.

Es hilft gut zu wässern und zugleich gut auszulichten, um die Blattmasse zu verringern. Entfernen Sie Blätter, die ohnehin im Schatten sind, und natürlich alle Geiztriebe. Mulchen Sie den Boden, z.B. mit Stroh oder Grasmulch. So bleibt die Erde länger feucht und ist nicht so stark der Sonne ausgesetzt. Schattieren Sie Ihre Töpfe und versuchen Sie möglichst gleichmäßig zu wässern und zu düngen. Eine schwachdosierte Flüssigdüngung bei jedem zweiten Gießen liefert Nährstoffe nach

Verschiedene Stadien bei der Blütenfäulle dem Kalzium Mangel in der Frucht.

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10

Schon im Juni reifen erste Beeren und wir freuen uns über eine reiche Obsternte bei Johannis- und Stachelbeeren, Him- und Brombeeren. Beim Baumobst heißt es nun Triebe und übermäßigen Fruchtbehang zu regulieren, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Jetzt legt man den Grundstein für eine gute Ernte bei Apfel, Zwetschge und Co. Beerenobststräucher erhalten ihre Pflege gleich nach der Ernte.

Regulieren von Triebwachstum

Jetzt ist der erste, starke Neuaustrieb an Obstgehölzen schon weitgehend erfolgt. Unerwünschte krautigen Triebe, die nach innen wachsen, können auf einfache Weise ausgerissen werden. Auch wenn es brutal erscheint, der Riss junger Triebe hat den Vorteil, dass die Wunden über den Sommer gut verheilen können und schlafende Beiknospen mitentfernt werden. Außerdem überträgt man keine Krankheiten.

Auch zu hohe und zu lange Neutriebe können jetzt direkt über tieferliegenden Verzweigungen abgeschnitten werden. Egal ob Sommerschnitt oder –riss: diese Regulierung bremst das Triebwachstum im Gegensatz zum Winterschnitt, der das Wachstum fördern würde. Zugleich hilft die bessere Belichtung und Belüftung für die Bildung von Blütenknospen bzw. beugt Schaderregern vor.

Reduktion von übermäßigem Fruchtbehang

Nun ist auch der Junifruchtfall schon erfolgt. Hängen die Jungfrüchte von Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) und späten Zwetschgen aber immer noch sehr dicht in Büscheln, so sollten Sie diese vereinzeln. Bei kleinkronigen und säulenförmigen Obstbäumen ist es mit wenig Zeitaufwand gut machbar. Die Maßnahme mag vielen Freizeitgärtnern „wehtun“, entlastet aber die Obstgehölze und fördert die innere und äußere Qualität der verbleibenden Früchte sowie die Bildung neuer Blütenknospen für das kommende Jahr. Hängen Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume im Juni noch zu stark, so legen sie keine oder nur wenige Blütenknospen für das nächste Jahr an. Sind Triebwachstum, Frucht- und Blütenknospenbildung jedoch im Gleichgewicht, können Sie mit regelmäßigen Ernten an einem vitalen Baum rechnen.

Erntezeit

Die Erdbeerernte ist in vollem Gange, die Strauchbeeren wie Johannis- und Stachelbeere sowie Sommerhim- und frühe Brombeere stehen an. Pflücken Sie öfter durch und ernten Sie ausgereifte Früchte. Ernten Sie in kurzen Zeitabständen, um dem Befall mit der Kirschessigfliege und verschiedenen Fäulen vorzubeugen. Werfen Sie befallene oder qualitativ minderwertige Früchte nicht auf den Boden, sondern sammeln Sie die schadhaften Beeren in getrennten Behältern. Diese Hygienemaßnahmen sorgen für gesunde Pflanzen und Früchte, auch im nächsten Jahr.

So geht es nach der Ernte weiter

Abgeerntetes Beerenobst benötigt nach der Ernte einen Pflegeschnitt. Ein lockerer Aufbau der Beerensträucher vermeidet Pilzinfektionen und verbessert die Fruchtqualität durch bessere Belichtung. Bei Johannis- und Stachelbeeren entnehmen Sie drei bis vier der ältesten Triebe (älter als vier Jahre) direkt über dem Boden, sowie überzählige, vor allem schwache oder sehr flache Neuaustriebe. Ein Johannisbeerstrauch hat dann immer zehn bis zwölf Äste mit unterschiedlichem Alter, ein Stachelbeerstrauch wird mit etwa acht Gerüstästen aufgebaut. Durch die ständige Trieberneuerung und den Aufbau neuer Gerüstäste bleiben die Gehölze vital.
Abgeerntete Sommerhimbeeren schneidet man gleich nach der Ernte bis dicht über dem Boden zurück. Ebenso entfernt man schwache und krumme Neu-Ruten. Somit erhalten die Jungruten mehr Platz und Licht für eine gute Entwicklung. Pro laufenden Meter belässt man acht bis zwölf kräftige neue Ruten stehen. Binden Sie diese gleich am Drahtgerüst fest. Auch die bereits beernteten Ruten frühreifender Brombeersorten schneiden Sie nach der Ernte über dem Boden weg, ebenso überzählige Jungruten. Von diesen bleiben die vier bis fünf kräftigsten stehen. Lange Ranken kürzt man Anfang September auf 2 bis 2,5 Meter ein. Ebenso die Seitentriebe der Jungruten auf etwa drei Zentimeter. Hier bilden sich dann die Blütenknospen und Früchte für das nächste Jahr.

Tomaten sind beliebt bei Groß und Klein– egal ob roh oder verarbeitet. Bauen wir Sommergemüse selbst an, macht es Spaß, die Pflanzen im Garten, aber auch in Töpfen auf Balkon und Terrasse wachsen zu sehen und schließlich zu ernten. Regionaler und frischer geht es nicht! Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Pflege.

In wenigen Wochen reifen die ersten Früchte. Nun heißt es die Pflanzen gut vorzubereiten und zu pflegen.

Wasser, Wärme und Nährstoffe

Generell sind Tomaten „Kinder der Sonne“ und benötigen viele warme und sonnige Tage. In Gegenden mit eher kühlen und regnerischen Sommern bietet ein Kleingewächshaus gute Bedingungen für eine lange Ernte. Doch auch in Kübeln an der Hauswand wachsen sie gut. Allerdings kann dort den Tomaten durch große, stauende Hitze auch zusetzen. Besonders schwarze Töpfe können sich sehr stark erwärmen, was zum Absterben von Wurzeln im Topfrandbereich führen kann. Stellen Sie deshalb als Beschattung andere Töpfe davor oder schattieren Sie mit anderem Material. Achten Sie darauf, dass die Erde der Tomatenpflanze immer gleichmäßig feucht ist. Eine ungleichmäßige Wasserversorgung beispielsweise durch intensives Wässern oder starke Niederschläge nach Trockenperioden führt zum Platzen der Früchte. Gießen Sie also regelmäßig, denn Tomaten haben an warmen Tagen einen hohen Wasserbedarf. Außerdem ist eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig, damit die Nährstoffe auch stetig aufgenommen werden können. Dies beugt außerdem der Blütenendfäule mit trockenbraunen Stellen an den Früchten vor.

Tomatenpflanzen sind Hochleistungspflanzen. Dazu brauchen Sie eine gleichmäßige Nährstoffversorgung. Hellgrüne Blätter sind kein gutes Zeichen. Dann sollten Sie am besten mit einem handelsüblichen Flüssigdünger mehrfach nachdüngen. Wenn die Blätter sich wieder dunkelgrün färben, sind sie ausreichend versorgt. Allerdings sind in den meisten Fällen die Tomatenpflanzen in den Gartenbeeten ausreichend mit Nährstoffen versorgt, wenn Sie regelmäßig Kompost und Hornmehl einsetzen. Im Frühjahr werden drei Liter Kompost auf den Quadratmeter als Grunddüngung verteilt. Das Hornmehl oder Horngrieß von etwa 150 Gramm auf den Quadratmeter wird auf zwei Gaben aufgeteilt und leicht eingearbeitet: die Hälfte direkt zur Pflanzung und dann vier Wochen später der Rest.

Die meisten Tomaten sind Stabtomaten. Sie bilden an der Haupttriebachse ihre Früchte. In den Blattachsen bilden sich jedoch immer wieder Seitentriebe, die dann später ebenfalls Blüten und Früchte tragen. Diese Seitentreibe bricht man aus, um den Haupttrieb zu stärken. Außerdem würde es ein wirres Durcheinander geben, wenn alles wachsen dürfte wie es will. Lediglich bei kleinfruchtigen Sorten ist es möglich immer mal wieder einen Seitentrieb stehen zu lassen. Man kürzt ihn dann nach der Blüte und dem nächsten Blatt ein. Großfruchtige Sorten zieht man eintriebig am Stab (oder einer Schnur). Nur so reifen auch die Früchte aus.

Es gibt aber auch spezielle Buschtomaten. Diese als „determinierend“ bezeichneten Typen und hören von selbst mit dem Höhenwachstum auf. Sie wachsen gedrungen und tragen Früchte an vielen Seitenästen. Dazu zählen auch Balkontomaten für Gefäße, denn sie bleiben sehr kompakt. Hier brechen Sie keinerlei Seitentriebe aus. Entfernen Sie nur bei Bedarf einzelne Triebe, wenn der Wuchs zu dicht wird.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10 

 

Knallig orange blüht es in manchen Gärten, aber auch in Bereichen des öffentlichen Grüns wie z.B. auf Straßeninseln. Dem Kalifornischen Mohn oder Goldmohn gefällt es besonders da, wo es sehr warm und eher trocken ist, wissen die die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und stellen die Pflanze vor.

Bei Sonnenschein öffnen sich die farbigen Blüten und sind wahre Hingucker, die im Garten fröhliche Stimmung verbreiten.

Namensvielfalt

„Goldmohn“ ist ein üblicher und ausdrucksstarker Name für die Pflanze mit ihren leuchtenden Blüten. Diese stehen mit vier Kelchblättern einzeln auf kahlen Blütenstängeln, deren Länge etwa 20 bis 30 Zentimeter betragen kann. Der Name „Kalifornischer Mohn“ beschreibt die Herkunft. In seiner Heimat, dem süd-westlichen Teil der USA und Mexiko, überzieht der Mohn ganze Felder. Ein dritter Name ist „Schlafmützchen“. Die goldgelben oder knallorangefarbenen Kronblätter werden im Jugendstadium der Blüte von grünen Kelchblättern umschlossen. Durch die lange kegelige Form sieht die Blütenknospe dann aus wie eine kleine Schlafmütze. Der botanische Name lautet Eschscholzia californica

Trockenheit? Kein Problem

Der Goldmohn ist eine pflegeleichte Pflanze. Fühlt er sich wohl, vermehrt er sich durch Selbstaussaat. Nimmt er dann überhand, entfernen Sie rechtzeitig einige Samenstände, um der starken Verbreitung (Aussamen) entgegenzuwirken. Besonders gefällt es ihm auf trockeneren Standorten. Der Kalifornische Mohn eignet sich deshalb auch für Steingärten, sandige Böden und trockenheitsverträglichen Blumenmischungen. Die Blütezeit liegt in den Sommermonaten Juni bis August. Die leuchtenden großen Blüten sind wahre Magnete für Bienen und auch andere Insekten.

Nach der Blüte entwickeln sich Samen. Meist wachsen die Pflanzen einjährig, besonders in kalten Wintern. Sie keimen, wachsen und blühen in einem Jahr. Manche Samen keimen noch im Spätsommer und überwintern als junge Pflanzen in milden Gebieten. Im nächsten Jahr blühen sie dann schon früher.

Der Kalifornische Mohn ist ein wahrer Sonnenanbeter, denn er öffnet seine Blüten nur bei Sonnenschein. Bei bedecktem Himmel, in späten Abendstunden und am frühen Morgen sowie nachts sind die Blüten senkrecht nach oben zusammengeklappt. Die Hauptfarbe der flachen Blüten ist goldgelb bis goldorange, oft mit einem dunkleren Farbfleck am Blütenboden. Jedoch gibt es auch Sorten mit weiß-cremefarbenen bis hin zu leicht rötlichen Farbtönen. Manchmal sind auch Mischungen und halbgefüllte Sorten erhältlich.

Und außerdem…..

Auch wenn der Goldmohn zur Familie der Mohngewächse gehört, bildet er keine typischen Mohnkapseln wie z.B. Klatschmohn. Alle Pflanzenteile sind giftig. Somit konnte Eschscholzia californica auch zur Giftpflanze des Jahres 2016 gewählt werden. Schnittblume für Sträuße? – Fehlanzeige, denn schon bald nach dem Schneiden fallen die Blütenblätter ab. Die stark gefiederten Laubblätter sind grau-grün oder blau-grün und stehen somit im Kontrast zu den leuchtenden Blüten. Auf alle Fälle zaubert das „Schafmützchen“ ein Lächeln ins Gesicht und setzt fröhliche Farbkleckse in den sommerlichen Garten.

<beernteter Schnittlauch mit einem scharfen Messer wurden die Röhren abgeschnitten

 

 

 

Schnittlauch für Menschen

Die röhrenförmigen Laubblätter des Schnittlauchs lassen sich am besten frisch in der Küche verwenden, sei es im Salat, in Saucen, über Eierspeisen oder einfach nur auf dem Butterbrot. Für die kalte Jahreszeit lassen sich die kleingeschnittenen Röhren auch tiefgefrieren oder trocknen. Die kleinen abgezupften Blütchen zaubern Farbe in einen grünen Salat oder dekorieren andere Speisen. In Blumen- oder Kräutersträußen halten die Blütenkugeln recht lange.

Schnittlauch ist nicht nur ein Küchenkraut. Da die Pflanze auch Trockenheit sehr gut verträgt, wird sie bei Dachbegrüngungen, in Schottergärten und Straßenrandbegrünungen recht häufig verwendet. Auch als Beeteinfassung in einem Gemüsegarten eignet sich der Schnittlauch gut und dient als blühender „Buchsersatz“.

Lilafarbene Schnittiauch-Blüte


 

Bienen lieben Schnittlauchblüten

Ab Mai beginnt die Blütezeit des Schnittlauchs. Rosa bis zart lila – bei Schnittknoblauch auch in weiß - stehen die typischen Blütenkugeln über den grünen Röhrenblättern und schmücken die Pflanze. Vor allem Bienen, aber auch andere Insekten besuchen nun die Blüten, die Nektar und Pollen bieten. In einem bienenfreundlichen Garten lässt man deshalb immer einen Teil des Schnittlauchs zum Blühen kommen. Nach dem Abblühen jedoch werden das alte Laub und die Blüten entfernt und gedüngt, damit der Schnittlauch bis zum Herbst wieder durchtreiben kann.

Schnittlauch auch im Winter

Für den Wintervorrat sticht man im Herbst einen Teil des Schnittlauches aus, entfernt seitlich anhaftende Erde und pflanzt ihn dicht in einen kleinen, nur unwesentlich größeren Topf. Diesen senkt man dann einfach bodengleich wieder in ein freies Beet ein und deckt ihn dünn mit Laub ab. Am besten lässt man die Töpfe ein paar Wochen draußen im Gartenbeet. Die Ballen treiben williger aus, wenn sie zuvor mindestens drei Wochen Temperaturen um den Nullpunkt erfahren haben. Lust auf frisches Grün? Entnehmen Sie die Töpfe etwa zwei Wochen bevor Sie im Winter Schnittlauch schneiden wollen und stellen sie bei etwa 18 Grad Celsius hell am Fenster auf.

Junge austreibende Schnittlauchröhren zwischen Steinplatten

 

 

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie10 

 

Immer wieder wenden sich interessierte und auch besorgte Freizeitgärtner an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Was ist das für ein Tier? Schädigt es meine Pflanzen? Viele Insekten treten nur in bestimmten Zeiträumen verstärkt in Erscheinung.

Schwarze Fliegen, schillernde Käfer und große Wespen gehören zu den Tieren, die nun in den Gärten besonders auffallen. Gehen Sie aufmerksam durch Ihr grünes Paradies und entdecken Sie die vielfältige Insektenwelt.

Schwarze Haarmücken fallen jetzt auf bedingt durch ihre Größe und die tiefschwarze Farbe

 

 

 

Schwärme schwarzer Mücken

Pechschwarze, pelzig behaarte Mücken fliegen träge durch die Luft oder rasten an Blüten, Gehölzen oder Gebäuden. Es ist eine Haarmücke, auch als Märzfliege, Markushaarmücke oder Markusmücke bekannt, die von März bis Mai auftritt. Bei warmer Witterung treten die Tiere manchmal massenhaft auf, leben jedoch nur wenige Wochen. Die behaarten schwarzen Mücken wirken recht plump und lassen ihre Beine beim Fliegen oft hängen. Sie ernähren sich von Honigtau, Nektar und Pollen. Gleichzeitig tragen sie zur Bestäubung der Obstblüten bei und verbessern somit die Befruchtung bei vielen Fruchtgehölzen.

Die Weibchen legen bis zu hundert Eier gruppenweise in humose, leicht feuchte Böden. Die beinlosen raupenähnlichen und graubraunen Larven fressen den Sommer über verrottendes organisches Material. Nur bei Nahrungsmangel kann es eventuell vorkommen, dass die älteren Larven Wurzeln anfressen. Nach starken Regenperioden im Herbst treten die raupenähnlichen Tiere in Massen im Bereich von Steinplatten oder gelagerten Hölzern auf. Die Überwinterung erfolgt schließlich in Bodentiefen von etwa fünf bis zehn Zentimetern. Besonders groß sind die Larven der Gartenhaarmücke (etwa 16 Millimeter), weshalb sie auch auffallen.

Der Goldglänzende Rosenkäfer besucht gerne die Blüten von Rosen hier Rosa hugonis


Dicke Käfer in den Blüten

Große glänzende Käfer fallen besonders in den Blüten von Rosen, Apfel- und Quittenbäumen und anderen Rosengewächsen auf. Sie sitzen an warmen Tagen oft stundenlang in den Blüten und fressen Pollen oder ernähren sich von süßen Pflanzensäften. Meist ist es der Goldglänzende Rosenkäfer, dessen grün schillernder Chitinpanzer Aufmerksamkeit erregt. Er gehört wie der Maikäfer und Gartenlaubkäfer zu den Blatthornkäfern. Die Larven des Rosenkäfers (Engerlinge) findet man vor allem in Komposten, die auch mit holzigem Material gefüllt sind oder auch in Rindenmulch.

Etwas kleiner, schwarz mit kleinen weißen Flecken kommt der Trauer-Rosenkäfer daher. Auch diese Käfer ernähren sich von Pollen und verursachen ebenfalls keine Schäden.

Blühende Zwiebelgemüse locken verschiedene Insekten an hier der Trauer-Rosenkäfer


Wespe, Wildbiene und Co.

Sitzt man ruhig im Garten, kann man es hören: das Abraspeln von Holz durch die große Wespenkönigin. Für den Aufbau ihres Nestes benötigt sie Cellulose. Dieses holt sie sich von abgestorbenem Holz oder auch unbehandelten Holzbrettern.

Schwarzblau und tief brummend, fliegt die Blauschwarze Holzbiene, die größte heimische Wildbienenart, durch Gärten in warmer Lage. Ihre Nachkommen entwickeln sich in kleinen Höhlen in altem und fast morschem Holz. Dies können neben abgestorbenen Baumstämmen auch Zaunpfähle, Holzbalken oder Lagerholz sein. Erkennbar sind die Brutplätze an den etwa ein Zentimeter großen Löchern. Mit den kräftigen Kauwerkzeugen produziert die Holzbiene regelrechte Späne.

Interessant ist es auch zu beobachten, ob Wildbienen die Röhren von Stängeln oder die Bohrlöcher in Hölzern verschließen. Manchmal findet man auch sehr ungewöhnliche Brutplätze. Haben Sie welche entdeckt?


Ähnlich pelzig wie eine Hummel, aber mit dem Schwirrflug einer Schwebfliege, erscheint der Wollschweber. Auffallend ist der lange Rüssel, der dem Aufsaugen von Nektar dient.

Holzbiene sind schon in den ersten Frühlingswochen unterwegs auf Nahrungssuche. An warmen Wänden wärmensie sich auf

Entdeckungsreise durch den Garten

Welche Tiere können Sie in Ihrem Garten finden? Begeben Sie sich auf Entdeckungsreise. Vielleicht sind am Teich die ersten Libellen geschlüpft und die Larvenhäute hängen am Schilf oder anderen Blättern. Raupen (Schmetterlingslarven) an Brennnesseln? Dann mähen Sie diese nicht ab. Verschiedene Marienkäfer drehen ihre Runden auf der Suche nach Nahrung. Sie kennen die Insekten nicht? Verschiedene Apps können Ihnen Hilfestellung geben.

 

Tulpen und Traubenhyazinthen als winterharte frühlingsblühende Zwiebelblumen stehen in voller Blüte, während Narzissen oft schon ihre Schönheit verloren haben. Sommerblühende Zwiebel- und Knollenpflanzen wie Dahlien und Gladiolen sind nicht winterhart und werden deshalb Ende April in den Gartenboden gepflanzt, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Während sich die Blätter der Frühlingsblüher gelb verfärben, wird es Zeit Sommerblumenzwiebeln in den Gartenboden zu setzen. Diese sind nicht winterhart und werden daher jedes Jahr neu gepflanzt, oft mit frostfreier Überwinterung.

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